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klau|s|ens mag das krankmachende krankschreibungsurteil von wegen „arzt am ersten tag“ gar nicht – www.klausens.com

klausens, welche welt!

es geschah schon letzte woche: „Beschäftigte müssen auf Verlangen ihres Arbeitgebers schon am ersten Krankheitstag ein ärztliches Attest vorlegen. Das entschied das Bundesarbeitsgericht am Mittwoch in Erfurt.“

man fragt sich, von wem die gerichte bezahlt werden.

von wem denn?

man fragt sich, wer den WDR bezahlt, denn eine redakteurin des WDR klagte erfolglos gegen den arbeitgeber WDR, der nun in erfurt am ende der juristischen kette seltsames recht bekam.

welches recht?

man darf als boss eine krankschreibung schon am tag 1 der krankheit verlangen.

das ist doch hirnrissig!

eben: du brichst, dich andauernd übergebend, zusammen und sollst dann in diesem zustand in eine arztpraxis, um das attest zu verlangen. da liegst du dann vier stunden röchelnd auf dem boden, verbreitest deine keime an 10 bis 30 andere wartende … und alles wird schlimm und noch schlimmer.

es ist gesundheitspolitisch hirnrissig. es ist aber auch für die motivierung der menschen eine schande.

und es ist verschwendung von sinnloser zeit in sinnlosen arztpraxen. (denn welcher hausarzt käme an einem dienstag oder mittwoch zu einem berufstätigen nach hause in die wohnung, um den mal eben krankzuschreiben?!)

wir können nichts verstehen. es geht nicht um die gesundheit, es geht nicht um das wohl eines volkes.

nein, es geht wohl eher um die schikane. (aber wer möchte da arbeiten, wo man schikaniert wird? was soll das werden? wie soll man da als mitarbeiter gerne zur arbeit kommen?)

erfurt, welcher hohn!

WDR, welcher hohn!

wir verachten die dummheit mancher arbeitgeber … und wir schütteln den kopf über diese rechtsprechung.

was man alles „verlangen“ darf! als arbeitgeber!

ich fand im internet dieses. lies! da bieten sich sicherheitsfirmen als detektive an, um „notorische krankschreiber“ zu überführen:

„Falls Sie Mitarbeiter haben, die extrem häufig arbeitsunfähig krankgeschrieben sind und Sie den Verdacht haben, dass keine wirkliche Erkrankung vorliegt, übernehmen wir die Überprüfung dieser Mitarbeiter im Rahmen einer diskreten und professionellen Mitarbeiterüberprüfung.

Für den Fall, dass die Krankschreibung nur vorgeschoben ist, damit der Mitarbeiter anderweitigen Tätigkeiten, ob beruflich oder privat, nachgehen kann, übernehmen wir die entsprechende Überprüfung, bzw. Dokumentation. Die Darlegung dieser Feststellungen erfolgt so detailliert Unterlegt mit Video bzw. Lichtbildern, dass Sie keine arbeitsgerichtliche Auseinandersetzung scheuen müssen.“

von welcher welt reden wir eigentlich?

es scheint die deutsche zu sein: unlogisch, gemein und sehr hinterhältig.

man weint nicht nur, dass man krank ist, sondern man weint, wenn man dann als kranker sich in eine praxis schleppt (oder sich gar auf der bahre tragen lässt), um nach stunden sinnlosen wartens ein stück papier zu bekommen. (noch kränker!)

so stellt sich deutschland eine offene und mündige gesellschaft vor.

ich könnte weinen!

bist du krank? brauchst du ein attest? – tu uns das bloß nicht an!

gut, dann weine ich eben ab sofort nicht mehr. (und dann melde ich mich eben als lohnsklave – fußstampfer – in einer textilfabrik in indien an. ich brauche noch ein paar geschwüre am offenen bein. es lebe die krankschreibung am tag 1 des weltuntergangs.)

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Der Freiburger Rede des Papstes und dem unverbrüchlichen Reaktionär-Konservatismus aus Rom lauscht KLAUSENS

klau|s|ens, was sagst du?

zu diesem papst? zu diesem besuch?

aber ja. was sagst du?

ich denke, dass dieser papst eine einzige enttäuschung für alle ist, die dachten, man könne den katholizismus reformieren.

der papst sagte nichts.

er sagte überhaupt nichts bzw. dadurch ja doch. aber bezogen auf praktische dinge im katholizismus und im katholizismus in deutschland sagte er nichts, was man als reform auslegen könnte. oder reformen. oder hoffnung auf diese.

da sind die saudiarabien weiter.

gewiss, dort sollen die frauen ab 2015 bei kommunalwahlen mitmachen dürfen. saudiaarabien ist die revolution der revolution, wenn man das mit dem vatikan derzeit vergleicht.

der papst sprach gestern in freiburg von der entweltlichung der kirche.

er sprach? er wünscht das! er will die entweltlichung!

was meint das?

es meint, dass ihm alle diese diskussionen auf die nerven gehen, alles um missbrauch, priestermangel, zölibat, kirchenaustritte, geldrückgang … das ist für ihn weltlich. das ist alltag.

was ist „entweltlichen“?

man entzieht sich diesen diskussionen und besinnt sich auf jesus. beten, beten, beten. messe, messe, messe.

das hört sich doch gut an.

ja, ja, zuerst … aber dann: die idee ist ja: wir lassen alles wie es ist. der vatikan und die kirche als große pyramide von autoritärster machart. wir ändern nichts. und wenn ihr schön zu jesus betet und nicht immer so missmutig seid, dann wird auch alles gut.

die kirche will sich nicht ändern.

wieso denn? putin in russland möchte ja auch herrschen. herrschen ist schön. und unschön ist es, wenn die da unten aufbegehren.

aber der katholizismus verliert doch alle seine schäflein.

gewiss, aber der papst hat natürlich auch andersrum recht: es bringt ja nichts, alles weltliche in die kirche zu bringen. soll man jetzt in den kirchen computer-video-piraten-spiele machen? kommen dann mehr? – nein – also: wenn man die moderne nur noch kopiert, hat die kirche ja sowieso jeden reiz verloren.

was ist denn der reiz?

das andere. das altmodische. die verkleideten männer. das/der weihrauch. das ist ja was. so wie wenn in münchen beim oktoberfest mehr und mehr trachten aufgetragen werden. der reiz des anderen. des alten. des guten alten. damals! als alles noch stimmte! dereinst! – insofern kann ich den papst verstehen.

insofern? ja, nur insofern. zugleich ist dieser katholizismus ja so langweilig und so lahm und so schwerfällig. diese vielen gottesdienste der letzten tage werden nicht dadurch besser, dass es viele waren.

wie denkst du?

ich empfinde die große ächzende langeweile, lithurgie um lithurgie, dann mal eine süße virgil mit lämpchen in freiburg. aber richtiger spirit geht von dieser kirche nicht aus.

auch nicht vom papst?

erst recht nicht. wenn er mit seiner schwachen stimme worte rausbringt, dann sucht man etwas von jesus und etwas vom heiligen geist dort vergeblich. da ist kein spirit!

der katholizismus hat kein feuer, keine leidenschaft.

also, so wie ich ihn in diesen tagen erlebte, ist es eine bürgerliche bewegung ohne kreativität und ohne ausstrahlung. spießigkeit. angepasstheit. dieser katholizismus kann die aufgeklärten menschen in europa nicht erreichen.

wer denn dann?

ich weiß es nicht. die menschen suchen ja spirit, aber sie sind auch so versaut durch den konsum.

dann hat der papst ja recht.

irgendwo hat der papst recht, mit der forderung nach „entweltlichung“, denn mit „verweltlichung“ wird die kirche ja auch scheitern. sie scheitert so und so. – dann aber hat er total unrecht. denn für ihn heißt entweltichung: nix mehr an profanen diskussionen, keine reformen, kein abendmahl mit den evangelen gemeinsam, keine frauen als priester und alles das. weiter mit den verklemmten männergruppen. viele stramm-bischöfe und kardinäle wie der meisner in köln. entweltlichung meint bei ihm, diesem benedikt XVI.: lasst die kirche, wie sie ist, und sie ist so, dass rom immer sagt, was passiert … und ihr alle schweigt. die letzte reine (allerdings wahl-)monarchie europas: der vatikan.

dann braucht die katholische kirche eine arabische revolution?

dringend, ja ja. aber es gab ja schon und gibt sie noch: die altkatholiken, die ja diesen papst als großen oberguru der kirche ablehnen. diese bewegung ist aber zahlenmäßig so schwach. (wer kennt denn die altkatholiken? frag doch mal jemand!)

warum? warum ist für die kirche alles so schwer? egal ob katholisch oder altkatholisch?

weil man eben auch spirit braucht. wenn ich den papst abschaffe, habe ich nicht automatisch eine tolle kirche, und einen tollen jesus. es ist ja bei den christen in europa vieles so zäh und so lieblos und so öde. man schaue sich nur ministerin schavan an, die bekennende katholiken, die auch mal im zentralrat an wichtiger stelle wirkte …

ja, und?

frau schavan symbolisiert für mich den katholizismus, der mich niemals anzusprechen wüsste … unabhängig von der frage, ob es einen gott gibt oder nicht.

und der papst?

er vertritt die ferne von allem. die unbeweglichkeit. den konservatismus. ja, die reaktion. immer gerne den stillstand, den rückschritt. die langeweile der vielen alten männer. das nicht anders werden wolle in aller unbelehrbarkeit.

amen.

an wen glaubst du eigentlich?

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Die Ökumene der Kirchen aus Papst-katholischer und jeder Sicht versteht KLAUSENS nicht

ökumene.

ja, ja, alle zusammen. das haus, das gemeinsame.

was hast du zu sagen?

ich? nichts! – ich denke, wenn sie schon an den einen gott glauben, dann können sie es auch mehr oder wenig zusammen tun. was soll der sinnlose ärger und streit ums abendmahl und andere sinnlosigkeiten?

das ist doch ein wort.

der papst aber sagte gesten in erfurt: „der glauben wird nicht von menschen ausgehandelt“ – so in etwa sagte er es.

und?

damit begründet er, dass die evangelen und die katholiken nicht zusammen essen dürfen.

essen?

das abendmahl.

ich bitte dich!

letztlich wird doch gegessen, aber rituell. und getrunken ja auch, zumindest bei den evangelen. die dürfen ja trinken, bei den katholiken ist der wein den priestern vorbehalten.

lass sie doch gemeinsam essen und trinken! jesus sein leib! symbolisch.

es ist das einfachste der welt. aber man wird nach luther (bald 500 jahre: der kirchenriss!), noch 500 weitere jahre diskutieren, um es durchzusetzen. das wieder gemeinsame.

das macht den reiz der kirche aus.

was?

diese totale langatmigkeit. die dinge ändern sich so langsam, dass schon ein einzelnes, anderes wort in der lithurgie für 100 jahre für verzückung sorgt. und 10.000 interviews und stellungnahmen hervorbringt. kirche ist stillstand und etwas bewegung.

der papst sagt, man macht den glauben nicht selbst. man handelt den nicht aus. laut TAGESSPIEGEL auch: „Der Glaube der Christen beruht nicht auf einer Abwägung unserer Vor- und Nachteile“, sagt Benedikt. „Ein selbst gemachter Glaube ist wertlos. Nicht durch Abwägung von Vor- und Nachteilen, sondern nur durch ein tieferes Hineindenken und Hineinleben in den Glauben wächst die Einheit.“

dabei ist es genau umgekehrt.

wie?

in der bewegung der ökumene sind mehrere hundert kirchen zugange. mehrere hundert. man überlege sich das! 349 kirchen aus mehr als 120 ländern sind offiziell im ökumenischen rat der kirchen

das zeigt die spaltung und abspaltung und durchabspaltung der kirche. dabei nur der kirche, die an den christlichen gott glaubt.

eben – was hat das mit „glauben“ zu tun? welcher gott soll das gut finden? diese getue? diese ständige: wir haben aber mehr recht! – wer soll das mögen?

eben der gott, der mit den menschen spielt. neben tod und krankheit und verbrechen und krieg hat dieser gott als nebenspiel noch die idee: ich schaue mir jetzt die gläubigen an, wie die sich streiten und sich aufsplittern … und dann nie mehr abendmahl zusammen feiern, weil alles um die theorie des wahren glaubens doch so wichtig ist.

glaubst du das?

nein, aber wenn die menschen den glauben nicht machen, sondern der glaube von gott kommt, dann kommt ja auch das chaos der kirchen von gott … und dann muss man wissen, warum.

das christentum ist doch ein witz.

ja, aber dieser „witz“ beschäftigt über 2000 jahre die menschheit, und dafür strömen tausende in die stadien und auf die wiesen, z.b. für diesen papst jetzt in deutschland.

aber in die fußballstadien strömen auch die menschen, und das samstag für samstag, und nicht alle jubeljahre, wenn mal ein papst den deutschen boden betritt.

und dann so ein enttäuschender! man darf kein abendmahl zusammen feiern, sagt er. was soll das? wer kann das verstehen? was für ein murks dieses „theologische“ doch ist.

ich denke, der kern sind die arbeitsplätze. die kirchenrechtler, die pastoren, die professoren, die bischöfe … die leben alle ganz gut dadurch. man muss sich dann schön abgrenzen, damit alle diese männer auch schön zu tun haben. durch die spaltung der kirchen gibt es mehr jobs, als wenn diese alle einig wären.

gott schafft arbeit und arbeitsplätze!

und deshalb wollen wir feiern, mit speis und trank.

aber bitte nicht zusammen mit jemand anderem. du versündigst dich sonst.

mein abendmahl gehört mir allein. – nein, uns beiden, klau|s|ens.

und die ökumene ist dazu unser abendliches gesellschaftsspiel, zweitklausens. ich liebe die ökumene.

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