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An die Strategie beim Kölner Kunstfälscherprozess denkt KLAUSENS

klau|s|ens, bei diesem prozess lassen sich zwei der vier angeklagten, und zwar das ehepaar wolfgang und helene b., offenbar gerne filmen und fotografieren.

das muss man weiter beobachten. aber besonders der angeklagte wolfgang b. war ja sehr frei, sehr locker, sehr beschwingt zu sehen … und  ließ sich besonders gerne filmen.

dieses ehepaar hat ja herrn rechtsanwalt birkenstock und eine kollegin, frau wirths, von herrn birkenstock als verteidigung.

halt! nicht verkürzen: beide habe aber auch die rechtsanwälte gillmeister und rode aus freiburg. die freiburger kanzlei „Rechtsanwälte Gillmeister Rode Trüg“ scheint sogar insgesamt vier anwälte in diesem verfahren zu haben, wenn ich die sachlage richtig sehe. RA trüg und RA habetha aus der kanzlei sind wohl auch dabei.

meinst du?

immerhin scheinen ja auch damals die verhaftungen in freiburg stattgefunden zu haben. oder in köln? zumindest jener wolfgang b. wurde doch in freiburg verhaftet, nicht wahr?! hatte man da in freiburg nicht seitens der angeklagten ein „anwesen“, wie es so schön heißt? und auch in frankreich, im hafenstädtchen mèze am mittelmeer? auch da ein anwesen?

es geht um den lebenstil. das wort „anwesen“, das die presse benutzt, soll diesen lebenstil in einem wort fassen.

auf jeden fall scheint es so, dass das ehepaar b. die anwälte so beschickt hat: der herr wolfgang b., der ja als der fälscher gilt, also der künstler, … er hat herrn birkenstock (köln) und herrn rode (freiburg) als anwälte. und die frau helene b. hat herrn gillmeister (freiburg) und frau wirths (köln) als anwälte. das wäre dann jeweils ein köln-freiburger doppelachse von zwei kanzleien.

aber herr birkenstock gab hernach ein großes interview, von mehreren kameras eingefangen.

herr birkenstock ist seit dem kachelmann-prozess sehr populär, er taucht aber immer wieder bei brisanten oder bekannten prozessen auf. er hat eine gewisse position im rechtsgeschehen nun erlangt. und er äußert sich auch gerne.

die anderen nicht?

doch, doch, herr gillmeister gab auch einige einzelinterviews, aber den zentralrahmen im kamera-stern (er)füllte am meisten und am deutlichsten, wohl auch weil am bekanntesten, der rechtsanwalt birkenstock. er schien der hauptredner zu sein.

und das ist der eine anwalt von wolfgang b.

und genau dieser wolfgang b., der angeklagte, war besonders offen und freigesichtig zu den kameras. man verbat sich ja sogar das verpixeln, und es scheint teil der strategie zu sein.

woraus folgerst du das?

aus den worten des anwaltes birkenstock, der sich so ausdrückte, dass zumindest dieser angeklagte, vielleicht ja auch seine frau (bei den anderen beiden scheint es mir nicht so) sehr offen auftreten wollen und sich offengesichtig mit den vorwürfen auseinandersetzen.

wie?

das ist ja noch nicht klar. wird es einlassungen und anfangs ausführungen der angeklagten geben? bekenntnisse? geständnisse? zugaben? eingaben? wird es keine geben? herr birkenstock ließ das offen, bekannte sich aber zur devise, sich offen mit den tatvorwürfen auseinanderzusetzen. das wäre dann die erste grundstrategie.

fishing vor sympathies?

ich denke: ja. es soll so die idee entstehen, kunstfälschung sei nicht so schlimm, dass man sich da schämen müsse. also eine untat von niedrigerem rang … und eine charmante untat, die die menschen mögen könnten, weil man einerseits die kunst des fälschers anerkennen muss, andererseits auch die tatsache, dass reiche menschen oder galerien oder institutionen betrogen wurden. und wenn reiche etwas verlieren, und sei es durch betrug, dann denkt der normale mensch: „na und. es hat doch die richtigen getroffen! die kriegen den hals doch sowieso nicht voll!“

was denkst du?

ich bin doch neutraler prozessbeobachter (mit einigen vorgefassten und vorgeprägten meinungen, wie jeder mensch … auch die, die es nicht wahrhaben wollen) … da halte ich mich heute mal zurück.

vielleicht will man durch besondere offenheit auch alles für einen möglichen deal mit dem gericht vorbereiten.

wer weiß es?

http://www.klausens.com/klausens-und-der-grosse-koelner-kunstfaelscherprozess.htm

HOMEPAGE VON KLAU|S|ENS: http://www.klausens.com

Eine LIVE-Zeichnung vom und zum Kölner Kunstfälscherprozess machte KLAUSENS

klau|s|ens, dieser kunstfälscherprozess hat also begonnen.

gewiss, gewiss, der erste tag ist vorbei, aber bis zum nächsten tag muss man sich wohl 3 wochen gedulden.

ach so: es geht gar nicht schlag auf schlag.

ach, da sind noch gutachten, die ausstehen, oder eines. und dann kamen ordner, aus andorra, kontoauszüge, die muss man überhaupt erst noch durchsehen. alles dauert seine zeit. und manchmal treffen die dinge nicht so zeitnah ein, wie sich das die justiz wünscht.

aber der erste prozesstag war doch voll?

gewiss war der voll. vom publikum aber gar nicht so voll. es gab noch freie plätze im saal. die fülle kam mehr von den medien. sie haben da ihre eigenen sitzplatzreihen. die machen schon viel raum aus, im gerichtssaal 7. landgericht köln. luxemburger straße 101 … wo man als zuschauer nicht alles so gut hören kann. leider. schlechte akustik. (hatten die die boxen und mikros überhaupt angeschaltet?)

ist das diese hohe haus?

es ist das verdammt hohe haus, ja, ja. man kann es meilenweit sehen. und dieser baukomplex (staatsanwaltschaft und arbeitsagentur sind ja auch da. und das amtsgericht.) samt garagenhäusern und stellplätzen für alle besucher … also das ist alles doch etwas befremdlich. und ein paar kanzleien gibt es auch dort. mindestens zwei cafés. etc. – kein ort, an dem man lange sein möchte. nicht dem menschen zugedachte funktionsarchitektur, wohl eher kalt am schreibtisch geplant.

aber man kann überall prozesse halten!

gewiss: in wilhelminischen einschüchterungsbauten … und auch in funktionsbauten schrecklichster architektonischer visionen nach dem kriege und später dann noch. das gebäude zum LG köln (eröffnet 1981) ist ein fall für sich. ein extremer architektonischer fall.

und der prozess?

der fand statt: saal 7 – und wir machten eine LIVE-zeichnung, zweitklausens.

nur wir?

ich weiß es nicht. aber ich sah keinen anderen zeichnen.

ach, das ist ungewöhnlich.

ich denke auch: es geht um kunst, es geht um kunstfälschung – aber niemand macht diese kunst dann im zuschauerbereich des gerichtes. ich habe auch keinen manchmal üblichen „gerichtszeichner“ entdecken können.

wie heißt denn unsere LIVE-zeichnung vom 1.9.2011?

diese zeichnung heißt „IST FÄLSCH“. sie entstand zwischen 9:20 uhr etwa … und 10:30 uhr. eigentlich in der zeit, als die staatsanwaltschaft die anklage vorlas.

aha, nicht „falsch“, sondern „fälsch“.

ja, genau so. und gedichte finden sich unter: http://www.klausens.com/klausens-und-der-grosse-koelner-kunstfaelscherprozess.htm

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Zu Wolfgang Hohlbein hat KLAUSENS noch einen Nachtrag

klau|s|ens, du hast noch etwas vergessen? zu wolfgang hohlbein?

zum einen die LIVE-zeichnung. (siehe unten) wir machen ja öfters mal eine LIVE-zeichnung. http://www.klausens.com/klausens-live-zeichnungen.htm

während der lesung?

manchmal während, manchmal davor.

und diesmal davor?

gewiss, aber hohlbein war schon da, schaute schon mal nach dem mikrophon, wurde befragt, saß sichtbar in der halboffenen cafeteria im literaturhaus köln. am 30.3.2011. insofern wurde LIVE zu seiner anwesenheit gezeichnet.

und nachher die LIVE-gedichte?

gewiss, als dann die veranstaltung begann, begannen wir LIVE zu dichten: http://www.klausens.com/klausens-und-wolfgang-hohlbein.htm

und was machen wir nun damit? und die menschen insgesamt? die welt?

reflektieren! verarbeiten! die welt erkennen! – übrigens: gestern war hohlbein in einer talkshow.

bei bettina böttinger. WDR.

da hat er dann wieder über dinge gesprochen, die ihn wohl kennzeichen.

was denn?

a) er scheint ein workoholiker im schreiben zu sein.
b) er betont immer, dass seine „arbeit“ das ist, was er am liebsten macht, weshalb es dann keine arbeit ist.
c) er versteht nicht / bedauert, dass er nicht in den feuilletons besprochen wird.
d) geld ist für ihn nur bedingt wichtig. eher als sicherheit, damit er immer schön schreiben kann.

das also ist die welt des wolfgang hohlbein.

ein teil. aber: wie er dann erzählte, dass er oft gerade im urlaub die besten ideen bekommt und dann quasi ins schreiben abtaucht, da wurde mir klar …

ja?

… dass die welt des schreibens ein kokon ist, der ihn vor dem dürren und kalten und sinnlosen realen leben schützt. eigentlich ist das schreiben ein nichtlebenwollen im schnöde-realen.

das ist der kern der literatur. man schreibt und entfernt sich so (vermeintlich) aus der realen welt, nicht nur als science-fantasy-fiction-autor, sondern das passiert allen autoren und autorinnen. auch den eher real orientierten.

und dann?

dann kommt ins schreiben genau diese welt immer so oder so wieder rein. denn das schreiben ist ja nur eine verarbeitung des selber erlebten, auch wenn es nur durch medien indirekt erlebt ist, weil man es im fernsehen sah. alles wird verwurstet. auch wenn man denkt, man sei von allen äußeren einflüssen „frei“. die reale welt ist also auch beim schreiben beständig da.

dann ist reales leben und nichtreales leben des schreibens dann doch eines?

am ende ist beides real, denn das reale leben ist (scheint?) real … und das geschriebene leben ist ja auch real. das schreiben des irrealen ist real. das ausgedachte ist real. auch wenn es ausgedacht ist, ist das ausgedachte real.

dann ist alles so oder so real?

ich denke, alles ist real und auch irreal zugleich. traum und fiction und scheinrealität und „realität“ überlagern sich immer und immer wieder.

und was dann?

am ende kommt der tod. das war’s dann. ob mit dem schreiberkokon oder ohne. nach dem tod wird’s irgendwie anders. wer weiß, ob wir dann noch die fähigkeit haben, die „realität“ wahrzunehmen und zu versprachlichen.

haben wir nicht?

keiner weiß es. aber wie soll ein flüchtiges atom, welches mal ein teil von dir und deinem ego war, auf einmal schreiben können? und sprechen? das ist doch ein witz!

wie genau du alles weißt. und dass aus deiner seele ein flüchtiges atom wird. warum schreibst du nicht bücher wie hohlbein?

mein kokon ist vielleicht am ende doch ein etwas anderer. aber science fiction ist mir nicht fremd. (siehe HULSK. http://www.klausens.com/hulsk-kurzumroman.htm ) die wahrheit allerdings auch nicht. nimm allein unser LIVE-dichten. – aber generell: das schreiben ist mein heim in unwirtlicher welt. da ist gewiss etwas wahres dran. da sind hohlbein und ich uns ähnlich.

und wurdest du nicht in krefeld geboren, wo hohlbein aufwuchs?

was hat das denn damit zu tun?!

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