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LeaksLeaks wird von KLAUSENS gegründet

klau|s|ens, du tust heute einen welthistorischen schritt.

wir beide, zweitklausens. wir beide.

welcher schritt ist das?

wir gründen heute, am 16.12.2010, LeaksLeaks.

was soll jenes „LeaksLeaks“?

LeaksLeaks ist die totale und radikale und grenzenlose offenheit und öffentlichkeit. so etwas gab es noch nie.

über wen? über was?

bei LeaksLeaks wird ab heute alles eingestellt, was wir über die betreiber/-innen und macher/-innen von WikiLeaks erfahren, in erfahrung bringen können oder uns „zur erfahrung gebracht“ werden wird.

alle informationen?

alles. es ist der radikalste ansatz, den es je gab.

wie funktioniert dieser ansatz?

alle menschen geben, senden, mailen uns ihr wissen über die WikiLeaks-menschen.

alles?

absolut alles. und wir stellen alles ungeprüft ins netz. angefangen bei den geburtsurkunden bis über das verzeichnis unehelicher kinder.

alles?

ja, alles. auch denunziationen.

auch das?

ja, wenn man jemand sagt: „jim bernd smith von WikiLeaks soll einmal drei bier in einem pub in dublin nicht bezahlt haben.“, dann stellen wir das als „quelle“ ins netz.

es wird nichts aussortiert?

nein, nichts. die menschen melden uns alles und wir veröffentlichen alles.

AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAALLLLLEEEEEEEEEESSS?
das ist ein radikaler ansatz.

ja, aber er wird die welt beglücken. privatheit war gestern, heute gibt es die „unprivatheit“ als „höchstschönöffentlichkeit“.

unprivatheit? höchstschönöffentlichkeit?

ja, die unprivatheit ist die glücklichste lebensform, die es gibt.

wirklich?

sicher. robespierre musste damals bei der französischen revolution auch erst einige zweifler überzeugen oder umbringen. aber wie schön wurde es damals in frankreich?! also: das politische system dort! allein das neue spiel des „köpferollens“ war ein glücksbringer par excellence … und rainer langhans von der K 1 geht jetzt ja auch ins RTL-dschungel-camp! auch er wird überaus glücklich dort sein. privatheit war gestern. die „allesimmeröffentlichkeit“ ist heute.

wie recht du immer hast.

ich denke, LeaksLeaks ist das beste, was der welt passieren kann.

wir werden also über die betreiber/-innen und unterstützerinnen von LeaksLeaks alles wissen und erfahren?

alles. glaube mir: wenn einmal das fass oder der hahn vom fass geöffnet ist, dann wird es strömen und strömen.

kontodaten, sexuelle praktiken, hausbesitz, schulnoten, mietstreitigkeiten, ergebnisse vom volleyball?

ja, ja, alles werden wir wissen — aber nur über die von WikiLeaks.

was ist an denen so interessant?

diese tun derzeit etwas, wo sie alle filter zu vergessen scheinen. diese reden uns ein, dass nichts und niemand „geheim“ bleiben darf.

und du?

ich sage nun: „ja, ihr von WikiLeaks, die ihr die privatheit so verachtet, ja, aber dann müssen wir das projekt auch mal radikal durchziehen!“

so rufst du?

ja, heute, 16.12., und deshalb gründen wir heute LeaksLeaks.

und es hat alles nichts mit orwell zu tun?

orwell hätte seine freude an WikiLeaks, aber noch mehr an uns, an den gründern von LeaksLeaks. orwell liebt auch den zuckerberg von FACEBOOK.

es ist ein tolles experiment, wenn man über einige personen alles erfährt, absolut alles, zumindest was an informationen und desinformationen und denunziationen zusammenzubekommen ist.

wir machen nur das weiter, was mit den entblößungs(talk)shows begonnen wurde, mit big brother oder supertalent oder gerichtsshows fortgesetzt wurde … und dann von WikiLeaks in das politische überführt wurde.

wir feiern das totale ende der privatheit.

und wir loben, wie so oft in der geschichte, mal wieder ein neues paradies aus.

eine neue glückseligkeit.

ja, es wird wundervoll.

ach, wird das schön. ein neues heil. ein neuer heilsbringer. es muss schön werden!

die welt kann nur stets herrlicher werden.

es ist so, als würde ich durch die straßen gehen und sagen: „dort die rollade hochziehen! da den vorhang wegziehen! zack! zack!“

es ist der alte traum vom totalen spanner und vom totalen voyeur.

es wird wundervoll.

ich weiß, ich weiß. die welt wird uns noch dankbar sein. LeaksLeaks ist schon heute die schönste welt, die es ja gab.

klau|s|ens, wir loben dich.

danke, zweitklausens, aber wir sind doch zusammen so erfolgreich und … nun auch … so sinnstiftend.

es ist wie eine weltrevolution. darf ich dann auch wissen, wie oft die sich die zähne putzen? bei LeaksLeaks?

ich denke, dass solche informationen zum standard gehören.

man wird dann die WikiLeaks-menschen überwachen müssen.

„müssen“? nein, nein, es wird sich zwangsläufig so ergeben. die ganze welt wird nun diese WikiLeaks-leute beobachten … und alle werden danach dürsten, unserem LeaksLeaks dann neueste informationen über das leben derer von WikiLeaks zu übermitteln.

wenn jemand wo auf toilette war, von denen, dann könnte man doch den kot analysieren und die krankheiten oder baldigen krankheiten uns mitteilen.

so wird es sicher kommen, gewiss. die kotmitnahme des kotes fremder menschen wird gängige praxis sein. betrete nie eine bahnhofstoilette ohne prüfröhrchen! es kann sein, dass einer von WikiLeaks dort soeben geschissen hat.

wie herrlich!

die welt will … und die welt wird alles wissen.

… über die von WikiLeaks.

und wem wird die welt danken?

dem gründer oder den gründern von LeaksLeaks.

und wer ist das?

das sind wir beiden. super.

also: so einfach ist die veränderung der welt.

guido westerwelle hört so etwas gerne. er braucht rat, sonst er ist bald weg und ex und hopp!

ach ja, der herr westerwelle, den müsste man auch noch in das projekt einbauen. ich denke aber, dass die radikalste öffentlichkeit als höchste unprivatheit das paradies auf erden (mit oder ohne guido westerwelle) auf jeden fall übersteigen wird. LeaksLeaks steht über dem nirvana. LeaksLeaks ist das positive ende der menschheitsgeschichte.

herr assange hat durch seinen gerichtsprozess schon erste elemente von dieser „radikalöffentlichkeit“ am eigenen leib erfahren.

herr julian assange lernt nun, wie das ist, also: was man „beginnen“ bzw. „einläuten“ kann, wenn man alles falsch versteht und nichts vom kern der freiheitlichen gesellschaft begreift.

ich dachte: freiheit ist, alles immer und jederzeit sagen zu dürfen.

und grenzenlos.

eben: bloggen, facebook, twitter. alles und überall.

und jetzt noch LeaksLeaks mit der radikalsten freiheit, die es je gab — ausprobiert an einer kleinen gruppe von menschen, die sich WikiLeaks zuordnen. alle infos raus, raus, raus! wir wollen ALLES wissen.
AAAAAAAAAAALLLLLLLLLLEEEEEEEEESSSSSSSSS!

und wenn unser projekt erfolgreich ist?

es muss erfolgreich sein, zweitklausens! … wir werden dann LeaksLeaks auf die ganze welt ausdehnen. auf alle menschen.

dann wird das paradies ja noch paradiesischer.

sicher: keiner wird mehr arbeiten. arbeiten wird ein neuer begriff sein. „arbeiten“ meint dann im neo-marx’schen neusinne die freiheit von jedweden zwängen, bis auf den einen.

was ist er, der eine (kleine) zwang?

man muss … also: … darf ständig und dauernd alles, was man über andere leute weiß, veröffentlichen. andauernd. 24 stunden.

aber nur in LeaksLeaks!

gewiss: LeaksLeaks wird dann das monopol bekommen. das weltlebensmonopol.

und wir beide sind die aufsichtsratsvorsitzenden und präsidenten als kaiser in personal-union.

das versteht sich doch von (uns) selbst.

so, nun höre aber auf.

warum?

du verstopfst jetzt internet-kapazitäten. die server laufen schon heiß. LeaksLeaks läuft aktuell schon voll mit dem scheiß des lebens.

oh, LeaksLeaks, du schönste aller schönen! du schönster scheiß als schiss, den man haben kann. LeaksLeaks, wir knien vor dir. nimm uns auf ins ewige reich des heils der höchschönöffentlichkeit.

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Den massiv kürzenden Kulturausschuss der Stadt Bonn besucht KLAUSENS

klau|s|ens, die dinge gehen zu ende!

gewiss: nicht nur in griechenland, spanien, portugal … sondern auch in deutschland, vor allem in den kommunen, besonders in bonn.

und nun?

nun droht der zwangshaushalt, wie in vielen kommunen. dann übernimmt der regierungspräsident das ruder.

also?

also wird jetzt schnell gekürzt und gekürzt, um voreilend noch das schlimmste zu reparieren.

aber wie konnte es in bonn so weit kommen?

das solltest du zuallerst frau ex-OB dieckmann fragen. und deren ganze verwaltung samt aller dezernenten und wichtiger führungspersonen. (führung? PAH!!!) … und zuerst die SPD, die diese dieckmann getragen hat.

und wen noch?

den kompletten stadtrat von bonn, mitglied für mitglied. alle parteien. was hast du getan? wie hast du reagiert? wann hast du wie protestiert? wann hast du zugestimmt? was hast du mit dir machen lassen?

und dann?

dann wäre die phase der säuberung beschritten. aber so weit wird es nicht kommen, weil sich alle gegenseitig decken und die dinge vernebeln. der WCCB-sumpf dampft und dampft und dampft. das fiasko ruft: „ich bin das fiasko. aber keiner will mich wahrhaben.“

und gestern?

gestern tagte der kulturausschuss, weil jetzt 2010 und 2011 und 2012 und 2013 usw. stark gekürzt werden wird. es wird immer weiter gekürzt … und nun auch in der „freien szene“, die vollkommen ausgeblutet werden wird, vielleicht noch nicht dieses jahr (erst 130.000 euro, als weicher einstieg ins große kürzen!) , sondern dann zwei, drei jahre später. es geht ans „eingemachte“. nach und nach werden sie zumachen, schließen, abdanken, sich verabschieden … alles wird ärmlich, kulturell ganz ärmlich.

wie viel sollen es denn werden?

8 millionen kürzungssumme bis 2013, davon 2,7 millionen bei den „freien“. darunter z.b. frauenmuseum, kleines theater bad godesberg, euro-theater central bonn, kunstverein, usw. usf. – die zahl der „freien“ in der kulturszene geht ja über die 40 noch hinaus.

mehr? sie bekommen mehr?

nein: weniger! streichen! weg! aus! finito! wusch! bumms!

aha: und dann war gestern in diesem kulturausschuss bestimmt die hölle los.

wieso meinst du?

weil doch alle diese freien theater und kunststätten und kinogruppen und tanzbewegungen … und was es alles gibt … dann doch da gewesen sein werden.

du bist klug. viele waren da, ja, ja. z.b. die chefin vom frauenmuseum, oder die geschäftsführerin vom bonner kunstverein. andere gesichter mehr. sie waren im publikum. klar doch!

und?

wie? und?

gab es einen aufstand, randale, protest, wilden lärm, aggression? gab es irgendetwas?

nein, sie saßen da – brav wie die lämmer.

sie lassen sich einmachen?

man muss es befürchten. vielleicht sind sie so geschockt.

aber die FREIEN müssten doch nun auferstehen und sich zusammenschließen und wilde feste und proteste veranstalten.

müssten. ja, ja. aber sie sind still wie fischlein zart. wahrscheinlich kämpfen alle einzeln. ein jammer. sie müssten ein einheit sein. die FREIE EINHEIT. und dann müssten sie sich lautstark melden. sie müssten die stadt anklagen für ihr versagen. sie müssten mit ihrer kultur das scheitern der stadtgeldkultur anpacken und aufgreifen und verreißen. sie müssten den normalen bürgern zeigen, was in den stadtgemäuern alles für seltsame dinge geschehen. (und frau dieckmann ist bei der welthungerhilfe immer noch nicht zurückgetreten!)

arme kultur.

mir tut die kultur auch so leid. mir tut bonn so leid. da wird eine sympathische stadt von schlechten politikern/-innen und verwaltungsfritzen/-innen planvoll ruiniert … und nichts ändert sich, außer dass weniger geld da ist. aber ansonsten bleibt alles brav … und die freie kultur schluckt die dinge wie andere leute bittere pillen. ungern, aber es geht ja kein weg daran vorbei. dreistellige millionen für das WCCB, fast alles im sand der gezeiten, und dann 8 millionen weniger für die kultur in bonn, bis 2013. welche ungleichgewichte.

wahnsinn !!! und dann noch die armen menschen mit HARTZ IV oder ALMOSEN V.

diese welt ist wirklich wahnsinn. und dann sollte man in jedem einzelfall untersuchen, wer welchen job warum bei der stadt bonn hat … und wie er dafür entlohnt wird.

da gibt es ja noch all die anderen institutionen.

sicher: kunstmuseum, theater/oper, beethoven-orchester, archiv, usw., usf., – die saßen gestern auch da, allerdings im ausschussbereich, weil sie quasi zur stadt gehören. sie sind qua position kulturexperten und sie leben von den geldern, die aus dem etat der stadt herausspringen. leute wie berg vom kunstmuseum oder weise, der intendant. (addlung, direktor beethovenhaus, saß im publikum, durfte sich dann aber am rednerpult mal offiziell vorstellen, weil er doch recht neu im amt ist.)

alles wird gekürzt.

man müsste für jede institution den geldschlüssel kennen. es gibt ja bisweilen mehrere spritzen. aber: so wird es noch einige zeit weitergehen. mit dem kürzen !!! dieses leben ist nämlich kein ehrliches mehr. der „selbstbedienungsladen stadt“ muss jetzt deutlich kürzer treten, und die freie kulturszene wird jetzt leiden, leiden, leiden.

sie sollen etwas machen!

ja, das sollen sie – aber das geld wird dadurch auch nicht vermehrt.

dann sollen sie mit goldeseln durch bonn ziehen.

eine feine idee. und sie sollen münchhausen noch herbitten. ja, zweitklausens. ja!

immerhin habe ich LIVE gedichtet.

das tatest du?

ja, das tat ich. und du doch auch, klau|s|ens. wir sind doch immer zwei. ich dichtete LIVE in dieser historischen sitzung des kulturausschusses, die ja auch ludwig krapf zum letzten mal in seiner funktion als dezernent erlebte. er ist ja bald „raus“.

ach herrjeh.

und kregel sah ich auch, den stadtdirektor, der das sinkende bonner schiff verlässt und nach hamburg geht, senatsverwaltung. zum 1.9. tritt er dorten an.

ach herrjeh, ach herrjeh.

wieso hast du eigentlich den raum bonn noch nicht verlassen?

ich verstehe: nur wer geht, bleibt. so ist bonn.

Protest auf FACEBOOK: CITY KILLS CULTURE! BONN!

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Einträge zu „Status Quo Vadis?“ von KLAUSENS beendet

klau|s|ens, gib doch endlich ruh‘ – es muss nun gut sein.

was denn?

ich will nichts mehr lesen, von der debatte, die eigentlich keine war.

du meinst zu „status quo vadis?“, oder wie??? dieses treffen zu bonn? kunst und kultur? alles das? (UNTERTITEL: „Wie verträgt sich öffentliche Kulturförderung mit zeitgemäßen Museen und Ausstellungshäusern?“)

ja, ja, sie haben nicht wirklich gestritten und geredet, es war – mit wenigen ausnahmen – alles nur ein „äußerlicher auftritt“.

aber heute hat sich doch auch noch der kulturstaatsminister geäußert.

der von ganz oben, von der regierung der?

der neumann hat sich für heute (8.2.2009) geäußert. man hat ihn wohl anlässlich der filmfestspiele interviewt (also nicht anlässlich von „status quo vadis?“ im bonner kunstmuseum zu bonn).

was sagte er?

der neumann? also, zu jaqueline boysen vom deutschlandradio berlin / deutschlandfunk? — u.a. das folgende:

Boysen: Verlassen wir mal das Terrain Berlinale und Film. Der Staatsminister im Kanzleramt ist als Beauftragter für Kultur und Medien für die Finanzierung wichtiger Kultur- und Kunstereignisse im Lande verantwortlich. Sie haben, Herr Neumann, den Etat in den vergangenen Jahren kontinuierlich erhöhen können und damit, wie einer meiner Kollegen hier im Deutschlandfunk so schön gesagt hat, „das Wunder von Bernd“ vollbracht. Auch für den nächsten Haushalt haben Sie eine Etatsteigerung angekündigt. Müssen Sie sich angesichts der Finanzkrise um die Finanzierung der Kultur Sorgen machen? Wie realistisch ist denn Ihr Versprechen, Ihre Ankündigung noch?

Neumann: Ja, da ich in den letzten zurückliegenden drei Jahren alle meine Ankündigungen eingehalten und sie mehr als erfüllt habe, gehe ich davon aus, dass auch der nächste Kulturetat des Bundes eine Steigerung vorsieht. Da bin ich optimistisch – wie überhaupt ein wichtiges Ziel zu Beginn meiner Amtszeit war, die Rahmenbedingungen für die Kultur zu verbessern. Und das fängt nun mal auch mit dem Geld an. Nicht alles ist mit Geld zu machen, aber es ist ganz wichtig, dass eine gewisse Grundsicherung da ist für unsere Kultur. Eine andere Frage ist, welche Auswirkungen wird die Finanz- und Wirtschaftskrise auf die Kultur insgesamt haben? Natürlich – irgendwie wird sie Einfluss nehmen. Aber auch hier ist das Fördersystem in Deutschland ein Vorteil gegenüber der Situation in Amerika. In den Vereinigten Staaten sind die Ausgaben für Kultur nur zu 10 Prozent etwa staatlich finanziert. 90 Prozent …

Boysen: Das Verhältnis ist bei uns anders herum …

Neumann: … ja, 90 Prozent müssen über Sponsoren und Spenden etc. hereingeholt werden. Dass dies in einer Wirtschafts- und Finanzkrise sich bemerkbar macht, kann man bereits in Amerika verfolgen: Leute werden entlassen, Museen und Theater sollen geschlossen werden. Dies alles wird in dieser Form bei uns nicht passieren, denn mehr als 90 Prozent der Kulturausgaben in Deutschland werden durch die öffentliche Hand finanziert – Länder, Gemeinden, Bund. Natürlich – wie gesagt: Es wird sich bemerkbar machen, aber das wird unser gesamtes Kulturfinanzierungssystem nicht auf den Kopf stellen. Insofern haben wir hier auch eine wesentlich gesichertere Ausgangsbasis als in vielen Ländern der Welt.

(gesamtes interview siehe hier: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/idw_d…)

also doch der staat, mit seinen 90%.

ja, der staat, der staat, der staat – keiner will ihn, alle rufen danach. „deutschland ist staat.“

ein schönes zitat von dir. aber das hebelt aber auch eines deiner kapitalkritischen gedichte von diesem symposium in bonn aus, zumindest für deutschland.

welches?

TONFALLVERÄNDERUNG
IM PUBLIC-PRIVATE-SPONSORSHIP

Hochtief

Copyright Klau|s|ens in allen Schraibwaisen und Schreibweisen, u.a. als Klau=s=ens oder Klau?s?ens oder Klau$s$ens, LIVE, am 6.2.2009, Freitag, gegen 10:58 Uhr, Kunstmuseum Bonn, bei „STATUS QUO VADIS?“, mit u.a. Stefan Gronert, Stephan Berg, Christina Végh, Bruno Brunnet (im Publikum), Thomas Steinfeld, Andreas Wiesand, Max Hollein , Ludwig Krapf (im Publikum), Pius Knüsel, Olaf Metzel (im Publikum), Gerhard Pfennig, Michael Samak, Ulrich Sauerwein, Andreas Siekmann, Norbert Sievers, Thomas Steinfeld, Regina Wyrwoll, Christoph Vitali. – Es redet Susanne Titz. © Klau|s|ens ĦķΩ7 Klau’s’ens = Klausens = Klau(s)ens= Klau|s|ens

aha, ich verstehe. du meinst den baukonzern HOCHTIEF? so war es intendiert. – ja, ja, das hast du fein erkannt: das kapital. die wirtschaft. public und private. alles das.

und deshalb habe ich nun auch noch ein bild gemacht: „bonner kunstdebatte“, welches auch wiederum zeigt, was es (nicht) zu zeigen gibt.

siehe auch: http://www.klausens.com/klausens-bei-sta…
und: http://www.klausens.com/seriello-olaf-me…

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Die Welt und KLAUSENS werden entkulturalisiert

klau|s|ens, du wirst jetzt klage führen.

du bist klug, zweitklausens – ja, es stimmt.

wessen willst du klagen?

heißt es nicht „worüber“?

das ist jetzt egal – also: wieder wird dir etwas genommen, fühle ich.

mir? – und allen!

was ist denn weg?

es handelt sich um diese lila schokolade.

ich weiß, die hat eine spezielle mischung, einen speziellen geschmack – die ist auf ihre art „einmalig“.

soweit der inhalt, aber die verpackung …

was wurde denn aus der verpackung?

die hat sich geändert!

wann denn?

ich weiß nicht – ich kaufte mir mal wieder die lila schokolade, und alles ist nun anders.

ist das lila verschwunden?

nein, nein, aber sie ist anders verpackt. das lila ist nun weniger papier und mehr kunststoff.

weiter?

sie ist anders verschweißt, sodass sich auch die form der schokolade geändert hat.

auch die form?

das rechteck ist jetzt länger. das im geschäft gesehene rechteck der äußeren verpackung.

noch was?

aber ja: es fehlt innen die alufolie oder das alupapier oder was das war. silberpapier?

das silberne papier?

eben! wie kann eine schokolade schokolade sein, wenn das silberne silberpapier fehlt …

… und außen herum plastikpapier ist?

genau das! niemand schreibt darüber! ich las nichts! keine titelseite! nichts!

und doch hat sich die welt gravierend verändert.

man hat mir mein leben unter den füßen weggezogen.

inwiefern?

alles, was war, ist nicht mehr.

was war denn?

das aufbrechen eine lila schokolade mit silberpapier, das war einmalig. das war kult.

und das haben sie dir nun genommen?

sie haben mir meine vergangenheit geraubt!

schlimm, schlimm. womit würdest du es vergleichen wollen?

… als die TELEKOM uns die gelben telefonzellen klaute … und sie durch unscheinbare magenta-grau-dinger ersetzte, das war auch so ein anschlag.

die kultur formt uns – und dann lässt sie uns im stich!

es sind alles amputationen. tiefe einschnitte in unsere existenz!

man müsste etwas tun.

was denn?

ich weiß es nicht. vielleicht wäre es ein erster schritt, wenn wir das wort „entkulturalitisation“ dafür prägen. du kennst doch unsere wortschöpfungen im „eigenlexikon“. http://www.klausens.com/wortschoepfungen…

ja, ein neues wort: entkulturalitisation! ja, das passt! für die schokolade! und auch für anderes.

schön! dann haben wir einen kleinen schritt getan.

wir haben aber noch ein problem.

welches denn?

es könnte sein, dass man uns in 20 jahren dieses schöne wort einfach nimmt, so wie das silberpapier … einfach nimmt … und dann heißt es „entkulturalizidierung“.

es ist erschreckend, wie wir überall in unserem selbstverständnis beständig bedroht sind.

iss‘ noch ein stück. das hilft!

ja, wegen der feriperizerimone! ja, ja!

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