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klau|s|ens versteht nicht diese allgegenwärtigen superveranstaltungen mit 100 spielorten in 1 nacht – www.klausens.com

klau|s|ens, überall ist das nun.

was?

dieses zu viel vom guten. du sollst an einem tag … noch lieber in einer nacht … 70 oder 80 oder 90 oder 100 oder noch mehr orte aufsuchen.

wann denn?

bei der theaternacht oder bei der museumsnacht oder bei der clubnacht.

aber ich kann mich doch nicht vierteilen. bzw. hundertteilen!

so aber sind die events dieser zeit: in jeder stadt hecheln nun alle hinterher. man will den supervent, wo an besonders vielen orten alles zugleich stattfindet, aber niemand wirklich etwas mitbekommt.

jetzt hörte ich vom ruhrgebiet und dieser „extraschicht“. 28. juni.

>>Die Nacht der Industriekultur

Wenn mehr als 50 Spielorte und 500 Events zusammen im Zeichen ganz großer Unterhaltung antreten, wenn ca. 190 Shuttlebusse rund 37.000 Buskilometer in einer Nacht zurücklegen, wenn ehemalige Industrieanlagen, neue Kreativstandorte, zukünftige Abwasserkanäle und Straßenbahnen zu Bühnen werden, wenn Streetart-Gruppen, Symphoniker und Improvisationstheater auf dem Programm stehen, wenn zu Aquaphonie, Kopfhörer-Party, Feuershows und Klaviermarathon eingeladen wird und regionale Kulturinstitutionen mit nur einem Ticket erlebt werden können, dann bedeutet das: Es ist ExtraSchicht!

ExtraSchichtler erleben eine Metropole in Bewegung und reisen von 18 bis 2 Uhr früh mit Shuttlebus oder Straßenbahn, per Kanalschiff, Fahrrad oder zu Fuß von Spielort zu Spielort. Mehr als 200.000 Besucher erleben ein einzigartiges Sommer- und Kulturfest – und damit die ganze Vielseitigkeit der Metropole Ruhr.

Lassen Sie sich von der außergewöhnlichen Atmosphäre dieser Nacht faszinieren und gehen Sie am 28. Juni 2014 auf Entdeckungsreise durch das Ruhrgebiet!<<

es ist dasselbe in grün oder rost. man wird zugehämmert mit superevents, die noch mehr super sind als alle anderen. und an möglichst vielen spielstätten soll alles und jenes zugleich sein. niemand soll hinsehen oder zuhören. hauptsache: alles in bewegung, und jeder wird erwähnt.

wo sollen wir mit unserem kopf und all der aufmerksamkeit denn hin? wohin wenden? was alles tun? in einer nacht? wie etwas verarbeiten?

es gibt nichts anstrengenderes als das leben in der freizeit eines bundesdeutschen menschen in den jahren nach 2000.

ich schlage einen neuen event vor: „1000 filme in einer minute“. na, wie findest du?

ein großartiger vorschlag, ja, ja. problem ist nur: du wirst in einer minute nicht mal einen einzigen film sehen können. geschweige denn 1000!

die events sind nicht für die rezipienten dar, sondern für die stadtwerbung und das regionsmarketing. da ist egal, wie es nachher de facto ist. wichtiger ist, wie es zuvor klingt. 1000 klingt toll! toller als 100 oder 50!

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klau|s|ens stößt überall auf hype-wörter wie zum beispiel „inklusion“ – www.klausens.com

klau|s|ens, es ist eine überschwemmung.

man weiß nicht, wie einem geschieht: plötzlich ist da ein wort und dann ist es überall.

man kann dem wort nicht mehr entrinnen.

nein, man benutzt es irgendwann selber.

aus welchem grund?

es geschieht unbewusst. man ist so mit dem wort zugetrommelt worden, dass man meint, man müsse es 1 x am tag selber aussprechen.

dann erst ist man teil der gesellschaft!

nur dann! wenn du „inklusion“ nicht kennst und nicht benutzt, dann hast du dich aus dieser gesllschaft ausgeschlossen.

das wort wandert dann in private e-mails und private gespräche, bei mancher party wird damit jongliert.

es ist ein prozess, dem man sich nicht entziehen kann – es sei denn, man lebte wie ein eremit im wald. (eigentlich ist es wie eine gehirnwäsche, aber es gibt keinen echten täter.)

selbst da könnte einer, das wort singend, vorbeimarschieren.

jetzt weiß man, wie es der DUDEN-redaktion ergeht.

die muss alle paar jahre aus den behämmerungen der gesellschaft dann die worte herbeizaubern, die in den DUDEN neu aufgenommen werden.

ich hoffe mal, dass „inklusion“ im neuen DUDEN dabei ist. denn an diesem wort kommt man ja nicht vorbei.

mir ist es auch so ergangen bei „couchsurfing“, auch dieses wort ist derzeit omnipotent.

man schämt sich, wenn man noch nie auf einer fremden couch in einem fremden land geschlafen hat.

man gehört dann nicht mehr zu einer massenbewegung bzw. einer anscheinenden massenbewegung dazu.

man muss „inklusion“ aktiv betreiben und „couchsurfing“ aktiv begehen. (früher war es die „mülltrennung“.)

da fällt mir noch etwas ein. ein wort, dass sich langsam zu einem hype aufbaut.

welches?

„regenbogenfamilie“.

ich kannte immer „patchworkfamilie“.

ja, jetzt aber ist es die regenbogenfamilie … wie du siehst. die ist ganz neu, ganz en vogue … und deshalb solltest auch du sie nennen, schreiben, singen: die regenbogenfamilie.

wie diese dinge einen einnehmen.

man lebt nur munter vor sich hin … aber an diesen worten kommt man einfach nicht vorbei.

an den themen denn? schafft man es, den themen zu entkommen?

klausens-k-werk-sprache-mauer-streifensteine-9-7-2013

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