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klau|s|ens sieht die neue, sehr hässliche und schon besprühte lärmschutzwand auf der A 59 / B 42 bei bonn-beuel – www.klausens.com

klau|s|ens, sie bauen nun die neue schallschutzwand oder lärmschutzwand … oder wie diese dinger heißen.

die alte war unter den hässlichsten eine der schönsten, wenn ich es so sagen darf.

du hast doch noch ein SERIELLO gemacht, von der alten.

ja, aber da war schon überall das grün weg, was diese alte vorher überwuchert und durchwuchert hatte. deshalb war ja die alte einer der schönsten unter den hässlichsten: da war noch restnatur eingeplant als alles überwuchernde. immerhin!

autobahnen sind sowieso hässlich.

und diese lärmschutzwände erst recht.

aber jetzt machen sie alles extra hässlich.

ja, das tun sie. die neue lärmschutzwand hat das aggressive blau eines schwimmbades und wunderschön eingefärbte teile, die für sprüher und sprayer aller welt eine aufmunterung darstellen.

diese teile sagen: a) wir sind schon sehr hässlich b) kommt und macht uns noch hässlicher.

und so geschieht es: die autobahn A 59, die dann in die B 42 übergeht, und die viele menschen dann via rheinbrücke ins alte regierungsviertel bonns führt, zum beispiel zur DEUTSCHEN POST samt TOWER, diese autobahn ist nun richtig hässlich geworden.

wahnsinn!

diese autobahn ist auch das einfallstor ins „wunderschöne“ siebengebirge.

wahnsinn!

sie machen alles schlimmer und hässlicher, als es vorher schon war.

sie nehmen besonders hässliche neue lärmschutzwände und bekommen binnen weniger tage die erwartbaren hässlichen besprühungen.

nun haben wir die vision von new york auch schon im siebengebirge.

auch das siebengebirge soll aussehen wie new york.

die ganze welt soll hässlich und dann auch besprüht aussehen.

das ist die vision der menschheit.

das ist die vision der aufgeklärten europäer.

gebt uns autobahnen und wir geben euch lärmschallschutzwände.

und in aller hässlichkeit erwecken wir das jauchzen über die schönheit des siebengebirges …

bzw. über das, was noch davon übrigbleibt.

das nächste baugebiet, das nächste bauerschließungsgebiet ist gewiss.

überall scharren stadträte mit den hufen der baufahrzeuge, um zu bauen und zu bauen und zu bauen und zu bauen.

wir wollen wachstum und wachstum.

und alle menschen, die an diesen planungen beteiligt sind, sollen befördert werden.

besonders die, aktuell, die diese neuen lärmschutzwände ausdachten … und auch die, die es ermöglichten, dass diese aufgebaut wurden.

sie müssen allesamt befördert werden, weil nur die uns die idee „der schönen welt“ plastisch erfahrbar machen.

ja, erfahrbar. weil es autobahn ist. – erfahrbar!

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Schnell mal Graffiti fotografiert KLAUSENS in Oberdollendorf bzw. Niederdollendorf

klau|s|ens, du bist nach dem unsrigen gestrigen beitrag über sprayen/sprühen und die tattoos nun rausgegangen, um noch feldforschung zu betreiben?

nein, nein, ich habe einfach beim laufen fotografiert, also: by the way.

wo?

in oberdollendorf bzw. niederdollendorf, wenn man die petersbergstraße nimmt, die dann unter der bahn durchführt, eine mini-unterführung, nah einer schule … da findet man solche graffiti, was wiederum der plural von graffito ist.

was hilft uns das?

es ist ein weiterer blick auf die welt.

welche welt?

eine welt, die voller sinnloser zeichen ist, voller kleiner eruptionen, die nichts und alles sagen.

was sagst du?

ich?

was sagst du zu alledem?

ich denke, dass der mensch in seiner begrenztheit, die er sich (neben der natur) nun selber mehr und mehr erschafft, durch alles das tun und machen, immer mehr druck erzeugt, der dann u.a. durch viele kleine und große schmierereien abgelassen und entladen werden soll.

klappt das?

ich denke: nein. man hat ja den eindruck, dass die sinnlose gewalt auch weiter zunimmt. die entfremdung insgesamt, das unglück, das leiden.

ist es so schlimm?

nein, alles hat ja einen relativen rahmen. aber die graffiti und die tattoos in ihrer derzeitigen inflation zeigen uns doch, dass wir weit von der idylle der heimatfilme der 50er und frühen 60er jahre entfernt sind.

heimatfilme? – meinst du eigentlich, dass bergsteiger nun alle tätowiert sind?

ich weiß es nicht. aber die frage ist berechtigt.

und am mount everest? K2? nanga parbat? ob sie da schon was gesprüht haben? gegen den nackten fels? als aufschrei? als jammern? als abreaktion?

ich weiß es nicht. aber da die ganze welt erschlossen ist, muss sie nun auch weiter verdreckt und beschmiert und beuriniert werden. der mensch selber auch, wofür er dann seine haut hat. aber wichtig ist: zumachen, verkleistern, bekritzeln, irgendetwas machen und sich selber noch vorgaukeln, man sei wenigstens kreativ.

findest du dich selber denn kreativ?

ich weiß es nicht.

nie weißt du etwas.

du denn?

aber gewiss: ich werde jetzt gegen den computermonitor urinieren. ich möchte an dieser massenbewegung des alles bekotens anteil haben.

bekoten durch urin?

eigentlich zitiere ich damit nur unser eigenes kunstwerk.

welches denn? wir haben schon so vieles getan und gemacht … und auch unterlassen, dass ich es nicht mehr weiß.

na, das war doch das urindirektpainting: http.//www.klausens.com/urin_direkt_painting.htm – so viel besser als diese anderen menschen sind wir zwei ja auch nicht.

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