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Zu den Plädoyers im Kölner Kunstfälscherprozess schreibt KLAUSENS

klau|s|ens, gab es überraschungen?

nein, seitdem die „verständigung“ feststeht, scheint alles klar und geritzt. die staatsanwältin plädierte auf und für ihre strafen … die verteidiger wollten gerne milde oder mildere strafen … also zeitlich gern etwas weniger.

konkret?

die staatsanwältin kathrin franz wollte 6 jahre für den maler wolfgang b., 5 jahre für den krefelder unterhändler otto s.-k.,  4 jahre für die ehefrau des malers, helene b. … und zwei jahre auf bewährung für die schwester von helene: für jeanette s., die hier und da nur mithalf.

so war es doch schon lange gesagt und abgemacht und durchdacht.

heute wurde es eben offiziell noch aufgestellt. es sind eher formalia. aber man hofft ja doch auf brosamen der erkenntnis.

danach?

danach, sage es!

… kamen die anwälte. sie forderten milde, aber nie konkret. sie redeten so, sie redeten so. lediglich der anwalt des otto s.-k. nannte 4 jahre und 6 monate als möglich. der ton war bei allen höflich und teils umständlich und auch gerne noch freundlich bittend.

sie wollen also noch ein paar monate rausschinden, darum geht es. aber sie wissen: zu fordern gibt es hier nichts.

gewiss, noch ein bisschen stimmung machen, so oder so … vielleicht hilft es ja. vielleicht bekommt man 6 monate noch runter, von den strafwerten.

gemäß der devise: das gericht kann etwas milder sein als die staatsanwältin.

die staatsanwältin ist ja schon milde, weil sie bei genau den höchststrafen blieb, die man vorher besprochen hatte. die milde war inhalt in der absprache zuvor. warum hätte sie heute diese milde noch unterbieten sollen? – die ausgehandelten höchststrafen sind aus ihrer sicht doch das ende der fahnenstange bzw. des malerpinsels.

in 14 fälschungs- und verkaufsfällen?

ja, nur 14. das war die prozessbeschränkung. für jeden fall wurde aufgelistet, wer der vier wie beteiligt war … bzw. für jeden der vier, wann er wo und wie was gemacht hat, bei den 14 bildern: fall 1, fall 2, fall 3, fall 4 … so ergeben sich dann die strafen. nicht durch addition, aber doch durch zusammenhäufeln der straftatmasse.

die anderen fälle, jenseits der 14?

die wurden ja eingestellt. demnach geht es nur um 14 falsche bilder, die man in den verkauf brachte.

wie ungerecht!

die anderen faslchbilder dürfen für die strafbeimessung und -zumessung keine rolle spielen, hieß es seitens der anwälte.

wer sagte das?

das sagte anwalt gillmeister aus freiburg, er sprach als letzter.

wie sprach er?

er sprach schön: frei, an die stuhllehne sich von hinten stellend, die stuhllehne greifend, und dann frei sprechend, auch akustisch gut, mit ein paar notizen. das kam gut.

wie machte er das?

hintergrund: er war am morgen beraubt worden, u.a. das plädoyer hatte man ihm entwendet, aber auch die brille, und viele dokumente, personalausweis, führerschein, die übliche liste. alles weg.

der anwalt ist also auch opfer?

an diesem tag wurde er opfer. der prozess musste später beginnen. aber dafür sprach er dann brillenlos und frei sein plädoyer. und ich würde sagen, dieser vortrag war von stil, ton und inhalt der gehaltsvollste. somit auch der beste.

du willst die anwälte jetzt bewerten?

nein, nein, aber der intellektuelle ertrag ist oft doch mager. man nehme den „strafverteidiger“ als typus. dieser typus wird durch die prozesse und die klienten, die er betreut, etwas „abgewetzt“ … manchmal auch „abgewichst“ – aber es gibt auch kluge erscheinungen unter ihnen. das wolllen wir immer feiern.

aber was wollten die anwälte, in ihrer gesamtheit?

sie wollten weniger, vielleicht, hoffentlich, eventuell: weniger. etwas weniger strafe. und sie führten dieses und jenes an, was mich als gericht nie umstimmen würde. einfach, weil ich ja weiß, was sie da spielen. das gericht kann dann nur den eigenen sympathiewert für die angeklagten walten lassen. die plädoyers der verteidigung werden eher wenig bewegt haben.

wird es das tun? milde sein? das gericht? also noch milder als die höchststrafen, die man schon ausgehandelt hatte?

wir wissen es nächste (kommende) woche donnerstag. eigentlich ist der prozess nur noch mäßg interessant, weil alles ja in den bahnen läuft, die seit dem deal vorgegeben sind.

haftverschonung?

wurde gefordert, ja, ja – raus aus der untersuchungshaft und dann unter auflagen schon rein ins leben. das scheint möglich. auch das.

unsere gedichte? http://www.klausens.com/klausens-und-der-grosse-koelner-kunstfaelscherpozess.htm

die gehen weiter. wir versuchen an erkenntnis rauszuholen, was möglich ist, klau|s|ens.

danke, zweitklausens. ich merke, dass du von dem prozess doch etwas enttäuscht bist.

dazu morgen mehr.

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Der Tod von Gaddafi und der Kölner Kunstfälscherprozess und KLAUSENS

klau|s|ens, erst hat er noch gelebt, angeschossen, dann war er tot.

wir wissen es nicht.

aber sie sagen so. es soll auch bilder geben.

sie sollen ein video gemacht haben, und daraus dann bilder geschnitten haben …

also: es stimmt.

oder es stimmt nicht.

wie meinst du?

sind nicht viele dieser personen real und doch fiktional? laufen sie nicht jahrelang durch kameras wie inszenierungen einer kunst? war gaddafi nicht selber der fälscher seiner eigenen kunst?

so weit willst du gehen?

fiktion und wahrheit sind eins oder keins. echt und falsch ist wahr und unwahr. wir wissen es nicht. aber wir wollen, dass die nachricht vom tod gaddafis echt ist.

wollen wir das?

wir wollen nicht belogen werden. nicht von den medien, nicht von der kunst. wir wollen nicht, dass gaddafi eine puppe war, die andere haben für uns und vor uns zappeln lassen.

oder osama bin laden.

auch bei diesem ist vieles ungewiss, noch mehr als bei gaddafi. osama könnte eine amerikanische fiktion sein. gaddafi hingegen könnte später erst zu einer geworden sein.

dann ist alles falsche auch wahr.

so ist es immer, auch bei jenen bildern.

du meinst den kölner kunstfälscherprozess.

ja, den meine ich, der nun so rasant auf das urteil hinausläuft.

vielleicht ahnten sie den tod von gaddafi.

du willst zwei sachen künstlich zusammenbringen.

da ist es doch: das wort künstlich. dazu unsere gedichte: künstlich. http://www.klausens.com/klausens-und-der-grosse-koelner-kunstfaelscherpozess.htm

sie streiten sich jetzt.

die bande? die vier angeklagten?

nein, die im gericht: staatsanwaltschaft, der vorsitzende richter und die anwälte, z.b. der anwalt birkenstock.

sie streiten sich? ich dachte, alles ist durch.

gewiss, aber die frage ist ja „wie“. immer „wie“. die staatsanwältin wollte noch dokumente einbringen, also verlesen lassen. dokumente aus den akten. sie fragte das an. (es muss ja alles vorgetragen werden, damit es auch in den prozess reinkommt. mündlichkeitsprinzip.)

sie wollte etwas vorlesen?

der richter hatte doch auch, am mittwoch: ein paar verhöre (auszugsweise) und ein paar rechnungen. man braucht ja etwas „fleisch“ in diesem prozess. etwas muss ja da sein, worüber man urteilen kann. wenn schon keine zeugen kommen, von den 160 oder 164 oder wie viele das waren … oder hätten sein sollen … dann ein paar dokumente, die zeigen: es wurde verschoben, es wurde geld bewegt, und die leute von der kunst waren doch da sehr großzügig, sehr naiv, oder auch sehr bewusst, wenn es darum ging für sammler bilder zur organisieren.

aber was war dann das andere?

da ging es um die eine angeklagte, diese jeanette s. – und dann sollte zu der noch ein mann hinzu – und dann haben wir jeanette und einen ungläubigen thomas … und ging es da nicht um eine rechnung? war die nicht schon älter? sollte das dokument nicht beweisen, oder versuchen zu beweisen, dass es um eine „bande“ geht, weil da und dort doch mehr vorsatz war. sollte da nicht noch eine nächste „sammlung“ geschaffen werden? eine weitere? konnte man das nicht aus dem dokument schließen? sollte die dritte sammlung nicht neben der  scheinsammlung jägers und der scheinsammlung knops auch noch existieren? eine dritte sammlung? doch: diese dinge schienen es mir zu sein.

gut, die staatsanwältin erwägte das wohl …

ja, ja, sie hat es erwogen, sie hat angefragt, ob man es einbringen solle. vorsichtig. sie suchte konsensus, auch mit dem richter.

und dann?

dann wird der bärige herr birkenstock ganz unbärig, also forsch, und der richter erregt sich dann über den herrn birkenstock, und plötzlich flimmert alles. die fugen wackeln, unter der gürtellinie tobt das wasser des möglichen orkans. birkenstock scheint die akten nicht zu kennen … denn die blatt-sache der staatsanwältin ist aus den akten.

das sind aber auch viele, diese akten. wer soll die alle ganz genau kennen?

aber die staatsanwältin wusste, was sie wollte. „wer die akten kennt, kann.“ (neues klausensisches zitat!) aber so dann auch nicht. weil das diese „verständigung“ wieder gefährdet hätte. denn alles, was man neu einbringt, schafft ja wieder neue zustände und abstände. dann muss neu befragt und verhört und gedacht werden, und schon haben wir einen anderen prozess, als den geplanten. das macht vielleicht alles zunichte, auch den abschluss der beweisaufnahme. solches spielt da mit. frage: gefährdet das verlesen eines dokumentes, von dem die verteidigung noch gar nichts rechtes weiß oder ahnt, den prozessverlauf?

du scheinst wenig konkrete ahnung von den fakten der akten zu haben.

aber ich kann erahnen. auch das ist „ahnung“. gewiss: ich kennen die akten leider nicht, die alle anderen kennen (oder kennen sollten). aber ich kann zumindest LIVE den streit sehen. und ich kann da stimmungen erfühlen. ich kann kombinieren.

dem richter floss da etwas der prozess davon, am mittwoch. ganz plötzlich war alles anders, als es hätte sein sollen. die staatsanwältin franz brachte das gleichgewicht des prozesses in seinem so schön gedachten „deal“ leicht aus dem lot.

eventuell, eventuell wäre es so gekommen. aber der herr RA birkenstock wollte das dokument erst sehen, bevor etwas passiert, es kennen, und dann war dieser eine rechtsanwaltmann da eher wütend und fordernd, das machte aber den richter wütend und fordernd, und die staatsanwältin ist eher leicht und zart und ruhig, aber dennoch bestimmt und durchdacht. die aber schwamm nun auch dahin. wer konnte das erahnen? wegen einem zu verlesenden blatt papier?

so schwammen alle kraulend und japsend dahin.

nein, nein, so schlimm noch nicht … aber da war wut und fahrt, und der richter wollte ewig verhandeln, zumindest theoretisch, wenn jetzt alles wieder aufgeschnürt wird / würde – und der herr birkenstock spielte die durchsetzungskraft, die der andere später-verteidiger vom kachelmannprozess ihm vorher abgesprochen hatte. (du erinnerst: verteidiger schwenn. mannheim. freispruch. jörg kachelmann.)

und dann wird der anwalt mal laut! LAUT!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

das ist die taktik: irgendwann wirst du einfach laut, und schwupps werden alle zögerlich: so arbeiten anwälte.

und dann wird der richter laut, weil der sich immer jovial gibt, und dann kann er nicht ab, wie sich der herr birkenstock gebärdet, wo doch klar ist, warum die staatsanwältin dieses dokument verlesen lassen wollen würde. birkenstock aber schien sich absichtlich auf dumm zu stellen. das ärgerte den richter so sehr. man will den prozess schön und zügig beenden, und dann solche dinge.

so also geht’s hin, so also geht’s her. dann die pause. und am ende hat es die staatsanwältin nicht verlesen, das dokument nicht eingebracht. in den prozess … jenes dokument um die angeklagte jeanette s. – die anwälte hatten daraufhin den part der siegesgewissen.

aber es war unruhe.

gewiss, es waren menschliche züge. charaktere, die tagelang ringen. so eine „verständigung“ ist ja nicht per se leicht. vielleicht musste man sich auch mal abreagieren … und bald ist dann alles vorbei. morgen noch der freitag und dann vielleicht der nächste freitag … und das war’s.

dann müsste morgen schon plädiert werden.

au ja, morgen wird wohl plädiert. – ich meine, herr gaddafi war ein guter diktator. man darf nicht nur das schlechte sehen. er hatte ja auch mal eine antiimperialistische ader und sein GRÜNES BUCH …

ja, ja, die diktatoren der welt, die prozesse der welt, die kunst, die kunstfälschung und das wahre leben als andauernde fälschung.

man müsste das „wahre leben“ für 30 millionen verkaufen können auf dem kunstmarkt, und dann wäre man berühmt und man hätte es geschafft.

ICH HABS!!! wir lassen unser leben als kunstwerk versteigern, klau|s|ens. morgen rufen wir bei lempertz (prof. hanstein) an, sie sollen uns und unser leben versteigern. für millionen.

als fälschung? sollen sie sagen, dass unser leben eine fälschung ist?

sie können doch bei gaddafi anfragen, als experten. gaddafi wird unser wahrheitsexperte, der beweist, dass wir keine fälschung sind, oder doch: dass wir eine super fälschung sind!

aber der ist doch angeblich tot. 20.10.2011. gaddafi finis. – und: 27.10.2011: vielleicht hat der kunstfälscherprozess sein finis. alles tot.

mir gehen deine gedanken zu sehr durcheinander. wie kann man den kölner prozess und den tod gaddafis zusammenbringen?

ach, jetzt kommen die herren „zensur“ und „denkverbot“. vielen dank aber auch!

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Das allmähliche Auslaufen des Kölner Kunstfälscherprozesses erlebt KLAUSENS

klau|s|ens, gestern war es eher zäh für die zuschauer in diesem prozess.

für die öffentlichkeit insgesamt, wozu auch die medien gehören.

aber wieso?

… weil der prozess eher hinter den türen als vor den türen stattfand. zuerst fing es später an als geplant

… fast eine stunde.

das hing wohl mit der verspätung zweier anwälte zusammen, die aus dem fernen freiburg kamen, aber nichts dafür konnten, weil es offenbar einen „personenschaden“ gab, auf der strecke, sodass es zu dem veränderten ankommen des zuges in köln dann führte.

danach?

danach war kurz etwas vom prozess, sehr kurz, wenige minuten nur, denn es sprach kaum der richter und er übergab dann CDs mit den vielen dokumenten, die alle brauchten – 8-fach war diese CD (doppel-CD) wohl hergestellt worden -, dann war es schon fast wieder vorbei.

… für die öffentlichkeit.

eben, denn nun trat man die phase der „erörterung“ zwischen den prozessbeteiligten. da sollte dann auf wunsch der staatsanwaltschaft abgeklärt werden, wie der stand der dinge in diesem prozess nun ist, wie diese verständigung läuft und alles das.

das findet dann ohne öffenltichkeit statt.

genau, so wartet dann die öffentlichkeit und wartet, und dann ist es schon fast halb zwei (13:30 uhr) ….

… als die tür zum saal aufgeht.

nun denkt man, es ginge weiter, aber nein, der prozess wird bis 15:00 uhr unterbrochen. mittagspause.

das ist nicht viel ertrag für die öffentlichkeit.

aber offenbar für den prozess. denn dann hieß es, es werden keine der 168 oder wie vielen zeugen geladen. null. nix. niemand. finito. aus.

das hattest du doch schon vorher so gesagt.

du doch auch.

dann wird der große prozess nun vollends kleingekocht.

ja, am 28.10.2011 soll spätestens das urteil fallen. dann wäre alles aus und vorbei. plädoyers nächste woche. also heute in einer woche am freitag. (gestern gab es für die öffentlichkeit noch kleine nachgeständnisse oder erweiterungen oder präzisierungen durch die angeklagten. das hatte man wohl vorher unter richtern, staatsanwälten und verteidigern so ausgehandelt.)

köln hat also bald wieder ruhe, der kunstmarkt hat ruhe, niemand wird weiter gerupft. die experten, die auktionshäuser, einige galerien. alle haben ruhe. niemand kommt vor gericht. niemand erscheint. (ein paar zivilprozesse zu diesem kunstfälscherkomplex laufen dann eher still noch weiter.)

über alles werden mäntel und decken gebreitet.

die kunst verschwindet hinter ihren fälschungen.

die welt hat gelacht. nun beginnt sie der kunst wieder zu glauben. man wird wieder kaufen und kaufen.

mit wolfgang b. und co wird es zugleich verhandlungen um drehbücher und filmrechte geben. was für ein stoff! was für ein fälscher!

aber das, was uns interessiert, werden wir in diesem prozess nicht weiter erfahren.

so wurde aus dem großen kölner kunstfälscherprozess dann der „kleine kölner kunstfälscherprozess“.

und wir haben unsere homepage völlig falsch benannt: http://www.klausens.com/klausens-und-der-grosse-koelner-kunstfaelscherprozess.htm

und unsere LIVE-zeichnung, die man hier in diesem blog(g) sehen kann?

die ist LIVE, ja, ja, aber nicht während des prozesses gemacht, sondern außerhalb, in der pause, noch im landgericht, aber nicht im prozess selbst … weil ja die öffentlichkeit gestern so wenig von allem hatte.

es ist eine kunst, die kunst aus allem rauszuhalten.

in köln soll es zumindest in etwa gelingen. der prozess geht zuende. im oktober 2011 hat die kölner kunst wieder ihren gewohnten markt.

warum tut die justiz uns das an? warum?

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Mit weiteren Berichten zum Kölner Kunstfälscherprozess meldet sich KLAUSENS

klau|s|ens, es gäbe weiteres zu berichten?

zu berichten ist immer unendlich. ein prozesstag bietet so viel an stoff.

was meinst du?

zum einen die idee, man habe nicht auf großem fuß gelebt.

wer sagte das?

wolfgang b., der fälscher und logistiker der vier angeklagten.

warum?

weil die presse so vieles falsches schriebe.

stimmt das?

die presse schreibt immer falsch, auch wir schreiben falsch. denn nichts wird der wahrheit gerecht. wahrheit selbst ist aufgesplittet in interessen und sichtweisen. – die frage ist nur: schreiben wir absichtlich falsch, schreiben wir aus oberflächlichkeit falsch … oder schreiben wir falsch, weil wir es nicht besser wissen konnten?

können die journalisten und journalistinnen es denn besser wissen?

viele: ja. aber dann müssen die redaktionen denen auch geld zahlen, um das alles sauber zu recherchieren. (und die journalisten müssen auch einen selbstauferlegten qualitätsanspruch an ihre arbeit haben. das ist bei vielen leider nicht der fall.)

hat die familie von wolfgang und helene b. denn nun „auf großem fuß“ gelebt?

das wissen wir nicht. das haus in freiburg schien dann doch sehr teuer gewesen zu sein. aber ob sie die menschheit mit „rauschenden partys“ überschüttet hat, diese familie b. – das scheint wohl eher nicht so gewesen zu sein.

und das anwesen in frankreich, bei montpellier?

da haben sie viele jahre angeblich eher vor sich hingewohnt. man kann bescheiden leben und glücklich sein. geld kann helfen, geld kann einen aber in langweilige kreise führen. man kann geld haben – ohne es auszugeben. und umgekehrt. und man kann ein schiff von 25 meter länge auch mal verschenken. (so behauptete es wolfgang b. von seiner yacht. er habe diese verschenkt.)

und der mann aus krefeld?

der meinte, er habe schon mal geld vergeben, an frauen. die wussten, was sie an ihm hatten. dann haben sie den wohl angerufen und er hat dann mal unbürokratisch geholfen.

also macht geld doch freunde.

ja, falsche freunde, die wissen, wo man es holen kann. brisant an der aussage von otto s.-k. war ja auch die nähe zu einem museumsdirektor, dem er geld geliehen habe, 150.000 EURO oder so, wovon er bis heute nur einen kleinen teil zurückbekommen habe. so sagte der angeklagte.

dann sind in der kunstszene seltsame verschwiegerungen und verschwägerungen möglich?

es kann offenbar sein, dass sich jemand geld von einem holt, der mit gefälschten bildern geld verdient.

frage wäre, ob der museumsdirektor davon wusste.

das sind diese fragen. man denkt sich vieles zusammen, aber man weiß: es sind immer auch dinge nachzuweisen. sonst macht es keinen sinn. sonst wird daraus schnell üble nachrede. und doch denkt man: ey, ey, wie die dinge „bei künstlers“ so laufen. ey, ey.

war denn noch etwas auffällig?

ich erinne an eine expertise, zu einem wohl gefälschten bild (damals galt es noch als echt), von einem fachmann, die dann erneuert werden musste.

warum?

man stritt um die jahreszahl. es war die frage nach 1929 oder 1927. da sahen die einen die eine zahl, der experte zuvor die andere zahl. dann musste die expertise neugemacht werden.

dann hatte der experte eine falsche zahl gesehen?

so scheint es zu sein. es gibt bilder, da werden die zahlen ganz wild gemalt, sodass man diese kaum erkennen kann.

war das in diesem fall so?

wir sagen dazu nichts. wir stellen nur fest, dass man eine expertise neu machen lässt, weil der experte eine falsche jahreszahl „gelesen“ hat. so ist die welt der expertisen gestrickt.

stimmen unsere gedichte denn? http://www.klausens.com/klausens-und-der-grosse-koelner-kunstfaelscherprozess.htm

sollen sie das denn? erfassen sie denn nicht stimmungen, gedanken und zustände um diesen prozess? sagen sie nicht etwas ganz anderes und dadurch eventuell viel mehr aus … als die realität? (also als die angebliche realität des nüchternen prozesses.)

das ist meine meinung: falsch und wahr sind beide wahr und falsch.

eben: so funktioniert die welt – aus philosophischer sicht. oder aus künstlerischer.

ein neues klausensisches zitat also: FALSCH UND WAHR SIND BEIDE WAHR UND FALSCH.

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Die Einlassung des Krefelder Angeklagten im Kölner Kunstfälscherprozess hört KLAUSENS

klau|s|ens, nun also der vierte angeklagte bei seinen einlassungen oder auslassungen.

gewiss: sie wollten ja offen und ehrlich auspacken. (wegen dem deal! und: wegen des deals – die grammatik erlaubt ja beide fälle bei „wegen“).

der deal in diesem kunstfälscherprozess.

so die idee, weil es dann kürzer wird, nicht mehr 40 + x verhandlungstage, und weil man keine oder kaum zeugen braucht, und weil dannn die justiz schneller durch ist, mit allem. und köln auch. der kunstmarkt erst recht.

und was macht er, der kunstmarkt?

du redest so wie alle „der kunstmarkt“. als wäre das eine person, und eine gebrechliche und bedauernswerte dazu.

aber der kunstmarkt soll sich doch ändern. er soll gut werden, und anständig, und sauber, und voller guter und weiser experten, die nie auf das geld schauen.

der kunstmarkt und der bankensektor stehen sich wohl doch nicht so sehr nach: nach außen hin ist alles schick oder dezent-fein, irgendwie sauber, irgendwie reich … und doch wohnen in diesen bereichen die schlimmsten betrüger und geldmacher. sie sehen nur nicht wie bankräuber oder einbrecher oder betrüger oder hochstapler aus.

du meinst diese fälscher?

nein, nein, nicht nur … auch die, die abkauften. oder versteigerten. oder versteigern ließen. oder expertisen ausstellten. oder haben wollten.

ach, das hatten wir doch schon! dieser prozess wird die welt nicht ändern. dennoch: wir wollen alle geständnisse hören.

heute kam jedenfalls als letzter der vier der mann aus krefeld, eigentlich mal aus thüringen, aber in den letzten jahrzehnten krefeld. (zwischendurch mal ägypten, auch eine firma auf ibiza. aber eigentlich doch krefeld. wohl auch von der inneren heimat.)

ja, dieser otto s.-k.

dieser mann sollte heute als letzter „auspacken“.

tat er es?

so wie die anderen drei auch: da ist die erklärung, die ist auf papier … und in der zeit sind kaum mehr als 20 oder 25 oder 27 minuten vorgesehen. was soll in dieser spanne schon berichtet werden? (lies doch mal ein buch, und dann überlege, wie viele seiten du in der zeit von unter 30 minuten schaffst.)

so wenig wird „gestanden“, vor gericht? von der zeit?

man kann die leute ja auch nicht überfordern: die richter, die schöffen, die staatsanwälte, die verteidiger der anderen – deshalb sind diese einlassungen nie lang, sondern nur irgendwie angemessen. (man darf ja auch noch fragen stellen. später im prozess.)

und der letzte im bunde, unser krefelder, der schon 68 ist, was sagte der denn?

der sagte selber nichts.

wieso denn? ist er stumm?

er ließ vorlesen. von seinem anwalt pohlen.

der anwalt las vor?

das könnten taktische spielchen und wahrheiten sein. die idee ist: der mandant ist beschädigt. er ist krank. er ist psychisch angegriffen. deshalb kann er selber nicht lesen. so tat es sein anwalt. das lesen. (und sprach dann auch als otto s.-k.-„ich“ von dieser beschädigung des angeklagten.)

aber das wird am inhalt nichts geändert haben.

die inhalte werden bei allen vier angeklagten jeweils mit den anwälten durchgesprochen worden sein.

na also, dann ist doch die frage, welchen inhalt dieser anwalt für seinen mandanten aus krefeld vorlas.

es war nicht essentiell neues. (abgesehen von der aussage, dass er sich als haftgeschädigt bzw. „knastgeschädigt“ empfindet. u-haft ist ja auch eine besondere haftform.) aber sonst war alles sehr glatt. – nach den aussagen von wolfgang b. und helene b. konnte man noch auf echte zerwürfnisse hoffen, wenn man als prozessvoyeuer dächte … aber heute wurde alles glattgebügelt.

wie?

zum beispiel, dass er, otto s.-k, und helene b. sich nicht mochten, das beruhte auf gegenseitigkeit. ja, ja, man habe sich auch insgesamt nur 10 x etwa gesehen, in all den jahren. aber nicht mehr. antipathie. ja, ja, das ist doch normal. das kennt jeder.

wozu führt das? beim zuhören?

man sieht es als normal an: zwei menschen, deren chemie nicht stimmt, die aber über wolfgang b., den fälscher, auch irgendwie verknüpft waren und dann auch das nötigste zusammen machen mussten, sich aber doch meist aus dem wege gingen.

und der andere vorwurf, er habe erlös-geld statt an wolfgang b. in die eigene tasche gesteckt?

auch das wurde bestritten. otto s.-k. habe stets nur seine 20 %-anteil genommen und bekommen, vielleicht noch auslagen und spesen, aber er habe den wolfgang b. da nicht beschummelt.

dann ist alles rein und gut.

wenn man es „bandentechnisch“ sieht, ist alles glattgebügelt. wolfgang b. sagte später noch, es waren auch mal nur 15 % provision, die dieser otto s.-k. bekam. das habe es in einzelnen fällen auch mal gegeben. (es geht ja um 55 falschbilder, von denen 14 in diesem prozess behandelt werden. aus prozessökonomischen gründen hat man sich beschränkt.)

dann sind sich alle einig?

auf der oberfläche ist alles eitel sonnenschein. wolfgang b. wurde auch heute als der macher der entscheidungen bezeichnet.

wie?

er legte fest, welches bild wann und wie auf den markt kam. er legte den preis fest, auch mit einer gewissen spanne. und wenn der dann unterschritten wurde oder werden sollte, musste o. s.-k. immer rücksprache halten. (meistens telefonisch.)

ach so.

ja, ja, aber wolfgang b. hat sich nie aktiv mit verkaufen, mit galerien und mit auktionshäusern befasst.

aber er war der festleger.

so ist die marschroute, die auch aus den anderen geständnissen = einlassungen vorher im prozess schon deutlich geworden war.

dann ist der rahmen grob gesteckt.

das kann man sagen. die staatsanwaltschaft fragte denn auch an, ob man nicht zusammenkommen könne, im kreis der direkten prozessbeteiligten, um das mal zu bewerten, was man bis hierher gehört hat.

weshalb?

die frage ist doch, ob die einlassungen genügend offen und ausführlich sind, damit der „deal“ auch ein deal bleibt. man kann diese sache auch wieder rückgängig machen, wenn die angeklagten nicht als geständig genug scheinen oder neue vorwurfs-dinge bekannt werden.

und?

die staatsanwaltschaft hat da offenbar redebedarf.

und du?

ich schrieb „bei der linguistischen ausprägung der rechtsprechung kann es sich bisweilen um eine lockere plauderei handeln“. (Copyright Klau|s|ens in allen Schraibwaisen und Schreibweisen am 11.10.2011, Dienstag, Landgericht Köln, Saal 7) Siehe auch: http://www.klausens.com/klausens-und-der-grosse-koelner-kunstfaelscherprozess.htm

ein zitat?

ja, ab jetzt ein zitat von klau|s|ens und zweitklausens.

worauf bezieht es sich?

dass man später nach der einlassung auch locker sprach, hernach. die angeklagten konnten und wurden vom vorsitzenden richter befragt. so ging es um ein 25-meter-schiff, was wolfgang b. mal besessen hat und was auf mallorca lag. auf/in andratx (gesprochen „andratsch“).

aha.

da geht es dann auf einmal sehr locker und leicht zu, im gericht.

und was denkst du dann?

ob es die „columbo-taktik“ des richters ist? man gibt sich immer wieder jovial und allgemeinmenschlich, beobachtet aber zugleich genau die angeklagten und deren reaktionen. man baut so vielleicht die falle des verstehens auf.

aber du weißt es nicht? mit der taktik oder dem plaudern als solchem?

nein, du denn?

nein, ich weiß nur, dass morgen vollmond sein soll.

das ist mal ’ne ehrliche ansage.

HOMEPAGE VON KLAU|S|ENS: http://www.klausens.com

Zum Holzschnitt oder Linolschnitt im Kölner Kunstfälscherprozess äußert sich KLAUSENS

klau|s|ens, es gibt wohl immer noch etwas zu schreiben und zu berichten über diesen prozess.

es stecken viele dinge drin, gewiss. da sind feine details.

du meinst, wie man bilder fälscht und wie man die fälschungen entdeckt.

das kunsthaus lempertz soll ja nun eine ganz tolle und neue maschine haben, um alles zu prüfen und zu checken.

ach ja, die technik.

wolfgang b., der große fälscher und angeklagte, meinte bei seinen auslassungen im prozess am dienstag, die technik und die entwicklung der technik mache das fälschen immer schwerer.

meinst du?

meinte er! zugleich aber glaubt er, dass er selber mehr erkennen könnte als maschinen und experten. schon nach wenige minuten will er vieles an einem kunstwerk durchschaut haben, die fälschung erkannt haben … einfach als geübter kenner der materie.

das sagte er?

ja. und: man müsse nämlich verdammt viel wissen. über den künstler, die werkgeschichte, die materialien.  über alles. – und nur eine einzige expertin (aus amsterdam) habe ihn bislang richtig überzeugt, weil diese schicht für schicht seine fälschung abarbeitete, analysierte … und dann genau so dargestellt hat, wie er sie selber auch zuvor anfertigte. – aber sonst seien die „experten“ eher wohl keine! die masse der experten könne fälschungen ja gar nicht erkennen!

und was sagen die experten, also „experten“?

deren ruf ist ja geschädigt. und sowohl wolfgang b. als auch seine frau helene b. zeigten sich äußerst überrascht, wenn nicht sogar empört, wie leicht sie mit ihren fälschungen den markt betreten konnten. sie hatten ja mehrere bilder im programm, die als verschollen galten. genau diese wurden von wolfgang b. also gefälscht. aber genau diese tauchten dann auch zeitgleich mehrfach auf dem markt auf. eine schwemme einst verschollener bilder. diese schwemme verschollener malereien muss jeden stutzen lassen.

gewiss, man kann sich wundern und wundern. aber man kann auch leichtgläubig sein, weil alles so sehr stimmt. diese vermeintliche „sammlung jägers“ erklärte doch so vieles.

eben: auf der rückseite der bilder dann wiederum ein aufkleber des bekannten alfred flechtheim, der damals in den 10er, 20er, 30er jahren anerkannter kunsthändler und sammler war, bis die nationalsozialisten ihn böse ruinierten.

ach ja, dieser berühmte aufkleber hinten auf den bildern, der dann aber als falsch enttarnt wurde. (deshalb und wegen dem titanweiß flog man doch auf!)

gewiss, nicht nur die bilder waren falsch, auch die legende. und dazu gehörte der aufkleber.

und nun? was meinen die experten zu dem aufkleber?

die probleme in kunstkreisen sollen sogar so weit gegangen sein, dass dieser aufkleber von einzelnen fachleuten als „holzschnitt“ bezeichnet wurde, wobei es doch ein linoldruck war. (hoffentlich verwechsele ich jetzt die dinge nicht! so habe ich es in erinnerung, aus dem prozess.)

was heißt das? holzschnitt? linoldruck?

es gibt menschen, die im kunstmarkt ganz wichtig sind, die als experten auftreten, aber den unterschied zwischen holzschnitt und linoldruck nicht (er)kennen. (zudem wurde noch experten-erdichtet, wonach die gestaltung des aufklebers von max pechstein stamme, wodurch der aufkleber selbst höchste weihen erhielt. lächerlich!)

wie findest du das?

ich finde es nicht überraschend, weil die welt voller blender ist. auch wir zwei sind blender, zweitklausens. allein unsere gedichte: http://www.klausens.com/klausens-und-der-grosse-koelner-kunstfaelscherprozess.htm

ja, meinst du?

natürlich auf eine ganz andere art. wir blenden und blenden nicht. – aber: auch wir spielen mit wahr und falsch, mit kunst und können, mit wissen und nicht wissen, mit kenntnis und unkenntnis.

aber dieses spiel ist teil unserer kunst.

eben: und nun sieh es doch mal ganz neu!

wie denn?

diese „experten“, die durch die kunstwelt geistern …

ja, was ist mit denen?

… die spielen experten. es sind in wahrheit künstler, deren kunst darin besteht, den experten zu spielen.

genial!

das finde ich auch. da kann keine performance von joseph beuys oder otto mühl je mithalten. ein künstler, dessen kunst es ist, experte zu spielen und alle welt zu täuschen! holla!

ein leben lang vermeintlicher kunstexperte, keiner merkt es! was für ein geniales spiel der kunst in der kunst selbst.

die höchste form der verhüllung.

am ende ist einer der experten sogar günter wallraff.

wallraff versteht sich aber mehr als aufklärer, weniger als künstler.

und diese tollen super-experten?

… sind für  mich die erfüllung der kunst in der kunst des kunstmarktes, der ja wiederum die kunst erst zu dem macht, was sie ist.

warum sind wir beide nicht auf diese idee gekommen?! großartig.

man wird so unsterblich! auf alle fälle: unsterblich!

der experte ist in wahrheit ein künstler! ich fass‘ es nicht!

… und alles eine performance, ein leben lang.

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Zu den weiteren zwei Geständnissen im Kölner Kunstfälscherprozess schreibt KLAUSENS

klau|s|ens, das geht jetzt munter weiter mit den geständnissen.

gewiss, nachdem die „verständigung“, also der „deal“ erzielt wurde … muss jetzt auch gestanden werden.

heißt es so? gestehen? gestanden? ich habe gestanden?

es gibt wohl auch die begriffe „einlassungen“ und „auslassungen“. man sagt etwas. die angeklagten sprechen. sie geben ihre schuld zu, erläutern die details.

was waren die details?

gestern sprachen helene b., die ehefrau des malkünstlers wolfgang b., … und dann die schwester von helene, jeanette s.

die also sprachen?

gewiss, und es gab auch alles schriftlich, denn es wird eher verlesen, abgelesen, und dann bekommen danach das gericht und die staatsanwaltschaft schön die kurzen papiere in die hand. zum nachlesen … und dass sie nicht mitschreiben müssen.

das ist praktisch. was fiel auf?

die linie bleibt klar: da der fälscher und und macher wolfgang b. – dann seine ehefrau fast unfreiwillig reingerutscht, aber doch schuldig, … und die schwester in wenigsten fällen als helferin, zumal eine, die – angeblich – nicht wusste, dass es sich um fälschungen handelte.

was bekam die schwester?

jeanette s.? – wohl 100.000 euro für hilfeleistungen in wenigen fällen, als sie bilder z.b. transportierte. nach paris. zur übergabe dort an das deutsche auktionshaus z.b.

mehr machte sie nicht?

angeblich eher nein.

dann bekam sie aber verdammt viel geld. für so wenig tun … und bei kaum mitwissen, wie sie da in den geständnissen sagen.

ja, die dinge wirken doch etwas überteuert bei so viel nichtwissen und unschuld. 100.000 ist für mich da doch eher viel geld.

ich dachte, die jeanette habe auch verhandelt und briefe geschrieben.

das soll wohl eher helene b. gewesen sein, die sich unter dem namen der schwester ans telefonieren und ans briefeschreiben machte. – sie nahm also die rolle der schwester an, helene gab sich als jeanette aus.

holla!

gewiss: so stehen die dinge. wir wissen nicht, ob es 100 % stimmt, aber die geständnisse sagen es.

das ist auch ein problem: man kann die dinge absprechen

letztendlich ja. über verschiedene wege, aber auch durch die anwälte und anwältinnen lassen sich diese dinge genau planen und erwägen. so ist die welt der justiz.

was fiel dir auf?

mir fiel auf, dass sich helene b. bei sehr vielen entschuldigte, auch den geschädigten, und offenbar ihrem großen bereuen ausdruck geben wollte … während jeanette, die ja auch viel weniger tatbeitrag hatte, sich wohl nur bei ihrem mann entschuldigte, der von alledem nichts wusste.

da war doch die mutter?

ja, die alte mutter. die musste einmal einen handschriftlichen brief verfassen, dass sie ein bild kenne. (demnach also ein bild aus der familiensammlung sein musste und keine fäslchung sein konnte.)

die arme mutter.

nur so konnte bewiesen werden, dass es das bild in der (vermeintlichen) „sammlung jägers“ schon gegeben hat.

wieso?

weil das auktionshaus, ich glaube lempertz, ja eine geschichte zu den bildern haben muss, wegen der echtheit … und die meinten wohl, wir brauchen einen beweis, dass es die bilder schon gab. kann das nicht ein familienangehöriger bestätigen? – die kunsthäuser wollen sich absichern und sichergehen. einerseits lockt profit, andererseits wollen sie keine fälschungen untergejubelt bekommen. (frage nur: wie viel tun diese dafür? wie genau wollen die es haben? oder machen die sich selber das leben der echtheit zu leicht? welche expertisen bedeuten wie was?)

und dann haben die fälscher die mama eingespannt.

offenbar ja. helene b. hat es in ihrer verzweiflung getan, was ihr wohl auch sehr leid tut. (sie weinte bei dem bericht dazu.) die mutter schrieb den brief … und wurde mit in die dinge hineingezogen. wohl unwissentlich. mütter wollen ja dann helfen, auch wenn sie die dinge nicht immer verstehen. die sagen: „kind. ich habe kein gutes gefühl. aber wenn ich dir da helfen kann.“ diese mütter. später werden sie erschrocken und erschreckt ganz krank, wenn sie hören, die tochter sei verhaftet worden und sei in einer kunstfälscherbande.)

das sind ja wilde geschichten.

wer einmal fälscht, der fälscht dann immer weiter. und immer wieder neu. auch neue ideen müssen her. die verdeckung muss auf die spitze getrieben werden. da muss dann auch die mutter ran.

wie bei hochstaplern.

ja: es ist ein fass ohne boden, ein bild ohne rahmen, ein leben ohne grenze.

haben sie noch anders getäuscht?

o ja: wunderbar. ganz toll. das wäre wieder etwas für eine gaunerfilmkomödie.

was war das?

die brauchten eine idee, dass es die sammlung jägers beim großvater mal gab. was tun? beweise mussten her. beweise.

sie hatten ja keine fotos, um das nachzuweisen.

genau: aber sie machten diese. das hatte schon wolfgang b. erwähnt, nun sagte es auch helene b.

wie ging das?

sie machten auf altem fotopapier oder fotopapier, was sie hernach auf alt machten, abzüge von selbst „ertäuschten“ fotos, die die großmutter vor der sammlung jägers zeigt, die es nie gab.

die großmutter?

auch die nicht, zumindest nicht vor der sammlung. aber es war so: helene b. wurde nun so verkleidet, als wäre sie ihre eigene großmutter.

ach, das geht?

das kannst du auch! theater. schauspiel. kostüme. tralalla. – aber dann alles so inszenieren und fotografieren und dann solche abzüge herzustellen, dass es wirklich wie eine alte aufnahme aussieht – das kann wohl nicht jeder.

da fällt mir nichts mehr ein. helene b. wird zu ihrer eigenen großmutter. das müsste doch das millowitsch-theater interessieren.

eben: tolle sache, kluge leute. der ideengeber solcher tricks und aktionen scheint aber wolfgang b. zu sein.

wolfgang b. wird noch einmal ganz groß.

ist er das nicht jetzt schon?

aber seine frau helene, was hatte die gestern noch zu sagen?

sie sprach noch von ihren problemen mit o. s.-k, dem mann aus krefeld, dem vierten im bunde.

und?

sie mag ihn nicht. es gibt probleme zwischen beiden. sie wollte sich nicht näher äußern. zumindest jetzt noch nicht. (vielleicht auch nie.)

aha.

sie sagte etwas mit: „problemen als frau“ mit o. s.-k.

oho.

tja, man kann sich vieles zusammenreimen. aber wir wissen es ja nicht. ob es da anbändelungen gab, von einer seite nur? von der männlichen her? – auf jeden fall ist diese „viererbande“ keine geschlossene sache. sondern eher eine 3-er-gruppe … plus dem mann aus krefeld. und das bindeglied war dann wolfgang b., der mit o. s.-k. aus krefeld „konnte“. und genau dieser krefelder verkäufer und vermittler, der hat ja noch nicht gestanden.

der hat jetzt zeit.

gewiss: er muss überlegen, wie er die dinge, die er gestern und vorvorgestern hören musste, nun in sein geständnis einarbeitet. . s.-k. steht ja auch qua anwalt etwas anders da. er hat die kanzlei aus mönchengladbach, pohlen + meister, während die 3 anderen quasi als 3-er-pack gemeinsam von der doppelachse der kanzleien aus köln (birkenstock) und aus freiburg (gillmeister, rode, trüg) vertreten werden.

diese details!

ja, ich liebe solche details. ( siehe auch: http://www.klausens.com/klausens-und-der-grosse-koelner-kunstfaelscherprozess.htm ) –  eigentlich ist es ein „lieber“ prozess, bezogen auf alles. der richter ist so freundlich …

… will aber nun zeugen ausladen.

das ist ja, was ich sagte: diese „verständigung“ verschont einige leute (die jetzt schon schwitzten und zitterten!) womöglich vollkommen vom auftritt vor gericht.

jammer, aber auch! zeugen werden nun ausgeladen! schon die, die am 11.10. kommen sollten, werden wohl nicht mehr kommen müssen.

sie können ja noch kommen, später dann … aber nur wenn man sie noch braucht. und genau das soll ja durch die „geständnisse“ oder „einlassungen“ oder „auslassungen“ oder „vorträge“ der angeklagten vermieden werden.

dann also weiter im prozess, der allerdings weniger über die machenschaften des kunstmarktes aufklären wird, als alle dereinst mal gehofft hatten!

die justiz will nicht. über die gründe haben wir schon teil-rum-spekuliert. es ändert aber nichts! man will nicht.

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Die Angeklagten im Kölner Kunstfälscherprozess hört KLAUSENS „zur Person“

klau|s|ens, gestern also tag zwei.

zweitklausens, du warst doch dabei.

ich möchte es von dir hören.

sie sprachen, jeder der 4 angeklagten sprach: 2 frauen, 2 männer.

es geht doch!

sie redeten nur zur person, nicht zu sache, also nicht zur anklage.

was ist „eine person“, „zur person“?

das sind stationen deines lebens, grobe umrisse. sie hatten sich das notiert, und lasen dann vom blatt, frei oder halbfrei oder genau, je nachdem. es waren wohl anderthalb DIN-a-4-seiten in zwei fällen. da gab RA birkenstock die ausgedruckten blätter an gericht und staatsanwalt weiter.

was erfährt man?

geboren, aufgewachsen, ausbildung, eltern, heirat, drogen, krankheit, kinder, umzüge – diese dinge. es ist alles nur sehr grob.

aber man lernt etwas.

man lernt immer etwas. man hört ja endlich mal den klang der stimmen. die stimmen sagen ja schon so viel. jede stimme ist wie ein buch. dann die aussprache, dann die art. alles „spricht“.

insofern doch interessant.

ja, gewiss. leider gibt es im gerichtssaal 007 derzeit keine aktiven und funktionierenden mikrofone. für die prozessbesucher und auch für die presse ist es nicht leicht, alles zu hören.

was ist das für ein gericht?! warum lässt es das zu?!

sie wollten wohl den größten saal: 007 – und dann wurde/wird der umgebaut, sodass die alten mikrofone/boxen nicht mehr und die neuen noch nicht funktioneiren. so verstand ich das.

du verstandest also etwas?

ja, man darf nicht atmen und muss genau hören. es gibt auch zuschauer, die aus ihren händen eine „tüte“ machen, einen trichter, weil sie so hoffen, mehr zu verstehen.

das ist ja ein thema für sich.

sicher: man könnte nun menschen zeichnen, die mit den händen hören, wie die kunst des richtens auch die dinge verfälscht. schon das hören über das thema verfälschungen ist wieder eine verfälschung, zumal wenn man nichts hört.

was sagten die angeklagten denn?

nun, die beiden frauen, die schwestern, brachen jeweils in tränen aus. die eine mehr, die andere weniger. aber die haft hat sie doch angegriffen, wobei die eine ja nicht mehr in u-haft ist, dennoch aber traumatologisch offenbar darunter leidet.

das ist gewiss schwer: wenn man im BZR ohne eintrag ist und sich dann im knast wiederfindet.

BZR?

bundeszentralregister – da stehen alle vorstrafen drin. sitzt in bonn. eine dokumentation alller deutschen samt aller ihrer einträge.

also die zwei frauen betonten, dass sie aus einfachen verhältnissen kommen. beide versuchten sich wohl hochzuarbeiten. die eine fand dann den mann ihres lebens, den maler und kunstfälscher, die andere einen bundeswehrsoldat und -offizier. beide haben kinder.

bergisch-gladbach?

da kommen sie wohl her, die schwestern. dann haben wir geilenkirchen/aachen im angebot und thüringen, aber eigentlich doch eher krefeld. der eigentliche fälscher, der könner, mit den etwas längeren haaren spielt den lockeren und lustigen, den lebensfrohen, der alles nicht so ernst nimmt, der sich treiben lässt, der die dinge genießt, der spielerisch ist. das war schon auffällig. ein kreativer mensch, aber vielleicht auch zu überdreht. zu genießerisch, dadurch die realität verlierend.

sein frau hat ihn ja auch so sehr gelobt. ein guter mann. ein warmherziger mann. ein ideenreicher mann. ein liebevoller mann.

beide haben sich wohl seit dem kennenlernen in den 90ern (bei einer werbefilmproduktion) ineinander verliebt und beide hatten wohl das gefühl, dass es etwas großes ist. und beide versicherten auch vor gericht, wie toll sie den jeweils anderen finden. bis heute wohl, wenn es nicht gespielt ist. eine große liebe.

und dann der mann aus thüringen, aber eigentlich krefeld.

dieser spielte mehr den scheiternden: kleine wohnung heute, vieles begonnen, vieles probiert. nichts hat richtig funktioniert, auf dauer.

was denn?

dinge wie chemielaborant, gastronom (dabei wohl sogar auch mal türsteher gewesen), dann nach ägypten, dort auch gastronom, geschäftsführer, wohl immer angestellt. dann zugleich werkzeuge importiert, nach ägypten, dazu seine chemielaborkenntnisse genutzt, dann auch in deutschland dinge galvanisiert, dazu kontakt zu krefelder kunstszene, bis hin zum bekannten herbert zangs aus der künstlergruppe ZERO. er machte auch filme auf ibiza und gründete eine gruppierung (arbeitsgemeinschaft) nahmens NAHRA (= mensch), die sich dann in künstlerkreisen „aufstellen“ sollte. sogar eine art kleinkünstleragentur hat er irgendwann mal betrieben, und wohl auch ein hotel „garni“ mit 14 zimmern. das war alles sehr viel.

so also sprachen sie.

einmal griff der anwalt von o. s.-k. ein, um klarzustellen, sein mandant habe nie auf ibiza gewohnt.

man weiß ja eh nicht, was die mandanten sagen und was die mandanten sagen, weil die anwälte meinen, das sagen wir mal am besten.

es sind immer spiele und rollenspiele.

der richter?

gab sich betont nett und locker. machte auch kleine witzige bemerkungen. ein prozess mit kölner einschlag. als helene b. so sehr weinte, unterbrach man auch für sie die verhandlung. menschlichkeit und humanität pur. kein gericht, wegen dem man alpträume hätte. (aber vielleicht wird auch durch diesen stil eine „vereinbarung“ eingeleitet. nach einer „verständigung“. also ein prozess des sich einigens ist möglich: geständnis + strafe, aber alles in maßen.)

es gibt also weinende und lachende und gescheiterte.

von allem etwas. die frauen scheinen mehr zu leiden als die männer. das passt dann in klassische muster. und am meisten angeschlagen ist helene b., die auch noch eine schwere krankheit überwinden muss, ja immer noch in u-haft sitzt, aber auch noch zwei schon ältere kinder (bzw. stiefkind) hat, die draußen ohne sie klarkommen müssen. außerdem scheint die alte mutter krank. sie selber ist zudem auch noch in ärzlicher behandlung, in der u-haft. vieles belastet.

und dann war das vorbei? dieser gerichtstag? mittags? kurz vor 12?

gewiss, aber vor dem „vorbei“ kam der anwalt aus mönchengladbach, RA pohlen, also der von otto s.-k., der vorschlug, ob sich nicht alle prozessbeteiligten, halt: alle berufsbeteiligten in diesem prozess … jetzt zusammensetzen könnten.

sie sprachen also?

sie haben gestern noch (intern) gesprochen oder „gedealt“. es ging um eine „verständigung“. das ist ja ergebnisoffen. man setzt sich halt zusammen.

inwiefern?

das wissen wir nicht. aber man könnte ja sagen: wenn wir dieses oder jenes gestehen, was bietet ihr dann? („zur sache“haben die angeklagten ja bislang nichts gesagt.)

du meinst: was bietet ihr an strafen?

ja, an strafen. man gesteht, und man bekommt überschaubare strafen. und dann wäre der prozess vielleicht sehr schnell zuende.

das wäre ein skandal!

gewiss, denn wir wollen ja nicht nur über die angeklagten etwas erfahren, sondern wir wollen besonders auch erfahren, wie der kunstmarkt funktioniert.

wir wollen erfahren, wie fälschungen funktionieren.

wir wollen erfahren, wie fälscher den kunstmarkt überlisten und dieser sich überlisten ließ.

das geht nur, wenn der prozess stattfindet.

das geht nur, wenn wir die zeugen hören. (und wir wollen ein paar LIVE-gedichte schreiben: http://www.klausens.com/klausens-und-der-grosse-koelner-kunstfaelscherprozess.htm )

deshalb soll der prozess weitergehen, was immer richter, anwälte und staatsanwälte besprechen.

der prozess soll und muss weitergehen.

bis ins kleinste detail.

du sagtest eben: „deal“.

ja?

das erinnert mich daran, wie der angeklagte maler sagte, dass er drogen ausprobiert hatte, einige jahre. nix hartes, aber wohl doch vieles.

ein lebemann eben.

und der richter fragte alle angeklagten ganz genau nach drogen und krankheiten. das scheint wohl wichtig zu sein.

drogen und krankheiten … sollten sie zum fälschen geführt haben?

ich weiß es auch nicht recht, welches motiv dem allen zugrundeliegt. drogen und krankheiten sind offenbar bei dieser thematik sehr wichtig.

ist dir etwas aufgefallen?

ja, beide frauen haben eine krebserkrankung erlitten und wohl überstanden. das ist schon bemerkenswert: die beiden einfachen frauen aus einfachem elternhaus, die sich dann so hochgestrampelt haben im leben, bis die haft / der prozess dann wieder alles zunichte machte.

das leben ist ein auf und ab. wer möchte urteilen? – in den USA haben sie vor wenigen stunden wahrscheinlich einen unschuldigen getötet. wer möchte über all das urteilen, was der mensch in seinem wahn anrichtet?!

gefälschte bilder wirken da wie eine bagatelle.

eben: wenn man überlegt, was mit dem steuerabkommen (steuer-deal) mit der schweiz passieren soll. – was passiert mit diesen verbrechen und verbrechern, die jahrzehnte steuern nicht zahlten?

sie sollen nun saugut davonkommen, sogar finanziell mit geringerer belastung als die „redlichen“ steuerzahler … und gänzlich ohne strafe.

man fasst sich minütlich an den kopf. gerecht ist nix.

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Der verurteilte NS-Verbrecher Heinrich bzw. Hendrik Boere muss Haft nun antreten, hört KLAUSENS

klau|s|ens, heinrich boere muss nun in den knast.

er ist ein alter mann. man wusste es nicht, ob er als gesund genug angesehen wird, um noch als recht alter mann ins gefängnis zu gehen. – doch in seinem fall gilt: er soll die haft wohl antreten.

wie lange die dinge dauern.

da waren die hinterhältigen morde im jahr 1944. voller gemeinheit, voller heimtücke.

wegen drei morden hat man ihn zuletzt verurteilt: 2009. in aachen. lebenslang.

im oktober 2010 hat der BGH die revision abgelehnt – damit war das urteil auch rechtskräftig.

und nun, im september 2011 entnimmt man einer meldung der „aachener nachrichten“, dass boere in haft soll, weil der oder die gutachter ihn für haftfähig erklärten.

man habe auch eine haftanstalt gefunden.

das soll die staatsanwaltschaft aachen der zeitung mitgeteilt haben.

damit kommt boere (bald?) in haft.  ich erinnere an den prozess: http://www.klausens.com/klausens-beim-boere-ns-kriegsverbrecherprozess-in-aachen.htm

damit hätten wir nicht gerechnet, weil doch die meisten alten täter dann der haft entkommen. meist mit verweis auf die gesundheit. boere müsste 89 jahre jetzt sein. er wird ende september 90.

es ist so seltsam, dass heinrich alias hendrik boere einerseits ein mörder ist, mindestens ein dreifacher mörder … und man natürlich will, dass jeder mörder für seine taten zur rechenschaft gezogen wird …

… es aber andererseits viele mörder gibt, NS-mörder, sehr grausame auch – zumal solche, die nur von oben die befehle erteilten …

… die solch einer strafe nie zugeführt wurden.

so widersinnig und seltsam kommt das leben daher: die einen täter werden auch nach jahren noch der justiz zugeführt, ja, sie müssen sogar auch die haft antreten …

… die anderen täter haben damit nie etwas zu tun gehabt. es gibt immer noch welche, die nach verbrechen der periode 1933 bis 1945 noch munter (?)  leben, irgendwo, versteckt, andere identität, ohne haft, ohne strafverfahren, ohne alles. freie (?) menschen. wahrscheinlich kennen viele dieser täter auch keine schuldgefühle. vielleicht schlafen sie nachts gut durch.

für heinrich boere wird sich letztendlich nicht viel ändern.

warum?

ich denke, dass er in seinem zustand in einem altersheim genauso frei oder unfrei leben wird wie nun bald in einer haftanstalt. er verlässt eh nie das heim in eschweiler, soweit man weiß. er hat auch keine angehörigen.

das zeichnet unsere humane welt ja auch aus: trotz der erwiesenen schuld gehen wir mit den tätern ganz anders um, als sie es jemals mit den opfern taten. der knast ist gefangenschaft. aber diese gefangenschaft ist „anständig“, auf eine gewisse art.

ich weiß. das ist grund zur freude. etwas gerechtigkeit wurde erlangt. ein mörder tritt die haft an. die welt ist nun etwas gerade gerückt.

man hätte aber alle finden wollen, zumal die ganz oben. in libyen wird es nicht anders sein: ein teil entkommt, ein teil wird gefasst. gerechtigkeit ist eine künstlich erdachte dimension des menschen, aber keine des kosmos.

zumal „gerechtigkeit“ immer nur teilweise eintritt. in syrien sind die täter noch beim töten. da sind die dinge noch in der phase des aktiven verbrechens.

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An die Strategie beim Kölner Kunstfälscherprozess denkt KLAUSENS

klau|s|ens, bei diesem prozess lassen sich zwei der vier angeklagten, und zwar das ehepaar wolfgang und helene b., offenbar gerne filmen und fotografieren.

das muss man weiter beobachten. aber besonders der angeklagte wolfgang b. war ja sehr frei, sehr locker, sehr beschwingt zu sehen … und  ließ sich besonders gerne filmen.

dieses ehepaar hat ja herrn rechtsanwalt birkenstock und eine kollegin, frau wirths, von herrn birkenstock als verteidigung.

halt! nicht verkürzen: beide habe aber auch die rechtsanwälte gillmeister und rode aus freiburg. die freiburger kanzlei „Rechtsanwälte Gillmeister Rode Trüg“ scheint sogar insgesamt vier anwälte in diesem verfahren zu haben, wenn ich die sachlage richtig sehe. RA trüg und RA habetha aus der kanzlei sind wohl auch dabei.

meinst du?

immerhin scheinen ja auch damals die verhaftungen in freiburg stattgefunden zu haben. oder in köln? zumindest jener wolfgang b. wurde doch in freiburg verhaftet, nicht wahr?! hatte man da in freiburg nicht seitens der angeklagten ein „anwesen“, wie es so schön heißt? und auch in frankreich, im hafenstädtchen mèze am mittelmeer? auch da ein anwesen?

es geht um den lebenstil. das wort „anwesen“, das die presse benutzt, soll diesen lebenstil in einem wort fassen.

auf jeden fall scheint es so, dass das ehepaar b. die anwälte so beschickt hat: der herr wolfgang b., der ja als der fälscher gilt, also der künstler, … er hat herrn birkenstock (köln) und herrn rode (freiburg) als anwälte. und die frau helene b. hat herrn gillmeister (freiburg) und frau wirths (köln) als anwälte. das wäre dann jeweils ein köln-freiburger doppelachse von zwei kanzleien.

aber herr birkenstock gab hernach ein großes interview, von mehreren kameras eingefangen.

herr birkenstock ist seit dem kachelmann-prozess sehr populär, er taucht aber immer wieder bei brisanten oder bekannten prozessen auf. er hat eine gewisse position im rechtsgeschehen nun erlangt. und er äußert sich auch gerne.

die anderen nicht?

doch, doch, herr gillmeister gab auch einige einzelinterviews, aber den zentralrahmen im kamera-stern (er)füllte am meisten und am deutlichsten, wohl auch weil am bekanntesten, der rechtsanwalt birkenstock. er schien der hauptredner zu sein.

und das ist der eine anwalt von wolfgang b.

und genau dieser wolfgang b., der angeklagte, war besonders offen und freigesichtig zu den kameras. man verbat sich ja sogar das verpixeln, und es scheint teil der strategie zu sein.

woraus folgerst du das?

aus den worten des anwaltes birkenstock, der sich so ausdrückte, dass zumindest dieser angeklagte, vielleicht ja auch seine frau (bei den anderen beiden scheint es mir nicht so) sehr offen auftreten wollen und sich offengesichtig mit den vorwürfen auseinandersetzen.

wie?

das ist ja noch nicht klar. wird es einlassungen und anfangs ausführungen der angeklagten geben? bekenntnisse? geständnisse? zugaben? eingaben? wird es keine geben? herr birkenstock ließ das offen, bekannte sich aber zur devise, sich offen mit den tatvorwürfen auseinanderzusetzen. das wäre dann die erste grundstrategie.

fishing vor sympathies?

ich denke: ja. es soll so die idee entstehen, kunstfälschung sei nicht so schlimm, dass man sich da schämen müsse. also eine untat von niedrigerem rang … und eine charmante untat, die die menschen mögen könnten, weil man einerseits die kunst des fälschers anerkennen muss, andererseits auch die tatsache, dass reiche menschen oder galerien oder institutionen betrogen wurden. und wenn reiche etwas verlieren, und sei es durch betrug, dann denkt der normale mensch: „na und. es hat doch die richtigen getroffen! die kriegen den hals doch sowieso nicht voll!“

was denkst du?

ich bin doch neutraler prozessbeobachter (mit einigen vorgefassten und vorgeprägten meinungen, wie jeder mensch … auch die, die es nicht wahrhaben wollen) … da halte ich mich heute mal zurück.

vielleicht will man durch besondere offenheit auch alles für einen möglichen deal mit dem gericht vorbereiten.

wer weiß es?

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