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Urs Widmer in Bad Kreuznach, den hört KLAUSENS lesen

klau|s|ens, sie haben die bibliothekstage eröffnet, in rheinland-pfalz. die bibliothekstage 2010.

gewiss, man macht dieses und jenes. überall werben menschen um ihre belange, firmen um ihre produkte, instanzen um ihre behuflichkeiten.

behuflichkeiten?

gibt es das wort nicht?

ich weiß es nicht. aber gut. dann warst du also da.

sie haben das buch und das lesen hochgeredet. nein, die bibliotheken. sie haben sich da für die bibliotheken stark gemacht.

man darf „buch“ und „medien“ nie verwechseln.

gewiss. es gibt auch leute, die sich einfach nur landkarten ausleihen, für ihren urlaub. das sind alles „nutzer“ und sie „leihen aus“, aber sagt nichts über das lesen. auch nichts über die zuwendung. es sind dann einfach nur zahlen.

die bibliothekstage sprechen ja auch nicht (allein) vom lesen, sondern von den bibliotheken.

wenn man sich dann aber so eine veranstaltung anguckt …

was war denn?

es war alles nett gemacht und gut organisiert, und viele menschen traten ans pult, redeten … und es gab auch eine ausstellung, und im eintrittspreis war EIN getränk inklusive. man kann sich kaum beschweren.

aber?

es waren eben kaum junge leute da.

vielleicht liegt es an bad kreuznach. der name „bad“ deutet so etwas an: ältere und kranke, die erholung wünschen.

aber es liegt eben auch an solchen veranstaltungen, die eben doch eher das betuliche pflegen … am ende. und auch die klassische form: reden und ansprachen, die lesung, etwas musik, dann getränke.

sie haben aber urs widmer eingeladen. der schweizer autor mit großem namen.

der war auch da und las aus seinem buch „herr adamson“.

na also.

und ich habe dann auch LIVE gedichtet.

dann ist es doch schön. herrlich! wunderball! alles prima!

es gab auch klassische musik von der gitarre.

also doch der festliche touch. ich verstehe.

in gewisser weise ja: festlich, aber nicht zu sehr, und etwas betulich. dazu viel licht, weil die bibliothek in bad kreuznach schön hell ist.

und wenn sie HIP-HOP aufgeboten hätten? zur eröffnung?

dann hätte ich gesagt: „überall spielen sie HIP-HOP, weil das die gedachte jugendkultur darstellen soll. das ist ja inflationär und nicht überzeugend. fällt denen denn gar nichts mehr ein!“

punk?

hätte vielleicht zu anbiedernd gewirkt. außerdem gibt es keine band namens „die toten bücher“. oder doch?

siehst du: es ist schwer, etwas zu machen, und es dann auch richtig zu machen.

vielleicht gibt es gar kein „richtig“. zumal: das e-book kommt. was machen dann die bibliotheken? verleihen sie digitale daten über luftströme? über „streams“? werden sie wie fernsehstationen? oder wie videotheken? oder ein zweit-internet? ich zahle geld und darf dann daten saugen? in meinen e-reader? — darüber wurde gar nicht erst gesprochen.

aber etwas muss es doch geben!

die menschen wälzen sich von termin zu termin, von rede zu rede, von eröffnung zu eröffnung, von jubiläum zu jubiläum, von tagen zu tagen, von einweihung zu einweihung. vieles ist langweilig und unerträglich.

was hoffst du?

man hofft immer, dass es dieses mal irgendwie anders ist.

und was ist dann für dich das schöne?

das ewig gleiche immer wieder anders zu beobachten und zu verarbeiten: http://www.klausens.com/klausens-und-urs-widmer.htm — eigentlich ist nur das noch reizvoll.

ach du meinst dieses mal: die schöne frechgrüne jacke der ansonsten angenehm bescheiden auftretenden ministerin … und die hellbraunen schuhe des schriftstellers?

manchmal sind die kleinigkeiten dann die halbe welt. wie in der literatur.

und der rest?

obsolet.

spontanidee: man müsste für die weihnachtszeit nicht nur oblaten backen, sondern auch „obsoleten“.

dann hätte wenigstens man noch was davon. „obsoleten“ sind gut. kann man die denn auch ausleihen?

>>>>Eröffnungsveranstaltung der Bibliothekstage Rheinland-Pfalz 2010

Der Schweizer Autor Urs Widmer liest bei den Bibliothekstagen.

Literarisch-musikalische Matinee

mit Urs Widmer und dem Gitarrenduo Kluschat & Faus

am Sonntag, 24. Oktober 2010

Beginn: 11.00 Uhr

Ort: Stadtbibliothek Bad Kreuznach, Kreuzstraße 69, 55543 Bad Kreuznach

Eintritt: 10 Euro (inkl. Imbiss und ein Getränk)

Programm

Begrüßung:
Andreas Ludwig, Oberbürgermeister der Stadt Bad Kreuznach
Manfred Geis, Vorsitzender des Landesverbandes Rheinland-Pfalz im Deutschen Bibliotheksverband e.V. (dbv)

Eröffnung der Bibliothekstage:
Doris Ahnen, Staatsministerin im Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Mainz

Grußwort:
Urs Schnider, Konsul, Schweizerisches Generalkonsulat Frankfurt a.M.

Es sprachen auch der Leiter der Bibliothek, Stefan Meisel, sowie die Kulturdezernentin von Bad Kreuznach, Andrea Manz.

Künstlerisches Programm:
Autorenlesung mit dem Schweizer Autor Urs Widmer
Musik mit dem Gitarrenduo Marc Kluschat & Michael Faus, Klassische Gitarre

Im Anschluss: Imbiss und Getränke

Veranstalter: Deutscher Bibliotheksverband – Landesverband Rheinland-Pfalz in Kooperation mit dem Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz

Die Bibliothekstage Rheinland-Pfalz 2010 werden unterstützt von der Kulturstiftung Rheinland-Pfalz.<<<<

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Daniel Spoerri, den Begründer der Eat Art, den sieht KLAUSENS und erfindet die „spülart“

klau|s|ens, du hast daniel spoerri gesehen.

er hat die „eat art“ begründet, gilt zumindest als deren begründer.

schön?

bei der kunst geht es nicht um „schönheit“, aber einige dieser dinge sind natürlich toll.

und?

ich machte ein SERIELLO vom künstler, der im arp museum rolandseck ausstellt: http://www.klausens.com/seriello-daniel-spoerri.htm … und der ja schon als ein betagter mann gilt. leider sprach er selber nur ein einziges gedicht (von arp). mehr sprach er zur eröffnung nicht. (siehe hier die schöne fotostrecke zur ausstellung im arp museum von jasmin roth: klick.)

ach! mehr nicht?!

eben! man will die künstler ja mal richtig „erleben“, aber meist kommen nur die standardreden von anderen über den künstler. aber immerhin: er sprach ganz kurz selbst, wenn auch nur ein gedicht von arp. aber seine stimme und seine intonantion hätten uns gut 90 minuten becircen können. trotz seines hohen alters.

ich las, dass spoerri sich auch als künstler der „ab art“ bezeichnen lässt.

auf seiner homepage steht das so, auch in der titelzeile: http://www.spoerri.at

und du?

ich machte zwei fotos aus meiner eigenen neuen kunst-art-variation: „spülart“, die dann die postvariante zur „eat art“ wäre. eines folgt auf das andere.

schön. aber wie bringst du das hin, mit dem wasser? das museum wäre dann ja immer nass! da sehe ich noch grundsätzliche probleme.

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