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Über Oskar Lafontaine nach seinem Rücktritt sinniert KLAUSENS

du, klau|s|ens, er tritt zurück.

oskar? lafontaine?

ja, ja, der!

jammer aber auch: so ein kluger kopf!

klugheit ist nicht alles!

ich weiß, man muss auch geliebt werden. das hat er nur partiell geschafft.

schröder, der ihn so widerwärtig geheimdienstmäßig abservierte (weshalb lafontaine dann die SPD und alles verließ), wurde mehr geliebt als lafontaine, der das opfer war.

lafontaine war aber meist ebenfalls täter, auch im schröderschen sinne. politik ist keine friedensfreude und keine pure liebesfreude.

woran denkst du?

unzählige fälle. u.a. dieser scharping, bei dem wir aber alle froh waren, dass er gehen musste, weil oskar ihn gekippt hatte.

dann sind alle politiker frech und gefuchst und verschlagen und gefährlich?

die großen ja: denn um an der macht zu bleiben, musst du sehr geschickt bestimmte fiese spiele spielen. du musst leute abservieren, ausstechen, wegleiten, hochloben, verleumden, meldungen über die lancieren – alles das. dafür gibt es heute u.a. das handy. das geht dann zick zack. früher machte man das mehr LIVE in den sitzungen und geheimbesprechungen.

lafontaine kann alles das?

er kann noch mehr. aber diese sache um bartsch … wie er den hat aufliegen lassen, nachdem der wiederum oskar abservieren wollte: das war schon klasse! ein meisterstück der politik!

du sprichst wie vom sport.

es ist sport. und spiel. man muss es wollen und mögen. denn bei diesem spiel geht es um menschen. oskar lafontaine hat da sehr gern mitgespielt. er war überaus klug, aber den schröderschen durchbruch, geliebt zu werden, hat er nur im saarland geschafft. in ganz deutschland nicht.

darunter litt er?

aber ja. er ist sehr klug, vielleicht hochbegabt. und überlege mal, mit welchen leuten er sich da rumärgern muss. alleine schon die journalisten. nimm nur die von „bericht aus berlin“ oder „berlin direkt“: alles scheinkluge winselige lachmützen. und mit denen musste sich oskar rumärgern.

wie meinst du?

er ist denen 100 mal gedanklich überlegen, muss diese karikaturen des journalismus aber halbwegs anständig behandeln, um weiterzukommen. man muss die presse instrumentalisieren.

machte das lafontaine denn nicht?

doch, aber er hob es immer wieder auf.

wie meinst du?

er machte dann zynische oder ironische bemerkungen an die journalisten, was diese wiederum verärgerte. aber lafontaine konnte nicht an sich halten.

das war sein problem?

eines! diese übergroße eitelkeit, aber ich glaube eben auch: hochintelligenz, die sich oft langweilte. und da konnte er dann hier und da nicht unterlassen, seine weitreichende klugheit zu demonstrieren. das mögen die leute dann nicht.

aber lafontaine ist doch ein kluger stratege.

sehr klug: wie er die SPD damals mit schröder zum sieg brachte! oder seine ganze zeit im saarland! oder auch zuletzt: der vormarsch der LINKEN. wie er die SPD vor sich hergetrieben hat. wundervoll. nein, nein, ein großer spieler vor dem herrn. (allerdings immer wieder mit aussetzern.)

du bewunderst ihn?

ich bewundere seine qualität zum spielen. seine brillianz. als humanist aber bemitleide ich ihn. ich bedaure ihn für seine abhängigkeit von den erfolgen auf dem feld der politik. er braucht alle diese versager aus den zweiten und dritten reihen, vielfach auch aus den ersten reihen, um seine spiele zu spielen. dann sitzt er im parteivorstand oder in einem kabinett und fragt sich: warum muss ich mit diesen flaschen hier an einem tisch sitzen? das wiederum merken diese anderen. sie spüren den hochmut und die überlegenheit von oskar.

so siehst du ihn?

ich denke, dass man ihn so sehen muss. zugleich möchte ich auf oskars einsatz für die arbeiter und einfachen menschen hinweisen. das verdankt er seiner existenz in dillingen, bäckersfamilie, ab weltkrieg II. vaterlos aufgewachsen, bescheiden. lafontaine hat und wird das nie vergessen. er hat immer etwas von den „roots“ an sich.

und schröder?

schröder hat seine herkunft immer wieder neu verraten. schröder liebt glanz und gloria. auch er ist vaterlos aufgewachsen. auch er aus kleinen verhältnissen. aber nachher dann am „großen“ gerochen und süchtig geworden. lafontaine hat diese prunkwelt minder interessiert. er ist kein mann für galas und allen solchen unsinn.

und dein SERIELLO von dieser historischen abschiedspressekonferenz vom 23.1.2010?

ist hier: http://www.klausens.com/seriello-oskar-lafontaine-und-gregor-gysi.htm

und dein gedicht?

das habe ich aber nicht LIVE zur pressekonferenz geschrieben, sondern erst später: aber dennoch am selben tag.

OSKAR
– Für La Fontaine –

Du warst der Glück-Wild-Auf-Brunnen
Aller Fabeln des uns Unglaublichen
Als das stets Verklärte ehrlichster
Politik im Spiel um Halb-Wahrheit.

Im Rachefeldzug bestelltest du die
Trauerweiden linker Hoffnung mit
Erzählungen von der Käse-Eitelkeit
Dieser Welt … und jener-SPD-linken

Welt (Untergang!) vom Arbeiter-Fuchs,
Der wie Napoleon in die Schlachten
Des Willentlichen gezogen war, bist du der
Intelligenz wolfsarchetypisch zugewandt.

Es lebe der „Kleine Mann“! Und alle seine Raben!

Geschrieben am 23.1.2010, am Tag der Rücktrittspressekonferenz. Copyright © Klau|s|ensĦķΩ7
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