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Die Ruhe zum Karfreitag und KLAUSENS

klau|s|ens, du musst schön still sein.

wieso denn, zweitklausens?

heute ist doch karfreitag.

gewiss, der arme jesus und das kreuz und alles das. eine schaurige geschichte. gott soll zugesehen haben, wie man seinen sohn quälte. ich bitte dich! soll man das glauben? kann man daran glauben?

man kann an alles glauben. die geschichte der menschheit ist eine geschichte des glaubens (der seltsamsten dinge).

denkst du? also: glaubst du?

gewiss, man redet den menschen dieses ein … oder jenes, diese glauben dann, und dann funktioniert es bzw. es funktioniert ja nicht.

die siehst alles als irrsinn?

gewiss: die religionen sind konstrukte des menschen, irrsinnige konstrukte. aber sie entstammen den hirnen des menschen, …

… die von einem gott so konstruiert sei könnten!

wenn du daran glaubst!

soll ich nicht?

ist mir doch egal. auf jeden fall hat man den armen jesus so grässlich gequält.

ich weiß.

aber daran denken die christen heute … und auch die nichtchristen. in deutschland zumindest kann man kaum anders: KARFREITAG!

es ist einer eher ruhiger tag.

vieles ist doch verboten. das kommt von diesem gesetz.

na und?

ich sag ja nur. vieles ist verboten. eine ganze oper musste abgesagt werden, eine premiere, weil die heute nicht passt. die ist nicht feiertäglich genug. „madame butterfly“ im aalto-theater essen. das sagt die bezirksregierung düsseldorf in auslegung des gesetzes.

aber andere ja?

andere opern dürfen stattfinden. gewiss, eine komplexe materie. was dient der unterhaltung? was nicht?

und die kneipen, und die discos, und die partys? und die rockbands? und der lärm? und der fußball? die kinos? alle feste? straßenfeste?

lies doch selbst: § 6 + § 7aus dem feiertagsgesetz aus NRW. die bundesländer haben ja alle gesetze zu den feiertagen und sonntagen. und karfreitag ist eben besonders.

„Bekanntmachung
der Neufassung des Gesetzes
über die Sonn- und Feiertage

(…)

§ 6 (Fn 4)
Stille Feiertage

(1) Am Volkstrauertag sind zusätzlich verboten:

1. Märkte, gewerbliche Ausstellungen und ähnliche Veranstaltungen von 5 bis 13 Uhr,

2. sportliche und ähnliche Veranstaltungen einschließlich Pferderennen und -leistungsschauen sowie Zirkusveranstaltungen, Volksfeste und der Betrieb von Freizeitanlagen, soweit dort tänzerische oder artistische Darbietungen angeboten werden, von 5 Uhr bis 13 Uhr,

3. der Betrieb von Spielhallen und ähnlichen Unternehmen sowie die gewerbliche Annahme von Wetten von 5 Uhr bis 13 Uhr,

4. musikalische und sonstige unterhaltende Darbietungen jeder Art in Gaststätten und in Nebenräumen mit Schankbetrieb von 5 Uhr bis 18 Uhr,

5. alle anderen der Unterhaltung dienenden öffentlichen Veranstaltungen einschließlich Tanz von 5 Uhr bis 18 Uhr.

(2) Am Allerheiligentag und am Totensonntag sind zusätzlich verboten:

alle in Absatz 1 genannten Veranstaltungen von 5 Uhr bis 18 Uhr.

(3) Am Karfreitag sind zusätzlich verboten:

1. alle in Absatz 1 genannten Veranstaltungen bis zum nächsten Tag 6 Uhr, mit Ausnahme der Großmärkte, die bis zum nächsten Tag 3 Uhr verboten sind,

2. alle nicht öffentlichen unterhaltenden Veranstaltungen außerhalb von Wohnungen bis zum nächsten Tag 6 Uhr,

3. die Vorführung von Filmen, die nicht vom Kultusminister oder der von ihm bestimmten Stelle als zur Aufführung am Karfreitag geeignet anerkannt sind, bis zum nächsten Tag 6 Uhr,

4. Veranstaltungen, Theater- und musikalische Aufführungen, Filmvorführungen und Vorträge jeglicher Art, auch ernsten Charakters, während der Hauptzeit des Gottesdienstes.

(4) Bei Rundfunksendungen ist während der Zeit von 5 Uhr bis 18 Uhr (Absätze 1 und 2) und von 0 Uhr bis zum nächsten Tag 6 Uhr (Absatz 3) auf den ernsten Charakter der stillen Feiertage Rücksicht zu nehmen.

§ 7 Sonstige Verbote

§ 7
Sonstige Verbote

(1) Am Gründonnerstag ist ab 18 Uhr öffentlicher Tanz verboten.

(2) Auf den Vorabend des Weihnachtstages finden ab 16 Uhr § 5 Abs. 1 Buchstabe a und § 6 Abs. 1 sinngemäß Anwendung.“

puh, viel stoff. aha, ich verstehe. dann sollten wir also wohl auch ruhig sein.

im blog(g)?

vielleicht hätten wir heute nicht schreiben dürfen.

wieso?

es ist zu „laut“, so ein blog-eintrag ist zu laut.

findest du?

ich weiß es nicht. psssssst!

was denn?

leise! psssst!

meinst du?

gewiss, da hier ist schon zu laut. pssssst! wir müssen ganz leise sein.

gut, gut. ich schweige.

dann mach doch.

tue ich doch.

aber du redest noch.

weil du nicht schweigst.

ich muss den blog-eintrag doch zu ende bringen.

und ich nicht?

dann mach doch!

was denn?

sei still!

wofür denn?

für jesus!

ich denke, an den glauben wir nicht.

ist doch egal, so ein anderer tag im jahr ohne alles tralala ist doch mal ganz schön.

einfach so?

ja, karfreitag als einfach-so-tag. ein tag, der einfach mal etwas anders ist. so argumentieren schon einige von der kirche: einfach mal ein anderer tag mit innehalten. ohne lärm.

just for fun?

warum nicht?

aber jesus hat doch am kreuz gelitten.

oh, tut mir leid. ich habe mich vergaloppiert.

du ochse!

galoppieren tun eher pferde.

dann sei doch mal still, du esel!

bin ich doch: pssssssst!

ja: thanks god, it is „karfreitag“. wir schweigen jetzt.

es heißt ja auch: keine unterhaltung!

dann dürfen wir überhaupt nicht reden.

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Nach Marialinden bei Overath pilgert KLAUSENS

klau|s|ens, bei allen deinen kritischen und fragenden berichten und texten und gedichten zur religion (http://www.klausens.com/religionsgedicht…)
… warst du dann gestern tatsächlich selber pilger?

ich war in marialinden.

nicht als pilger?

ich fuhr mit dem auto dorthin, betrat die kirche, wo ein gottesdienst war (katholische pfarrgemeinde st. mariä heimsuchung, pilgerstraße 25, 51491 overath, telefon 02206/4334), dem ich mich entzog, um dann alsbald endlich einen pilgerstempel zu bekommen, den ersten meines lebens. im vorraum.

du bekamst einen pilgerstempel?

wer die kirche betritt, kann sich den pilgerstempel holen.

aber du bist nicht gepilgert!

ist pilgern nur zu fuß? nach kevelaer fahren sie doch auch alle mit den autos.

und was hast du noch getan?

ich sah die agger, die autobahn, den campingplatz, einen wald, einen bach, ein tal, ein schönes tal, ein freies feld, ein nicht mehr freies feld, viele häuser, neue häuser, hässliche häuser, ich sah die zersiedelung der welt … und ich sah marialinden.

wie ist es dort?

zersiedelt – nichts altes mehr spürbar. auch die kirche ist sandgestrahlt und gestriegelt, als wäre sie nagelneu.

keinerlei geschichte spürbar?

keinerlei wäre übertrieben, aber alles glatt und geputzt und überall die üblichen dinge aus den baumärkten, die die menschen „schön“ finden.

möchtest du dinge hier aufzählen?

nein, das würde nur langweilen. jeder kennt die grausigen zäune, die hässlichen briefkästen, die wundersamen lampen, die betonbuntsteinreifen, die als blumenkübel dienen. – die liste wäre endlos.

du bist also gepilgert?

nein, aber im nachhinein bin ich offenbar doch zu diesem landstreifen bei overath „gepilgert“, um buße zu tun.

wofür?

… dass die menschen alles schön systematisch unschön bekommen, zugleich aber meinen, sie hätten es sich „schön gemacht“.

bist du nicht ungerecht?

nein, denn alle menschen haben eine subjektive sicht auf die schönheit der welt.

und du?

ich war mit den menschen von marialinden diesbezüglich nicht eins. und mein pilgerstempel erinnert an die arme geschundene landschaft, die schreit und ruft.

und wie soll es werden?

ich weiß es doch nicht! sie haben sehr nette leute in einem sehr netten gasthof dort, im „lindenhof“ – und die menschen geben allesamt nett auskunft über den weg. also: es ist noch nicht aller tage abend – mit maria, ohne maria, mit jesus, ohne jesus … in und um marialinden.

du warst sogar auf der pilgerstraße!

du doch auch, zweitklausens. es ist eben ein historischer ort. ein pilgerweg von overrath nach marialinden, über 7 stationen. (im 18. jahrhundert errichtete man gerne pilgerwege im rheinland, gerne nach oben, auf die hügel, quer durch den wald, über die felder. und jesus fiel 7 mal unter dem kreuz auf die knie. immer diese 7. und all die anderen zahlen. sie kommen ja immer wieder. nicht nur in der religion. und der pilgerweg hat 7 „fussfälle“, aber man sieht sie nicht immer sofort. die bau-fies-moderne hat sich eben drumherumgelagert. eigenheime erobern die welt! leider!)

und wie war die pilgerstraße?

sie war kaum noch als solche zu erkennen, weil die moderne die tradition überflügelt hat.

beschwerst du dich?

ich war etwas enttäuscht vom grad der zivilisation, also der „zermenschelung“. und jesus wäre es wohl auch.

und nun?

nun loben wir die welt, solange es sie noch gibt. (was können wir sonst tun? vorbei ist vorbei. die historie kommt so nicht wieder. und die altehrwürdige landschaft wohl auch nicht.)

IN MARIALINDEN

Ich suchte die Bäume
Gar sieben wovon
Nicht viel mehr
Geblieben als Putz
Und alles sauber so fein
Kann es nur in
Deutschland doch sein

Copyright Klau|s|ens in allen Schraibwaisen und Schreibweisen, u.a. als Klau+s+ens oder Klau(s)ens oder Klau*s*ens, am 10.4.2009, Karfreitag, in Marialinden bei Overath im Bergischen Land.

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Kunstwerk zum Karfreitag von KLAUSENS

klau|s|ens, heute feiern die christen wieder das leid.

ich weiß, ich weiß: eine masochistische ader.

aber haben sie nicht recht?

sicher: philosophisch gesehen haben sie recht. das menschlich leben ist ein leid. keiner versteht es. niemand kann etwas dagegen tun. der tod kommt auch. alles ist tragisch. ich erinnere an winnenden oder l’aquila: amok und erdbeben, von den kriegen ganz zu schweigen.

na also!

aber sie stellen das leid in den mittelpunkt der religion.

wozu?

… damit sie sich angeblich hernach freuen können.

wieso angeblich?

sie werden von der großen freude der wiederauferstehung sprechen, zu ostern, aber …

aber?

in wirklichkeit ist alles geprägt vom dumpfen tun, von der andacht, von der verklemmung … schau dir doch mal gottesdienste an, westeuropäische – da bekommt man das grausen. freude? niemals! – und das kreuz als leid ist ja das ganze jahr präsent, überall.

dann findest du das kreuz o.k.?

was heißt o.k.?! – es ist ein symbol für das leid. und ich frage mich …

ja? was?

… wo denn das symbol für die freude dann ist?

siehst du es nicht?

nein!

hast du noch keinen supermarkt aufgesucht und dich an all den ostereiern erfreut?

das heißt, ich habe die supermärkte bislang falsch gesehen?

aber ja: sie sind der gegenpol zu den kreuzen in den kirchen. nimm die supermärkte als kirchen der freude und die normalen kirchen als die kirchen des leides!

danke! ich verstehe die welt nun besser.

na also!

leider finde ich die supermärkte auch eher traurig.eine schreiende buntheit der armseligkeit.

dann liegt es also an dir?

vielleicht! aber vielleicht passt das kreuz dann doch, als universalität der erkenntnis, dass auch „freude“ bei den menschen oft nur ein trostloses schauspiel ist.

dann solltest du dich besser ganz von allem fernhalten.

meinst du gar, ich selbst sollte mich direkt ans kreuz schlagen lassen?

wenn du masochist bist, und am leid deine freude erlebst – dann bitte! tu dir keinen zwang an!

so bin ich aber leider nicht! oder zum glück!

aber am kreuz kommst auch du nicht vorbei – omnipräsent hat es unsere welt durchsetzt, nicht nur heute, am karfreitag. auch die künstler wie klau|s|ens oder zweitklausens kommen nicht daran vorbei.

ich werde unsere religionsgedichte ab heute auf einer extra homepage-site sammeln:
http://www.klausens.com/religionsgedicht…

was erhofft du dir davon?

erlösung!

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Am Zerbrechen zerbricht KLAUSENS

klau|s|ens, du zerbrichst? so sensibel hatte ich dich gar nicht eingeschätzt!

das ist ungerecht: mein herz ist voll des mitempfindens und mitfühlens.

du brichst aber gar nicht in tränen aus!

innerlich aber schon!

weshalb denn?

wegen der bürste, zweitklausens!

was ist mit der bürste?

sie war aus holz und für die nägel da.

na und?

jetzt ist sie nicht mehr da.

wieso?

sie zerbrach.

einfach so? eine holzbürste?

ja, ich komme morgens ins badezimmer und sehe, wie sie in zwei teile zerbrochen ist.

deshalb entscheiden sich die menschen für plastik!

offenbar, denn die menschen sind kalt.

sie wollen nicht leiden.

wieso leiden?

du leidest doch an deiner zerbrochenen holzbürste.

ist das so?

hattest du uns nicht eben davon berichtet, klau|s|ens?

du darfst nicht jedes wort von mir auf die goldwaage legen, zweitklausens.

aber wie sollen wir dann noch kommunizieren?

du könntest doch etwas mitempfinden zeigen.

wofür?

für mich!

wieso?

wegen der entzweigebrochenen bürste.

ich bitte dich – und was ist mit den opfern des erdbebens in italien? in l’aquila?

schließt das eine denn das andere aus?

aber dort gab es über 200 tote, und furchtbar viele verletzte, und ganz viele wohnungslose. und noch mehr traumatisierungen!

aber das ändert doch nichts an meinem schmerz über meine holzbürste.

dann hole sie dir doch neu!

und die menschen in italien? sollen die sich auch alles „neu“ holen“ – ich habe deinen charakter nun zur genüge durchschaut, zweitklausens.

wein doch wo und worüber du willst! morgen ist karfreitag. da lohnt es sich dann wirklich!

du meinst, meine entzweigebrochene holzbürste sei ein zeichen, welches auf die kreuzigung von jesus christus verweist? so feinfühlig blickst du in die ereignisse der welt? das ist ja ungeheuerlich! atemberaubend! ergreifend!

danke, klau|s|ens. vielleicht sollte ich dir eine neue holzbürste kaufen, um alles ungeschehen zu machen, was gerade passiert ist.

und du meinst, dass das geht?

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