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klau|s|ens mit LIVE-gedichten zum bonn-marathon 19-4-2015 – www.klausens.com

klau|s|ens, der bonn-marathon?

alles will man mal gesehen haben, auch einen marathon.

laufend?

oh, nein, sorry, zuschauend: aber auch das ist ja was.

es hängt alles von allem ab. du warst also zuschauer!

sinnlich ist immer LIVE und IN PERSONA vor ort, in den fernsehmedien kommt es anders daher.

und wie kommt es nun daher?

durchwachsen, gemischte eindrücke. aber 4 LIVE-gedichte sind entstanden, die kann man dann zu den akten tun.

4-KM-MARKE UND ZURÜCK

Läufer vorbei
Die Spitze
Zerrissen schon
Viel Loch viel

Frei Raum
Sie ziehen Bahnen über die
Kreise der
Sieglastigkeit geht

Auf an der
Wende wo noch
Ein Werbesmart
Hupt Ihr Runner

Copyright Klau|s|ens in allen Schraib- und Schreibweisen, u.a. als Klau/s/ens oder Klau-s-ens oder Klau-MARA-s-THON-ens, LIVE geschrieben am 19.4.2015, Sonntag, Bonn-Marathon, hier: Wendepunkt Bonn-Ramersdorf, Landgrabenweg 151, bei T-Mobile, rechte Rheinseite, gegen 10:57/58 Uhr MESZ, die Spitze des Feldes kam, (zum 1. Mal, sie muss noch ein 2. Mal vorbeikommen) … aber dann war recht lange nichts mit Läufern. — „Sieglastigkeit“ ist ein Kunstwort von Klausens. — Beim Bonn-Marathon sind für die Marathonstrecke 2 Rundläufe einer Strecke zu tun.

DER HÖR-GAFFER

Die Musik der
Becher plastiziert
Geräusche aus
Wegbrechendem
Material auf
Dem Asphalt
Auch rollend
Wie schleifend
Ertönen Hymnen
Der Wegwerfgesellschaft

Copyright Klau|s|ens in allen Schraib- und Schreibweisen, u.a. als Klau/s/ens oder Klau-s-ens oder Klau-MARA-s-THON-ens, LIVE geschrieben am 19.4.2015, Sonntag, Bonn-Marathon, hier: Wendepunkt Bonn-Ramersdorf, Landgrabenweg 151, bei T-Mobile, rechte Rheinseite, gegen 11:03 Uhr MESZ. — Hunderte Becher ergeben Geräusche, ja, eine Melodie, die sich ändert, wenn starker Wind die Becher zum Rollen bringt. Auf Radio Bonn Rhein Sieg wird zeitgleich in den Nachrichten von den „Gaffern“ auf der Autobahn gesprochen, jenen, die bei Unfällen im Vorbeifahren knipsen oder filmen. — „Hör-Gaffer“ ist ein Kunstwort von Klausens.

NACHZÜGLER

Das Gehen ersetzt
Das Laufen kleine
Fettpackungen tippsen
In die Luft und
Klammern sich an
Den Asphalt dem
Endziel von 42,X
Kilometern nur
In den Träumen
Entgegenwabernd
Sind wir Fanfare
Für die Schlussläufer
11:15 Uhr MESZ

Copyright Klau|s|ens in allen Schraib- und Schreibweisen, u.a. als Klau/s/ens oder Klau-s-ens oder Klau-MARA-s-THON-ens, LIVE geschrieben am 19.4.2015, Sonntag, Bonn-Marathon, hier: Wendepunkt Bonn-Ramersdorf, Landgrabenweg 151, bei T-Mobile, rechte Rheinseite, gegen 11:12 Uhr bis 11:15 Uhr MESZ, der offizielle Start war ja in Bonn-City um 10:30 Uhr, zumindest für, die direkt vorne loslaufen durften. Hier sind wir ca. 4 km weiter, die Strecke muss zweimal gelaufen werden, damit eine Marathondistanz entsteht. — „entgegenwabern“ ist ein Kunstwort von Klausens. — Ein Zuschauer hier an dieser Stelle bläst immer wieder wundervoll die Fanfaren ins Horn.  — „Schlussläufer“ ist die Ballonaufschrift, sie kommen zum ersten Mal vorbei.

VIELKNOCHENFALT

Jedes Gerüst ein
Anderes der Körper
Korsett eckig das
Abgleitende wird
Markiert wie ein
Hacken und Zucken
Schlackert das alles
Mehr wie Gerippe
Als Fleisch ist jeder
Mensch anders
Und läuft dann
Doch irgendwie

Copyright Klau|s|ens in allen Schraib- und Schreibweisen, u.a. als Klau/s/ens oder Klau-s-ens oder Klau-MARA-s-THON-ens, LIVE geschrieben am 19.4.2015, Sonntag, Bonn-Marathon, hier: Wendepunkt Bonn-Ramersdorf, Landgrabenweg 151, bei T-Mobile, rechte Rheinseite, gegen 12:40 Uhr MESZ, die 3:30-Gruppe, also der rote Ballon, der dieses Zeit-Ziel angibt, kam gerade vorbei, zum 2. Mal. — „Vielknochenfalt“ ist ein Kunstwort von Klausens.

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klau|s|ens erlebt den übersmarten herrn thomas middelhoff im gericht zu köln beim oppenheim-prozess – www.klausens.com

klau|s|ens, er kam dann.

ja, als zeuge, aber sagte dann doch nichts.

warum? wieso?

angeblich wegen einer ganz aktuellen veröffentlichung in FOCUS und FOCUS ONLINE zu seiner person. das schien aber nur vorgeschoben, denn die berichte über ihn und und das thema „prozesse“ sind ja zigfach.

er sollte doch aussagen.

ja, aber der eine anwalt von ihm berief sich dann doch (für alle dann überraschend) auf § 55 der strafprozessordnung:

§ 55
(1) Jeder Zeuge kann die Auskunft auf solche Fragen verweigern, deren Beantwortung ihm selbst oder einem der in § 52 Abs. 1 bezeichneten Angehörigen die Gefahr zuziehen würde, wegen einer Straftat oder einer Ordnungswidrigkeit verfolgt zu werden.
(2) Der Zeuge ist über sein Recht zur Verweigerung der Auskunft zu belehren.

dann war alle mühe umsonst?

oh ja, oh ja. aber herr middelhoff hatte einen fernsehauftritt erster güte: der dunkelblaue nadelstreif, dazu seine größe, die braune gesichtsfarbe, die ganze erscheinung. eigentlich eine spielfilmfigur. man stellt ihn sich als spieler oder gegenspieler in einem james-bond-film vor.

und so kam er dann ins gericht. groß und alert.

auch ins fernsehen. (ich sah ihn eben noch auf n-tv.)

aber gesagt hat er nichts. also nichts eigentliches, außer angaben zu seinem namen, seinem alter, seinem wohnsitz, seinem beruf.

der oberstaatsanwalt war stocksauer und zeigte es auch in worten. (die anderen waren wohl auch sauer, aber sprachen es nicht aus. die richterin blieb freundlich-cool wie immer.) denn man hatte ja im vorfeld alles abgeklärt, termine gefunden, und eben wohl auch angefragt, ob er überhaupt aussagt. (denn ansonsten macht alles keinen sinn. dann hätte man ihn gar nicht erst vorladen müssen.)

man ging davon aus: herr middelhoff kommt und sagt aus.

ja, aber er tat es dann überraschend doch nicht.

da waren dann alle mühen umsonst.

eben! auch die volle pressebank, die vielen fotografen, die endlich mal wieder vollen bänke im zuschauerbereich: alles umsonst.

middelhoff konnte aber durch diesen auftritt am 5.5.2014 publizistisch einleiten, dass er heute (6.5.) in essen wieder im gericht ist.

ja, heute aber als beschuldigter.

und die (wieder ein extra ding) anderen ermittlungen in bochum, das war die sache, auf die sich der anwalt in köln berief.

da ist das thema „insolvenzverschleppung“. das wiederum stand auch in den gesamten medien. (und es steht auch weiterhin dort. nicht nur im FOCUS.)

herr middelhoff hat viele prozesse zugleich zu bestreiten.

oh ja. eine große ansammlung. da zeuge, hier beklagter, dort selber klagender: zivilrecht und strafrecht. alles ist vertreten.

wie fandest du ihn?

sagte ich doch: er ist zuallererst eine erscheinung für den spielfilm. (er passt auf jede yacht.) zu allem anderen äußere ich mich nicht. da mögen die gerichte ihr werk tun.

und sein wohnsitz? er soll doch in gütersloh oder bielefeld oder wo sich abgemeldet haben.

im gericht gab er an: saint-tropez.

ein schöner, sonniger wohnsitz.

gewiss, zmal wenn man ununterbrochen nach deutschland muss, um in dieser oder jener funktion vor gerichten zu stehen. (obwohl: bei zivilprozessen lässt man meist die anwälte allein das ding vor ort tun.)

ein schöner wohnsitz, auch wenn man es sich mit dem einen gericht in köln irgendwie schon total verscherzt hat.

gewiss, aber § 55 StPO ist sein recht. – jedoch: er hat es zuvor anders kommuniziert, und die haben sich da endlos auf dessen befragung vorbereitet, alle seiten. dann diese „nullnummer“. (der oberstaatsanwalt nannte es dann beim namen. unverschämtheit. so kann man sagen. erbärmlich. so auch.)

was schrieben wir?

unter anderem:

DER ZEIGLING

Braun wie der
Urlaub gebrannt
Scheut das Kind
Nicht die Größe
Der Haltung das
Breite des Grinsens
Und den Zugruß
Selbst zu einem
Von der Pressebank

LIVE GEDICHTET. Copyright Klau|s|ens in allen Schraibwaisen und Schreibweisen, u.a. als Klau/s/ens oder Klausens oder Klau-s-ens, am 5.5.2014, Montag, gegen 9:57 und 9:58 Uhr MESZ, 5.5.2014, Montag. Middelhoff samt einem (der später zwei) Anwälte nun im Gerichtssaal selbst. Diverse Fotografen auch im Saal. Um 10:00 Uhr soll der Prozess beginnen.

klausens-kunstwerk-bunt-kunst-der-ausschnitt-auch-das-5-5-2014-middelhoff-oben-im-gericht-koeln-

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klau|s|ens collage zur denkmal-enthüllung beethoven des markus lüpertz – www.klausens.com

klau|s|ens, man vergisst auch so schnell, wie es vorher aussah. das denkmal.

verhüllt. – ja, das verhüllte hat stets seinen reiz.

nachher ist es dann enthüllt. ent, ent, ent!

aber man sieht nur einen teil.

ist das, was wir in unserer collage (unten) sehen, nicht das ganze denkmal? da in der mitte drin?

nein, denn es gibt den eins-kopf und dann (vertikal gedacht) weiter unten, davor gelagert, noch den zwei-kopf.

den zwei-kopf von beethoven sehen wir nicht?

nein, denn lüpertz und publikum stehen da rum. ist nicht im bildausschnitt drin.

dann sieht man den zwei-kopf immer nur, wenn keine gruppe um das denkmal steht?

so wird es realiter dann wohl sein. aber ich stelle dir eine frage.

welche?

wie oft stehen solche gruppen so dicht um ein denkmal im öffentlichen raum?

bei stadtführungen vielleicht.

da hast du recht, aber nur wenn die gruppe verdammt groß ist, sieht man den zwei-kopf nicht.

ansonsten sieht man ihn?

ich denke ja. es soll wohl um die zwei personen/personalitäten von beethoven gehen: die glorifizierte und dann die andere, die des realen beethoven-lebens. oder man kann auch sagen: alltagsmensch und übersteigertes genie. oder: popstar und leidendes wesen. und, und, und. der dualitäten kein ende. (es entspricht der idee der maske. der zwei-kopf übernimmt die funktion einer maske. aber genau umgekehrt, weil der zwei-kopf unten ja mehr den realen menschen wohl zeigt.)

zwei identitäten = viele identitäten.

so wie bei klausens und zweitklausens. (wir zeigen das durch unsere LIVE-gedichte zu enthüllung, zum beispiel. LINK.)

von der denkmalenthüllung? 30.3.2014? bonn? sonntags?

ja, es sprachen doch werner müller, jürgen nimptsch und jürgen flimm.

dazu das bläserquintett des beethovenorchesters.

und wir dichteten für das im-menschen-schizophrene aller zeiten.

collage-klausens-fotos-beethoven-denkmal-noch-verhuellt-und-enthuellt-30-3-2014

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klau|s|ens erlebt oppenheim-prozess (beginn nr. 2) in köln – www.klausens.com

klau|s|ens, man muss wohl einen langen atem haben: als gericht und als prozessbeobachter. auch als staatsanwaltschaft.

genau das ist es! der oppenheim-prozess soll wohl nie so richtig losgehen.

aber wieso?

… weil man so am besten agiert, wenn man menschen aus der wirtschaft schützen will. es gehört zur klassischen arbeitsweise von wirtschaftsanwälten.

welche wäre das?

lasse den prozess erst möglich spät inhaltlich losgehen, dann hast du alle schon halb zersetzt. spiele im vorfeld die spiele, die das gesetz dir bietet.

welche „spiele“ spielen sie denn so ernsthaft, diese anwälte?

aktuell? im falle sal. oppenheim? – sie hängen sich an der besetzung des gerichtes auf, an der besetzung der schöffen.

so machten sie es auch in prozess 1 zu oppenheim und co.

ja, prozess 1 dauerte nur 2 prozesstage: am ersten kam diese einlassung, und am zweiten kam der gerichtliche beschluss, den prozess abzubrechen und neu aufzurollen.

das „aufrollen“ geschah dann gestern?

nein, vorgestern, am donnerstag, 20. juni. sie haben nun noch die ARCANDOR-sache hinzugenommen, den prozess erweitert. die vom gericht zu köln.

dann haben die also taktisch versucht, daraus auch etwas gutes zu machen. – waren denn wieder alle 5 angeklagte da?

ja, das ist bei diesem prozess zwingend. es ist kein prozess, wo man anwälte schickt und selber zuhause bleibt.

du meinst wie herr middelhoff unlängst bezüglich des prozesstermins vor dem OLG in hamm?

eben! – hier, im falle der bank sal. oppenheim, geht es nämlich um eine strafrechtliche sache, nicht um eine zivilrechtliche.

da geht es also um mögliche strafen, die sogar die freiheit der angeklagten beschneiden könnten?

ja, aber wie gesagt: in der wirtschaft hat man anwälte … und die beackern den prozess und das gericht … und hoffen so, alle kleinzukriegen.

das war war auch am donnerstag so?

gewiss, auch prozess 2 kam nicht in fahrt, denn schon vor dem prozesstermin hatte man ca. eine woche vorher (12.6. und danach) schriftsätze eingereicht, die wieder besetzungsfragen rügten.

noch vor prozessbeginn?

eine neue variante, ja: im „prozess eins“ wandte man ein im prozess selbst, am ersten tag – im „prozess zwei“ sogar noch vor beginn.

und dann?

dann konnte man am donnerstag noch live eine entgegnung der staatsanwaltschaft hören, zudem wurde eine „dienstliche äußerung“ vom präsidenten des landgerichtes verlesen, die er zum 20.6. einreichte, also zum prozesstag, „knapp vor drück“.

die wurde dann verlesen?

eben, die wurde verlesen. so ward der oppenheim-prozess dann ein prozess um verfassungsrechtliche und gerichtsverfassungbezügliche fragen bei der benennung von richtern, ersatzrichtern, schöffen, ersatzschöffen und so weiter. (ich nenne mal das stichwort „turnusprinzip“ – aber wir wollen das nicht genauer ausbreiten.)

aber der kern ist aus deiner sichtt: verzögern, macht zeigen, einschüchtern und das gericht „schön arbeiten lassen“?

ja, so würde ich es sehen.

du aber schriebst gedichte?

ja, du doch auch: http://www.klausens.com/klausens-und-der-oppenheim-prozess.htm

und was würdest du vorschlagen?

für wen?

für solche anwälte, die im namen von wirtschaftsbossen und bankenkapitänen ihr geld verdienen?

sie sollten das alles noch ausweiten: man könnte die länge der raumes beklagen, die zahl der treppenstufen, die luftmasse, die parkplatzlage, ja, man könnte gegen das wetter sich richten, man könnte den staub auflisten, partikel für partikel, man könnte sich um alles und jedes kümmern, bis hin zur bestoffungsart der stühle – gute anwälte finden immer etwas. auch die caféteria könnte man in zweifel ziehen, die wasserdurchlaufmenge der toiletten. man findet immer etwas schönes.

und dann?

dann gibt es immer einen oppenheim-prozess, der aber nie um sal. oppenheim und die vorwürfe gegen die 5 verantwortlichen der bank geht.

und dann?

dann werden aus den ca. 86 jetzt schon mal bis mai 2014 terminierten verhandlungstagen (einer kommenden montag wurde schon wegen dieser einlassungen abgesetzt, ein neuer schon zuterminiert) immer mehr und mehr. aber der eigentliche prozess beginnt de facto nie wirklich.

und dann?

dann muss keiner mehr irgendwohin, schon ja nicht mehr in haft. alles endet ohne wahres urteil. keine schuld ist mehr so richtig feststellbar. die öffentlichkeit will von dem ärgernis bald nur noch erlöst werden.

und dann?

dann kommt es zu einem freispruch, oder zu einem milden urteil, oder zu keinem urteil, oder zu einem deal … aber zu nichts schlimmem mehr.

so funktioniert unser tolles deutschland?

ja, für wirtschaftsanwälte ein paradies. denn dieses eher unnütze und meiner meinung nach nur schein-verfassungs-interessierte gehabe wird ja auch noch gut bezahlt. es lohnt sich also doppelt!

ich gebe dir recht!

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klau|s|ens wundert sich nach dem prozess um die tötung von trudel ulmen über die fürsprecher der polizei – www.klausens.com

klau|s|ens, das ist doch auffällig.

gewiss, der vorsitzende richter beim urteilsverkünden und dann hernach (am tag danach) der reporter des general-anzeigers … beide nehmen überdeutlich die polizei in schutz.

es scheint fast wie eine liaison zwischen gericht und presse und polizei.

dabei ist der fall doch genau mit jenem dicken und großen versagen der polizei verbunden.

das muss man auch benennen und ansprechen. und wenn die polizei auch noch so sehr aus diesen fehlern von vor 16 jahren (und danach!) lernen will, so kann man diese fehler doch nicht abtun.

das motto „jeder macht mal fehler!“ ist hier vollkommen unpassend. (aber so kommt es rüber. in diesem ton.)

wenn ein chefarzt das falsche bein abnimmt, dann ist es ja auch kein „kann-mal-passieren-fehler“, sondern ein schlimmer und gröblicher fehler, bei dem gehandelt werden muss. (oder herr müller drückt den falschen knopf beim AKW.  und das ding explodiert. stelle dir das vor!)

dennoch war es das, was richter josef janßen beim urteilspruch am 18.12.2012 im bonner landgericht dem publikum und der öffentlichkeit mit auf den weg gab, diese eine botschaft: die fehler der polizei sind geschehen. aber wer ist fehlerfrei? seien/sind wir denn alle fehlerfrei? (dabei hatte er eine sprache, die es noch einen tick anders ausdrückte, als ich es wiedergebe.)

er hätte das volk von mayen und rheinbach mal ermahnen können, der richter, oder die menschheit. aber nein, der einzige inhalt, der den üblichen inhalt der urteilsverkündung verließ, dieses extra … war dieses schlusswort zugunsten der polizei. man wundert sich.

am nächsten tag im general-anzeiger steht dann ein kommentar von wolfgang kaes, jenem mann, dem wir die überführung des täters vor allem (neben der polizei, die dann jahre später zum glück anders agierte) zu verdanken haben, weil er in den dingen bohrte und die eiterblasen des geschehens entscheidend half, endlich aufzustechen.

und dieser mensch, dieser aufklärer und journalist im guten, geht nun in seinem kommentar am 19.12.2012, S. 2, general-anzeiger, auch hin und verteidigt die polizei.

man merkt eben, woher der wind weht: ohne die polizei und ihre informationen ist eine zeitung nichts.

und man hat offenbar nun angst, dass die polizei sich nun durch alles an berichterstattung um den fall der tötung von trudel ulmen zu sehr angegangen fühlt und vielleicht eines tages dem general-anzeiger nichts mehr erzählt.

also nimmt der wolfgang-kaes-kommentar mit fast derselben idee und tendenz die polizei in schutz, wie es vorher schon richter janßen getan hatte, bei der urteilsverkündung.

da wird man doch nachdenklich.

gewiss, denn die polizei hat bestimmt einen schweren job und sie ist bestimmt unterbesetzt, aber bestimmte „fehler“ dürfen einfach nicht passieren. dass trudels ehemann so leicht mit der story vom „anruf der abgehauenen frau“ durchkam und dass man eine gefundene leiche nicht mit dem verschwinden von trudel ulmen ernsthaft in verbindung brachte … das ist doch wohl sehr skandalös.

außerdem gibt es immer wieder diese fälle, wo die polizei dinge tut, die man unterlassen sollte. ich erinnere an den afrikanischen häftling, der in der zelle verstarb. (oury jalloh, tod in einem dessauer polizeirevier. die sache mit dem feuerzeug. urteil aus magedeburg gegen die polizei vor ca. einer woche.) alle diese dinge gehen nicht! der rechtsstaat braucht eine hochanständige und blitzsaubere polizei, die sich bestimmte „fehler“ einfach nicht „leisten“ darf.

aber dennoch haben der vorsitzende richter josef janßen und der große rechercheur wolfgang kaes nach dem urteil im fall der tötung der trudel ulmen ins selbe horn geblasen. bildlich sage ich mal so: „gott, schütze unsere polizei!“

und genau das finde ich vollkommen übertrieben … und, ja, in diesem fall völlig unangemessen. (die polizei möge mir das verzeihen. ich denke nicht nur schlecht über sie.) manchmal ist ein „fehler“ so nicht tolerierbar. und auch nicht wegredbar … wie eine petitesse.

unsere LIVE-gedichte http://www.klausens.com/klausens-und-der-prozess-um-die-toetung-von-trudel-ulmen.htm können leider nur den prozess erfassen. das versagen von vor vielen jahren nicht. da waren wir nicht dabei.

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klau|s|ens wundert sich nach dem prozess um die tötung von trudel ulmen auch über die menschen allgemein – www.klausens.com

klau|s|ens, es wurden 11 jahre.

gewiss, aber als beobachter des prozesses findet man diese strafe angemessen.

totschlag.

ein mord war nicht nachzuweisen. was man nicht nachweisen kann, das darf man auch nicht verurteilen.

damit sind alle dinge richtig.

nichts ist richtig! nichts! es gibt so viele dinge, die einen beschäftigen.

was zum einen?

da ist dieses verschwinden einer frau, die angeblich mit einem anderen mann ins ausland sei.

und?

das leben geht weiter. die menschen akzeptieren das. alle glauben diese story. die, die sie nicht ganz glauben, tun nichts, um radikal alles an wahrem und geschehenem nach vorne zu bringen. niemand bohrt und drängt. alle bleiben eher passiv in ihrem suchen und fragen.

eine frau verschwindet, aber die menschen denken, sie sei einfach in ein anderes land gegangen.

sie sei abgehauen! sie habe den mann schmählichst verlassen! so denken viele! so akzeptieren es viele!

das sind also die menschen? allesglaubende? schwache wesen? manipulierbar?

ja, die zweifeln auch, sicher, manche zweifeln – aber irgendwie denken sie es dann doch. sie lassen sich ihr hirn und ihr herz manipulieren. so schwach ist der mensch: da wird dieses und jenes geplärrt, und schon nehmen sie es für „bare münze“.

dabei war es nur dieser eine angebliche anruf.

gewiss, so fing es an: der mann, der sich nachher als der täter erweisen sollte, nach vielen, vielen jahren – dieser (gestern verurteilte) mann erzählt da was … und alle bis hin zur polizei glaubten ihm. wenn auch nicht 100 %, so doch 95 % und somit auch: de facto. – denn das leben geht einfach weiter. ohne die „verschwundene“.

das geht hin bis zu der dame (eine freundin?), die sich dann kleidung schenken ließ, aus dem „nachlass“ der verschwundenen, die aber ja tot war. alles mehr als verwirrend.

man kann den menschen alles erzählen, glaube mir.

viele haben die tote verraten, indem sie die geschichte des abhauens mit anderem mann geglaubt haben.

ja, das muss man hier mal ganz klar festellen: trudel ulmen wurde von vielen ihr nahestehenden oder bekannten oder befreundeteten menschen „verraten“.

das ist grausam.

es kann jedem von uns ergehen. man kann dieses und jenes erzählen. und da alles möglich und unmöglich ist, werden wir auch alles glauben.

auch wir? wir beide? klau|s|ens und zweitklausens?

ich fürchte: ja, so kritisch wir auch sind, so sind auch wir am ende schwach und dümmlich. (und genau davon oder daran hat der täter so viele jahre profitiert.)

unsere LIVE-gedichte aber werden zumindest einiges aus und um den prozess vom november und dezember 2012 für die menschheit erhalten: http://www.klausens.com/klausens-und-der-prozess-um-die-toetung-von-trudel-ulmen.htm

gewiss, aber kann alles das wissen vom „hernach“ das heilen, was „zuvor“ geschah?

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Günter Grass in Prüm, den sah KLAUSENS

klau|s|ens, da war die eifel und da war günter grass.

er war da, in prüm.

du warst auch da.

wir beide, zweitklausens, wir sind doch zu zweit.

hatten wir günter grass denn noch nicht LIVE erlebt?

nein, so noch nicht. nur indirekt LIVE. am apparat z.b.

und dann?

dann war die aula voll, das SWR-fernsehen war da, und draußen bildete sich die lange, lange schlange zum einlass.

was war dann?

begrüßung und grass und ausstieg. veranstaltungen haben ja ein schema. (und unsere LIVE-gedichte: http://www.klausens.com/klausens-und-guenter-grass.htm )

welches schema war an jenem donnerstag? dem 29.9.2011? in der aula der realschule plus zu prüm, die früher einmal hauptschule war?

also: zuerst rheinland-pfalz-staatssekretär walter schumacher, weil kurt beck wegen eurodingen in berlin festhing, dann dr. josef zierden, die seele des eifel-literatur-festivals, dann eintrag ins goldene buch und geschenke, dann grass selbst, er las meist aus seinem buch „grimms wörter“, danach wieder dr. josef zierden zum ausklang, und dann war der offizielle teil gegen 21:45 uhr beendet. grass musste aber viel, viel signieren.

dann haben wir also grass LIVE erlebt. man muss die leute mal von nahem sehen.

gewiss, wir sahen ihn nah. er hat etwas knorriges, das macht ihn eigentümlich.

er ist wie eine knorrige eiche.

gewiss, so könnte es sein. auch „der butt“ passt, schon vom klang. seine sprache hat auch diesen etwas kantigen, brummigen ton. etwas im altertümlichen schweifendes. bei grimms wörterbuch bot sich das an. der humor schwebt nicht. alles scheint eher wie festgebacken. in den boden hinein.

so wie wenn man lehmziegel mit den füßen stampft.

vielleicht nicht einmal ein schlechtes beispiel. obwohl: lehm wird ja erst nachher fest, und dann zuerst durch trocknen. beim stampfen ist alles nass. man brennt manche lehmziegel aber auch. grass könnte ich mir gewiss dort im nassen lehm stampfend vorstellen. (er ist ja auch bildhauer.)

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