Schlagwort-Archive: jung

Unglaubliches aus der Stadt Königswinter, also der Stadtverwaltung, hört KLAUSENS

klau|s|ens, ein armes mädchen namens anna starb. in bad honnef. der prozess gegen die pflegeeltern läuft. landgericht bonn.

gewiss: aber die rolle des jugendamtes in königswinter ist auch noch lange nicht geklärt. wie trug dieses amt samt dezernat II dazu bei, schuldhaft, und seien es  unterlassungen in der dienst- oder aufsichtspflicht, dass dieses mädchen so sehr und so oft gequält wurde? – bis es starb.

und jetzt?

jetzt kommen andere unglaubliche dinge ans licht der welt.

was denn?

man hat akten manipuliert und in den akten dinge vernichtet. in der stadtverwaltung königswinter.

das waren doch einbrecher?!

nein, es waren mitarbeiter aus der verwaltung selbst. eine mitarbeiterin hat sich wohl schon ende juli / anfang august 2010 offenbart, in einem brief an den bürgermeister. und offenbar ist sie dazu angehalten worden. zum manipulieren und ausdünnen der akte(n).

was ist denn anders?

wenn ich es recht verstehe, wurden aktenvermerke verändert oder gestrichen und mit anderen zusammengefasst. außerdem sollen ganze seiten fehlen. die rede ist von 93 seiten. wohl auch gesprächsprotokolle, u.a. mit den angeklagten pflegeeltern.

das ist ja ein ding!

wir alle schauen nach kairo und überlegen, wie da die täter innerhalb der regierung zeit gewinnen wollen und nun akten und beweise aller art vernichten. aber wir schauen selten in den alltag unserer verwaltungen.

jetzt aber wurde die sache von königswinter publik.

genau das: der bürgermeister peter wirtz war wohl lange schon informiert, über diesen vorgang, seit ende juli oder anfang august 2010. da hat sich die mitarbeiterin offenbart. (formal: 31.7.2011 wohl.) und die frage ist ja, ob er selber an diesen vertuschungen direkt oder indirekt beteiligt war.

aber die haben doch immer wieder betont, sie seien unschuldig. die in königswinter.

gewiss, bei allem um den „fall anna“, haben sie so getan, als wären sie immer sauber und anständig und gut gewesen … und nun … ein voll funktionierendes jugendamt im guten. so tat man ja.

ich denke, die sache ist sehr weitgehend.

gewiss, denn sie bestärkt unser generelles misstrauen in staatliche instanzen. auch in einer demokratie.

eine akte ist also keine akte?

gewiss, so kann man es sagen. eine akte ist ein ding, dass sich ständig verändert und ständig verändert werden kann. insofern sagt eine akte eigentlich nur noch wenig aus.

wenn eine akte ein manipuliertes ding ist, dann ist der wert dieser akte nur noch der, dass man eventuell diese manipulationen nachvollziehen kann.

doch genau das dürfte wohl eher schwer sein, sonst würde man diese akten ja nicht verändern. verändern macht nur sinn, wenn man die berechtigte hoffnung hat, dass dieses verändern nicht bemerkbar ist.

der leiter des jugendamtes in königswinter hatte der mitarbeiterin wohl gesagt, sie solle die akte „durchgehen“.

und die mitarbeiterin berichtet in jenem schreiben offenbar auch darüber, dass es eine gängige redewendung sei … und man dann wisse, was man zu tun habe.

in welcher welt leben wir eigentlich?

in genau dieser unperfekten und erschütternden welt. dieses „reine und heile königswinter“ ist bezogen auf die stadtverwaltung mit allen seltsamen wassern und wässern beträufelt.

wem dürfen wir trauen?

niemandem. aber auch jetzt gilt: der vorgang der aktenvernichtung/-veränderung in königswinter muss bedingungslos aufgeklärt werden. vor allem die rolle von dezernatsleiter holger jung und bürgermeister peter wirtz. (das jugendamt in königswinter wurde ja erst am 1.1.2008 errichtet, also begonnen.)

gewiss, gewiss, aber die haben doch gestern noch in einer schnell anberaumten pressekonferenz gesagt, die mitarbeiterin sei abgemahnt worden, und haben wieder jede eigene beteiligung oder schuld abgestritten.

ich denke, die sache ist so skandalös und sie stinkt so gewaltig, dass sich die verantwortlichen ganz warm anziehen müssen. (oder besseres sprachbild: … ganz doll pudern müssen!)

es soll schon erste rücktrittsforderungen geben, auch an den bürgermeister.

da er den brief der mitarbeiterin kannte, die ihn ja offenbar im august 2010 schon schriftlich über diesen akten-veränderungs-vorgang informiert hat … ja, allein deshalb. allein deshalb. aber stelle dir vor, er wäre selber in alle diese vertuschungsvorgänge verstrickt. als oberster verwalter in engem kontakt zu seinem jugendamtsleiter.

die reine gute welt gibt es eben nicht!

aber man darf es der unreinheit nie leicht machen. (sag mal, wie stehen eigentlich die dinge um die eschfonds zu troisdorf-sieglar und die kölner messehallen?)

und welche wahren hintergedanken gab es bei den beteiligten hinsichtlich der (nun offenbar ad acta) gelegten pläne für ein neues rathaus in königswinter?

„ad acta“ – auch dieses wort bekommt für mich nun einen ganz neuen klang.

AD ACTA

Lass es
Uns so
Drehen
Dass
Kein
Wort
Bleibt
Auf
Dem Anderen
______Falls

Copyright Klau|s|ens in allen Schraibwaisen und Schreibweisen, u.a. als Klau/s/ens oder KlauAKTEsAKTEens oder Klau§s§ens, am 13.2.2011, Sonntag, in Königswinter-Oberdollendorf.

ach so: anbei noch die presseerklärung der stadt königswinter (der bürgermeister) … vom samstag, 12.2.2011, im wortlaut:

„Stellungnahme der Stadt Königswinter zum Vorwurf der Aktenmanipulation im Fall Anna

Am 23.07.2010 erfuhr das Jugendamt von Annas Tod. Nachdem am 24.07.2010 erste Vermutungen vorlagen, dass es sich möglicherweise um ein Gewaltverbrechen handelt, traf sich der Bürgermeister am Morgen des 25.07.2010 mit Mitarbeitern des Jugendamtes. Dort wurde alles in die Wege geleitet, um den Fall lückenlos aufzuklären und die Staatsanwaltschaft in ihren Ermittlungen zu unterstützen. Obwohl noch kein Verfahren gegen die Stadt eingeleitet war, übergab die Stadt am 26.07.2010 alle Akten an die Staatsanwaltschaft. Am 29.07.2010 wurde die zuständige Jugendamtsmitarbeiterin als Zeugin vernommen. Am 30.07.2010 informierte die Jugendamtsmitarbeiterin die Stadt darüber, dass sie Teile der Akten geändert habe, in dem sie u.a. handschriftliche Notizen abgetippt und zusammengefasst habe. Dies begründete sie mit ihrem psychischen Ausnahmezustand nach Annas Tod. Hieraufhin erfolgte seitens der Stadt am gleichen Tag eine unverzügliche Information an die Staatsanwaltschaft. Alle rekonstruierten Unterlagen übergab die Stadt am Nachmittag des 30.07.2010 der Staatsanwaltschaft. Intern wurden umfassende dienst- und arbeitsrechtliche Maßnahmen durchgeführt. Die Stadt wird die Aufklärung im Rahmen des gerichtlichen Verfahrens abwarten und ggf. weitere notwendige Konsequenzen hieraus ziehen. Eine Anweisung seitens der Behördenleitung zur Veränderung der Akten gab es nicht. Im Kreise aller Fraktionsvorsitzenden wurde die Angelegenheit heute erörtert. Es wurde beschlossen im nicht-öffentlichen Teil der nächsten Sitzung des Haupt-, Personal- und Finanzaus-schusses am 28.02.2011 weiter darüber zu berichten.“

ORIGINALVERSION mit Fettdruck und allen Bildern
und allen Links bei KLAUSENS BLOGG (mit 2 G !!!)
KLAU|S|ENS – LOG – W E L T L I N G
http://klausens.blogg.de

HOMEPAGE VON KLAU|S|ENS: http://www.klausens.com

Werbeanzeigen

Zur neuen „Taschenkarte“ der Bundeswehr für Afghanistan schreibt KLAUSENS

klau|s|ens, kaum beschäftigst du dich mit afghanistan, stellt der verteidigungsminister gestern die neue taschenkarte vor.

wir beschäftigen uns – wir, zweitklausens.

ist doch egal!

was ist denn diese taschenkarte?

das sind anweisungen an die soldaten, was sie zu tun haben. also eine art TO-DO-liste. oder ein DO und DO NOT. handeln in kurzform. verstehst’e? militärische leitlinien – auch in der vereinbarkeit zum grundgesetz. alles das.

ja, ja, ich verstehe. teilweise zumindest. – und nun haben sie das geändert.

es bzw. sie ist kürzer und verständlicher geworden. (von 7 seiten auf nur noch 2!)

wie schön!

zuvor war der text wohl etwas anspruchsvoll – nun ist er sprachlich leichter. (vom ballast befreit!)

wie schön!

genau: sie sollen nun schneller schießen. das ist inhaltlich das schöne an allem.

dann sind wir jetzt eine „schießführende“ partei geworden?

ja, ja, diese ewigen hinterhalte und hinterhälte und hinterhaltungen … die sind doch anstrengend … bei so einer „friedensmission“.

aha – und dann?

dann dürfen sie nun schießen. vorzeitig quasi. peng. peng. peng.

wie konkret?

nun – die rheinische post schreibt:
( http://nachrichten.rp-online.de/article/… )

So hätten die Soldaten bislang vor dem Einsatz der Schusswaffe mindestens zwei Mal in den Sprachen Paschtu und Dari eine Warnung an den Angreifer rufen müssen. „Melgäro Mellatuna – Dreesch, ka ne se dasee kawum!“ Das bewies, dass die Bundeswehr die möglichen Herausforderungen am Hindukusch vor allem theoretisch durchdrungen hatte. Aber wie sie darauf kommen konnte, dass Soldaten, die längst unter Beschuss von Taliban geraten waren (denn nur dann sollte eine Gegenwehr erlaubt sein), zwei Mal das „Kawum“-Sprüchlein rufen sollten, das grenzte schon an Weltfremdheit. Zumindest illustriert es, für wie wenig wahrscheinlich die Chefs in Berlin Gefechte hielten. Deshalb beschäftigte sich die alte Taschenkarte auch intensiv mit den Methoden, wie die Soldaten Situationen mit aufgebrachten Bürgern deeskalieren können und wie sie mit polizeilichen Mitteln eine wütende Menge im Zaum halten.

Die Passagen sind in der neuen, unserer Zeitung vorliegenden Version gestrichen worden. Und für den scharfen Schuss reicht nun die schlichte englische Warnung „Isaf – stop, or I will fire!“ („Isaf – halt, oder ich schieße“). Aber auch das muss nicht sein, schließlich ist es eingeschränkt mit dem Hinweis „sofern es die Lage zulässt“. Ansonsten kann ein Warnschuss den lauten Anruf ersetzen.

Die Befugnis zum Einsatz von Schusswaffen galt bislang der „Abwehr von Angriffen“. Nun richtet sie sich auf die „Verhinderung und Abwehr von Angriffen“. Einschreiten kann die Bundeswehr nicht nur, wenn sie selbst angegriffen wird, sondern auch, wenn militärische und zivile Angehörige der Internationalen Schutztruppe Isaf und der Nato angegriffen werden sollen, dazu auch, wenn Aggressionen gegen „Einrichtungen und Material“ von Isaf und Nato geplant oder im Gange sind oder auch wenn Personen gefährdet sind, die „unter dem besonderen Schutz von Isaf stehen“. Als Beispiel nennt die Taschenkarte die Angehörigen der afghanischen Armee und der afghanischen Polizei. Die neue, weit gehende Empfehlung lautet: „Angriffe können zum Beispiel dadurch verhindert werden, dass gegen Personen vorgegangen wird, die Angriffe planen, vorbereiten, unterstützen oder ein sonstiges feindseliges Verhalten zeigen.“

ISAF! also: STOP! – und was tun wir?

wir?

ja, wir?

ich denke, wir haben auch eine „neue“ taschenkarte erstellt?!

du meinst die wahrheit über den einsatz in afghanistan. – ja, ja: hier ist sie, schau auf das bild.

ORIGINALVERSION mit Fettdruck und allen Bildern
und allen Links bei KLAUSENS BLOGG (mit 2 G !!!)
KLAU|S|ENS – LOG – W E L T L I N G
http://klausens.blogg.de

HOMEPAGE VON KLAU|S|ENS: http://www.klausens.com

Ein „Ehrenmal“ für die Toten im Afghanistankrieg entwirft KLAUSENS

mensch, klau|s|ens, was machst du denn?

ich befasse mich als künstler mit dem krieg.

wieso denn?

sie wollen doch ein „ehrenmal“ eröffnen, also enthüllen, also aufstellen.

wer?

die bundeswehr und unser verteidigungsminister und alle, die den krieg in afghanistan befürworten. herr joschka fischer wird dann wohl ehrengast sein.

wieso denn?

wir sollen nun wieder die helden der moderne feiern.

welche helden?

unsere bundeswehr hat seit 1956 schon einige viele tote zu beklagen. waren es nicht an die 20.000? oder 2.000? egal, einige tote.

sind denn alle auf dem schlachtfeld gestorben?

nein, nein, da verunglückt mal ein auto, ein hubschrauber versagt bei einer übung … so lange sind ja offiziell gar nicht auf dem schlachtfeld. aber es wird tag für tag mehr und schlimmer. wenn man das am 8. mai 1945 gewusst hätte, dem tag der befreiung, der endgültigen zerschlagung der reichswehr … und heute führen wir aktiv krieg. ist doch ein scherz! ein schlechter!

wer?

die deutschen! – sie sind nun wieder „voll dabei“.

und deshalb gibt es ein ehrenmal?

es soll doch am 8. september eingeweiht werden. für die modernen heldentaten der deutschen soldaten.

hört es nie auf?

nein. in afghanistan machen sie jetzt echte kampfeinsätze, also „offensiven“. davon war früher auch keine rede. da fuhren sie „nur“ patrouille.

und es sterben menschen?

es werden jeden tag mehr menschen sterben: afghanen und deutsche und andere. viele zivilisten zudem.

und nun?

nun kommt das denkmal, um das alles noch per propaganda abzusichern. – damit die trauernden eltern nicht eines tages durch berlin demonstrieren. jeder sinnlose tod soll nun einen sinn bekommen.

wie schrecklich!

die welt war immmer schrecklich. es kommt nur auf das ausmaß an.

und du?

ich? ich schrieb gestern ein gedicht in das gästebuch des presseclubs, nein, sonntag war es. gegen 12.15 uhr. LIVE zur sendung.

und?

selbst dieses zarte gedicht wurde nicht „freigeschaltet“, also vom presseclub zensiert.

das gibt es doch nicht?!

doch, doch, so weit sind wir mit allem gekommen. die parole heißt leider: „es lebe der krieg!“ … und die medien spielen mit.

und dein gedicht?

unser gedicht, zweitklausens! – das lautete so:

LEBENSLÜGEN

Ihr Leut‘, da ist der Krieg,
Den wir angeblich nimmer meinten,
Wiewohl wir kaum ein Volk vereinten,
Wird jeder Tote uns auch heut‘ zum Sieg,
Den Tausende dieweil beweinten.

Copyright Klau|s|ens in allen Schraibwaisen und Schreibweisen, u.a. als Klau+s+ens. LIVE geschrieben am 26.7.2009, Sonntag, gegen 12.15 Uhr und unmittelbar im Gästebuch abgelegt, beim PRESSECLUB der ARD zum Thema Afghanistankrieg. Die Zensurstelle der ARD hat dieses Gedicht NICHT freigeschaltet. Die Gäste in jenem Presseclub am 26.7.2009 waren übrigens: Bettina Gaus, Die Tageszeitung, Josef Joffe, Die Zeit, Hubert Seipel, freier Journalist, Siba Shakib, Publizistin.

und dann noch dein entwurf?!

für ein ehrenmal, ja, ja. es würde sich im/auf dem bendlerblock gut machen, jenem gebäudekomplex im berliner ortsteil tiergarten an der stauffenbergstraße 18 und dem reichpietschufer 72–76, wo sie auch immer der widerständler des 20. juli gedenken. (ehrenhof und so!).

ORIGINALVERSION mit Fettdruck und allen Bildern
und allen Links bei KLAUSENS BLOGG (mit 2 G !!!)
KLAU|S|ENS – LOG – W E L T L I N G
http://klausens.blogg.de

HOMEPAGE VON KLAU|S|ENS: http://www.klausens.com