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klau|s|ens beobachtet die überall-kamera-internet-erfasst-inflation angesichts der erfolgreichen suche nach den bostonattentätern – www.klausens.com

klau|s|ens, überall wird man gefilmt. überall.

es ist ein unmasse von kameras: sowohl die in geschäften … als auch die privaten … samt der handys und smartphones und tablets.

dann kommen bei bestimmten vorfällen noch die fernsehkameras hinzu.

bei diesem schrecklichen attentat in boston war es ja hilfreich.

gewiss: man konnte tausende von filmen, teilweise auch fotos, auswerten … und hatte bald richtige fahndungsfotos von den tätern.

und so hat man sie dann auch gefunden und gefangen: einer ist tot, der andere schwer verletzt. die gefahr ist gebannt.

aber soll ich auch darüber jubeln, dass alles und jedes und wir befilmt wird?

wahrscheinlich nicht.

die „freie“ gesellschaft überwacht fast schon so sehr wie die totalitäre. die ansätze sind unterschiedlich, aber die möglichkeiten … und auch die ergebnisse sind dennoch gleich.

jeder kann jederzeit in die öffentlichkeit gelangen.

wenn einer attentäter ist – und du warst mal neben dem, dann kommst du irgendwo ins bild. und damit in die welt.

da haben leute alles gepostet, was die zu den attentätern namens dschochar zarnajew und tamerlan zarnajew finden konnten.

ex-schüler kramen dann ihre alten gruppenfotos hervor und posten das im internet. dabei ist nicht nur der attentäter zu sehen, sondern eben die gesamte gruppe.

es ist ein unendliches thema. im internet sollen sich ja foren (z. b. auf „reddit“) darüber ausgetauscht haben, wie man die täter findet. die haben dann kollektiv im internet detektiv gespielt und allerlei aufnahmen via internet ausgewertet. (und dabei kamen auch allerlei menschen in deren visier. unbescholtene! tausende!)

überall wirst du gefilmt. auch du!

überall!

jeder shop, jede tankstelle, jeder bahnhof – aber eben auch überall auf der straße. oder an einem strand. alles dann auch gern privat. jeder hat fast schon etwas dabei, um aufnahmen zu machen.  (die ganzen „society“-berichte leben davon. du brauchst kaum noch einen paparazzi. jeder bürger ist auch ein spion und knipser.)

überall wird alles gefilmt. und jederzeit kann jeder so in und an die öffentlichkeit gezerrt werden.

das hätte man bei einführung des fotoapparates nie gedacht, dass es mal so würde.

nun aber ist es so. und es wird täglich schlimmer.

die polizei hat im verbrechensfall boston-marathon tausende fotos und filme, oder hunderttausende – aber es werden auch hunderttausende unschuldige mit in das alles hineingezogen.

wir haben es heute (hier im blog) mal wieder festgestellt.

aber boston und die welt applaudieren über das fassen (= einfangen) beider attentäter binnen wenigster tage!

sie dürfen gerne applaudieren – aber wie geht die welt damit um, dass sie sich selbst andauernd beobachtet?! man traut sich ja kaum noch „ach!“ zu sagen!

schon morgen kann dein „ach!“ (gefilmt, erfasst, gespeichert) millionenfach durch das internet laufen.

jeder kann nach jedem fahnden. einfach so! zusammen mit den menschen in aller welt in jedem winkel der welt.

es wird eine verdammt sichere welt.

mehr sicher oder mehr verdammt?

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Das Unrecht der Welt und KLAUSENS

klau|s|ens, das unrecht der welt, das unrecht des lebens, das unrecht der existenz winkt wieder an allen orten.

wir nehmen den seit donnerstag toten NS-mordtäter klaas carel (carl) faber … und wir nehmen diese beiden mönche, die sich gerade in tibet (lhasa) voller verzweiflung angezündet haben, einer starb.

es sind zwei dinge, die wir schon vor einigen wochen in einem gedicht abgebildet haben.

… weil sie immer wieder auftauchen: böse überleben ohne strafe und gute unterziehen sich einem marytrium … oder werden diesem unterzogen. der eine kommt durch, der andere nicht.

das kommt, weil die begriffe „gut“ und „böse“ vom menschen gemacht sind.

gewiss, alles wird vom menschen gemacht. das schicksal kennt nur das schicksal in seiner willkür, der mensch aber baut sich kleingeistig gedanken- und religionsgebäude, um dem einen sinn zu geben. – wie lächerlich er doch ist, der mensch.

zum glück gibt dieses gedicht:

UNGLÄUBIGER AN GLÄUBIGE

Es gibt Ungläubige, die ermordet werden.
Es gibt Gläubige, die ermordet werden.

Es gibt Schlechte, die verhungern.
Es gibt Gute, die verhungern.

Es gibt Fiese, die leben wie die Könige.
Es gibt Feine, die leben wie die Könige.

Es gibt Humanisten, die bis zum bitteren Ende leben.
Es gibt Egoisten, die bis zum süßen Ende leben.

Es gibt arme Reiche und reiche Reiche.
Es gibt kranke Gute und verdammt gesunde Schlechte.

Es gibt unschuldige Juden, die grausam ausgelöscht wurden.
Es gibt grausamste Nazi-Täter, die niemals ihre Strafe fanden.

Es gibt gute Böse und schlechte Feine. Beide dickleibig.
Es gibt gläubige Verbrecher und ungläubige Altruisten.

Es gibt von allem alles.
Es gibt auch abscheuliche Gebildete. Oder saudumme Wohltäter.

Es gibt schlechte Schlächter, die zugleich hochangesehen sind.
Es gibt bestialische Herrscher, vor denen man sich zu oft verbeugt.

Es gibt viele, die leben munter ihre Tage der gemeinen Taten.
Es gibt zu viele, die Opfer derer von der oberen Zeile werden.

Es gibt Verzweifelte, die anderen das Leben nehmen.
Es gibt Mönche, die sich als Widerstandsakt selbst verbrennen.

Es gibt kurze sinnvolle
Und sinnlose, zugleich aber überdeutlich und wesentlich zu lange Sätze.

Niemand weiß, warum was wieso passiert.
Es gibt keine Regel – außer der Willkür.

Wer daran glaubt, ist selber schuld.

Copyright Klau|s|ens in allen Schraibwaisen und Schreibweisen, u.a. als Klau+s+ens oder Klau(s)ens oder Klau$s$ens, am 17.3.2012, Samstag, Königswinter-Oberdollendorf, gegen 9:25 bis 9:40 Uhr MEWZ. http://dichterblog.blogg.de/eintrag.php?id=409

ein schönes gedicht.

ich bitte dich, das passt doch bei dieser thematik ganz und gar nicht.

vielleicht gibt es (nur) eine schönheit des menschlichen scheiterns. siehe es doch einmal so.

mir reicht schon, dass ich zu teilen fatalist bin. aber da noch von einer „schönheit“ zu sprechen?!

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An den Prozess gegen den Massenmörder Breivik denkt KLAUSENS

klau|s|ens, es wurde so viel gesagt und gedacht … zu diesem prozess.

wir werden kaum neues dazu beitragen können.

also lassen wir es … heute am tage des lärms.

so ein prozess ist ja auch wie ein lärm. kein lärm der akustik, aber eben doch ein „lärm“, der die welt beschallt, der die welt belästigt. diese person selbst ist wie ein lärm.

man hat immer ein stechen, wenn man dieses seltsam geschnittene gesicht sieht, dazu die bleiche, überhöht durch die extra-gefängnisbleiche.

ich muss immer an eines noch denken.

an was?

es hieß, er sei „arbeitslos“. so stand es wohl in der anklageschrift.

und dann?

er soll protestiert haben. er soll gesagt haben, er sei „schriftsteller“.

inwiefern?

weil er doch schreibt und schreibt und schreibt. dort im gefängnis. das wird eines der manifeste derer, die im gefängnis sitzen und dann schreiben und schreiben und schreiben.

und vorher?

da hat er auch geschrieben. aber wohl auch zusammengeschrieben, jenes krude manifest. aus versatzstücken zusammengeschnitten.

dann bezeichnet er sich also als „schriftsteller“.

oder doch „autor“?

das sind ja die feinen unterschiede: autor und/oder schriftsteller. – wann ist ein mensch das? ab wann ist das ein mensch?

hatten wir uns nicht auch einmal als „schriftsteller“ bezeichnet?

ja, gewiss, aber nach solchen äußerungen eines massenmörders bekommt dieses wort ja einen ganz anderen beigeschmack.

schriftsteller ist jeder, der sich als solcher bezeichnet. das ist das problem dieses begriffes.

wie kann man sich nur schützen?

vor mördern? oder vor der neukonnotation von begriffen?

unser seriello erfasst ein teil vom ende vom prozesstag eins, von jenem 16.4.2012, als die show des massenmörders begann. http://www.klausens.com/seriello-ende-prozesstag-eins-gegen-massenmoerder-breivik.htm

und was mache ich nun damit?

du wolltest doch mal einen „echten unechten“ und zudem überaus gefährlichen schriftsteller sehen. (man wundert sich, dass er ohne handschellen dasitzt. er könnte doch spontan einen menschen noch im gericht anfallen … wo er doch nur mit toten geschichte schreibt.)

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KLAUSENS macht Collage als Nachtrag zu den Verbrechen von Solln und Ansbach

du, klau|s|ens, ist die anklage eines spießers? deine collage?

nein, so ist sie nicht zu sehen. ich nannte die collage „schöne welt“. die fotos sind vom 18.9. und der zusammenschnitt vom 20.9.2009.

und? weiter?

es ist die welt von oberdollendorf. direkt in meinem umfeld.

na also: nicht solln, nicht ansbach! das hilft auch dem dominik b. nicht weiter! und auch nicht den schülern von ansbach, die opfer des amoklaufes wurden. … oberdollendorf!!!

ich weiß. die oberdollendorf-container-collage hilft denen nicht. und ich weiß auch, dass das leben keine garantie enthält.

na also!

dennoch!

wie? dennoch?

wenn man seine eigene umwelt so verludern lässt bzw. selber dazu beiträgt, aktiv dazu beiträgt, dann lässt man auch die werte verludern.

welche werte?

grundwerte: respekt, toleranz, fürsorge … solche werte.

nur weil leute ihre flaschen einfach achtlos vor den flaschencontainer stellen? nur deshalb?

man muss beobachten, wie sich die dinge häufen. man muss achtsam in seiner umwelt leben.

schnippst du nie zigaretten aus dem fenster, damit sie auf die windschutzscheibe des vordermannes fliegen?

ich muss zugeben: eher nein.

dann bist du also doch ein langweiler.

mir geht es nicht um totalen regelkonformismus. mir geht es darum, was die umwelt ausstrahlt. schwingungen!

was strahlt die umwelt denn aus?

wenn alles und jedes mit sinnlosen „tags“ und zeichen besprenkelt wird, also graffity, oder wenn glasscherben in massen entstehen, dann muss ich folgern: man liebt seine umwelt nicht, sondern man empfindet sie als so hässlich und widerlich, dass man sie noch hässlicher machen möchte.

und das?

das sind alles warnsignale, die täglich ausgestrahlt werden.

überall?

die welt ist voller warnsignale, in alle richtungen. überall gerät das leben aus dem gleis, und keiner sieht es.

warum?

weil viele menschen achtlos und selbstbezogen sind.

egoistisch?

auch das – es geht schon da los, wo person A immer redet und person B niemals zu wort kommt.

da beginnt die achtsamkeit?

aber ja.

und?

wenn man sich die welt genau bekuckt (bzw. beguckt), dann wird man erkennen, dass es eigentlich kein mensch schafft, mit genügender achtsamkeit und sensibilität durch die welt zu gehen.

schade! – auch du nicht, klau|s|ens?

auch ich nicht, zweitklausens. auch ich bin ein armes, schwaches, versagendes menschenkind.

was soll es dann?

das habe ich mich auch schon gefragt: „was soll es dann?“ … und dann fiel mir die seltsame nähe zwischen „soll“ und „solln“ auf, ich dachte wieder an das verbrechen … und ich machte die collage.

und die macht jetzt die welt besser?

auch das nicht. das haben schon millionen von pfarrern und priestern und predigern aller religionen versucht … und auch die haben es nicht geschafft … mit ihren teils so überaus zweifelhaften thesen und konstrukten.

wenn es selbst die religionen nicht schaffen …

… dann ist der mensch ein auslaufmodell, wie wahr. aber wir wollen ja dennoch auf der welt sein. – das ist doch der murcks oder murks oder wie man den scheiß schreibt!

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Solln und Ansbach und KLAUSENS und das Auge des Volkes

klau|s|ens, mit ansbach gibt es ein weiteres gewaltverbrechen.

ansbach ist historisch vorbelastet, wegen dieser kaspar-hauser-geschichte.

muss man die kennen?

aber ja – aber sie hilft jetzt auch nicht weiter.

die gewalt nimmt immer weiter zu.

ja, ich weiß – aber es hat mit einer verlotterung unserer werte und ideale zu tun.

wie kommt das?

die kirchen sind in deutschland auf dem rückmarsch … und niemand füllt die lücke.

niemand?

doch, es sind die sender wie RTL und PRO 7 und wie sie alle heißen, die durch ihre neuen „formate“ eine seltsame weltsicht installieren.

und der rest?

der rest geht verloren.

das ist ja schlimm.

sicher: eine welt ohne halt ist „haltlos“. und wir beobachten das haltlose jeden tag mehr. es ist ein gesellschaftlicher vorgang.

woran machst du das fest?

allein schon, dass in deutschland call-in-tv-sendungen mit diesen widerwärtigen geldspielchen erlaubt sind (jürgen milski und co!), allein schon das sind markenzeichen einer kultur, die sich selber auflöst.

willst du alles verbieten?

nein, aber betrügereien aller art, die als solche klar erkannt wurden: die seien zu verbieten. dazu gehören menschen, die auf ebay nur verpackungen verkaufen, aber keinen inhalt. oder bauprojekte, die nur schulden aufhäufen, zugleich aber riesige gehälter für wenige produzieren. (man denke an das kongresszentrum WCCB bonn). autoverkäufer, die unfallwagen als „unfallfrei“ verkaufen. alles das gehört verboten … und zudem bestraft. diebstahl wird ja auch bestraft, schon seit jahrtausenden. man muss solche dinge konsequent unterbinden. gewalt gegen menschen sowieso.

aber was ist mit den haien in der wirtschaft?

das ist ein weitres problem: diebe mit weißen hemden, die dann „rechtlich einwandfrei“ ihre boni und abfindungen und entlohnungen bekommen, während gleichzeit die arbeiter entlassen werden. man könnte die liste endlos verlängern. banken, die eigentlich nur noch schuldenberge sind, aber dennoch gehälter an die schuldigen manager auszahlen. alles das! es gibt verbrecher quer durch alle schichten, aber sie werden meistens noch jeden tag gegrüßt.

und das hat mit münchen-solln und ansbach zu tun? und mit allen anderen abscheulichen taten?

ja, sehr direkt, wenngleich die resultate sich indirekt dann zeigen.

und was machen wir mit diesen erkenntnissen?

wir diskutieren darüber, wählen dann irgendwelche politiker … und die machen dann in ihren zirkeln auch so komische und unanständige dinge.

du traust also niemandem?

der mensch ist schwach – und wir sprachen gestern über das thema „vorsicht“.

fällt dir noch etwas ein?

ultimate fighting – auch das ist doch grauenvoll. diese widerwärtigkeit wird in deutschland auf DSF gezeigt, und so wird die radikalste aller gewalten in uns menschentieren noch mehr angezündet.

wir haben uns alles selber zuzuschreiben?

aber sicher: wir haben keine fundamente, wonach wir handeln. es fehlen moralische richtlinien, an denen wir uns orientieren können!

nicht die kirche?

leider nein, denn die hat sich selber abgewirtschaftet, hier in europa, und sie erreicht die menschen immer weniger. man findet sie weltfremd, altbacken, und teils sogar hoffnungslos reaktionär. das müsste man differenzieren, aber mir fehlt hier die zeit dazu.

wer stößt in die lücke?

es scheint: die verwahrlosung, die gewalt und die haltlosigkeit. (und – notdürftig – die blogger wie wir.)

das hört sich alles sehr pessimistisch an.

das muss an einem freitag ja auch mal erlaubt sein.

und das kunstwerk? hier unten?

das sind die augen des volkes, die jetzt überall angestellt werden sollen, meist in noch mehr videokameras, auch das ein zeitgeist, der mich nicht unbedingt glücklich macht.

dennoch fährst du lieber in einer bahn mit kamera?

ja, das gebe ich zu … aber wenn ich dann ein kaugummi auf dem bahnsteig ausspucke, dann möchte ich keine kamera haben.

da ist er wieder, dieser widersprüchliche mensch …

… den wir alle so lieben, trotz solln und ansbach und anderswo.

klausens-k-werk-das-auge-des-volkes-18-9-2009

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Zur Zivilcourage von Dominik B. in München-Solln schreibt KLAUSENS

klau|s|ens, dominik b. ist tot, aber er hat alles „richtig gemacht“.

heilige = märtyrer sind auch tot und haben alles richtig gemacht. meinen sie. meinten sie.

was willst du sagen?

ich will sagen, dass es keine gewissheit gibt, im leben. und das alles „richtig“ und „falsch“, also so oder so ausgehen kann.

hat der mann falsch gehandelt?

oh nein: ich bewundere ihn und werde ihn immer hoch ehren. er soll auch das verdienstkreuz bekommen, posthum.

was ist also?

die menschen, die jetzt noch leben, sagen: „siehste! man muss immer vorsichtig sein!“

und? haben sie damit recht?

aber ja: vorsichtig sein ist weltklug und eine typische menschliche eigenschaft.

dann hat dominik falsch gehandelt?

nein, denn die leute sagen auch: „man muss helfen, wenn menschen hilfe benötigen!“

na also!

nichts, „na also“. beides geht oft nicht. es gibt die berühmten fälle, wo leute in den fluss springen, um andere zu retten.

und dann?

dann sterben sie selber.

die retter sterben?

so etwas gibt es, immer wieder.

dann soll man nicht mehr retten?

oh doch, man soll. aber es gibt keine gewissheit. es gibt keine gewissheit auf ein eigenes überleben.

dann muss man also vorsichtig sein?

man muss immer vorsichtig sein, bei allem was man tut.

und wenn man zu vorsichtig ist?

dann tut man gar nichts mehr … und man lebt in der angst.

dann gibt es keine klarheit?

nein, es gibt keine klarheit im leben. das leben ist nicht gerecht! regel 1! – und das leben wird von zufällen bestimmt, die keiner steuern kann. regel 2!

und regel 3?

man weiß nie, wie es wird!

wie wird es denn?

das weiß man eben nicht. und man folgt dann bestimmten instinkten und antrainierten moralhaltungen – und dann entscheidet man dieses oder jenes.

wieso denn?

weil der mensch so ist. er versteht sich nicht, er versteht seine umwelt nicht, und dennoch handelt er.

hast du ein beispiel?

ein klassisches? „hier liegt herr müller, er hatte vorfahrt!“ dieser spruch beleuchtet einen teil dieser tragik. man befolgt seine regeln bzw. man glaubt, dass diese immer gelten, und dann nimmt einem jemand die vorfahrt, im verkehr, und dann ist man selber tot und auf dem friedhof. der naive regelbeachter und regelgläubige ist selber der dumme.

und der herr dominik b? aus ergoldsbach? in bayern? der in münchen-solln mit den kindern aus der s-bahn ausstieg, die wiederum von bösen schlägern bedroht worden waren?

er folgte seinem charakter, den wir alle vortrefflich finden. er wollte die kinder beschützen.

und?

er wurde im irdischen leben nicht dafür belohnt.

was hat das mit irdischem leben zu tun?

weil es auch damit zu tun hat, wie hoch ich das leben auf erden einschätze. wenn ich das leben nach der erde, also nach dem irdischen tod, höher einschätze, dann wird dominik b. jetzt vielleicht in einer anderen welt sehr glücklich sein.

davon hängt es also auch ab?

sicher, sonst gäbe es ja keine menschen, die sich für „selbstmordattentate“ hergeben. bei allem ist also auch wichtig, wie man die irdische welt sieht … und ob man an eine überirdische welt glaubt.

so kompliziert ist das alles?

aber ja – man kann lange über die dinge nachdenken, und weiß dann noch nicht viel mehr als zuvor.

und dominik b.?

er wird von mir nun auf dieser welt gelobt und verehrt. er wird immer ein vorbild für mich sein. ich werde versuchen, seinen namen nie zu vergessen.

dominik b.?

nun gut: es steht ja überall geschrieben. er heißt dominik brunner. … aber …

was kommt denn jetzt noch mit „aber“?

es ist auch zu bedenken, dass dieser schlimme vorfall und dieser grausliche ausgang der tat für dominik b. nun andere stimmen herbeiruft.

welche denn?

es sind die stimmen des opportunismus.

was sind das für welche?

das sind die leute, sie sich nicht rühren, oder sehr spät. die alles beobachten, immer nur schauen, aber nie handeln.

ist das eine starke bewegung?

eine sehr starke bewegung. sie geht bis in meinen engen freundeskreis. das sind die leute, die immer sagen, man muss „klug“ sein, und „weise“.

und wie geht das?

man schaut und guckt.

und dann?

dann schaut und guckt man immer noch.

und dann?

dann schaut und guckt man, bis alles vorbei ist.

aber?

man tut sich nicht hervor.

wieso?

weil das die lebensklugheit sagt.

und dann?

dann redet man mit frau oder freundin nachher zuhause im stillen über das, was man sah.

nicht öffentlich?

nein, nein! schon gar nicht, wo leute zuhören können. das gilt für alle lebensbereiche.

was ist der vorteil?

man schadet sich nicht. man eckt nicht an.

nein?

nein! denn alle leute sagen: ein sehr netter mensch! (er tut keinem was!)

aha – dann ist opportunismus also die führende lebenshaltung?

ja, in den meisten fällen haben diese leute auch noch erfolg. sie werden dann leiter der stadtwerke oder bundestagsabgeordnete oder geschäftsführer oder so.

dann hat der opportunismus schon lange gesiegt?

in unserer welt leider ja.

und dominik b.?

sein schlimmes schicksal des ermordet-werdens beweist allen anderen wieder mal, dass die klugheit gebietet sich nie zu weit hervorzutun. man schaut, man wartet ab, man guckt – und man lässt geschehen.

das folgerst du aus dem schlimmen geschehen in münchen-solln am s-bahnhof?

leider muss man es befürchten. menschen, die sich mit verbecherischen systemen wie ns-diktatur oder stalinismus und anderen diktaturen befasst haben, die wissen das schon lange: der kluge mensch tut sich nie zu weit hervor.

und dann steigt und steigt er?

eben! und die „unklugen“ menschen wie dominik b., die werden dann zu helden gemacht (wofür sie selber nichts können) oder werden zu wahlkämpfern der CSU (wofür sie selber nichts können) … und sind dennoch tot.

während die opportunisten an diversen geschwüren leiden, weil sie alles verschweigen, aber leben?

so kann man es sagen: „opportunisten leben länger!“ (aber wir wissen nicht, wie!)

dann ist schweigen also gold?

kluge menschen schauen und schweigen – und sprechen hernach mit der frau oder freundin im stillen darüber, aber auch nur, wenn sie dieser person trauen.

und wenn nicht?

dann schweigen sie ihr leben lang. sie sind dann „die kartäuser des täglichen lebens als vermeintlich erfolgreichstes“.

siehst du das alles so?

nein, ich selber sehe alles immer doppelt und dreifach, aus allen richtungen. deshalb bin ich ja weltbeoachter.

und ich?

du, zweitklausens, du bist eine wichtige facette meiner weltbeobachtung, weil du der andere teil von mir bist.

und die kastanien?

die erinnern an das willkürliche des lebens. die rollten mir heute vor die füße: esskastanien und rosskastanien, einfach so. das leben ist willkür. und da konnte auch dominik b. nicht viel dran ändern, so viel auch nach seinem tod bzw. nach seiner ermordung nun aufgewirbelt wird.

aber du schätzt ihn?

ja, sehr. ich habe mehr einen hang zu den bekennenden menschen (sofern sie keine dogmatiker sind!) als zu den schweigern. das ist teil meiner persönlichkeit: sich äußern, denken, die welt gestalten … und am ende dennoch nichts von allem verstehen.

deshalb auch dieser blog(g)-eintrag.

ja, ja, er ist lang geworden. ich weiß. (hoffentlich erfährt dominik b. in seiner anderen welt wenigstens davon, dass die welt sich über ihn gedanken macht und sein tun letztlich hoch anerkennt. so oder so.)

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