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klau|s|ens sieht die tour de france WUUUUSHHHHHHHHHH – www.klausens.com

klau|s|ens, aus der überschrift heute folgere ich: es geht nur ums WUSCH.

ja, ja, dieses WUUUUSHHHHHHHHHH.

mehr ist es dann nicht. sekunden.

das drumherum ist ja auch noch da.

was genau?

imbissbuden, stände, bühnen, lärm … und die menschen, die etwas erleben wollen. die einen menschen begucken andere menschen. so funktioniert es am ende. man braucht den grund, dann die ansammlung, und schon hat man was zu gucken.

du sahst es in jülich?

ja, denn in aldenhoven waren hüpfburgen angekündigt, da schien es in jülich aufregender.

war es aufregend? in jülich?

die sichtweisen sind relativ, entscheidend ist es immer, dabeigewesen zu sein.

für wen?

für jülich! immer wieder kam von der bühne des neuen rathauses: „seid ihr bereit?“ – „jülich, wie ist die stimmung?“ – „jülich, wie fühlt ihr euch?“ – „jülich, wartet ihr auf die tour de france?“ (solche sachen. in allen variationen. denn die menschen standen ja ruhig rum und warteten dahin.) – „gleich kommt sie! seid ihr bereit?“ – „und jetzt die hände in die luft!“

das volk sollte immer „ja“ sagen, und daraus sollte das gefühl erzeugt werden, es wäre ja gar nicht langweilig.

noch entscheidender: es ging immer darum, wann die tour durchfährt, aber nie, wer und wie.

es kam also die tour, und man wusste nichts über die fahrer? wer an der spitze liegt?

so war es, so war es: wer da führte, ob es eine ausreißergruppe gab: alles war unwichtig. seitens des moderators auf der bühne neben dem neuen rathaus. (es lief das fernsehbild, aber da stand die menschenbesatzung der bühne noch vor.)

was war wichtig?

zeitvertreib … und jülich.

wieso jülich?

na, wegen der werbung durch die fernsehbilder an 200 länder, oder wie viele.

da hat jülich gejubelt?

jülich sollte auf den punkt vorbereitet sein, laut für die kameras zu jubeln, wenn die tour durchfährt. es ist alles inszenierung. nicht nur das leben, sondern auch die durchfahrt der tour durch jülich.

und das gelang?

aber sicher, aber sicher: man sieht die hochgehenden hände, und man hatte zudem noch grüne aufblasbare werbehände verteilt … aber sicher, aber sicher. jubel in jülich. hubschrauberflug. kameras. aber sicher, aber sicher.

jubel auf knopfdruck!

jubel auf raddrehung!

dann wurde jülich also berühmt.

etwas, etwas, aber die fahrradfahrer spielten keine rolle, es war ja auch nur ein WUUUUSHHHHHHHHHH. dann waren sie schon durch. dann die wagen mit den rädern auf dem dach, für jede mannschaft ja.

und diese werbekarawane, diese berühmte? die vorabfährt?

das waren diverse autos von diversen firmen, BIC, VITTEL, HARIBO etc., die mit höchster geschwindigkeit fuhren, das war auch WUUUUSHHHHHHHHHH. (mancher hat etwas gefangen, was die gar wenig warfen, werbezeugs, aber mit einem karnevalszug in keinerster weise zu vergleichen. zu schnell, zu schnell. fast schon wie eine aggression.)

aber jülich war an diesem tag immerhin auf den beinen?

gewiss, gewiss, darum ging es am ende auch: die tour als grund der begegnung, die tour als grund, dinge zu verkaufen, die tour als grund, werbung für jülich zu machen. die tour als grund, dass jülich sich mal wieder als jülich empfindet.

mit einem einzigen WUUUUSHHHHHHHHHH also.

im kern ja, aber die ganzen straßensperrungen und blinkenden polizeimotorräder und die bühne eben, wo auch mal der sänger markus luca dann auftrat. alles zusammen als das verbringen eines sonntages. grüßen, reden, die kinder ausführen. getränke ordern. rauchen, rumstehen. warten.

und dann kommt wieder der montag.

da kann man über den WUUUUSHHHHHHHHHH noch sprechen. und über den ruhm von jülich: durchfahrtsstadt der tour de france 2017.

unvergessen.

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Den Handzettel von der Bürgerinitiative Ortsdurchfahrt Kw-Oberdollendorf bekommt KLAUSENS

klau|s|ens, handzettel? gibt es die noch?

aber ja: ich bekam einen in meinen briefkasten, klein und gelb.

von wem?

von der „Bürgeriniative Ortsdurchfahrt Kw-Oberdollendorf“.

wofür steht das „Kw“?

für königswinter.

welches problem haben die? die wollen eine ortsdurchfahrt?

nein, nein, die leiden unter dem verkehr, der mitten durch den ort hindurchfließt, tagaus, tagein.

immer noch?

was heißt „immer noch“? millionen menschen leiden unter dem verkehr – und es wird immer schlimmer. es wird nie weniger, es wird immer mehr.

soll OPEL also lieber pleitegehen? weniger autos? ruhe? frieden?

das will ja auch keiner, wegen der arbeitslosen. es ist alles so verdammt kompliziert.

und die in oberdollendorf?

die schreiben: „Der vor über dreißig Jahren geplante Ennertaufstieg ist von der Bundesregierung, der B 42-Anschluss über die Langemarckstraße ist von der Landesregierung gestrichen worden.“

also sind zwei lösungs-modelle derzeit „ad acta“?

so lese ich. das schlimme ist: es ändert sich nichts. und das schlimme ist ja auch: wenn sich was ändert, dann kommt der verkehr woanders hin.

woanders?

ja, ja, alle diese straßen müssen dann neu gebaut werden, und dann lärmt es woanders. (und die wenige rest-natur! sie leidet!)

es gibt keine auswege?

es sieht nicht so aus. alles bauen macht alles noch schlimmer, und sie haben am rhein diese b 42 wie eine autobahn ausgebaut, die nun das ganze rheintal zwischen bonn und bad honnef mit ihrem verkehrslärm und ihrem feinstaub zubläst. wer oben auf dem drachenfels steht, hört auch diesen brausenden verkehr. das rheintal ist eigentlich zerstört. (die bahn kommt noch hinzu.)

dann wird der verkehr uns alles schöne vernichten?

was heißt wird? man schaue sich das siebengebirge einmal genauer an: es wurde zu einer pendlerheimstätte mit vielen straßen und auch einigen autobahnzugängen und tausenden eigenheimen. alles wird verschandelt. selbst naturschutzgebiete sehen völlig zersiedelt aus.

warum schreibst du darüber?

weil mir die leute leid tun, die andauernd in der engen und kurvenreichen straße von oberdollendorf an dem verkehr derjenigen zu leiden haben, die in bonn irgendwo im bundesviertel arbeiten.

also doch die pendler?

wir alle sind „pendler“. wir wollen schön und ruhig wohnen und dann schnell und fein in den lärm der arbeit fahren. hin und her. wie es uns passt.

was will denn jetzt der handzettel? klagen?

wie ich es verstehe, wollen sie alle möglichen maßnahmen ergreifen, um die belastung zu reduzieren. sie freuen sich z.b. über einen „starenkasten“ = blitzgerät. ja, darüber freuen sie sich!

wie kurios!

eben! andere freuen sich über reelle und echte störche, die aus der ferne langsam wieder zurückkommen – und diese freuen sich über einen „starenkasten“, der gar nichts mit der natur zu tun hat.

sondern?

mit dem verkehr.

dann ist alles ein problem des verkehrs?

aber ja, auch heute noch leiden die leute darunter, auch heute noch. und jeden tag mehr. die chinesen wissen noch gar nicht, was ihnen „blüht“, wenn sie die autodichte von uns erreicht haben.

und die bundesbahn?

die auch – die verschandeln dann mit ihren hochgeschwindigkeitszügen und grauenvollen lärmschutzwällen die natur und die umwelt.

und die flugzeuge?

die nehmen auch immer öfter ihren weg über die schönheiten des rheintales, um dann in köln-bonn zu landen.

und ansonsten?

man zählt dieses und jenes auf, beklagt solches und solches … und doch scheint es keine rechte lösung zu geben.

warum haben wir das alles dann aufgeschrieben?

wir wollten den betroffenen menschen aus oberdollendorf einfach unsere solidarität zeigen, wenngleich wir wissen, dass diese probleme „zum grauen der moderne“ ewiglich dazugehören.

und auswandern?

meinst du, in mexico-city gibt es weniger lärm? oder in kairo? oder in djakarta / jakarta?

du hast vergleiche! – ach so: wo wollten wir eigentlich gleich noch ganz in ruhe hinfahren? schön in die natur? getankt habe ich schon.

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