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Kunst bei und zu der Ausstellung „fully booked“ in Bonn macht KLAUSENS

klau|s|ens, du machst kunst in der kunst?

ich mache kunst mit der kunst oder aus der kunst.

inwiefern?

man ist in einer ausstellung namens „fully booked“, denkt dieses und jenes, wird inspiriert, macht dann auch fotos … und so geht es weiter. so wird aus der kunst dann neue kunst.

wie deine fotocollage beweist.

unter anderem. so funktioniert die welt: einflüsse werden aufgenommen, verarbeitet, neu zusammengesetzt … und dann entsteht wieder etwas … und wieder etwas … und dann suhlen wir uns in der kreativität der welt.

mehr noch?

mir erschuf sich auch ein gedicht, als ich dorten war, in jener ausstellung.

welches?

ERKLÄRUNGSMUSTER DER LILIEN ALS FENSTERBEAMIERUNG

Die Zeit kommt
Aus dem Jenseits
Ins Nichts des
Konkreten eines
Selbstreferentiellen
Textes vom Stehen
Der Verkunst

Copyright Klau|s|ens in allen Schraibwaisen und Schreibweisen, u.a. als Klausens oder Klau(s)ens oder Klau!s!ens, am 10.2.2010, Mittwoch, gegen 16:19 Uhr, in der Ausstellung „Fully Booked“ im (ehemaligen) „Hotel Beethoven“ in Bonn. Dabei sich auf das Kunstwerk „Die Lilien“ von Andreas Lorenschat beziehend beziehungsweise auf die Texte, die zur Erläuterung des Kunstwerkes zu lesen waren.

du spielst also in deinem LIVE-gedicht vor ort mit den begriffen, die zu und an und bei der kunst und den kunstwerken immer wieder hin- und herjongliert werden, aber oft gar nichts sagen. bisweilen sagt die kunst nichts, und der text versucht das nichtssagende dann noch in eine sprache des vermeintlichen „sagens“ als versagen zu schrauben.

wie recht du hast! die kunst ist eine sache für sich. aber die verschriftlichung durch kuratoren und kunstkritiker und journalisten, bisweilen auch die künstler selbst, ist oft eine ewig sich wiederkehrende satire. die satire als besen. ewig wiederkehrend. daraus ergibt sich spontan folgendes gedicht:

GEDICHT VON DER SATIRE ALS BESEN

Ewig
Wieder
Kehrend

Copyright Klau|s|ens in allen Schraibwaisen und Schreibweisen, u.a. als Klau“s“ens oder Klau§s§ens oder Klau-s-ens, am 13.2.2010, Samstag, 11:25 Uhr, LIVE, in Königswinter-Oberdollendorf geschrieben.

oft kann man diese sprache nicht mehr hören. ich kann dir jedes ding als kunstwerk verkaufen, indem ich hernach mit einer sprache des scheins eben diesem „kunstwerk“ sinn verleihe, zum schein! und das ist oft unerträglich – zumal, wenn man unmittelbar sieht, was da „fabriziert“ wurde. die texte verschachteln dann phrasen und hohle wendungen … und der anseher und leser soll sich täuschen lassen, eingedünkelt vom dünkel des dünkelwesens.

hast du denn noch etwas? zur sprache? fiel dir noch was ein?

ja, auf diese weise, dass man sich mit der banalität der sprache und mancher kunst befasst, kommt man auch wieder auf neue entdeckungen.

beispiel?

BANAL
APFAL

was soll das sein?

die steigerung von „banal“ wäre vielleicht „apfal“.

und das bedeutet?

es gäbe eine banale kunst und eine apfale kunst.

und das bedeutet wiederum?

dieses:
ENTEHRT
ENTTEERT

wieso?

weil das eine nicht das andere ist, aber doch verdammt ähnlich klingt, je nachdem wie man es spricht.

und das wurde dann zusammengebracht?

oh ja:

SPRACHENTDECKUNGEN

banal
apfal

entehrt
entteert

lasso
las so!

Copyright Klau|s|ens in allen Schraibwaisen und Schreibweisen, u.a. als Klau&s&ens oder Klau*s*ens oder Klau?s?ens, geschrieben am 10.2.2010, Mittwoch, gegen 16:10 in der Ausstellung „Fully Booked“ im ehemaligen Hotel Beethoven zu Bonn am Rhein. Und am 13.2.2010 in Königswinter-Oberdollendorf, gegen 11:37.

kann man denn etwas „entteeren“, also ein ding seines teeres berauben?

du bist zu wenig poetisch, du bist zu sehr praktisch, zweitklausens. das macht das leben mit dir bisweilen unerträglich.

soll das letzte denn ein gedicht sein?

es kommt auf die definition an. ich mache dir aus allem ein gedicht, und schreibe dir auch die erläuternden texte dazu … wenn du mich nur lässt.

siehe auch: http://www.klausens.com/kunstgedichte.htm

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Bei „fully booked“ im HOTEL BEETHOVEN ist KLAUSENS beteiligt

klau|s|ens, eine mutige ausstellung in bonn?

ja, das muss man sagen. so etwas hätte man nicht in bonn vermutet, sondern eher in berlin und hamburg.

was ist der hintersinn?

ein hotel, welches abgerissen wird, direkt an der bonner oper, direkt am rhein. es hieß mal „hotel beethoven“. und eigentlich heißt es auch jetzt noch so.

ein hässliches hotel?

ja, das würde ich so sagen wollen, ein schneller bau der nachkriegsaera, obwohl er herrliche blicke auf den rhein bietet. in einem gebäude drin (nach draußen) ist ja manche sicht herrlicher, als wenn man es von außen (und innen) sieht.

und das hotel steht nun leer und durfte nun von künstlern und künstlerinnen (vor dem abriss) „bespielt“ werden?

so kann man es sagen. das ist diese ewige sprache: dann gibt es nämlich „arbeiten“ und „auseinandersetzungen“ und „positionen“ der kunst.

wie fandest du diese?

ich war dann doch von einigen vielen „arbeiten“ enttäuscht, weil mir hier der grad der idee und der durchwirkung (auch bezogen auf die zimmer eines hotels) doch sehr bescheiden schien. ein paar dinge wussten mich aber zu überzeugen und gedanklich in rotation zu bringen. andere arbeiten blieben hingegen erschreckend blass und ausdruckslos. kunst kopiert sich ja oft. das sind dann die ideen, die man von da und dort schon kennt, nur anders „aufgebrüht“, wenn ich die idee vom kaffee oder tee mal für kunst übernehmen kann. es geht um die kraft der kunst. und es geht darum, welche „arbeiten“ diese kraft besitzen.

das willst du uns hier aber nicht erzählen?

nein, ich möchte nicht auf wenigen künstlern und künstlerinnen herumtrampeln. wozu auch? ich bin ja kein kunstkritiker. und selbst diese müssen sich wohl überlegen, wie sie dingen begegnen, die sie nicht unbedingt überzeugen.

warst du deshalb unzufrieden? weil es manches weniger gute gab? manches zu einfache und zu wenig durchdachte?

nein, nein, ich finde es sehr gut, dass christine rühmann und sjaak beemsterboer so etwas begonnen, versucht und „auf die beine“ gestellt haben. sie haben das zum prinzip erhoben. MOVING LOCATIONS:

ML MOVING LOCATIONS e.V. ist eine Initiative von
Christine Rühmann und Sjaak Beemsterboer

Zielsetzung von ML MOVING LOCATIONS e.V. ist es, insbesondere Positionen der Bildenden und Darstellenden Kunst der Gegenwart an wechselnden Orten und unter wechselnden Fragestellungen einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen.

ML MOVING LOCATIONS e.V. ist eine auf Zeit eingerichtete Plattform für Experimente. Sie soll dem kreativen Austausch von Künstlern verschiedener Disziplinen und der Umsetzung ungewöhnlicher Ideen dienen. Deshalb gehören das Interdisziplinäre und das Temporäre zu ihren zentralen Elementen.

ML MOVING LOCATIONS e.V. arbeitet immer standortbezogen. Quantität und Qualität der Gebäude und Räume bestimmen das jeweilige Projekt. Der Bezug zu einem konkreten Ort, der nur für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung steht, wird zum zentralen Thema der beteiligten Künstler.

hier nun in bonn, weil das gebäude sich anbot. also: den machern und macherinnen des ausstellungsprojektes gebührt alles lob. lies doch selbst deren text:

FULLY BOOKED: 50 Positionen zum Wandel des Raums

Ehemaliges Beethoven Hotel Bonn wird vom
14.11.2009 bis 28.2.2010 zur Kunsthalle

BONN.

Das Paradies besteht aus sich bewegenden Kartons auf denen Zeichnungen von Objekten befestigt sind:
„It’s Paradiese here“ heißt die Installation des Israeli Nir Alon, er ist einer der über 50 Künstler, die im Rahmen der Ausstellung ab dem 14. November in das ehemalige Bonner Hotel Beethoven ziehen,
um die Gästezimmer ein letztes Mal vor dem Abriss zu beleben.

„Das Hotel Beethoven ist ideales Experimentierfeld und Spielwiese, eine einmalige, vielleicht auch letztmalige Zeitkapsel, in der wir den Zeitenwechsel thematisieren können“, sagen Christine Rühmann und Sjaak Beemsterboer, die Kuratoren – zwei Künstler, die die Ausstellung initiiert haben. „Seit der Wiedervereinigung Deutschlands vor zwanzig Jahren hat sich die Stadt Bonn nicht nur in ihrer politischen Bedeutsamkeit verändert, sondern auch in ihrem Aussehen.

Das Projekt HB – HOTEL BEETHOVEN thematisiert diese Veränderung mit Blicken zurück und in die Zukunft.“

Letztmalig werden für die Ausstellung FULLY BOOKED alle 59 Zimmer des ehemaligen Hotels und die Pächterwohnung in der vierten Etage ausgebucht sein: Eingeladen wurden Künstler aller Sparten, die sich insbesondere mit dem Thema „Raum“ auseinandersetzen. Das Spektrum der Positionen reicht dabei von Wandmalerei, Fotografie, Licht- und Videokunst bis hin zu raumfüllenden Objektinstallationen.

Um die letzten Wochen des Hotel Beethoven zu feiern, wird der gesamte Gebäudekomplexes bespielt: Bereits seit August bis zum Abriss des Gebäudes finden u.a. in der ehemaligen Hotelbar und der Küche des Hotels jeweils von Donnerstag bis Samstag, Tanz-, Theater- und Filmveranstaltungen statt.

und du bist nun auch teil der ausstellung?

gewiss, ja, ja: ich musste. nachdem ich einiges als doch eher sehr mäßig intelligente oder mäßig ästhetische kunst erkennen sollte, wollte ich dann auch selber teil der ausstellung werden, um der sache noch etwas restwürze zu geben.

und?

sieh doch selbst!

ich sehe: „KUNST“.

ha, ha, ho, ho: man weiß es nicht. ist KUNST das kunstwerk oder ist die signatur das kunstwerk, welches durch das wort „KUNST“ zur „KUNST“ wird? was ist die KUNST und was die signatur? man bleibt in einem ständigen zweifel.

das ist ja eine wundervolle, herrliche und sehr weitgreifende KUNST. sie knüpft an das vorbeigleitende des hotellebens an. an das vergängliche.

außerdem greift sie (diese KUNST) in die idee des nun leerstehenden hotels ein, welches durch den normalen „vandalismus“ sich dann (auch hinsichtlich seiner tapeten) … der kunst der „schmierer“ nicht entziehen kann.

alles das steckt in deinem kunstwerk? der künstler als vandale? – toll.

ja, alles das. es ist klein und dezent, aber voller sprengkraft. und ich habe dieses kunstwerk gänzlich kostenlos dieser ausstellung „fully booked“ beigefügt.

was soll man dazu sagen?

du kannst schweigen und starren und lachen und harren.

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