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Auf Friedrich Nowottny im Haus Schlesien trifft KLAUSENS

klau|s|ens, du warst im haus schlesien? bist du einer? ein schlesier?

zweitklausens, ich bin alles oder nichts, je nachdem, wie es gerade gebraucht wird.

was ist denn mit den schlesiern?

die pflegen ihre geschichte und ihre heimat und ihr brauchtum und ihre kultur … und bisweilen auch ihren verlust. (es gibt ja auch die bitteren und ewig empörten!)

ist schlesien denn verloren?

nein, das wohl nicht, aber das schlesien, welches teil des deutschen reiches war – das ist verloren. unwiederbringlich. und wahrscheinlich ist das gut so.

hört das nicht irgendwann auf? schlesien? ostpreußen? siebenbürgen?

solange es erinnerungen gibt, hört nichts auf. aber die lebenden zeitzeugen werden immer weniger.

und was wolltest du im haus schlesien?

ich wollte herrn nowottny sehen!

diesen intendanten vom WDR? früher auch: „bericht aus bonn“?

ja, früher – heute ist er schon 80 jahre oder so. ein pensionär erster klasse.

wie die leute älter werden!

genau das: jahr um jahr. plötzlich sind sie 80, wirken aber nicht so. – und nowottny ist qua geburt auch schlesier. (die reihe heißt „prominente schlesier im gespräch“.)

ach!

er kommt gebürtig aus hindenburg.

kenne ich nicht.

es heißt heute zabrze.

kenne ich auch nicht.

du willst schriftsteller sein? – aber gleiwitz kennst du!

zweiter weltkrieg und so. der sender da.

aha – und hindenburg = zabrze ist gar nicht weit von gleiwitz. in oberschlesien.

und da kommt friedrich nowottny her?

und er wurde dazu von dr. joachim sobotta befragt.

wer ist das denn?

den kennst du auch, weil der jahrzehntelang chefredakteur der rheinischen post war. und der ist auch schlesier.

so viele schlesier gibt es?

hinter jedem strauch könnte sich auch ein exil-schlesier verbergen. wer vermag es zu sagen?

ist nowottny denn revanchist?

genau nicht. das machte ihn sehr sympathisch. er sprach sich für versöhnung aus und betonte das grausame, welches beide seiten in der geschichte an den tag gelegt hätten. und er sprach auch manche dinge an, die jenseits einer romantisierung „der guten alten zeit“ liegen.

aber es gibt auch andere?

sicher, sicher: es gibt auch andere schlesier. an diesem abend ging es um die nominierung oder nicht-nomierung von erika steinbach (präsidentin des bundes der vertriebenen) für diesen stiftungsrat.

welche stiftung?

diese neue „stiftung gegen vertreibungen“, wo auch dieses leid aufgearbeitet werden soll. denn wahre menschenrechte machen vor nichts halt. jedes leid muss abgearbeitet und gestoppt werden. vertreibung ist auch ein leid.

du meinst die vertreibung der deutschen, z.b. aus schlesien?

ja, es war unrecht – aber zuvor lag das super-gau-unrecht der deutschen kriegstreiber und volksvernichter. das muss man immer dazu sagen.

und was ist mit der steinbach?

diese steinbach gilt nicht als milde, sie steht einer versöhnung wohl mehr im weg, als dass sie dieser nutzt. so hat sie 1991 im bundestag gegen die dauerhafte festlegung der oder-neisse-grenze als grenze zwischen deutschland und polen gestimmt.

und nun?

nun soll sie nicht in den stiftungsrat.

und?

darüber wurde im hause schlesien auch gesprochen. manche waren erregt.

westerwelle will sie nicht!

andere wollen sie auch nicht.

und nowottny?

er sollte immer von den anwesenden schlesiern „festgenagelt“ werden, wie er dazu stünde.

und wozu steht er?

nowottny äußert sich vorsichtig und diplomatisch. aber er scheint einen dezenten rückzug von frau steinbach für alle beteiligten am besten oder dienlichsten zu finden.

der bund der vertriebenen hatte die steinbach doch jetzt gar nicht vorgeschlagen. also: er hat an eben jenem dienstag, 17.11.2009, VORERST verzichtet, die steinbach zu nominieren. eine art denkpause also.

die warten erst mal ab. aber sie wollen steinbach gerne durchsetzen. es geht da um prinzipien.

und das alles spielte am dienstag eine rolle im haus schlesien?

mehrere beiträge befassten sich mit dem steinbach-fall.

und ansonsten?

ansonsten sprach nowottny voller erkenntnisreichtum, geistiger gewandtheit, dem von ihm bekannten humor … und auch voller klugheit. angenehm interessant.

hast du gedichtet, klau|s|ens?

zweitklausens, wir haben gedichtet, wie so oft. möge es der versöhnung zwischen polen und deutschen nutzen.

also du auch! ein versöhnler! du hast es ja leicht: ohne polnische vorfahren!

aber ich kenne doch einige, selbst freunde von mir haben da ihre urherkunft. ich kenne nun auch den friedrich nowottny. und schimanski-filme habe ich auch schon mal im fernsehen gesehen. reicht das nicht? vielleicht sogar für einen sitz im stiftungsrat?

wir sollten mal anfragen!

http://www.klausens.com/klausens-und-friedrich-nowottny.htm

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und allen Links bei KLAUSENS BLOGG (mit 2 G !!!)
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