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klau|s|ens vergleicht das alte frühstück der zeitungsstarrer mit dem modernen der handystarrer – www.klausens.com

klau|s|ens, die dinge sind immer wieder anders, aber irgendwie dann doch gleich.

wie kommst du darauf?

ich ging an einem café vorbei, ein junger mann, eine junge frau, beide saßen am fenster.

und was taten sie?

der mann schaute in sein smartphone und nahm den finger, um immer weiter hoch- bzw. runterzuscrollen. er hat wohl die 1000 belanglosigkeiten auf facebook „gescrollt“. dann wird er ab und an was „geliket“ haben. das schien (gefühlt) schon stunden anzudauern.

und die frau?

die saß ihm gegenüber, tat aber dasselbe.

da saßen also mann und frau sich im café gegenüber, und beide haben nur in ihr ding gestarrt?

ja, sicher, und immer dieser zeigefinger, der diese endlose textmasse der unwichtigen „nachrichten“ = posts runterscrollt und runterscrollt.

dann wäre „scrollen“ die neue form der liebe?

ich weiß ja nicht, ob es ein liebespaar war. aber auf jeden fall menschen, die nicht so gerne sprechen … und lieber scrollen.

information um information, vieles ist reiner müll.

ich weiß, ich weiß: besonders schön sind die immer wieder geänderten profilotos bei FACEBOOK. – wenn man einem nichts mehr einfällt, ändert man das profilfoto. und man kann millionen dinge „teilen“, also müll noch mehr vermüllen.

und alle anderen dürfen scrollen, scrollen, scrollen.

früher hieß es immer: die haben eine seltsame ehe. beim frühstück verschanzen die sich hinter ihren zeitungen und reden kein wort.

das ist heute anders?

heute verschanzen sich die jungen (aber vielleicht auch schon viele ältere) ehepaare jeweils hinter ihrem smartphone oder tablet, beim frühstück.

und was ist daran anders?

sage ich ja: im kern ist dasselbe, nur: einmal ist es die zeitung, einmal das dings.

und von der form?

bei der zeitung starren jeweils beide nach vorne in die zeitung, auf das papier. und sie haben zwei arme nötig, wenn die zeitung in der luft entfaltet ist.

und beim smartphone oder tablet?

da muss ein arm samt zeigefinger immer direkt kontakt zum display haben, um dann diesen endlosen murks=müll runterzuscrollen.

dann wäre das also die „neue welt“, von der manche früher träumten???

ja, ja, ein problem ist nur: solche smartphone-starr-ehepaare sind beide irgendwann in ärztlicher behandlung, weil der zeigefinger schmerzen verursacht. (dieses problem hatten die zeitungstarrer ja nicht. diese überbelastung des zeigefingers.)

und welche ehen sind am ende die besseren? welche halten länger? oder ist es sowieso mit allem schon de facto längst aus, wenn nur noch beim frühstück gelesen und gescrollt wird?klausens k-werk kunstwerk zeitungsstarrer und handystarrer 28-10-2017

 

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