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klau|s|ens erlebt michel houellebecq fernseh-LIVE bei seiner lesung in köln – www.klausens.com

klau|s|ens, die lesung gestern war doch schon ewig ausverkauft, in köln-mülheim, schanzenstraße, schauspiel köln, depot … im rahmen der lit.COLOGNE.

die kam aber dann noch LIVE auf koeln.tv. der DUMONT VERLAG bringt houellebecq als buch auf deutsch und Köln.tv gehört ebenfalls zum DuMont-Schauberg-Komplex … da lässt sich so etwas dann machen.

man müsste auch mal seinen eigenen fernsehsender haben.

auf jeden fall war der mann doch sehr verhalten, sehr nachdenklich, sehr gebrechlich … und keiner, den sich irgendeine politische strömung als leitwolf ergreifen kann oder können möge. — er deklarierte sich teils auch als unpolitisch, obschon seine beschreibungen vom hinwegdämmernden frankreich natürlich per se höchst politisch sind.

ein schriftsteller tut, was er denkt, dass er es tun müsse. und das heißt schreiben, was man so sieht und denkt und beobachtet. interpretieren sollen dann andere. houellebecq hat gestern überraschend viel selber erklärt, zu und von seinem roman. ungewöhnlich! (will er so  sein buch aus der islamphobie heraushalten? hat er angst, dass alles in einen völlig falschen hals kommt?)

ich schrieb jedenfalls ein LIVE-gedicht. denn ganz zu anfang gab er eine art statement ab, zu den aktuellen vorfällen in frankreich. (und: ein statement ist immer per se ebenfalls politisch. selbst wenn ich darin sagen würde, dass ich nichts sagen würde.)

VERANTWORTUNG ALS LOS

Die Erklärung der
Freiheit besteht aus

Worten die ein Gefühl
Bedecken

Niemals alles richtig
Macht neue Gedanken

Copyright Klau|s|ens in allen Schraibwaisen und Schreibweisen, u.a. als Klau(s)ens oder KlauFREIsHEITens oder Klau&s&ens, LIVE geschrieben 19:50/51 Uhr MEWZ zur LIVE-Ausstrahlung (durch Köln.tv) der Lesung von Michel Houellebecq in Köln-Mülheim, am 19.1.2015. (Vorbemerkung: Traudl Bünger, lit.COLOGNE, Dolmetscherin: Katja Saur, Moderation / Fragen an den Autor: Nils Minkmar, F.A.Z., Lesung durch den Schauspieler: Robert Dölle.)

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klau|s|ens erfindet für autorinnen und autoren zusätzlich zur lesung die „zeigung“ – www.klausens.com

klau|s|ens, was hast du dir denn jetzt wieder ausgedacht?

ich gehe von folgendem aus: man muss sich ja überall anbieten und verkaufen, promotion machen und sich zeigen. alles das. so funktioniert das miese geschäft der literatur und der anderen bücher.

so funktioniert die welt an sich und insgesamt. auch der fliesenleger muss sein auto mit schriftzügen bedrucken und dann dauernd herumfahren.

oder der bioladen bedruckt einen autoanhänger, parkt den irgendwo … damit alle sich das einprägen: sehet. dort ist ein bioladen.

bioladen und autoteile bilden eben eine harmonie … bis hin zum autoanhänger. bio wird auto und auto wird bio. – du siehst die welt immer gerade. die welt ist aber verwirrt und voller wiedersprüche, die letztlich doch zusammengehen, irgendwie.

das weiß ich doch, zweitklausens! das weiß ich doch!

wofür lebst du dann?

um alles das an irrsinn aufzuschreiben.

schön, aber warum musst du immerzu auch noch ideen haben?

ohne ideen wäre mein leben arm und leer. eigentlich ernähre und nähre ich mich von ideen.

fein, fein, welche denn diesmal?

ich war doch schon dabei: man muss sich zeigen und immerzu trommeln. dazu dienen bei autorinnen und autoren gerne die lesungen.

gewiss, aber das ist eine ganz schöne mühe, das alles zu organisieren.

sicher, aber bei den großen läuft das wie eine geölte maschine über den verlag.

und bei den nicht so großen?

da muss man ackern und tun, ja, ackern und tun.

nun aber hast du einen neuen vorschlag?

ja, ich denke nun an zusätzliche „zeigungen“. (zusätzlich zu lesungen.)

zeugungen? mit „eu“?

nein, zeigungen mit „ei“.

was soll man zeigen?

na, seine bücher!

wozu?

das kann man dann posten und in einen veranstaltungsplan oder terminkalender reinsetzen, auf der homepage zum beispiel.

was würde man schreiben?

„14.9.2014, 15:00 Uhr, Bad Berleburg, Wildackerstr., 15:00 Uhr, Zeigung, an 5 Personen.“ (GEMEINT IST IMMER DEIN AKTUELLES ODER LETZTES BUCH. ALSO BEI DIR Z.B. DER „HEUTROMAN [4.4.14]“.)

wer soll das sein? diese 5 personen?

na, du weißt, du wirst morgen 5 personen treffen, vielleicht freunde, vielleicht familie, vielleicht vereinsmitglieder … egal … du weißt, wann und wo du sie triffst — und dann trägst du das in deinen kalender unter >>lesungen<< ein.

aber es ist doch keine lesung, sondern nur eine zeigung. (außerdem treffe ich die 5 leute aus anderen gründen. eine geburtstagsfeier vielleicht.)

ja, wie ich schon sagte: du zeigst dein buch. du brauchst gar nicht mehr drin zu lesen. die >>zeigung<< wäre eine sonderkategorie von >>lesung<<.

toll, was soll das bringen?

5 personen haben dann dein buch in der hand gehalten, es gesehen, evtl. mal drin geblättert.

und dann?

dann kann ich das in die öffentlichkeit posten, verstehst du? meist vorher, eventuell aber auch noch nachher.

wozu ist das gut?

… dass etwas um dich und deine bücher passiert, auch wenn es keine lesung gibt. auch wenn kein schwein deine bücher kauft. – du kannst es auch auf FACEBOOK mitteilen, alles das.

eine zeigung?

jaha, das ist doch die idee: durch die „zeigung“ werden die autorinnen und autoren viel präsenter und tauchen viel öfter im mediengewusel auf.

aber sie zeigen nur das buch! mehr nicht!

sicher, sie zeigen nur das buch oder zeigen es herum. (aber du darfst dich auch gerne zusätzlich nackt abseilen, zusätzlich, das würde dann den gesamteindruck der zeigung noch mehr verbessern, evtl. auch verschlechtern, je nachdem.)

und wenn ich mich nicht gerne abseile?

dann springst du mit deinen büchern (im arm) von einer klippe ins meer. wäre doch toll!

aber dann werden doch die bücher nass.

ist doch egal: es geht zuletzt und zuerst um die „zeigung“, ob nass oder trocken, ob angezogen oder nackt: hauptsache, du hast etwas, um es der welt mitzuteilen. autoren müssen immer präsent sein, immer öffentlich, immer aktiv. die >>zeigung<< ist da eine geniale idee.

ich will aber dafür morgen nicht nach bad berleburg reisen.

das war doch nur ein beispiel. du kannst auch in einem supermarkt  um die ecke jemand(en) am arm festhalten und dann sagen: „tschuldigung, dürfte ich Ihnen mal was zeigen?!“ … und dann zeigst du einfach mal dein buch.

mensch, so einfach kann es auch sein? – super, die idee!

sage ich doch: die zeigung wird die welt der autorinnen und autoren revolutionieren.

aber: nachher redet keiner mehr von klau|s|ens und zweitklausens als weltautoren, sondern nur noch als „erfinder der zeigung“. willst du das?

da habe ich noch nicht drüber nachgedacht.

dann tu das mal endlich!

wir machen ja immerhin auch noch ein paar kunstwerke wie das untige „gebildnis“.

das wird ja auch hier im blog gezeigt!

stimmt, dann wäre jeder blog-eintrag auch eine art von zeigung. (HALT! der begriff „zeigung“ sollte als fachbegriff ausschließlich  für bücher und die autoren in die weltgeschichte eingehen, bedenke auch das!)

ganz wie du meinst. (sollen wir heute noch eine zeigung machen? oder hast du genauso wenig lust wie ich?)

klausens-k-werk-und-kunstfoto-gebildnis-11-9-2014-und-13-9-2014-mit-logo-1000-pix-96-dpi

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Für die Thilo-Sarrazin-Einladung nach Prüm kritisiert KLAUSENS das Eifel Literatur Festival heftigst

klau|s|ens, beim eifel-literatur-festival geht es nur noch um aufmerksamkeit und bekannte namen.

man holt bekannte leute in die eifel, mit denen sich dann allerlei bürgermeister knipsen lassen können. es geht mehr um die honoratiorensache als um die literatur. (aufstrebende oder junge literaten und literatinnen interessieren nicht. nur die, die schon tausendfach in talkshows und in den medien waren.)

jetzt aber sind sie zu weit gegangen. beim literatur festival.

das finde ich aber auch. was soll das für ein fest sein? ich lese:

Thilo Sarrazin
Donnerstag, 10. Mai 2012, 20:00 Uhr
Prüm, Aula der Ex-Hauptschule
VVK €18,- AK €21,- (inkl. MwSt. und VVK-Gebühr)

das finde ich absolut unmöglich.

türkische und griechische mitbürger wurden neonazis brutal ermordet … aber herr sarrazin soll dennoch reden.

herr sarrazin ist einer derer, die mit dem stil des diskurses zur vergiftung der stimmung beitragen. nachhaltig!

herr sarrazin kann denken, was er will. er soll es auch sagen. aber man muss ihn in dieser lage in diesem land nicht einladen.

herr sarrazin hat schon genug unheil angerichtet. es geht nicht darum, dass man bestimmte themen nicht auch kritisch diskutieren kann …

… nein, es geht um den besonderen stil und den fiesen ton, der bei allem vorherrscht.

bei sarrazin ist überall der klang der verachtung, der abwertung und des hochmuts gegenüber ausländern und migranten zu lesen.

sarrazin spricht von z.b. „eroberung durch fertilität“, allein eine solche begriffsbildung zeigt den geist dieses herrn an. die sprache macht so vieles deutlich. (ich erinnere an die beobachtung zur sprache des dritten reiches durch den NS-verfolgten victor klemperer. sein buch L.T.I., Lingua Tertii Imperii, hat vieles erfasst, was man an der sprache über die denke der menschen ablesen kann.)

das ganze buch von sarrazin ist voller rigider vorschläge, die einen schaudern und frösteln lassen.

wenn es dann um „genetische“ fragen geht, verlieren wir völlig die geduld mit herrn sarrazin.

wir müssen das, was herr sarrazin schreibt, nicht alles wiederholen.

nein, das müssen wir nicht. vieles ist unerträglich.

wir denken, dass seine art der „provokanten thesen“ den schleim und sud und dunst bilden, in dem sich ausländerhass und rechtsradikalismus tummeln.

so ist es. sarrazin will keine solidarische diskussion von problemen der migration, sondern er will vor allem ein gegenüber den ausländern sehr strenges regime. regeln, paragrafen, gesetze. schikanen. zudem ist er voller vorurteile, wenn es um die bildung der migranten geht. da wirft er dann alles in einen topf.

ich denke, dass herr sarrazin denken soll, was er will … aber man muss ihn nicht einladen. zumal: nicht jetzt!

man muss ihn erst recht nicht zu einem literaturfestival einladen. (herr dr. josef zierden, warum tun Sie das? was soll das? welche verantwortung haben Sie für diese welt? wie sehen Sie ausländerfeindlichkeit und rechtsradikalismus? wo wird dieses gebräu denn angerührt? herr zierden? Sie sind doch der hauptplaner des festivals! herr zierden, warum sarrazin? warum jetzt? und wo sind in Ihrem programm denn die „ausländer“, die in deutschland als literaten aktiv sind? wo? wo diejenigen, die auf deutsch ihre bücher schreiben, obwohl das deutsch nicht ihre muttersprache ist. leute wie rafik schami? wo sind die?)

man muss ihn auch nicht in die eifel einladen. den herrn sarrazin. nicht in dieser zeit. – und dann nicht auch noch nach prüm. (was sagt herr sarrazin den zum thema amerikanische soldaten, die in deutschland stationiert waren und noch sind? helmbuben? wie würde er sie wohl nennen in seiner abschätzigen art? oder sind die plötzlich die tollen und guten ausländer?)

ich denke, dass das eifel literatur festival allen unmut der mündigen und besorgten bürger zu spüren bekommen sollte.

also besonders seine macher. und sponsoren.

ich denke, dass man diesem eifel literatur festival die dann wohl nun überall vorgeschobene idee der „toleranz für andersdenkende“ nie und nimmer abnehmen sollte. nicht bei einer einladung für sarrazin in dieser zeit. das geht nicht.

die eifel sollte diesen herrn sarrazin nicht empfangen. und sie sollte ihm keine plattform geben.

er hat genug gezündelt … und mit diesem zündeln auch noch hunderttausende, wenn nicht gar millionen verdient.

und jetzt soll er weitermachen dürfen, der herr sarrazin. mit diesem dumpfen rassismus, der durch alle zeilen lesbar und spürbar wird?!?!

untragbar.

unerträglich.

und das unter dem deckmantel der „literatur“.

deutschland schämt sich weg!

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LIVE zu Peter Kurzeck dichtet KLAUSENS

klau|s|ens, kurzeck war mal wieder in köln.

ich musste ihn mal erleben.

hast du? peter kurzeck? den schriftsteller? den mit den vielen preisen?

1988 Literaturpreis des Landkreises Gießen
1989 Kunstpreis der Stadt Cloppenburg
1991 Alfred-Döblin-Preis
1994 Joseph-Breitbach-Preis des Ministeriums für Kultur und Bildung, Mainz, und des Südwestfunks, Landesstudio Rheinland-Pfalz
1995 Kester-Haeusler-Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung
1999 Großer Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste
2000 Hans-Erich-Nossack-Preis
2000-2001 Stadtschreiber von Bergen
2004 Preis der Literaturhäuser
2004 Kranichsteiner Literaturpreis
2006 George-Konell-Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden
2007 Georg-Christoph-Lichtenberg-Preis
2007 Calwer Hermann-Hesse-Stipendium
2008 Goetheplakette der Stadt Frankfurt am Main
2009 „Hörbuch des Jahres 2008“ der hr2-Hörbuchbestenliste für Ein Sommer, der bleibt – Peter Kurzeck erzählt das Dorf seiner Kindheit
2010 Robert-Gernhardt-Förderpreis für sein Romanprojekt Vorabend, den fünften Band seiner autobiografischen Chronik Das alte Jahrhundert

ja, ja, ich erlebte ihn in köln, am 24.5.2011. an diesem tag hat er zeitgleich die ehrenbürgerwürde der kleinen stadt staufenberg bekommen.

oho.

hier die tagesordnung der stadtratssitzung, die bei denen „stadtverordnetenversammlung“ heißt:

„Stadtverordnetenversammlung am 24. Mai 2011

Hiermit lade ich Sie zur 2. Sitzung der Stadtverordnetenversammlung für

Dienstag, 24. Mai 2011, 20:00 Uhr
Stadthalle großer Saal, Porstendorfer Straße 2

ein.

Tagesordnung

1.

Mitteilungen und Anfragen

2.

Einführung, Verpflichtung, Ernennung und Vereidigung der ehrenamtlichen Stadträtinnen und Stadträte

3.

Beschluss über Einsprüche bzw. die Gültigkeit der Kommunalwahlen am 27.03.2011

HFA/2006-2011/4

4.

Verleihung der Ehrenbürgerschaft an Herrn Peter Kurzeck

HFA/2006-2011/5

5.

„Fällung der Eiche am Kinderspielplatz in Treis“
Antrag der CDU-Fraktion vom 14.04.2011

6.

Beratung und Beschlussfassung über das Haushaltssicherungskonzept

7.

Beratung und Beschlussfassung über das Investitionsprogramm 2010 -2014

8.

Beratung und Beschlussempfehlung über die Haushaltssatzung/-plan 2011

Vor jeder Sitzung findet eine öffentliche Frageviertelstunde statt. Fragen zu Tagesordnungspunkten dieser Sitzung sind nicht zulässig.

gez.
Ernst Hardt
Stadtverordnetenvorsteher“

so also kommt ein schriftsteller in eine stadtverordnetenversammlung. als „ehrenbürgerschaft“ und als „tagesordnungspunkt 4.“!

ein schriftsteller kommt aber auch in LIVE-gedichte rein. und die dame, die ihn befragt, insa wilke, auch.

diese welt ist voller wunder.

… worüber dann wiederum schriftsteller und -innen berichten …. müssen?

http://www.klausens.com/klausens-und-peter-kurzeck.htm

und die LIVE-zeichnung von dir?

von uns, zweitklausens! von uns! – die entstand in den 25 oder 30 minuten bis zum beginn der veranstaltung, als kurzeck schon vor ort war, aber noch nicht auf dem podium.

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Zu Josef Haslinger im Arp Museum die Collage von KLAUSENS

klau|s|ens, du machtest noch eine collage?

von der lesung von josef haslinger im arp museum rolandseck remagen?

ja!

ja! machte ich!

nicht „wir“?

diesmal nicht. man darf nicht immer so ausrechenbar sein.

aha!

frau maren jäger aus mainz ist auch noch drauf. moderatorin des abends.

und die gedichte?

unsere, zweitklausens? die sind hier:
http://www.klausens.com/klausens-und-josef-haslinger.htm

ORIGINALVERSION mit Fettdruck und allen Bildern
und allen Links bei KLAUSENS BLOGG (mit 2 G !!!)
KLAU|S|ENS – LOG – W E L T L I N G
http://klausens.blogg.de

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Live-zeichnend-dichtend erlebt KLAUSENS Josef Haslinger im Arp Museum

klau|s|ens,du warst als LIVE dabei?

heute ist LIVE immer das wichtigste.

du warst LIVE bei dieser flutwelle?

nein, aber der schriftsteller haslinger.

und dann?

… hat er überlebt! samt frau und kindern.

das ist gewiss ein großes glück.

gewiss, aber es bleibt der schock, es bleibt die verletzung der seele, es bleibt das trauma:  man muss sowohl an den ereignissen nagen als auch an der tatsache, dass man selber überlebte, dass die nächsten anverwandten auch überlebten … aber so viele andere starben. die klassischen fragen des menschseins, die wir nie beantworten werden.

haslinger hat darüber geschrieben?

einen eher sachlich-nüchternen bericht … und gestern aus dem geschriebenen gelesen. hier folgt der text der arp-homepage:

„Josef Haslinger
Phi Phi Island – Ein Bericht

Am 26. Dezember 2004 löste ein Seebeben vor der Küste der indonesischen Insel Sumatra eine verheerende Flutwelle aus. Der Tsunami tötete und verletzte Hunderttausende, machte Unzählige heimatlos und zerstörte ganze Landstriche. Auch die wenige Kilometer vor der Westküste Thailands gelegene Insel Koh Phi Phi, auf der Josef Haslinger zusammen mit seiner Familie die Weihnachtsferien verbrachte, wurde von der verheerenden Naturkatastrophe schwer getroffen. Sie hatten Glück; sie überlebten. Ein Jahr später reiste Haslinger ein zweites Mal auf die Insel, sprach mit Zeugen und schaffte es auch, dadurch die Erlebnisse zu fassen, die Katastrophe zu verarbeiten. Seine anfängliche Schreib-Scheu wich durch die literarische Auseinandersetzung mit dem Schrecken. Josef Haslinger wurde 1955 in Zwettel in Niederösterreich geboren, heute lebt er in Wien und Leipzig. Seit 1996 lehrt Haslinger als Professor für literarische Ästhetik am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. 1995 erschien sein Roman »Opernball«, der ein spektakulärer Erfolg bei Kritikern und Lesepublikum wurde, 2000 dann »Das Vaterspiel« und im Frühjahr 2006 »Zugvögel«. Haslinger erhielt zahlreiche Preise, zuletzt den Preis der Stadt Wien, den Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels und in diesem Jahr die Auszeichnung als Mainzer Stadtschreiber.“

im arp museum?

ja, der ort war weiß und hell und sauber und klar. aber die ereignisse auf phi phi ja ganz andere. man muss das alles im kopf zusammenkriegen. zuhause hört man zuvor noch im radio von den wohl doch sehr schweren verletzungen jenes samuel koch aus WETTEN DASS …? … und das alles geht durch den versammelten kopf des armseligen menschen aller zeit. dazu die probleme des alltages.

du schriebst auch?

wir schreiben, zweitklausens! wir! — wir schrieben LIVE-gedichte zu josef haslinger LIVE, der LIVE las und LIVE schilderte und LIVE befragt wurde, wie jener tsunami für ihn und seine familie dereinst LIVE war. (ich glaube, seine frau war auch mit anwesend, gestern.)

und dann?

dann haben wir alles LIVE … und doch müssen wir leben. man kann auf das LIVE des lebens nicht immer weitere LIVEs aufhäufen und denken, das leben würde so LIVE erträglicher.

und deine LIVE-gedichte?

unsere LIVE-gedichte, zweitklausens! unsere! die sind hier:
http://www.klausens.com/klausens-und-josef-haslinger.htm

aber für eine LIVE-zeichnung hat es auch noch gereicht?

ja, aber das war mehr zum anfang hin, als man sich LIVE auf das LIVE vorbereitete. nachdem die veranstaltung begonnen hatte, folgte meinerseits LIVE-gedicht auf LIVE-gedicht.

wer wird es dir danken?

ich denke zuallererst: ich mir selbst! (das feuilleton wohl nicht.) erwähnt sei: ich habe den tsunami ja auch überlebt! millionen und milliarden haben diesen tsunami auch überlebt. ich war allerdings erst gar nicht dabei und gar nicht darin. dann ist es natürlich etwas ganz anderes. aber alles und jedes ist eine frage der betrachtung. das leben ist eigentlich nur eine ansammlung von verschiedensten betrachtungen …

… bis es dann doch vorbei ist.

maximilian schell (oder hat er es von jemand anderem?) vergleicht es (das leben) mit einem theater, und wir sind darin die schauspieler. wir besetzen verschiedene rollen. also: wir wurden besetzt … auf diese rollen. dann ist das leben aus. wir werden anders wiedergeboren und spielen wieder neue rollen. und so weiter und weiter und weiter.

aber wozu dann noch die literatur?

vielleicht ist die literatur dann die „theaterkritik“ des ganzen. sie gehört einfach dazu, auch wenn die akteure dadurch kaum besser werden.

dann hat also iregndein herrgottkosmosnocheinmal gesagt: KLAUSENS, du wirst mein schriftsteller und LIVE-dichter?

nein, er hat gesagt: „klau|s|ens und zweitklausens und alle anderen klau(s)ense und klau=s=ensen, ihr werdet meine idioten!“

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Nachtrag zu Jürgen Domian im Stadtmuseum Siegburg von KLAUSENS

klau|s|ens, du wolltest heute noch etwas nachtragen.

wollte ich, zweitklausens?

ja, zu deinen äußerungen gestern.

gestern liegt schon so fern.

es ging um domian, der doch in siegburg las, aus seinem buch „der gedankenleser“.

ja, sicher, wir haben die dinge etwas diskutiert. und wir hatten LIVE-gedichte geschrieben: http://www.klausens.com/klausens-und-juergen-domian.htm

und heute?

heute könnte man noch die sache mit den liedtiteln schreiben. das las und lese ich allzuoft. in vielen büchern. analogie, lebe auf! immer wird eine verbindung zwischen den liedern und der handlung hergestellt oder gar festgestellt. bei domian war es die neueste variante solchen parallel-lied-schreibens. johnny cash singt „i’m on fire“ … und die hauptperson cruist durch die stadt und will aus der ödnis der vormaligen existenz raus.

es ist doch die idee des alleinseins.

klassisches feature: fahren, fahren, fahren. autoradio an. musik. und dann kommt „i’m on love“ oder „live is sad“ … und das sind dann immer die „zufälligen“ botschaften des lebens, die dann gar nicht zufällig sind, sondern wirkliche botschaften. und so werden in hunderten von romanen lieder und songs durchgehechelt, als zusätzliches leitmotiv des ganzen. manche setzen einen liedtitel als leitmotiv über jedes kapitel.

das machen die filme doch auch.

es gibt natürlich dieses feature auch hunderttausendfach in filmen. außerdem gibt es ja die idee des „cruisen“ als „road-movie“. meistens ist es eine flucht oder eine suche.

aber so ist nun mal der mensch.

ich gönne es auch domian, also seiner figur arne stahl, dass sie cruisend durch die nacht fährt … und dass musiktitel einen zusätzlichen erkenntnisgewinn ins leben streuen sollen. aber es langweilt mich.

dann bist du so gelangweilt wie domian? von den menschen? ihren verhältnissen? ihren charakteren? von der welt?

vielleicht: alle leute, die eine gewisse durchdringung der welt bekommen, leiden an den fassaden des lebens, die jeden tag beguckt werden wollen … man selber langweilt sich nur. eitelkeiten und dümmlichkeiten stolzieren tausendfach durch die welt.

das kannst du jürgen domian also nicht vorwerfen.

wer redet von „vorwerfen“?! es geht um die literarische verarbeitung und wie ich sie empfand. oft hört man jürgen domian selbst sprechen, aber es ist die figur arne stahl. das ist auch seltsam: man hat das gefühl, dass diese figur seine rolle wandelt. sie ist als arne stahl oft ein wandelndes tagebuch von jürgen domian. auch das wirkt befremdend. entweder ich schreibe über arne oder direkt über domian. (klar ist der schriftsteller immer mit im buch, aber hier streiten sich arne stahl und domian selbst um die hauptrolle im buch, obwohl domian als figur nicht vorgesehen war.)

du meinst dann diese berichte um das herumfahren oder den besuch auf dem friedhof?

genau: da meint man dann: „hey, wir sind nicht mehr in einem roman. hier wird auch nicht mehr arne stahl beschrieben! das buch kippt ja um. hier ist es ein autobiografisches dokument von jürgen domian, welches mit dem uns vorgespielten arne stahl des romans nun sehr wenig nur noch gemein hat.“

ich finde du bist „gemein“.

schön, dass du die worte in ihrer mehrdeutigkeit kennst, die welt in ihrer vieldeutigkeit und das leben in seiner sinndeutlosigkeit.

„sinndeutlosigkeit“? — aber was kann arne stahl dafür?

nichts, nichts, aber ich muss an ihn glauben können, um von ihm lesen zu können. sobald er zu sehr abziehbild wird, vergeht meine zugang zu allem … das buch will ja keine satire sein, es will ja ernst genommen werden, in welchem sinne auch immer.

vielleicht hilft es ja leuten weiter.

ich wollte dem jürgen domian auch nie das schreiben verbieten; ich wollte nur etwas drumherumdiskutieren, um damit zu zeigen, dass ich sein schriftstellertum ernst nehme. sein nächstes buch wird anders sein.

und das wollen die menschen doch, am ende: (halbwegs) ernst genommen werden — so absurd und lächerlich unsere existenz auch ist.

warum schreiben wir eigentlich einen blog(g)?

ORIGINALVERSION mit Fettdruck und allen Bildern
und allen Links bei KLAUSENS BLOGG (mit 2 G !!!)
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Jürgen Domian in Siegburg, den erlebt KLAUSENS

klau|s|ens, du hast jürgen domian erlebt.

du doch auch, zweitklausens!

aber du hast live gedichtet, klau|s|ens!

das machen wir doch immer zusammen, zweitklausens: http://www.klausens.com/klausens-und-juergen-domian.htm

was denkst du?

ich denke vieles, die eindrücke sind gemischt.

domian ist jetzt auch schriftsteller.

er hat sein zweites buch vorgestellt: „der gedankenleser“.

wer liest wen? oder: wer liest wessen gedanken?

da ist ein mann, der heißt arne stahl, und dann hört er (eines tages) die gedanken anderer leute, z.b. seiner frau.

ist doch eine nette idee.

das stimmt, aber ich sah so etwas schon in einem spielfilm. egal: die idee wird dadurch natürlich nicht schlecht, aber es ist nicht mehr originär seine. also die idee domians. er hat sie nur neu aufgegriffen.

was macht er dann? damit?

dann lässt er einen blitzschlag erfolgen, damit diese gabe überhaupt zu dieser person kommt, zu arne stahl.

ist das schlecht?

nein und ja: es gibt bestimmte plots, die man so oder so schon 1000-fach gehört hat, und dann langweilt einen das. das fernsehen ist voll von blitzschlägen, unfällen, stürmen, wonach dann etwas so oder so passiert. am liebsten in bergfilmen, wenn z.b. kinder ohne erlaubnis weglaufen, in die berge, wo sie abstürzen, gerne durch einen sturm, oder durch einen wegbrechenden felsen, und müssen dann gerettet werden, damit durch die rettung eine liebe von zwei erwachsenen entweder erst richtig verbunden werden kann oder zumindest geheilt werden darf.

aber so ist das leben! abstürze und blitze und tsunamis und erdbeben kommen wieder und wieder vor.

da hast du gewiss recht, aber ich selber würde dann — so denke ich — wohl eher dazu neigen, im falle des blitzes, der einem das gedankenlesen als fähigkeit erbringt, solche plots nur noch ironisch zu zitieren. oder alles direkt als verrücktes märchen aufzuschreiben. mit kitsch und verschmückung und wildem instinkt für das unglaubliche. domian aber schreibt / schrieb ein ernsthaftes / ein ernsthaft gemeintes buch.

ist das nicht seine stärke?

was seine stärke ist, ist seine moralische kraft. sein bekenntnis zum humanen. zugleich das zugeben, dass dieser mensch / jeder mensch ein verdammt schwaches wesen ist … und dass er selber nach 15 jahren „DOMIAN“ im radio und im fernsehen davon vieles einsehen musste. und nicht glückvoll, meistens. sein menschenbild hat sich durch die gespräche verändert.

ja, zum schlechten, wie er sagt. aber diese ehrlichkeit macht ihn auch sympathisch. er ist eine moralische instanz, die sich und das tun anderer befragt. dafür mögen wir ihn.

und in seinem buch?

und ihn seinem buch? — das muss ich doch fragen, hier, in diesem dialog, um der logik zu folgen.

in seinem buch … da geht es auch darum. um den schlechten menschen. um den schwachen menschen. um den falschen menschen. aber vieles wirkt doch etwas abziehbildmäßig. da sind die figuren nicht wirklich tief, sondern seltsam hohl.

woher kommt das?

ich denke, dass dieser domian (noch?) zu wenig intellektuell und zu sehr human an den menschen klebt. deshalb fehlt ihm der ansatz, den man bräuchte, um die menschen in ihrer zerrissenheit näher an der wahrheit darzustellen. sein buch ist zu klar, zu brav, zu schlicht. es wirkt an vielen stellen folienhaft, typisiert, klischeemäßig. manche einsichten und formulierungen segeln in ihrer schlichtheit am rande von RTL-docufiction-serien.

er will vielleicht andere leute ansprechen als klausens und klau|s|ens und zweitklausens.

gewiss. ich will ihm keine vorwürfe machen. aber ich muss dennoch bestimmte dinge feststellen. wenn die hauptfigur die gedanken seiner frau/partnerin lesen kann, dann sind diese gedanken, so wie sie uns geschildert werden, von einer schlichten eindimensionalität, wie es im menschen aber im eigentlichen nicht funktioniert.

außerdem …

ja?

er geht dann noch hin, so mein eindruck, und transportiert diskussionen und verhaltensweisen aus der schwulenszene auf ein ehepaar.

inwiefern?

das körperliche und leidenschaftliche wird so sehr als unbedingt lebenswert und seinsbedeutend überhöht (dargestellt an an einem mann-frau-paar), dass ich immer denke: das sind die standards vieler homosexuellen, vielleicht auch viele eigenerlebnisse/-beobachtungen in der szene von domian, die er dann hier in ein ehepaar montiert. die idee des männlichen, des stinkenden, des schwitzenden, des wilden, der nacktesten begierde … alles das hat einen sehr hohen stellenwert in diesem buch. aber so schlimm und so holzschnittartig übersteigert ist es dann in der realität solcher ehepaare dann wohl doch nicht.

was passiert denn?

das muss ich wieder fragen, hier in diesem dialog: klau|s|ens, was passiert denn?

die hauptfigur, journalist, gelangweiltes leben, stellt fest, durch die gedankenleserfähigkeit, dass seine frau ihn gar nicht begehrt, sich sogar vor ihm und seinem körper oder auch nur handlungen von ihm ekelt … und die hauptfigur arne stahl hat das nie geahnt. nun kann sie, diese figur, gedankenlesen und ist erschüttert von diesen wahrheiten. das alte leben bricht entzwei, ein neues beginnt.

ein schöner gedanke.

ja, aber diese wahrheiten sind mir viel zu „platt“. auch wie sie geschildert werden. das ist mein problem mit domian als schriftsteller: ich ehre sein tun, bewundere seine radikale kraft zur ehrlichkeit, finde aber seine durchdringung der welt noch zu bescheiden an der oberfläche bleibend.

du meinst, er taucht nicht hinter die tiefen der tiefen, er bleibt nur bei den ersten tiefen?

vielleicht sollte man es so sagen. ja. ja. aber vielleicht fällt mir morgen noch etwas ein.

er las in siegburg?

es sind doch die 31. siegburger literaturwochen. und er ist top act, denn er darf den flyer/prospekt vorne auf dem titel zieren, dieser nunmehr so bekannte jürgen domian.

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Urs Widmer in Bad Kreuznach, den hört KLAUSENS lesen

klau|s|ens, sie haben die bibliothekstage eröffnet, in rheinland-pfalz. die bibliothekstage 2010.

gewiss, man macht dieses und jenes. überall werben menschen um ihre belange, firmen um ihre produkte, instanzen um ihre behuflichkeiten.

behuflichkeiten?

gibt es das wort nicht?

ich weiß es nicht. aber gut. dann warst du also da.

sie haben das buch und das lesen hochgeredet. nein, die bibliotheken. sie haben sich da für die bibliotheken stark gemacht.

man darf „buch“ und „medien“ nie verwechseln.

gewiss. es gibt auch leute, die sich einfach nur landkarten ausleihen, für ihren urlaub. das sind alles „nutzer“ und sie „leihen aus“, aber sagt nichts über das lesen. auch nichts über die zuwendung. es sind dann einfach nur zahlen.

die bibliothekstage sprechen ja auch nicht (allein) vom lesen, sondern von den bibliotheken.

wenn man sich dann aber so eine veranstaltung anguckt …

was war denn?

es war alles nett gemacht und gut organisiert, und viele menschen traten ans pult, redeten … und es gab auch eine ausstellung, und im eintrittspreis war EIN getränk inklusive. man kann sich kaum beschweren.

aber?

es waren eben kaum junge leute da.

vielleicht liegt es an bad kreuznach. der name „bad“ deutet so etwas an: ältere und kranke, die erholung wünschen.

aber es liegt eben auch an solchen veranstaltungen, die eben doch eher das betuliche pflegen … am ende. und auch die klassische form: reden und ansprachen, die lesung, etwas musik, dann getränke.

sie haben aber urs widmer eingeladen. der schweizer autor mit großem namen.

der war auch da und las aus seinem buch „herr adamson“.

na also.

und ich habe dann auch LIVE gedichtet.

dann ist es doch schön. herrlich! wunderball! alles prima!

es gab auch klassische musik von der gitarre.

also doch der festliche touch. ich verstehe.

in gewisser weise ja: festlich, aber nicht zu sehr, und etwas betulich. dazu viel licht, weil die bibliothek in bad kreuznach schön hell ist.

und wenn sie HIP-HOP aufgeboten hätten? zur eröffnung?

dann hätte ich gesagt: „überall spielen sie HIP-HOP, weil das die gedachte jugendkultur darstellen soll. das ist ja inflationär und nicht überzeugend. fällt denen denn gar nichts mehr ein!“

punk?

hätte vielleicht zu anbiedernd gewirkt. außerdem gibt es keine band namens „die toten bücher“. oder doch?

siehst du: es ist schwer, etwas zu machen, und es dann auch richtig zu machen.

vielleicht gibt es gar kein „richtig“. zumal: das e-book kommt. was machen dann die bibliotheken? verleihen sie digitale daten über luftströme? über „streams“? werden sie wie fernsehstationen? oder wie videotheken? oder ein zweit-internet? ich zahle geld und darf dann daten saugen? in meinen e-reader? — darüber wurde gar nicht erst gesprochen.

aber etwas muss es doch geben!

die menschen wälzen sich von termin zu termin, von rede zu rede, von eröffnung zu eröffnung, von jubiläum zu jubiläum, von tagen zu tagen, von einweihung zu einweihung. vieles ist langweilig und unerträglich.

was hoffst du?

man hofft immer, dass es dieses mal irgendwie anders ist.

und was ist dann für dich das schöne?

das ewig gleiche immer wieder anders zu beobachten und zu verarbeiten: http://www.klausens.com/klausens-und-urs-widmer.htm — eigentlich ist nur das noch reizvoll.

ach du meinst dieses mal: die schöne frechgrüne jacke der ansonsten angenehm bescheiden auftretenden ministerin … und die hellbraunen schuhe des schriftstellers?

manchmal sind die kleinigkeiten dann die halbe welt. wie in der literatur.

und der rest?

obsolet.

spontanidee: man müsste für die weihnachtszeit nicht nur oblaten backen, sondern auch „obsoleten“.

dann hätte wenigstens man noch was davon. „obsoleten“ sind gut. kann man die denn auch ausleihen?

>>>>Eröffnungsveranstaltung der Bibliothekstage Rheinland-Pfalz 2010

Der Schweizer Autor Urs Widmer liest bei den Bibliothekstagen.

Literarisch-musikalische Matinee

mit Urs Widmer und dem Gitarrenduo Kluschat & Faus

am Sonntag, 24. Oktober 2010

Beginn: 11.00 Uhr

Ort: Stadtbibliothek Bad Kreuznach, Kreuzstraße 69, 55543 Bad Kreuznach

Eintritt: 10 Euro (inkl. Imbiss und ein Getränk)

Programm

Begrüßung:
Andreas Ludwig, Oberbürgermeister der Stadt Bad Kreuznach
Manfred Geis, Vorsitzender des Landesverbandes Rheinland-Pfalz im Deutschen Bibliotheksverband e.V. (dbv)

Eröffnung der Bibliothekstage:
Doris Ahnen, Staatsministerin im Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Mainz

Grußwort:
Urs Schnider, Konsul, Schweizerisches Generalkonsulat Frankfurt a.M.

Es sprachen auch der Leiter der Bibliothek, Stefan Meisel, sowie die Kulturdezernentin von Bad Kreuznach, Andrea Manz.

Künstlerisches Programm:
Autorenlesung mit dem Schweizer Autor Urs Widmer
Musik mit dem Gitarrenduo Marc Kluschat & Michael Faus, Klassische Gitarre

Im Anschluss: Imbiss und Getränke

Veranstalter: Deutscher Bibliotheksverband – Landesverband Rheinland-Pfalz in Kooperation mit dem Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz

Die Bibliothekstage Rheinland-Pfalz 2010 werden unterstützt von der Kulturstiftung Rheinland-Pfalz.<<<<

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Ulrich Wickert, den sieht KLAUSENS

wickert war nun auch bei der polizei in bonn?

mehr und mehr kommen. jetzt haben sie das neue präsidium in bonn-oberkassel-ramersdorf, und dazu den saal mit etwa 200 plätzen, dann den „kultur- und krimiverein der bonner polizei“, dazu das landesorchester der polizei samt jazz-band, die allesamt offenbar gerne nach bonn anreisen. dann ein paar pfiffige und agile mitarbeiter. dazu den polizeipräsidenten selbst, der das ganze wohl sehr gerne fördert und stützt und zulässt. und immer auch kommt … also da kommt vieles zusammen.

du vergaßt den „verlag deutsche polizeiliteratur gmbh“.

ja, sie haben jetzt schöne prospekte mit vielen werbeanzeigen. alles geht voran und voran. auf jeden fall ist man in bonn sehr aktiv, zeigt dieses auch gerne der welt und versucht so insgesamt, die barrieren abzubauen, die es zwischen „bürger“ und „polizei“ (nicht erst seit STUTTGART 21) gibt.

und deshalb diese lesungen?

es ist mittlerweile eine ganz beachtliche reihe geworden. außerdem dienen sie ja auch dem zusammenhalt innerhalb der polizei, da ja die mitarbeiter/-innen samt partner auch zahlreich kommen. mit wickert kam nun einer, der behauptet, er sei früher ein richtiger 68-er gewesen, was ich – ehrlich gesagt – etwas anzweifele.

aber?

er hat in bonn studiert, sein vater hat bis zum tode in oberwinter gewohnt. und beide sind ja in der welt herumgekommen. der vater als diplomat, der sohn als diplomatensohn und später medienkorrespondent … da war bonn ja auch immer stützpunkt, als hauptstadt. da kommt eines zum anderen.

wickert hat ja auch schon mal bei dieser zeremonie zum studienabschluss auf der hofgartenwiese gesprochen. wenn die barretts so altmodisch anti-68-ziger-haft in die luft fliegen.

stimmt, das kommt dann auch noch hinzu. bonn bleibt für ihn ein bezugspunkt: entweder einer der tradition oder einer der behaupteten moderne.

dann ist alles im reinen.

so könnte man wirklich denken. alle sind lieb und nett. dazu gibt es noch speisen und getränke, deren erlös einem guten zweck zukommt. (in diesem fall einer elternvereinigung autistischer kinder, denen man das vereinsheim abgebrannt hat.)

und wickert selber?

er ist ein gekonnter und guter unterhalter. spricht lange frei darüber, wie man zum krimiautor wird, wie man den plot und dann die handlungsstränge findet. schließlich die hauptperson(en), und auch deren wohnort. alles das weiß er launig vorzutragen. er fährt viele lacher ein und ist amüsant, locker, leicht.

und dann noch deine LIVE-gedichte. http://www.klausens.com/klausens-und-ulrich-wickert.htm

unsere LIVE-gedichte, zweitklausens. es stimmt: die welt ist ein zuckerschlecken … könnte man denken. alles stimmt. literatur, LIVE-gedichte, frieden, wetter. der tag war mild und warm. ein herrlicher oktobertag. alles ist schön, dort in bonn am rhein. das paradies.

was kann man tun?

ich weiß es auch nicht. man könnte sich als kontrastprogramm wieder mal „aktenzeichen XY“ anschauen, oder die berichte über den kachelmann-prozess lesen. oder die suche nach mirco aus grefrath weiterverfolgen — eine ganz tragische geschichte –, alles das würde einem zeigen, dass es natürlich weiterhin das böse, die kriminalität und alles andere gibt, was man ansonsten auch mal vergessen könnte. den schlechten menschen also.

ist es so schlimm. das vergessen?

nein, es ist ganz normal und überaus menschlich. man kann nicht immer mit betretener mine durch die welt laufen. und dank sei den polizisten und polizistinnen, die mit weichem und vollen (also mitfühlendem) herzen für die opfer zugleich sauber und bedingungslos ihre so wichtige arbeit tun. (wie soll man das alles nur am besten ausdrücken?)

gestern kam mir ein gedicht in den sinn, welches auch eher lustig als trist sich zeigt.

welches denn?

dieses:

KAMINZIMMERGEDICHT

Du bist doch
Nicht geSCHEIT!

Copyright Klau|s|ens in allen Schraibwaisen und Schreibweisen, u.a. als Klau(s)ens oder Klau&s&ens oder Klau=s=ens, LIVE geschrieben, am 6.10.2010, Polizeipräsidium Bonn, bei der Lesung von Ulrich Wickert, gegen 19:32 Uhr

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