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Bei der Premiere von „Frau Höpker bittet zum Gesang“ in Bonn im „Anno Tubac“ war KLAUSENS

klau|s|ens, frau höpker breitet sich aus.

ja, diese frau höpker wird noch die ganze welt erobern. die fischer-chöre haben es vorgemacht … und jetzt kommt sie.

aber wie?

sie ist nun von köln auch noch nach bonn gegangen.

sie singt also nun in zwei städten? regelmäßig? einmal im monat?

sicher, aber sie singt ja mit den menschen. sie ist die vorsängerin, weil sie so gut singen kann, eine musikalische ausbildung hat, und weil sie das piano spielt, und weil sie eben spaß an der sache hat, und … gut ist sie auch. sie hat talent.

also frau höpker singt. und die menschen singen mit. alle singen zusammen. und dann entsteht so etwas wie glück?

so könnte man es beschreiben, sofern man sich in dieser besonderen höpker-soziologischen mischung geborgen fühlt. jede veranstaltungsform erbringt eine soziologische mischung, und frau höpker erzeugt eben die ihre … zumal wenn an einem mittwoch noch ein (lahmes) pokalspiel viele singmögliche männer abwirbt.

und was wird gesungen?

das weißt du doch: quer beet. von rock bis pop bis schlager bis volkslied bis evergreen bis schunkelwalzer bis … alles ist möglich, die „mundorgel“ lässt grüßen, die pfadfinder, die lagerfeuer, die jugend, die disco, das rockfestival … wir wir eben alle gestrickt sind. … die ersten küsse … alles ist ja oft auch mit liedern verbunden: „konnotiert“, um es fachsprachlicher zu sagen.

jetzt möchte ich aber wissen, was in bonn gesungen wurde.

gleich! – die katrin höpker macht ihr programm im prinzip monatlich neu, dann geht sie auch immer auf wünsche aus dem publikum ein, die auf weiße zettel geschrieben werden können und die sie dann studiert, wie lehrerinnen ihre klassenarbeiten.

also ganz „die höpker“.

„die höpker“ wird zu einem konzern. sie breitet sich wie der immer noch emsige fischer über ganz deutschland aus, singt da und dort, man kann sie auch buchen, für den geburtstag oder was immer, sie wird am 7. mai sogar auch schon im polizeipräsidum bonn spielen … also dem allem sind keine grenzen gesetzt. musik ist ja grenzenlos.

und in bonn?

da tritt sie regelmäßig ab jetzt auf, monat für monat, wie sie es auch schon in köln tut. unter dem label „frau höpker bittet zum gesang“. die premiere im „anno tubac“ war sehr gut besucht, zugleich aber konnte man immer noch dastehen, ohne sich wie eine eingedoste sardine zu fühlen. (eintritt war 8 euro.)

und wie findest du oder man oder frau zu dieser frau höpker und ihrem „frau höpker bittet zum gesang“? wie findest du zu hier ihr hin? zu ihren singterminen?

du gehst auf diese homepage … und dann meldest du dich an und dann bekommst du mails und dann weißt du bescheid, was zu tun ist.

ach, wenn doch alle menschen sängen … dann gäbe es weniger krieg und gewalt!

du bist naiv: ich erinnere an fußballschlachtlieder, demonstration-vorne-lieder und streiklieder und militärische lieder und böse lieder (horst-wessel-lied) und punk-musik: also mit liedern ist alles möglich, das gute, aber auch das schlechte. das sanfte und das brutale. so einfach ist die ganze rechnung also nicht. („völker hört die signale“)

aber frau höpker will keinen krieg?

nichts spricht dafür. sie will sogar diejenigen, die nicht recht singen können, dazu animieren, es trotzdem zu tun. denn alle bilden die große masse … und darinnen kann sich der/die einzelne dann verstecken und falsch mitsingen, weil die masse es ja doch dann richtig übertönt.

und die texte kommen vom beamer an die wand? zeile für zeile?

ja, zeile für zeile – also: für analphabeten macht es nur sinn, wenn sie die texte auswendig können. für die, die gerne singen wollen, aber von jedem lied nur eine strophe kennen, für die macht es viel sinn, weil sie alle möglichen lieder kennenlernen … und in ihrer kompletttextigkeit dann auch singen werden.

„kompletttextigkeit“, ein neues wort?

ja, ja, ich gebe es zu. ein neues wort . – man muss auch erwähnen, dass die frau höpker auch freude an der sache hat. sie macht gesten, mimiken, stimmnachäffungen und führt das publikum mit bestimmter, bisweilen erhobener hand, wenn es mal schweigen möge, oder lauter singen möge, oder im kanon zu singen habe. das alles geschieht in einer sphäre der reinsten demokratie der zart tonangebenden katrin höpker … vor einem publikum, von dem niemals auch nur gefährdungen zu vermuten sind. das publikum ist lieb und nett, aber in der masse eben auch „sehr brav“.

was soll man davon halten?

alles und nichts.  es muss ja nicht jeder mensch das mobiliar zerschlagen. die tolerante welt überlässt jedem sein plesierchen, solange niemand dabei zu schaden kommt.

schadet die höpker denn?

ich denke, in vielen fällen wird sie eher nützen oder auch heilen. also ganz der ansatz von gotthilf fischer.

und ihre lieder von gestern?

hier sind sie:

ÜBER DEN WOLKEN – bekannt durch reinhard mey
IT’S BEEN A HARD DAYS NIGHT – bekannt durch die beatles
ALLE VÖGEL SIND SCHON DA – bekannt als volkslied
TULPEN AUS AMSTERDAM – bekannt als evergreen
FROH ZU SEIN – bekannt als kanon
IT’S A REAL GOOD FEELING – bekannt durch peter kent
ENGLISH MAN IN NEW YORK – bekannt durch sting
ER GEHÖRT ZU MIR – bekannt durch marianne rosenberg
CROCODILE ROCK – bekannt durch elton john
DAVE IS ON THE ROAD AGAIN – bekannt durch manfred mann und seine earthband
IM MÄRZEN DER BAUER – bekannt als volkslied
MATERIAL GIRL – bekannt durch madonna
JETZT FAHR’N WIR ÜBER’N SEE – bekannt als volkslied
ICK HEFF MOL IN HAMBURG EEN VEERMASTER SEIN – bekannt als dialektales volkslied oder seemannslied
BEL AMI – bekannt als evergreen
THE LETTER (auch bekannt als GIMME A TICKET FOR AN AEROPLANE) – bekannt durch the box tops
I’M SO EXCITED – bekannt durch die pointer sisters
GAMES PEOPLE PLAY – bekannt durch alan parson’s project
ÜBER SIEBEN BRÜCKEN – bekannt durch karat und peter maffay
BREAKING UP IS HARD TO – bekannt durch die carpenters
SOMETHING STUPID – bekannt durch frank und nancy sinatra
HEUTE HIER, MORGEN DORT – bekannt durch hannes wader
ICH LIEBE DAS LEBEN – bekannt durch vicky leandros
THANK YOU FOR THE MUSIC – bekannt durch abba
THOSE WERE THE DAYS – bekannt durch mary hopkins
WE ARE THE CHAMPIONS – bekannt durch queen
ROCK’N ROLL OVER THE WORLD – bekannt durch status quo
EN UNSER’M VEEDEL – bekannt durch die bläck fööss

das ist aber eine lange liste.

ja, es müssten so in etwa 29 lieder sein. aufgeteilt in „3 runden“, ein begriff, der mir bislang vom boxen, ringen und hallo-ü-wagen erst bekannt war.

wow, wow, wow.

du meinst mal dies, mal das – mal jene stilrichtung, mal diese?

ja, das meine ich.

das ist ein markenzeichen von katrin höpker. sie hat es für sich selber als „DER BRUCH“ nun zu einem markenzeichen mit eigenem markenzeichennamen durchstilisiert.

ich verstehe. dann schreibe ich mal schnell ein gedicht:

DER BRUCH

Wo viele Gaumenschenkel wildens klappern
Und manch‘ gar böse Zungen die Ziegen spiel’n
Wird keine Lippe jemals meckernd wieder sabbern
Sondern stets glücksvoll nur dies-unser Liedgut siegen
(Vorsicht! Sing lauter! – Die ersten Zähne fliegen!)

Copyright Klau|s|ens in allen Schreibweisen und Schraibwaisen, u.a. als Klausens oder Klau/s/ens oder Klau-s-ens, wohlwollend, wenngleich dezent kalauernd, „Frau Höpker“ und „Frau Höpker bittet zum Gesang“ gewidmet … und ihrem sinnreichen Tun. Königswinter-Oberdollendorf, 25.3.2010, einen Tag nach dem Besuch der Premiere der Veranstaltung in Bonn, im „Anno Tubac“, am 24.3.2010

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Wolf Biermann in Bonn von KLAUSENS bedichtet

du, klau|s|ens, wie schön: dieses unscharfe foto, so weich daherkommend.

ja, man verklärt die zeit.

wie fandest du biermann?

vorgestern war er kraftvoll und voller intensität. in bonn. im haus der geschichte.

du kennst ihn auch anders?

ja, er kann so arg weinerlich sein, dass man es nicht ertragen kann.

also alles abhängig von der tagesform?

ja, das ist es – wie bei uns auch.

deine gedichte atmen etwas von der atmosphäre?

das ist doch die idee der LIVE-DICHTUNG. ich mache gedichte schnell und zügig – ich stoße sie aus, reagiere … auf das, was ich sehe und erlebe und empfinde – und insofern spiegeln die gedichte immer etwas von der atmosphäre, natürlich in meiner eigenen verklärung.

es sind dann doch 39 gedichte geworden?

ja, und noch ein SERIELLO. also: http://www.klausens.com/klausens-und-wol…
und http://www.klausens.com/seriello-wolf-bi…

und diese wundervoll weichen und verklärten fotos der unschärfe aller realität der erkenntnis des seins.

so kann es ihm ergehen, dem WOLF.

eigentlich ist es eine ehre, von dir betextet und bebildert zu werden.

das sehe ich auch so, zweitklausens.

DIE LICHTER GEHEN AUS

Es dunkelt der
Mensch will kommen
Nicht doch bleiben
Wir nicht zu lange

© Klau|s|ensĦķΩ7 Klau’s’ens=Klau(s)ens=Klausens=Klau|s|ens

Copyright Klau|s|ens in allen Schraib- und Schreibweisen, u.a. als Klau*s*ens oder Klau?s?ens oder Klau!s!ens, LIVE geschrieben am 4.5.2009, Montag, im HAUS DER GESCHICHTE, Bonn, vor dem Konzert von Wolf Biermann. THEMA: „Berlin, du deutsche deutsche Frau“, Lesung und Singerei zum allerneuesten Berlin-Brevier, verlegt bei Hoffmann & Campe in Hamburg – Dieses Gedicht wurde etwa gegen 19.35 Uhr geschrieben, das Konzert sollte gegen 19:30 Uhr beginnen. – Veranstalter: HAUS DER LITERATUR UND SPRACHE e.V., Bonn, Begrüßung durch Karin Hempel-Soos von eben diesem EHVAU.

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KLAUSENS sah Wolf Biermann in Bonn – oder der ihn?

klau|s|ens, du sahst wolf biermann? LIVE? in bonn?

oder sah er mich?

wie kommst du darauf?

schau doch, wie er schaut, als er durchschaut, dass jemand schaut, der auch alles durchschaut. (ich meine das foto unten.)

mehr nicht?

doch, doch, er war großartig – so viel man über ihn streiten und jammerlieren kann.

„jammerlieren“?

ein neues wort – wenn jemand etwas verliert, dann jammert er.

jammert biermann?

jetzt weniger, viel weniger – aber der verlust der DDR war für ihn immer verlust seiner existenz, zumindest teilverlust. ich kenne ihn als weinerlich-mutigen jammerer – neben all seinem aufbegehren, eigentlich möchte er gestreichelt werden. wird er aber dann gestreichelt, träumt er von folter. YING YANG – das ist bei ihm eine dauerkurve.

wieso?

nach der DDR? – also: der feind der reibung … und damit der kreativität fehlte.

und du?

ich mache mir biermann nun für wenige minuten zum feind, spielerisch – und dann kann ich vielleicht besser schreiben.

ist es so?

natürlich nicht – ich stehe über allen dingen über aller welt, bin frei von allen gefühlen der eitelhaftigkeit und der dünkelvergessenheit.

„dünkelvergessenheit“?

ein neues wort – aber man kann es doch verstehen.

konntest du biermann verstehen?

sehr gut, LIVE ist er grandios. ich sah ihn vor jahren in der TU Berlin, wüsste aber nicht mehr den zusammenhang. da war alles aufgewühlt in berlin, und sowieso. und ich war jung, und das AUDIMAX war voll, und ich saß eingeklemmt – da war alles anders. auch schön, aber anders.

und gestern?

gestern spielte biermann im haus der geschichte vor der kulisse des alters, man sah kaum gesichter unter 50 – und das publikum durchlebte mit ihm seine eigene zeit. biermann spielte ihnen das tagebuch ihrer eigenen vergangenheit, und deshalb war höchste konzentration. also die konzentration der nachbetrachtung und rückerinnerung. kein aufbruch mehr!

nachher?

nachher gab es applaus, einfach nur applaus. viel applaus. lange, aber nur applaus. nichts dazu.

keine buhrufe?

nicht einen. nur ich fühlte mich dazu gezwungen: ich selber rief etwas, jaulte, machte töne – aber es war zustimmung, aufrührende zustimmung, in anerkennung seines lebenswerkes – biermann hingegen hatte es als BUH interpretiert. seltsam, wenn so viel geklatscht wird, aber den menschen kommt nichts über die lippen. kein BRAVO, kein TOLL, kein NICHTS.

es war also ein sarg?

wenn man so will, war das publikum sein eigener sarg. schon aller vehemenz entglitten, nur noch in der betrachtung der eigenen zeit eingeschlossen. entruhigt.

„entruhigt“? – du wirst schreiben?

ich habe LIVE geschrieben – und ich werde das alles wieder ablegen, klar doch! http://www.klausens.com/klausens-und-wol…

und biermann?

ich bin glücklich, ihn erneut LIVE gesehen zu haben. möge das alte walross weiter jammern und klagen und lieben und jammern und heulen und sich an den bonzen reiben, bis das der sarg uns alle …

also nicht entsagung, sondern entsargung – wäre das deine hoffnung?

ja, entsargung für bonn – das wäre mal dringend nötig. dafür kann biermann aber rein gar nichts.

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„Loss Mer Singe“ besucht KLAUSENS

klau|s|ens, was bedeutet „loss mer singe“?

ich denke: lass uns singen! oder so ähnlich.

und was machst du dabei?

ich singe gerne – und ich muss ja die welt immer genau kennen … und neu kennenlernen. ich als schriftsteller und somit ethnologe allen seins.

was hat „loss mer singe“ damit zu tun?

das ist eine karnevalsbewegung, die jahr für jahr mehr um sich greift.

was ist die idee?

wir/sie singen karnevalslieder – und das schon viele tage vor dem beginn des wilden straßenkarnevals.

einfach nur singen?

natürlich geht es hier zuerst um das singen (und auch einsingen) der NEUEN karnevalslieder, und zugleich das abstimmen über die besten.

eine hitparade?

auch das: das gemeine volk versammelt sich in kneipen, wo es voll und eng und schwitzig ist, hört diese lieder und sagt dann: „diese 6 haben uns am besten gefallen.“ vorher hat ein team diese aus 200 oder so ausgewählt. zu dem team gehören z.b. kerstin und helmut frangenberg und georg hinz. ich weiß leider nicht, wer komplett alles zum „team“ gehört.

und das ist jetzt „in“? das gesinge?

ja, es sieht so aus. denn sie ziehen seit 7 jahren abend für abend in eine neue kneipe, und da machen sie es dann. mikrofon, boxen. einer, der dann den DJ und moderator spielt. mehrere, die blaue eimer mit liedtexten und stimmkarten und kulis rumreichen. z.b. gestern im „alcazar“ im belgischen viertel von köln, bismarckstraße / ecke brüsseler straße. motto „eimer in köln“, wobei das eimer eine ironische veränderung von „einmal“ (kölsch „eimol“) ist.

und du hast geschwitzt?

zweitklausens, du warst doch dabei. du bist doch immer dabei.

wir haben also geschwitzt?

oh ja, und wir haben gesungen, und alles das.

war es schön?

es war auf seine art schön, ja. alle stehen und schunkeln. 30% stehen auf den bänken, die tische und stühle hat man entfernt …

aber?

… aber die meisten neuen lieder waren nicht so schön. nicht so doll. nicht so prickelnd.

woran liegt das?

es werden jahr für jahr hunderte neue karnevalslieder geschrieben, und die meisten sind eben normal. fabrikware. massenware.

was heißt normal?

da gibt es verschiedene liedschemata und liedklassen und songmuster und klangtypen, und binnen dieser wird dann was geschrieben.

und?

es gibt samba, irish folk, rock, russische weisen, hymnen, walzer, balladen, märsche, polka, alles eben … und das wird dann so umgeschrieben, dass es irgendwie in den karneval passt. karneval in köln ist immer auch worldmusic und ethnomusic. offen, multikulturell, eklektizistisch: alles kann, nichts muss.

was z.b.?

in köln muss es immer das lob der stadt sein, das lob des domes, das lob des rheines, eben immer das hochbeschwören des herrlichen KÖLN, welches doch eigentlich ästhetisch oft ein trauerspiel ist. aber das hat mit den bombenschäden des II. weltkrieges zu tun.

gibt es wichtige worte?

aber ja: „zick“ = zeit, „rhing“ = rhein, „kölle“ = köln, „wigger“ = weiter, „jonn“ = geh’n, „widder“ = wieder, usw. usf. – ich kann jetzt kein kölsch-wörterbuch hier schreiben. aber manche wörter sind inflationär. „jeck“ natürlich auch.

d.h. sie schreiben lieder und kopieren dabei alle möglichen stilrichtungen?

ja, die bläck fööss haben das bis zum erbrechen schon gemacht, gut gemacht. also „gut erbrochen“. denn das alles ist ja auch kunst. alles und jedes in den karneval zu transponieren … und dann auch noch lieder zu schaffen, die wiederum außerhalb des karnevals noch gesungen werden.

echt?

ja, echt. – und dann gab es ja mal lieder wie z.b. das von der band „höhner“ mit dem „sultan“, der „doosch“ (durst) hat. das war das arabische (musik)thema genial in den karneval inkolportiert.

aber gestern?

gestern gab es kaum lieder, die richtig überzeugten. zahlenmäßig „viele“ lieder scheinen zwar nun
geschaffen und geschrieben, für die session 2008/2009, aber es fehlt zu vielen liedern der pfiff, das besondere, das einmalige, das unverwechselbare, die wirklich gute idee.

und dann haben sie abgestimmt, die menschen in der gaststätte?

ja, es gab diese lieder von diesen bands:

1. Knittler: Fastelovend
2. Wicky Junggeburth: Die Kölsch Lektion
3. Hanak: Langsam
4. Höhner: Överall op dr Welt jitt et Kölsche
5. Zeltinger: Drink e Bier
6. Us em Levve: Un dann denk ich ahn Kölle
7. Björn Heuser: Jede Naach
8. De Wanderer: Himmlisch Jeck
9. Paveier: Mir Kölsche sin prima
10. Marc Metzger: Der doofe Dom
11. Domstürmer: Loss mer levve
12. Rheinländer: Humba Heee
13. Brings: Wenn et einmol läuft
14. Kölsche Bengels: Immer widder do
15. Bläck Fööss: Jommer noh Hus
16. Klüngelköpp: Stääne
17. Hanak: Haifischzahn
18. Die Filue: Wenn in Kölle widder et Trömmelche spillt
19. Röbedeuker: Keiner weiß et vürher
20. Brings: Heimjonn

und gewonnen?

gewonnen hat das auch meiner meinung nach beste lied: „heimjonn“ von brings, eine ballade, die sich um das zumachen der kneipe dreht, wenn man sein letztes bier getrunken hat, und dann irgendwie den schutzraum der gastronomie wieder verlassen muss. eine wirklich gefühlvolle ballade, die auch außerhalb des karnevals nun als rausschmeißer gespielt werden kann.

und „loss mer singe“?

die ziehen weiter und weiter. circa 30 kneipen in wenigsten tagen. hier ist der kneipenplan von 2009, also die termine. http://www.lossmersinge.net/termine.asp?…

und dein LIVE-gedicht?

mein erstes KÖLSCH-gedicht, aus versatzstücken neu zusammengebaut, schnell und spontan:

KOPPLOSSER
Das Mein-Kölsch-Gedicht

Loss mer singe
Kopp von däm
Ahle Mann vür
De Dür is aaf
On zu kumen
Die wigger draan

Copyright Klau|s|ens in allen Schraibwaisen und Schreibweisen, u.a. als Klau(s)ens oder KlauKÖLSCHsKÖLSCHens oder Klau=s=ens am 22.1.2009, LIVE, in der Kneipe „Alcazar“ in Köln, es läuft gerade das erste Lied der Bewertungsliste von LOSS MER SINGE (= LMS), und zwar „Fastelovend“ von Knittler (Die 100%-ige Schreibung des Kölsch als „Reinkölsch“ ist für den zu Krefeld geborenen Autor KLAUSENS teils ungewiss, ihm aber auch nicht wichtig! „aaf“ ist aber extra nicht als „aff“ bzw. „af“ geschrieben worden.)

die schreibung des kölschen stimmt nicht?

extra! – das nimmt da ja auch keiner krumm. multikulti in köln. außerdem ist „aaf“ und „aff“ eigentlich irgendwie gleich. lang oder kurz gesprochen. aber damit spielt ja auch das gedicht. bewusst. wir nichtkölner denken übrigens auch an „affe“, der aber auf kölsch wiederum „aap“ heißt.

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