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klau|s|ens bemerkt die kleine und kluge LIDL-back-und-wort-täuschung und das tragische bäckersterben – www.klausens.com

klau|s|ens, die bäckereien sterben.

da redet man viel darüber: immer weniger betriebe … aber die übrigbleibenden sind dann immer größer und haben mehr als nur ein geschäft. und dann diese ketten, wovon auch wieder welche konkursgehen. backshopketten.

das kernproblem ist: was ist „backen“?

genau, das wort „backen“ hat fast jeden sinn verloren.

schaut man sich in der welt um, in der deutschen welt, dann ist „backen“ wohl eher so: fertige teigmassen kommen aus der tiefkühltruhe bzw. kühltruhe … und dann in einen ofen.

da wird nicht frisch (und nichts frisches!) gemischt und gerührt und geknetet …

nein, es wird fertigware genommen und dann „gebacken“.

damit hat sich die idee des backens pervertiert. (die bäckereifachverkäuferin gibt es kaum noch – und die weiß heutzutage nicht mal mehr, ob es ein sauerteigbrot gibt, also in dieser bäckerei hier zu kaufen gibt … oder was ein sauerteigbrot ist.)

und dann ist es egal, ob ich zum supermarkt oder zum bäcker gehen, wenn alle dasselbe „entwertete“ ums brot tun und machen.

ich denke: wir brauchen eine unterscheidung zwischen echtbäcker und backmischungsscheinbäcker. (und zwar auf dem schild!)

genau das: die „echten“ bäcker müsste ihren namen verteidigen oder sich als „echtbäcker“ neu aufstellen.

das sind dann leute, die nur gute zutaten benutzen, alles frisch verrühren … und ohne zusatzstoffe und „kunststoffe“ aller art auskommen.

so wie es viele biobäcker ja tun.

zum beispiel, zum beispiel. aber die „echtbäcker“ schaffen es ja gar nicht, die „scheinbäcker“ auch als scheinbäcker hinzustellen.

das wort „backen“ wurde über die jahre und jahrzehnte mehr und mehr verhunzt. sinnentleert.

es verlor seine urbedeutung.

es blieb nur noch die restbedeutung.

und das wäre?

… kommt in einen ofen, irgendwie heiß, verdammt heiß: backen eben.

so vergesslich ist der mensch … so vergesslich die zeit.

weil die normalen bäcker aus kostengründen auf backmischungen gingen, haben sie sich selber beschädigt und ihren status kaputtgemacht.

dann kamen die supermärkte und sagten: „wir backen auch.“

und so haben sich bäcker und das backen insgesamt ihres wertes beraubt.

„backen“ ist fast schon ähnlich wie „mikrowelle“. temperatur, nicht mehr, nicht weniger.

du kannst ja auch aufbacken oder backen, indem du was in diese mikrowelle schiebst.

armes deutschland.

armes deutschland, ja!

armes deutsches brot. (und die goethe-institute werben weltweit mit dem guten, alten, deutschen brot. wenn die im ausland alle wüssten, was es wirklich millionenfach nun in deutschland nur noch gibt!)

tut doch was!

bäcker, wacht auf, bäckerinnen auch!

werdet zu „echtbäckern“ und wehrt euch gegen das verludern und ausludern eures handwerkes.

ich sehe jetzt (aktuell) bei LIDL immer ganz groß draußen schon schilder:

>>WIR BACKEN MEHRMALS TÄGLICH FRISCH FÜR SIE.<<

und da wird das alles auf die spitze getrieben, was wir zum „backen“ sagten.

so irre ist die welt … und wir trödeligen und dumpfen konsumenten lassen alles das mit uns machen.

die „echtbäcker“ trauen sich nicht als echtbäcker aufzutreten, sondern neigen sogar dazu, sich noch mehr anrührpackungen zu bestellen und das „echtbäckern“ sein zu lassen.

wir blöde ist die welt?

die welt als scherz. (ich wiederhole das immer wieder!)

>>WIR BACKEN MEHRMALS TÄGLICH FRISCH FÜR SIE.<<, was soll man dazu noch sagen?

noch eine kleinigkeit: das wort „frisch“ ist ja auch so ein wort, das einen anderen sinn bekommen hat, wenn ich z. b. mal auf knatschgrüne bananen hinweisen darf.

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