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Mit immer weniger Erkenntnissen zum Schrecken in Norwegen bleibt KLAUSENS

klau|s|ens, je mehr man erfährt, desto weniger weiß man.

der anwalt plädiert auf geisteskranheit bei jenem attentäter. es scheint seiner überzeugung nach den ersten gesprächen mit dem mann zu entsprechen.

zugleich aber wissen alle, dass der wahnsinn eines einzeln dennoch mit der gesamtheit des ganzen in verbindung steht.

einer tut das, was in der luft des ganzen liegt. amokläufer und attentäter reagieren vielleicht sehr stark auf schwingungen. aber erklärt wird damit dann eigentlich doch nichts.

man redet jetzt über seine vernetzung im internet und über politische neonazistische plattformen im internet.

gewiss, aber bei den aufständen in den arabischen ländern hat man das internet dafür gelobt, dass es freiheit und demokratie nach vorne gebracht hat. das internet wird aber genauso von kräften der unfreiheit und der diktatur gebraucht werden können. man darf sich keine scheinwelten zimmern.

das böse lauert überall.

„das böse“ ist eine so perfide vereinfachung, dass ich diese nicht mitmachen kann. der wahn wohnt in vielen menschen. auch unbescholtene bürger ticken bisweilen aus und bringen ihre schwester um. es gibt allerlei unerklärliche dinge auf der welt.

die welt ist ein überaus komplexes system, die welt der menschen erst recht.

das macht alles so verdammt schwer. man braucht umgangsfomen, die es allen ermöglich zu leben. das zeichnet eine kultur aus, wenn sie das schafft.

und?

wir in europa scheinen es nicht (mehr?) zu schaffen. denn immer wieder schwappt die soße von gewalt und hass in unsere gesellschaften. beteiligt sind wir letztlich alle.

auch wenn wir nicht fanatisch und rechts und gemein und ausländerfeindlich denken?

man muss es fast befürchten. ja. – man muss befürchten, dass wir alle dazu beitragen, dass es dann diese verformungen bei einzelnen menschen gibt, die dann zu solchem schrecken für alle führen.

menschen sprengen sich ja heutzutage allzuoft selber gleich mit in die luft, um andere dann dabei massenhaft zu töten. der „selbstmordattentäter“ ist fast schon gängig geworden, wenn man die nachrichten verfolgt.

es findet eine entwertung der idee von „leben“ und „am leben sein“ statt. als hätte diese grundkonstante des menschseins jede berechtigung verloren. so hebt sich der mensch dann als mensch selber auf. er hält sich sogar selber für so unwichtig, dass er „draufgehen“ kann.

aber der mann aus norwegen ist nicht „draufgegangen“.

er hatte es aber offenbar eingeplant und einkalkuliert.

er hat aber überlebt.

damit hat er ja eine vorlage an alle terroristen aller lager gegeben: seht, man kann so grausam sein … und dennoch selber überleben.

er gibt so auch radikal-muslimischen attentätern nachhilfe-unterricht in der bestmöglichen form von hinterhältigen anschlägen.

das ist ja das, was wir schon ansprachen: der mann meint, jenes zu bekämpfen, und befördert genau dieses. seine totale unlogik  hat noch ganz viele seltsame zusatzunlogiken in sich. man kann  dieses hirn nicht erfassen, man kann es schon gar nicht kapieren.

aber er ist teil unserer gesellschaft.

ja, aus unserem schoße kommt auch das so grausame ständig neu hervor. auch das ist ein teil vom wesen des menschseins: grausam, widerwärtig, abscheulich, unerklärlich.

deshalb sagen ja terroristen aller farben und dogmen: dann können wir diesen typus menschen ja auslöschen. durch attentate. wenn er so ein komisches wesen ist!

es scheint so. leider, leider. und es wird ewig so weitergehen. ewig.

das sind keine guten aussichten.

aber irgendein gott, an den wir selber nicht glauben, scheint es ja unbedingt zu wollen, dass die welt so bescheuert ist.

vielleicht mag dieser gott einfach nur manche symbole der attentäter. und er möchte diese immer wieder mal sehen, so wie in diesen tagen das tempelritterkreuz, welches der attentäter von norwegen mit seinem tun „besetzte“. es war ja auf blatt eins seines kruden manifestes.

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Mit ein paar Gedanken zum Schrecken in Norwegen äußert sich KLAUSENS

klau|s|ens, was für ein schrecken!

man kann es sich nicht ausmalen, wie hunderte (auch noch sehr junge) menschen um ihr leben laufen und laufen und laufen – und eine stunde lang schießt ein mann alles tot, was ihm unter die waffen kommt. unvorstellbar! aber offenbar passiert!

das geht über einiges hinaus, was man sich sonst so vorstellen muss, wenn man die verbrechensmeldungen der welt liest.

dieser mann will „unsterblich“ werden, indem er so viele andere dahinmordet. es sind immer diese expliziten widersprüche in allem „denken“ solcher leute.

da ist dann die idee der „rettung“ der welt. überall gibt es menschen, die die welt retten wollen.

dann ist es auch seltsam, dass wieder mal das wort „marxismus“ als wort des schreckens auftaucht. der marxismus als angstwort ist in den letzten jahren kaum noch in der öffentlichkeit zu vernehmen gewesen, weil er sich aus den regierungen der welt eher verabschiedet hatte. nun wird der marxismus wieder mal den armen sozialdemokraten zugeordnet.

zugleich ist es seltsam, dass jemand so offen ausländerfeindlich ist, aber den anschlag nicht dezidiert auf eine ausländische gruppe ausübt, sondern offenbar auf eine breit gestreute, breit gemischte gruppe. junge sozialdemokraten.

dann geht es ihm auch darum zu zeigen, was ein mann oder ein mensch „schaffen“ kann. eine ganze regierung mit bomben fast aushebeln und dann noch ein zweites attentat in nahkämpfermanier.  das ist schon unglaublich! ein mann alleine!

damit gibt er eine steilvorlage für alle terroristen dieser welt.

eben: egal, welche fanatiker es geben mag, sie könnten sich alle unter dem „bund der fanatiker“ zusammenschließen, wobei dann christliche oder muslimische oder andere fundamentalisten gedanklich nur noch eine gruppe sind. alle bekämpfen sich angeblich in ihren gedankengebäuden, sind aber letztlich teil EINER gruppierung. (das aber ist ihnen natürlich nicht klar.) auch muslimische attentäter werden von dem norweger „lernen“. es wird alles immer schlimmer und schlimmer. die religion heißt eigentlich bei allen „terror und schrecken und (ohn)macht“.

sie sind dann immer auch extreme fundamentalisten. sie meinen, dieses oder jenes zu schützen, schützen zu müssen, vor jeweils anderen ideologien oder religionen …

… aber sie stehen letztlich gemeinsam unter einem großschirm des wahnsinns, der ihr vermeintlich „weltverbesserndes“ oder sollte man sagen „weltverbesserisches“ tun begleitet.

anders behring breivik, der täter, will bewundert werden und als retter gelten. als retter und ritter. als tempelritter.

auch das ist dann wieder typisch: alles, was in der geschichte war, wird wieder aufgegriffen. immer wieder werden mythen und figuren der geschichte neu beseelt, weil sie den eigenen phantasien dienlich sind. so lebt alles weiter. (das grab von rudolf hess lebte ja auch als real besuchte „idee“ weiter, bis man es in diesen tagen auflöste und den leichnam verbrannte.)

er soll auch computerspiele wie „modern warfare“ gespielt haben, die ihm dann für seine grausige massenattacke zum übungsset wurden.

gewiss, die neuen medien (computer/internet) sind in diesen zusammenhängen die „innovation“ gegenüber den weltkämpfern früherer tage. computerspiele nutzen sie, neben den eher klassischen schusswaffen, oder auch das internet samt FACEBOOK und TWITTER. auch das alles instrumentalisieren sie, um den propagandaeffekt zu verstärken. dann hat er auch das unglaubliche 1500 seiten starke „manifest“ per mail verschickt. elektronisch.

und er hat geschafft, was er schaffen wollte.

auch das ist wahr. man redet über ihn und seine abscheuliche tat. aber: würde es besser werden, wenn man nicht darüber redete? oder schriebe?

wie meinst du?

muss man nicht immer über den humus reden, auf dem solche taten gedeihen?

was wäre der humus?

diese starke rechtspopulistische verschiebung, die wir in fast allen ländern europas beobachten können. die angst vor dem fremdem. die angst vor dem multikulturalimsus. daraus resultierend hassparolen der schlimmsten art, z.b. gegen den islam. auf diesem hass-humus gedeihen solche täter.

sie sind nicht allein?

auch wenn sie allein handeln, so führen sie teilweise das aus, was an stimmungen in der luft liegt.

so siehst du es?

man muss es bedenken: immer wenn sich die gesellschaften im hass und rassismus hochpeitschen, kommt es irgendwann zu solchen anschlägen. immer. – alle, die hass predigen, ob so oder so, tragen dazu bei, dass es zu solchen exzessen kommt. der hass sucht sich dann seine täter.

der täter von norwegen übersteigt in seiner dimension vieles, was wir bislang bei einem einzigen menschen an direkter verbrechenskapazität für möglich hielten. (also nicht das ferne planen am schreibtisch, sondern das aktive selber tun.)

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Das Unwetter in Bad Honnef erlebt KLAUSENS

klau|s|ens, du hast das gewitter gestern erlebt?

es war ja kein gewitter, sondern mehr: da gab es hagel und wind, und überall knickten die äste ab, bisweilen auch die bäume. es war ein unwetter.

du wolltest das spiel sehen?

deutschland – argentinien, ja, ja.

und dann?

dann stand ich auf einem parkplatz, und konnte circa 15 bis 20 minuten das auto nicht verlassen. alles war wasser. der wind war heftig. und die straße schien zu einem bach zu werden, einem reißenden.

also richtig doll.

sicher! man zählte zwischen blitz und donner: mal war es eine sekunde, dann wieder drei sekunden, dann zwei sekunden – das gewitter zog einfach nicht weg.

aber dann war es doch vorbei.

irgendwann ist es vorbei, ja, aber dann sind schon die sirenen da.

welche sirenen?

von der feuerwehr und dem THW. die rücken dann aus und sägen und pumpen und machen und tun. wie die heinzelmännchen.

was hast du gesehen?

ein totes eichhörnchen auf der alexander-von-humboldtstraße.

oho.

es kann sein, dass es schon länger tot war. aber es gab viele viele bäume, die ab waren. also „abbe“ bäume. und äste. und ich sah ein kaputtes auto und noch ein kaputtes auto.

wo war das „noch-kaputte“ auto?

das war auf dem parkplatz zur straßenbahnlinie 66, endhaltestelle grafenwerth. da war das.

der baum ist einfach umgefallen.

eben, da machst du nichts. und ich hatte zuvor ebenfalls dort in naher nähe gestanden. der baum hätte auch mich treffen können.

man soll bei unwetter nie an oder unter bäumen parken.

man lernt immer aus solchen erfahrungen heraus.

und das spiel!

das wurde dann eine fußballerische sensation. 4:0 für deutschland gegen agentinien. nur in dem biergarten auf grafenwerth nicht, denn dort hatte man das public viewing nicht umsetzen können, wegen der zweige und baumteile, die sich über tische und stühle ergossen hatten.

das public viewing ist an diesem tag im gewitterunwetter untergegangen?

man kann es so sagen. daraus wurde dann die sternstunde der geschlossenenen gaststätten und lokale. dahin strömten nun die massen.

es bleibt des einen leid allzuoft des anderen freud.

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