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Für die ständige Dichtemessung der Liebesschlösser-Dichte an der Hohenzollernbrücke in Köln ist KLAUSENS

klau|s|ens, man sieht jetzt überall auf der welt diese schlösser, diese vorhängeschlösser. man schließt sie zu zweit ab … und dann ist man auf immer und ewig verliebt. so die denke.

man? meistens ja wohl mann und frau.

der schlüssel soll dann versenkt werden. im wasser.

das ist die idee, die liebe soll ewig sein, alles kam von italien nach deutschland hinüber, hörte ich … und jetzt ist es (auch) eine deutsche massenbewegung.

aber in köln an der hohenzollernbrücke dürfte sie in deutschland am stärksten und bekanntesten sein, diese bewegung. also: diese mode.

ja, das kann man vermuten. aber auch in kleinklickersdorf könnte es so etwas geben. es müsste nur jemand die gitter aufstellen, woran man die schlösser machen könnte.

mittlerweile gibt es auch die namen von toten.

auch das: die idee der liebe des liebespaares ist erweitert worden. nun haben wir auch elemente des friedhofes.

seltsam.

wieso? auf den friedhöfen werden gräber geräumt und geräumt, dann sind die menschen weg, und die leute weg, und die namen weg. vielleicht halten die schlösser länger als dreißig jahre.

du willst aber nun die dichte messen, in köln. wieso?

ich denke, dass die zahl der schlösser so rasant zunimmt und weiter zunimmt, das an einigen stellen der brücke das gitter nicht mehr erkennbar ist.

sondern?

es sind nur noch die schlösser erkennbar. aber nicht mehr als einzelne schlösser. eher als material. die schlösser bilden also fast schon ein gewebe oder einen teppich, der wie etwas eigenes nun wirkt.

für dich ist das kunst!

für uns, zweitklausens. diese schlösser sind ein kunstwerk, und die dichtemessung soll die rasante veränderung des flächen-leer-verhältnisses dokumentieren. die dichtemessung wäre dann wiederum ein kunstwerk.

aber wozu?

wozu die schlösser? wozu die kunst? wozu die welt? wozu das leben? – alles ist per se ziemlich sinnlos, aber der mensch gibt den dingen einen sinn, indem er spiele erfindet.

welches spiel hat der mensch denn erfunden?

diese schlösser eben. schnapp, schnapp, schnapp. es werden mehr und mehr und mehr … und eines tages gibt es vielleicht keine hohenzollernbrücke mehr.

nein, was denn dann?

nur noch ein einziges (nicht mehr sichtbares) stahlgerüst, welches über und über mit schlössern besetzt ist, sodass wir nachher nicht einmal die züge erkennen, wenn sie über diese brücke in köln fahren.

und das fändest du gut?

aber ja, aber ja. es wäre das erste mal, dass das schließen des schlosses zugleich eine neue welt eröffnet. (aber eigentlich hat sie das jetzt schon.) „schließen eröffnet die welt!“, wäre der slogan.

du weißt aber, dass hinter allem auch die vorhängeschlossherstellungsindustrie stecken kann?!

jetzt mach‘ doch nicht alle meine visionen wieder kaputt!

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Zum Kultroman HULSK schreibt KLAUSENS etwas

ach, klau|s|ens, jetzt lese ich schon „kultroman“.

ich auch.

wo kommt das denn her?

ich weiß es nicht. es wird wohl jemand gesagt haben.

aber wer denn?

vielleicht du!

ich?

ja.

vielleicht auch du.

ich?

ja.

wir wissen es nicht.

nein, wir wissen es nicht. aber es ist ja auch egal.

was ist denn noch interessant, eventuell?

an dem roman HULSK? an dem KURZUMROMAN?

ja.

vielleicht das wort KURZUMROMAN.

wieso?

man kann es so und so lesen.

das ist mir noch gar nicht aufgefallen!

siehst du, die menschen eilen trübe durch die welt und passen niemals auf, was alles passiert oder passieren kann.

was ist denn in dem roman HULSK noch alles passiert?

das kann ich nicht sagen.

wieso nicht?

weil man ihn dann nicht mehr lesen muss. außerdem reden die autoren doch immer schlecht über ihr eigenes buch.

wirklich?

ja, wirklich.

ist alles wirklich?

wo?

in dem roman?

nein, nein, natürlich nicht. das meiste ist sehr unwirklich. aber eine besonderheit gibt es auch andersherum.

wie denn?

die abgedruckten mails sind echt.

ganz echt?

ja, sie sind wirklich zu dem datum und zu der zeit geschrieben worden. an eine reale person, die es wahrwirklich gibt. nur der name der empfängerin wurde verändert. in SORRELINE nun.

das ist ja kurios.

die typographie und die groß- und kleinschreibung wurde bei den mails auch noch verändert, aber sonst … der text blieb.

dann ist der roman nicht nur fiktion, sondern doku-fiktion?

man kann es so sagen, weil das eine und das andere direkt ineinandergreifen … was übrigens LIVE beim entstehen des romanes dann passiert bzw. passierte.

die wahrheit und die unwahrheit? die kamen zusammen? zeitgleich?

wenn du so willst – man kann ja das eine und das andere nicht auseinanderhalten.

das finde ich ganz und gar unglaublich.

ich auch. deshalb sagte ich ja: kultroman.

kam das jetzt von dir oder von mir?

meinst du nicht, es kam vom volk?

vom volk?

zumindest vom lesevolk?

gibt es das denn? ist das nicht am ende auch alles eine erfindung von dir.

von uns! immer von uns! klau|s|ens und zweitklausens sind EIN schriftsteller, in der realität der fiktion. und in der fiktion der realität.

HULSK – KURZUMROMAN von Karl van Klausens
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Der Roman HULSK und KLAUSENS am Tag danach

klau|s|ens, heute ist der tag danach.

der tag nach der veröffentlichung!

wie fühlst du dich?

wie fühlst du dich, zweitklausens?

was habe ich denn mit deinem roman zu tun? mit diesem HULSK? mit diesem KURZUMROMAN?

wir beide sind und bleiben EIN schriftsteller – deshalb haben wir auch zusammen das buch geschrieben.

auch wenn du alles alleine machst?

das täuscht!

wieso?

das täuscht, glaube mir. ich kann doch nichts für deine komplexe.

ich habe keine komplexe!

dann sei doch ruhig: es ist und bleibt UNSER roman.

und wenn ich ihn gar nicht geschrieben haben will?

dann wird es schwierig für dich, zweitklausens.

wieso?

dann müsstest du dir einen anderen partner suchen.

bin ich an dich „angeschweißt“?

im prinzip ja. ein „zweitgoethe“ wird aus dir nie werden.

und ein „erstgoethe“?

auch das nicht! denn wenn es einen gäbe, der sich so nennen dürfte, dann wäre ich das.

du, klau|s|ens?

ja, ich sagte: „wenn“ …. aber „wenn“, dann nur ich.

da siehst du ja, dass ich nur ein anhängsel von dir spielen soll.

das ist so nicht ganz richtig, zweitklausens. ich würde es liebevoll als „detail“ betrachten.

du meinst, ich bin ein detail?

nein, anders: ich kann manche dinge nur detailliert beschreiben, weil es dich, zweitklausens, als zweite stimme gibt.

und was ist dann mit HULSK und ELWINA und SORRELINE und TIMMANKER und ALWINE und wie die alle heißen?

das sind figuren aus meinem neuen roman.

aha, also doch dein roman.

nein, nein, unser roman, zu dem viel beigetragen hast. nicht und mehr und nicht weniger.

und zum ruhm?

das ist eine ganz neue frage. die können wir jetzt nicht erörtern. das sollten wir uns für ein andermal aufheben. jetzt müssen wir erst einmal den roman „HULSK [KURZUMROMAN]“ millionenfach verkaufen.

und das geld?

jetzt lass‘ doch mal die fragen. wie soll man da jemals vernünftig schreiben, zweitklausens?!

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KLAUSENS sein neuer Roman HULSK [KURZUMROMAN] ist da

oh, klau|s|ens, heute ist schon wieder ein roman von dir erschienen.

ich nannte ihn „roman einer romanovelle“.

und worum geht es?

darf man alles verraten?

nicht alles, aber eine idee.

das buch heißt HULSK.

komisch!

ja, gewiss, ein seltsamer name. und so ist auch das buch.

wieso?

es geht um das, was entsteht, wenn man schreibt, und wie diese ebenen sich dann gegenseitig im weg stehen … samt der personen. sehr spannend! kurios! wundersam! geheimnisvoll! auch für mich, als autor.

alle stehen sich im weg?

vielleicht. ich kann es selber nicht sagen.

aber sag doch mal etwas.

wir nehmen zeilen von meinem verleger.

wieso?

… weil ich selber nicht über meine bücher so viel schreiben möchte. ich bin befangen.

und dein verleger?

der muss es ja, über anderer leute bücher schreiben: es ist sein job. – außerdem ist er ein ganz netter.

das wollen wir mal hoffen!

also, ich zitiere: In diesem Buch geht es um herrlichsten Einfälle und die kluge Reise in den Kern und das Werden eines Romanes selbst. HULSK und ELWINA leben in einer seltsamen Stadt, die von der Produktion von Texten und Sätzen lebt. HULSK ist Akteur des Ganzen, und zugleich auch Schriftsteller, der die Worte und Wörter (was denn?), Sätze … ja auch Menschen (er)schafft. Und er erschreibt sich eine Hauptfigur dafür: ELWINA. Sie ist, so meint er, sein Objekt. ELWINA sieht sich aber als realen Menschen in der irrealen Welt des HULSK-Romans. Sie verweigert sich HULSKs Wahn, er würde sie „schreiben“. Sie agiert also selbst. Beide (HULSK und ELWINA) ziehen in diesem seltsamen Konstrukt los, um die Welt der erlöschenden Bücher vor dem Aus zu retten. Diese „abenteuersamliche“ Geschichte wird immer wieder neu gebrochen und in ihrem Fortgang zur Diskussion in Frage gestellt. Bis zum Schluss. – Wer ist Kreator des Ganzen? Wer hat die Autorenschaft?

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Endlich wieder ohne Politik, dieser KLAUSENS

klau|s|ens, alle deine letzten einträge drehten sich um die politik. – ist dir das aufgefallen?

nein, aber was ist daran schlimm?

du bist doch schriftsteller und künstler.

dürfen die nicht politisch sein?

doch, doch, aber wenn sie es nur noch sind, dann verlieren sie sich.

was soll ich tun?

schreibe uns etwas anderes. etwas schönes.

gut, gut:

LIEBESKÜNSTLERZUWENDUNG

Er sagte Paula inbrünstig dass sie so
Schön sei wie eine Wunderblume
Und sie niemals nie verblühen dürfe
Bevor er ihr zärtlich und sorgsam den
Kunstdünger nah des Herzens injizierte

Copyright Klau|s|ens in allen Schraib- und Schreibweisen, u.a. als Klausens oder Klau(s)ens oder Klau&s&ens. 28.11.2008, Freitag, Königswinter

das nennst du „schön“?

ich habe ja gesagt, dass es vielleicht gar nicht so schlimm ist, wenn künstler lieber etwas politisches schreiben.

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