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klau|s|ens blickt auf den roten rosenkranz für helmut kohl – www.klausens.com

klau|s|ens, diese ereignisse, dieser streit, diese beisetzung.

und schon leben wir wieder im alltag.

es sollen aber die menschen zum grab des helmut(s) ziehen.

gewiss, so war es ja auch angedacht: ein quasi öffentliches grab, und alle sollen kommen: die neugierigen natürlich zuerst. speyer brummt! speyer kocht hoch! speyer bebt!

nix ludwigshafen.

diese stadt wurde fast schon bestraft, weil man kohl dort eben nicht wiederfinden wird. auf dem friedhof. neben der frau von einst. neben hannelore.

und speyer erlebt nun fortan einen massenzustrom von touristen und neugierigen aus aller welt.

es geht um das thema „ehre“ und „ehrerbietung“. aber der tote hat ja nichts mehr davon, weil er tot ist. (außerdem kommen viele menschen nicht für die ehre, sondern nur wegen des ruhmes des mannes. da will man eben mal gucken, nicht mehr, nicht weniger. das leben ist ja sonst so langweilig. aber das grab eines berühmten und auch noch so umstrittenen ist wieder etwas ablenkung.)

so ergeht es allen toten. sie haben nichts davon, wenn die menschen zum grabe kommen. sie sind ja tot.

ja, aber vor dem tod stellte sich helmut kohl vielleicht noch vor, wie es ist, wenn nach dem tod alle zu seinem grab kommen. (und vielleicht geht diese grab-komm-energie ja doch noch ins weltall, irgendwohin.)

so hat er sich vielleicht die letzten tage seines lebens noch etwas angenehmer gestaltet. mit den visionen und zukunft-sich-vorstellereien.

der mensch betrügt sich dauernd selbst.

deshalb auch die rosen?

dieser rote kranz der hyper-liebe, angeblich von frau richter-kohl bereitgestellt oder gewünscht. (oder gar selber zusammengesetzt?)

das wäre liebe: so einen kranz in vielen stunden selber zusammenzusetzen.

diese dinge sind ja oft nur kündnerisches symbol für die zuschauer: ob da liebe war, wissen wir nicht. aber es soll verkündet werden, dass da liebe war.

und dann müssen 2 soldaten diesen rotrosenkranz extra noch tragen, zusätzlich zu dem sarg, der aus dem dom dann in den bestattungswagen kam, zu den abschiedsklängen der bundeswehrmusik.

der rote rosenvollkranz … und die söhne und enkelkinder nicht dabei. so funktioniert also liebe? wenn es liebe ist, also war …? … bei kohl und richter-kohl?

du machst dir so viele gedanken.

die kernfrage jeden lebens: was bleibt?

ist das, was dann auf dem friedhof zu speyer passiert, denn wirklich etwas bleibendes? bezogen auf helmut kohl?

nein, denn der mensch wird zu einem symbol. und ein symbol heißt zwar noch helmut kohl, ist aber nicht mehr der helmut kohl.

außerdem bekommen tote ja von alledem nichts mehr mit.

klaus-k-werk-4-7-2017-foto-ROTER-ROSEN-KRANZ-helmut-kohl-sarg-aus-dom-speyer-und-abfahrt-1-7-2017

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klau|s|ens liest den eher doch falschen kränze-abstand-nehm-satz in einer todesanzeige – www.klausens.com

klau|s|ens, die welt denkt über trump und merkel nach, bewertet das wahlergebnis der niederlande, hat angst vor türken-wahlpeitsch-auftitten in deutschland und europa … aber du befasst dich mit sprache!

… mit der sprache in einer todesanzeige.

aber ist das nicht eine kleinigkeit?

wer will bewerten, was am ende aller tage kleinigkeiten und großigkeiten unseres lebens sind oder gewesen sind.

großigkeiten?

ja, das wort müsste es doch geben, denn „größe“ passt da nicht.

du würdest den menschen nicht als eine „größe“ bezeichnen?

nein, denn er ist ja dann irgendwie weg. nach dem tod.

manche überdauern in standbildern und statuen.

bezogen auf sich selber sind diese menschen dann aber auch weg.

fotos? CDs? filme?

ebenso, ebenso: du bist weg, weg, weg.

und die erinnerung? wenn wir in der erinnerung weiterleben?

dann sind es nicht „wir“, sondern eine projektion dieses „wir“ in den köpfen anderer menschen.

man lebt aber irgendwie weiter.

sicher: aber dieses „irgendwie“ ist so vage und so weit, dass dieses „wir“ ein anderes „wir“ ist … als das, welches wir waren.

dann ist es alles anders?

am ende ist es geist und materie und strahlung und welle und atome: etwas ist da, irgendwie – aber es hat nicht mehr mit „wir“ zu tun, oder „dir“ oder „mir“.

danke, da habe ich ja wieder etwas über dein denken gelernt. über deine gottlosigkeit auch.

aber wir wollten doch über den falschen satz zu den kränzen und gestecken berichten.

ja, wie wäre der?

>>Wir bitten, von Kränzen und Gestecken Abstand zu nehmen.<<

die wollen also keine kränze und gestecke dann haben, am sarg.bei der beerdigung.

so wird es wohl sein: ABER …

was „aber“????

ganz offensichtlich haben sie de facto etwas ganz anderes geschrieben.

was denn?

man soll abstand halten, also nicht nahe rangehen, an diese kränze und gestecke. es geht, liest man den satz mal richtig, um eine distanz, eine entfernung … vielleicht eine 10-meter-distanz der ehrfurcht … vor kränzen und gestecken.

aber sie wollten doch etwas ganz anderes sagen.

sicher: >>Bitte bringen Sie erst gar keine Kränze und Gestecke mit, bitte lassen Sie auch keine Kränze oder Gestecke von einem Blumenunternehmen anliefern<< – das wollten sie wohl sagen.

und wieso klingt nun alles falsch?

… weil sie das verb vergessen haben. sie müssten etwa so schreiben, um die andere bedeutung von „abstand nehmen“ ordentlich hinzubekommen: >>Wir bitten, davon Abstand zu nehmen, Kränze und Gestecke mitzubringen oder diese von Floristen anliefern zu lassen.<<

bist du dir sicher?

nein: bisweilen lese ich die DEUTSCHE SPRACHE mehrfach … und dann kommt mir sowohl dieses als jenes falsch vor.

du meinst, vielleicht haben die das von der anzeige doch richtig formuliert, aber weil es so missverständlich ist, in diesem konkreten fall, ist es eigentlich dann doch falsch?

kann alles sein, kann alles sein. [warum hält zweitklausens denn jetzt keinerlei abstand ein? oder nimmt er nur etwas abstand von meinen behauptungen? und: >>abstand halten<< gibt es dann auch noch. es ist alles nur kompliziert.]

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