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Mit Anke Engelke beim Preview von „Ladykracher“

klau|s|ens, sie kam?

anke engelke kam und wir kamen auch.

was meint „preview“?

wir sehen das, was andere erst später sehen. ich glaube erst ab 18.2.2011.

was ist der sinn?

reaktionen.

eure reaktionen?

unsere, zweitklausens, du warst auch dabei. und eben die anderen im kölner filmhaus.

sie zeichnen alles auf?

ob es kameras gab, weiß ich nicht. aber mikrofone. darauf wurden wir auch hingewiesen. man konnte sie ja auch sehen.

du meinst, dass genau dein lachen dann dann genau bei jener oder solcher folge zu hören ist?

das könnte sein. vielleicht haben sie von der (mir immer grauslichen) amerikanischen philosophie des konservenlachens abstand genommen und wollen reales lachen. ich werde darauf achten. im februar, wenn die folgen im fernsehen kommen.

und anke engelke?

anke kam und sprach zu uns. mehrfach. denn wir sahen 3 folgen und zusatzmaterial. da gab es auch zwischendrin kleine pausen. die mussten gefüllt werden. mit anke. der magnetin.

sie zieht die leute an – was solltet ihr tun?

wir sollten schon irgendwie „lebendig“ sein. für die mikros. das konnte man ihren worten entnehmen, aber alles wurde charmant in spaß und witz und auflösung des zuvor gesagten gepackt, dass man nicht böse wurde. (motto in etwa: „wenn ihr nicht ordentlich klatscht und lacht, werden die mitarbeiter entlassen.“)

wie ist anke?

sie wirkt kleiner und zerbrechlicher, als man sie aus dem fernsehen wahrhaben will. und: sie muss immer lustig sein. es ist die krankheit der „comedyaner“. sie haben in der öffentlichkeit so zu gelten, wie die erwartungen, die sie stets durch ihre spots und gags hervorrufen.

pastewka machte das zu einem thema in seiner comedy „pastewka“. die gedachte wahrheit hinter der vermeintlichen des „wahren“ lebens des „wahren“ comedians. – oder war es umgekehrt? jedenfalls alles klug beobachtet.

comedy kann sehr viel leisten. diese gags von „ladykracher“ sind auch oft sehr weise beobachtet. und klug geschrieben. ich sehe viele szenen gern, weil anke engelke sie auch so vorzüglich zu spielen weiß. die einblicke in bestimmte familien und milieus sind wundervoll. da gehen gagschreiber/-innen und anke engelke wunderbare harmonien ein. es ist fast eine art dokumentarfilm: obwohl man lachen muss, wird die wirklichkeit sehr präzise wiedergegeben. die milieus eben. wohnungen und familien, von denen man weiß, in die man aber nie hineinschauen darf. bei anke darf man vieles sehen und erleben … und doch auch lachen oder lächeln oder schmunzeln.

musstest du denn dauernd lachen?

nein, aber ich bin auch kein normaler gucker. aber das sagen wohl wiederum alle von sich. das team merkt aber doch, wenn alle im saal sehr ruhig sind, oder wenn die lacher kommen. manchmal ist das lachen vorbei, die szene könnte stoppen, aber der film geht weiter.

das machen sie öfter?

das scheint heute so üblich zu sein: der gag ist eigentlich vorbei, der lacher ist getan (oder auch der schmunzler), aber das filmchen zieht die sekunde noch einige sekunden länger. das ist so eine art ausklang. früher war das meiner meinung nach anders.

und wurde denn viel gelacht?

ich denke, ja. aber genau beurteilen kann ich es nicht. bei einem speziellen sketch blieb es eigentlich die ganze zeit sehr ruhig. das fiel so sehr auf, dass anke es auch besorgt ansprach.

und?

vielleicht nehmen sie den ja raus. es war ja ein „preview“, was wir ableisteten.

schön, dass du der firma „brainpool“, die „ladykracher“ verantwortet, unentgeltlich hilfst.

wieso unentgeltlich? ich musste doch dafür bezahlen.

ach so.

und dann störte mich doch etwas.

was denn?

es gab immer hinweise auf fragen, die wir stellen dürften, und anmerkungen, die wir machen dürften. bald, später, irgendwann.

aber?

es wurde kein raum dafür gelassen.

nicht?

nein, nicht wirklich. es gab keine lücke und hernach auch kein gespräch, wo ernsthaft vorgesehen war, dass wir fragen stellen.

schade, sie tun als ob, dann aber doch nicht.

ich denke, sie wollen es nicht wirklich.

wieso?

wenn einmal das publikum redet, dann sagt dieses alles.

und?

das könnte bedeuten, dass man nachher den eindruck bekommt, dieses müsse da besser, jenes könne dort besser, manches noch hier.

und dann?

dann ist vielleicht das ganze team samt anke demotiviert. künstler sind ja sensibel.

und?

deshalb wollen sie im eigentlichen keine wortliche rückmeldung vom publikum haben, sie wollen nur die akustische via lachen, räuspern, klatschen, schreien, was immer.

dabei könnte doch das FEEDBACK des publikums so wichtig sein. das wörtsprachwortliche.

gewiss. das „wörtsprachwortliche“! sie könnten so verdammt viel lernen, wenn sie den mumm hätten, mal mehrere folgen richtig durchzudiskutieren, mal 120 minuten über drei/vier folgen von ladykracher diskutieren. das wäre toll!

aber sie machen es nicht.

vielleicht haben sie angst, weil die staffel ja noch zum senden kommen muss.

dann sollten sie es aber zumindest hernach tun, wenn die staffel gezeigt worden ist, wenn alles vorbei ist … dann sollten sie mal das publikum über alles diskutieren lassen.

du träumst von der totalen demokratie, für alles und jedes.

ich träume einfach nur von weisen fernsehmachern, die den puls auf die herzniere ihres publikums ausrichten.

schön gesagt: herzniere. noch etwas?

unsere LIVE-gedichte aus dem halbdunkel. es wurden 13 stück. immer wenn anke sprach. http://www.klausens.com/klausens-und-anke-engelke.htm

ORIGINALVERSION mit Fettdruck und allen Bildern
und allen Links bei KLAUSENS BLOGG (mit 2 G !!!)
KLAU|S|ENS – LOG – W E L T L I N G
http://klausens.blogg.de

HOMEPAGE VON KLAU|S|ENS: http://www.klausens.com

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