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Noch was zu HENKEL schreiben wollte KLAUSENS

du, klau|s|ens, was wolltest du uns noch zu HENKEL und der jahreshauptversammlung sagen?

zum einen hatten sie immer diese „winning culture“, die nun die „kommunikation“ bestimmt. unten kannst du zwei darstellungsvarianten als fotos aus dem geschäftsbericht 2008 sehen. (die rede von kasper rorsted ging natürlich auch um diese fast schon lächerliche parole der „winning culture“.)

na und? ist gewinnen denn so schlecht?

hier wird doch mit der doppeldeutigkeit gespielt: man sagt „winning“ … und um die kritiker zu beruhigen sagt man „culture“ – also nicht geld, nein, nein, alles ist ja ganz anders. kultur. hochgeistig. anspruchsvoll. werte !!!

das fiel dir auf.

sicher, wenn du dann aber in die „werte“ und gar „visionen“ schaust, die die firma sich gibt, dann ist der „shareholder value“ dabei natürlich vertreten.

VISIONEN UND WERTE

Realgedicht

Wir stellen Kunden in den Mittelpunkt

Wir entwickeln führende Marken und Technologien

Wir stehen für exzellente Qualität

Wir legen unseren Fokus auf Innovationen

Wir verstehen Veränderungen als Chance

Wir sind erfolgreich durch unsere Mitarbeiter

Wir orientieren uns am Shareholder Value

Wir wirtschaften nachhaltig und gesellschaftlich verantwortlich

Wir verfolgen eine aktive und offene Informationspolitik

Wir wahren die Tradition eines offenen Familienunternehmens

REALGEDICHT © Klau|s|ens ĦķΩ7 Klau’s’ens = Klausens =Klau(s)ens =Klau|s|ens Copyright Klau|s|ens in allen Schraibwaisen und Schreibweisen, u.a. als Klau/s/ens oder Klau=s=ens oder Klau$s$ens, LIVE „geschrieben“, am 20.4.2009, bei der Jahreshauptversammlung des Unternehmens HENKEL in Düsseldorf, Stadthalle, CCD. Der Text befindet sich im Geschäftsbericht für 2008, S. 147. Der Satz: „Henkel ist führend mit Marken und Technologien, die das Leben der Menschen besser, leichter und schöner machen.“ wurde hier für das Gedicht weggelassen, eine künstlerische Entscheidung. siehe auch: http://www.klausens.com/realgedichte.htm

so, das ist jetzt viel holz.

ich denke, dass die „visionen“ von henkel mehr als bescheiden sind, wie man aus obigem dokument erschließen kann.

na und? solche aufstellungen gehören heute zum guten ton. überall werden philosophien zusammengeschnitzt, mit denen man sich „positionieren“ kann.

philosophien? – ich merke nur an, was mir auffällt. – ach ja, noch etwas: dann war es in den hinweisen zur hauptversammlung sehr clever-demokratisch geregelt.

wie denn?

es hieß: „Aktionäre und Aktionärsvertreter, die den Verwaltungsvorschlägen zu TOP 1 bis 12 insgesamt zustimmen wollen, also insgesamt mit JA stimmen wollen, geben keine Stimmkarte ab.“

das ist wirklich eine geniale demokratie. jeder, der sich nicht aktiv beteiligt, sagt automatisch ja.

an solchen kleinigkeiten erkennt man den wahren geist eines unternehmens – und einer gesellschaft. und des kapitals.

was fiel dir noch auf?

das war das, was auch bei ARCANDOR der fall war: sie zeigen die jahreshauptversammlung im internet, aber nur den beginn.

wie das?

sie klinken sich aus dem LIVE-streaming aus, sobald der vorstandsvorsitzende gesprochen hat: „Die Eröffnung der Hauptversammlung durch den Versammlungsleiter sowie die Rede des Vorsitzenden des Vorstands werden zeitgleich im Internet übertragen; eine Übertragung anderer Teile der Hauptversammlung findet nicht statt.“

und die debatte?

die wird natürlich nicht gezeigt. sie machen auch keine stenograpischen protokolle.

das bedeutet?

jeder, der nicht persönlich vor ort ist, kann nicht mithören oder auch später mitlesen, was dort alles an kritik von den aktionären und aktionärsvertretern gesagt wurde. (oder du bittest deine beste freundin, die dann natürlich sekretärin ist und auch super steno kann, mit herbei. andere aufzeichnungsformen sind nämlich auch verboten, für die aktionäre in der versammlung.)

wie genial!

das besondere bei HENKEL ist, dass 2 x das wort „offen“ in dem pamphlet „visionen und werte“ auftaucht (siehe oben unser REALGEDICHT), und dass genau das für die hauptversammlung schon nicht zutrifft. denn da gilt die offenheit nur bis zum ende der rede des vorstandsvorsitzenden. es ist eine eingeschränkte offenheit oder gar eine „gelenkte öffentlichkeit“.

was sagt das?

… dass der kapitalismus viel erzählt, aber meistens ganz anders funktioniert. ein großunternehmen will macht ausüben … und diese auch schön behalten. auch als AG, die dann dem aktiengesetz unterworfen ist, ist es in vielen dingen kaum anders.

was sagt uns das?

die welt ist voller fallstricke … und oft ist man machtlos ausgeliefert.

und die schriftsteller?

… sind die wachsamen menschen, die von den idiotien der welt berichten, um so die zustände am ende gar noch weiter zu stabilisieren. denn solange schriftsteller noch darüber schreiben (dürfen), kann es so schlimm ja nicht sein.

also ganz im geist der WINNING CULTURE von HENKEL gedacht. du bist also schon mit deren geist infiziert. überaus wirkungsvoll, das ganze!

ORIGINALVERSION mit Fettdruck und allen Bildern
und allen Links bei KLAUSENS BLOGG (mit 2 G !!!)
KLAU|S|ENS – LOG – W E L T L I N G
http://klausens.blogg.de

HOMEPAGE VON KLAU|S|ENS: http://www.klausens.com

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