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Der Tod im Fernsehen kommentiert von KLAUSENS

klau|s|ens, sie haben in england diesen film gezeigt.

aber er war nur im kabel.

was meinst du damit?

es sollen 230.000 zuschauer oder so gewesen sein, im kabel.

ändert das was?

es war doch ein anerkannter dokumentarfilm von einem anerkannten mann.

aber der tooooooooooooooooooooooooood!

ich bitte dich: wir haben gestern über die krematorien und die gewerbesteuer geschrieben. gestern hat ein wahnsinniger in einem restaraunt im irak 45 menschen oder wieviele umgebracht.

aber der tod …!

der tod ist überall.

du hast nichts gegen das veröffentlichen des todes?

nein, nein, ich habe nur etwas dagegen, wenn die schranken fallen.

du meinst durch diese selbsttötung auf verlangen fallen die schranken?

die schranken fallen überall. tote sind normal. man weiß gar nicht, ob die leute mehr über die weinen, die in den filmen sterben, als über die, die im fernsehen sterben.

das fernsehen ist real.

das ist es ja: sie berichten real, in den nachrichten, aber wir sehen alles wie einen film. erdbeben hier, tsunami da. husch, husch, husch. menschen sterben. die berichte sind wie spielfilme. war ja auch bei 9/11 so.

dann sind tot und leben kaum noch zu trennen?

fiktion und realität ja auch nicht. worüber soll ich mehr weinen?

und überall wüten die menschen.

ich denke, mehr als dieser selbstmord in einem dokumentarfilm sollten uns die selbstmörder bewegen, die gleich 10 oder 20 oder 30 oder 40 oder 50 oder 60 oder 70 oder 80 oder 90 oder 100 menschen, oder noch mehr, mit in den tod nehmen.

ja, sie opfern sich!

opfern? – sie werfen ihr leben weg, und dazu das noch anderer. sie verschwenden das leben.

das fasziniert dich?

ich frage mich, wie man eine rasse beurteilen soll, die sich selbst nicht wichtig nimmt und den tod als die verheißung allen glücks annimmt.

ist das nicht genial?

was?

alles auf den tod zu setzen?

machen das nicht die religionen?

und dann wird man unsterblich, durch den tod.

ein paradoxon.

eben, und dieser mann aus dem selbsttötungsfilm …

es war „recht zu sterben“. der mann hieß craig ewert. er starb 2006. 59 jahre.

und dieser craig ewert irrt nun als vermeintlich lebender durchs internet.

in tausenden von artikeln.

und in millionen von bloggs. fotos, bilder, zeichen.

die menschen wollen sterben, um endlich leben zu können. so unglaublich ist diese welt.

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