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Das Wort zum neuen Jahr und KLAUSENS

klau|s|ens, die tragik ist das wort.

ja, die tragik des menschen.

der mensch meint, weil er das wort habe, sei er irgendwie besser oder höher oder weiter als der rest der schöpfung.

wobei wir vom rest der schöpfung gar nicht genau wissen, ob die nicht auch „worte“ hat/haben. aber eben wohl eher andere, die wir (noch?) nicht verstehen.

es geht auch bei der religion ums wort.

ja, leider.

wieso?

man sagt immer, es sei das „wort gottes“ … und dann geht der ärger los. („am anfang war das wort“ … und am ende wohl auch!)

es ist der ärger um die hoheit der worte.

zuerst muss man festlegen, welche worte denn die gottes seien. das ist die code-werdung.

und dann?

dann streiten wir uns um auslegung und übersetzung. sprache ist tückisch.

hatte der papst in seiner christmette nicht noch bestimmte dinge diskutiert, die „falsch verstanden“ würden?

genau: man sagt dann immer, dieses sei so zu verstehen und jenes so. die ausleger bestimmen das auszulegende. die interpretierer. die angeblich „wissenden“. auch der papst rückt dann die dinge „zurecht“, in seinem mono-egoistischen sinne, der als göttlicher dann verkündet wird.

das ist wie bei der literatur.

das wort gottes ist auch literatur. ach ja, mit dem wort hat uns jener gott, den es meines erachtens so nicht gibt, uns doch wohl eher schreckliches zugefügt.

das wort kommt aus dem menschen.

wenn man aber glaubt, dass der mensch von gott kommt, dann kommt auch das wort von ihm. letztlich ist alles von ihm.

das hat dann wiederum „sinn“.

gewiss, denn es kommt ja von gott. unser blog(g)eintrag kommt also letztlich auch von gott.

warum aber müssen die menschen den sinn des wortes auslegen, wenn es doch von gott kommt?

weil das wort doch nicht eindeutig ist.

und das hat gott mitbedacht?

wenn es ihn gibt, was wir beide nicht glauben … dann hat er dieses „spiel“ mit eingebracht, oder sie, oder es, und sitzt nun da, oder liegt, oder steht (wie denn nun? welche kategorie trifft auf gott zu? vielleicht eher wie ein gas?) … dann also guckt er irgendwie zu und lacht sich kaputt.

guckt? wie ein mensch? lacht? über „das wort gottes“?

über uns. über die sprache. über die worte. über alles. dann sieht er, dass in ägypten gerade mindestens 21 christen weggebombt wurden, kopten, und freut sich über das chaos der religionen. oder dieser vereitelte anschlag auf die zeitung in dänemark, die die unguten karikaturen über/von moha(m)med veröffentlich hatte.

diese religionen „des wortes“ strömen nun mit dem wort gottes aufeinander zu und machen sich kalt!

ja, gewiss, ja, leider. allein die kreuzzüge. am anfang war immer dieses blöde „wort“, an dem die menschheit ewig leiden wird.

und was tun?

wir schreiben. z.b. ein gedicht:

VOM WARUM EINES NEUJAHRSGEDICHTS

Wir begegnen
Dem neuen
Jahr mit
Der Skepsis
Die uns
Durch das
Alte gerettet
Hatte
Sie das?

Copyright Klau|s|ens in allen Schraibwaisen und Schreibweisen, u.a. als Klau/s/ens oder Klau+s+ens oder Klau*s*ens, am 1.1.2011, Samstag, Neujahr, Königswinter-Oberdollendorf

und nun?

nun haben wir wieder ein „wort“ als mehrere worte. diese dürfen nun ausgelegt werden.

das wort gottes?

wenn wir von gott herkommen, zweitklausens, sind auch unsere texte das „wort gottes“. so muss es einfach sein.

aber wie habe ich das nun zu verstehen? dieses gedicht?

siehst du: jetzt beginnt schon die auslegung. die bomben folgen dann später.

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Neujahr hat KLAUSENS

na, klau|s|ens, weißt du, was ich an dir schätze?

nein, zweitklausens. meine texte?

das wollte ich eher nicht sagen.

meine kunst? meine gedichte? meine romane? alles dies? und alles das?

das wollte ich eher nicht sagen. sorry!

was wolltest du denn sagen?

diese displizin. also: dass du auch an neujahr noch etwas schreibst. das ist es, was an dir bewundere. eigentlich – mal ehrlich jetzt – nur das!

was für ein herrliches neujahr. unter solchen vorzeichen. du findest also alles, was ich mache, nicht des lobes wert … oder der anerkennung … oder der erwähnung. Sollte ich mich denn nicht „entäußern“?

hast du denn nie von den guten vorsätzen gehört?! also ich denke: in deinem fall lag der vorsatz für 2010 doch auf der hand.

wie?

STOPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPPP ITTTTT!

höre ich richtig? – wieso musst eigentlich du meine andere hälfte sein, zweitklausens? wieso nur du? wieso nicht jemand anders? wieso keiner, der mich aufmuntert?

… weil wir beide zusammen ein pseudalkünstler sind. leider auch im neuen jahr, auch wenn es vielleicht vor jahrhundertzehnten einmal anders war.

„pseudalkünstler“?

neues wort. klau|s|ens, wenn du schon weitermachen willst, dann muss ich ja auch. notgedrungen. und dann will ich wenigstens mal ein neues wort einbringen, in den immerwährenden diskurs.

„jahrhundertzehnte“ – wer soll das alles noch verstehen?!?!

wie gesagt: ich bewundere deinen fleiß. das wollte ich dir zum neuen jahr mal sagen, klau|s|ens. (aber mehr auch nicht.)

DAS NEUE JAHR

Das neue also dieses Jahr
So ähnlich völlig anders war
Wie dieses immerzu doch gleicht
Zum allerletzten vormals seicht als
Wir schon stets erschütternd dürr die
Immer flinken Zungen messernd wetzten
Und den weißen harten Kloben-Stein
Der ewig weißgewasch’nen Weisen die
(Im Westen) den jetzo quälend‘ herben Text mit
Vieler All-von-Dir-bekannter Lahm-Oyanz …
— Du solltest nicht erneut entgleisen!
Na gut, dann eben „Larmoyanz“. Bitteschön!
— Was willst du uns denn nur beweisen?
Ich dachte: Wörter gibt’s wie Sand im Haar !!!
—- Was dann mal wieder gänzlich treffend für ihn war!
Das neue blieb also doch das alte Jahr. (Als kleiner Hinweis für die Engelschar.)

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