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klau|s|ens erfährt vom in-haft-tod des NS-täters heinrich boere – www.klausens.com

klau|s|ens, der täter-mann boere ist nun tot.

am 1.12.2013 ist er im justizvollzugskrankenhaus fröndenberg (kreis unna) verstorben. (die BILD wusste es als erstes.)

damit ist eines der letzten kapitel der NS-verbrechensaufarbeitung deutscher justiz abgeschlossen. so viele NS-prozesse wird es wegen des alters der noch beschuldigten nicht mehr geben.

eben: er (boere) wurde aber noch verurteilt, schlussendlich, jahrzehnte nach der tat.

er musste die haft antreten. er kam ins krankenhaus, wegen seiner gebrechlichkeit und seines alters.

und er ist im alter von 92 jahren im haftkrankenhaus verstorben.

man spürt eigentlich keine genugtuung, sondern es ist eher wie ein „aha! –so kann es auch gehen!“

viele täter kamen frei, wurden nicht belangt, entkamen. und zu viele lebten in der bundesrepublik dann noch weiter.

zu viele täter entkamen der justiz.

erst spät hat diese deutsche justiz bzw. bestimmte personen in diesem apparat begriffen, dass es anders werden muss. mit der verfolgung von NS-tätern.

der deutsche mief wurde nicht besser, dieser nachkriegsmief.

aber diese verurteilung von heinrich (hendrik) boere, das war sinnvoll und richtig.

sein tod in der haft konsequent: mit 92 jahren.

man hätte in den kopf von boere hineinschauen wollen … und ob heinrich boere sich dann im haftkrankenhaus irgendetwas zu seinem früheren leben und zu seinen verbrechen gedacht haben möge.

das könnten nur wärter und pfleger wissen, wenn überhaupt. (dann müsste er mit denen gesprochen haben.)

boere ist jedenfalls tot. die LIVE-gedichte vom prozess in aachen bleiben.

wie und wo wird so ein mensch dann beerdigt? anonym?

die-klausens-zeichnung-kunstwerk-boere-ist-tot-3-12-2013 (Medium)

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Zum Nachspiel zum Heinrich-Boere-Prozess vor dem Amtsgericht Eschweiler schreibt KLAUSENS

klau|s|ens, der NS-täter heinrich (hendrik) boere war (gedanklich) wieder präsent, obwohl er verurteilt ist … und nun in haft ist.

es gab das nachspiel zum lebenslänglich für heinrich (hendrik) boere, den mörder.

die anwälte boeres zogen vor das amtsgericht, weil einst (2009) niederländische journalisten ihn mit verdeckter kamera gefilmt hatten. in seinem altersheim zu eschweiler … und die gespräche mit ihm auch noch geheim aufgezeichnet hatten.

es ist die klassische frage: was darf wie bearbeitet werden? wie weit dürfen journalisten gehen? es ist eine ewige güterabwägung: da die mordtaten, dort die deutsche justiz, die bei der aburteilung nicht nachkam, dann der täter, der jahrzehntelang unbelangt in deutschland lebte. und nun die zwei niederländischen journalisten, die die dinge durch ihre recherche richtig in gang brachten.

aber sie wurden freigesprochen.

zum glück für die deutsche justiz. zum glück. – aber es geht immer um den wert der persönlichkeitsrechte und dann um den wert der interessen der gesellschaft. beides ist immer abzuwägen, fall für fall. das gericht in eschweiler wiederum ging einen umweg über den „verbotsirrtum“, wonach den beiden journalisten nicht bewusst war, dass tonaufzeichnungen ohne einwilligung unrechtlich sind. die journalisten sind nach ansicht des gerichtes irrtümlich davon ausgegangen, dass das öffentliche interesse höher zu bewerten sei als die vertraulichkeit. das ist schon eine sehr gedrechselte winkelei, die den journalisten zwar nützt, hinsichtlich des freispruches, aber einen doch verwundert. es ist keine klarlegung, dass man in bestimmten fällen das persönlichkeitsrecht außer acht lassen muss, weil die überführung der NS-täterschaft dann das höhere gut ist. das hat ja auch der DJV, der deutsche journalistenverband, daran bemäkelt.

ich denke auch, als nichtjurist: hier war der gedanke, dass es sich um einen (schlimmen) zeitzeugen der geschichte handelt, bei boere, der größere und wichtigere aspekt als dessen zu schützende persönlichkeit. deshalb durften die journalisten auch illegal filmaufnahmen machen. es war richtig so.

es ist gut so, es ist gut. es gibt kein „reines“ leben für journalisten. wenn man den journalisten alle kanäle der recherche verschließt, dann können diese gar nichts enthüllen.

aber du willst doch auch nicht, dass journalisten dich so ungefragt abfilmen und das veröffentlichen.

gewiss, ich habe aber auch keine solch gewaltigen verbrechen wie heinrich boere begangen. und: denke doch nur an die eichmann-entführung oder an die barbie-aufdeckungs-geschichte durch das ehepaar klarsfeld. wir hatten diese fragen schon öfter, auf ungleich höherem level als jetzt bei diesen journalisten der niederlande, denen wir an dieser stelle für ihr tun danken: jan ponsen und jelle visser.

ja, es war gut, dass so die dinge um den prozess heinrich boere durch diese versteckt-im-altersheim-filmen-aktion richtig in gang kamen.

und es war gut, dass das amtsgericht eschweiler diese beiden journalisten am 9.2.2012 freisprach. (wengleich die begründung diskussionswürdig ist: paragraf 17 des strafgesetzbuches zum verbotsirrtum: „Fehlt dem Täter bei Begehung der Tat die Einsicht, Unrecht zu tun, so handelt er ohne Schuld, wenn er diesen Irrtum nicht vermeiden konnte.“)

das freisprechen der journalisten war „gut“ im sinne einer aufarbeitung der NS-vergangenheit. in deutschland und (im falle boeres) … sowohl in deutschland als auch in den niederlanden, weil boere für beide nationen steht.

aber wie peinsam für die boere-anwälte, die sich selber öffentlichkeit verschafften … mit so einer unnötigen anklage.

gewiss, die anwälte boeres haben alles wieder in ein seltsames licht gerückt. sie hätten die beiden journalisten nie anzeigen müssen.

jedoch: unabhängig von eschweiler. es bleibt der prozess gegen boere und das urteil. der boere-prozess, einer der letzten gegen NS-täter auf deutschem boden, zusammen mit dem demjanjuk-prozess in münchen.

es bleiben unsere LIVE-gedichte zum BOERE-PROZESS

und es bleiben die letzten NS-täter, die man überhaupt noch vor gericht bringen könnte.

ich weiß: OPERATION: LAST CHANCE http://www.operationlastchance.org/ abgerufen heute, am 11.2.2012:

„OPERATION: LAST CHANCE is a campaign to bring remaining Nazi war criminals to justice by offering financial rewards for information leading to their arrest and conviction. To date the initiative has been launched in Germany, Lithuania, Latvia, Estonia, Poland, Romania, Austria, Croatia, and Hungary.

Operation: Last Chance is a joint project of the Simon Wiesenthal Center and Targum Shlishi Foundation.

Operation Last Chance II hotline
in Germany (01573) 494-7307″

„LATEST NEWS

February 7, 2012 — Two Dutch reporters have been ordered to appear in a German court this week, following a complaint from a 90-year-old convicted Nazi war criminal who claims that the journalists violated his privacy by using a hidden camera to record an interview with him more…

February 3, 2012 — Seventy is the biblical lifespan for latterday humans. And ― the number of years since Hitler’s Wannsee Conference “made official” the Final Solution for European Jewry in January of 1942 more…

February 1, 2012 — Jelle Visser ist wild entschlossen. Stolz und Trotz klingen aus seiner Stimme: „Dass wir eine hohe Geldstrafe zahlen, kommt nicht in Frage – dann gehen wir eben lieber ins Gefängnis.“ Es klingt wie: Sollen doch alle sehen, bei welchen Vergehen die deutsche Justiz spurt – und bei welchen Verbrechen nicht more…

January 29, 2012 — “ Nel 2002, il Centro Simon Wiesenthal Israel (SWC) e la Fondazione Targum Shlishi di Miami, Florida, hanno lanciato l’ < Operazione Ultima Speranza> (OLC), per facilitare la cattura dei criminali di guerra nazisti, soprattutto nell’Europa post comunista more…

January 27, 2012 — Kis híján botrányba fulladt az újvidéki vérengzés évfordulója alkalmából rendezett megemlékezés, amikor a szerb ortodox egyház kóristáinak öltözött biztonsági emberek fizikai erővel tartották távol a rendezvénytől az újvidéki képviselő-testület elnökét, Alexandar Jovánovicsot more…

January 27, 2012 — Naziverbrecher jagen – Operation Letzte Chance. Manfred Gerstenfeld interviewt Efraim Zuroff (direkt vom Autor) more…

January 26, 2012 — La segunda última oportunidad para juzgar a los cómplices del Holocausto more…

January 26, 2012 — The director of the Jerusalem-based Simon Wiesenthal Center also called for a speedy termination of the cases underway more…

January 26, 2012 — Interview Series for Holocaust Remembrance Day: Ephraim Zuroff, Dir. of Wiesenthal Center:“We focused significant attention on the very important role played by the Nazis‘ local helpers.“ more…“

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Vom Haftantritt des NS-Täters Heinrich Boere hört KLAUSENS

klau|s|ens, nun sitzt er ein!

einer der letzten NS-täter, die noch vor gericht kamen. es gab den demjanjuk-prozess in münchen und den boere-prozess in aachen. 2009 war das.

den prozess zu aachen haben wir vor ort und live verfolgt. http://www.klausens.com/klausens-beim-boere-ns-kriegsverbrecherprozess-in-aachen.htm sowie
http://klausens-und-die-blog-eintraege-zum-heinrich-boere-prozess.htm

ja, ein prozess fast nur nach aktenlage und bezogen auf geschriebene dokumente, weil die meisten zeitzeugen nicht mehr lebten.

das urteil „lebenslänglich“ war dennoch konsequent und der beweislage entsprechend.

Prozesstage: 1) 28.10.2009, Mittwoch – 2) 2.11.2009, Montag – 3) 10.11.2009, Dienstag – 4) 23.11.2009, Montag – 5) 27.11.2009, Freitag – 6) 1.12.2009, Dienstag – 7) 3.12.2009, Donnerstag – 8) 8.12.2009, Dienstag – 9) 11.12.2009, Freitag – 10) 15.12.2009, Dienstag, – 11) 18.12.2009, Freitag – 12) 8.1.2010, Freitag – 13) 15.1.2010, Freitag, erst um 13.00 Uhr – und ausnahmsweise in Saal 0.009 – 14) 28.1.2010, Donnerstag – 15) 4.2.2010, Donnerstag – 16) 19.2.2010, Freitag – 17) 23.2.2010, Dienstag – 18) 2.3.2010, Dienstag – 19) 16.3.2010, Dienstag – 20) 23.3.2010, Dienstag, Urteil: LEBENSLANG (aber keine besondere Schwere der Schuld) wegen heimtückischen Mordes in 3 Fällen – Die Verteidigung hat Revision beim BGH eingereicht. Im Dezember 2010 wurde die Revision abgewiesen. Das Urteil ist rechtskräftig. Siehe: Beschluss vom 1. Dezember 2010 – 2 StR 420/10 – September 2011: Aachener Staatsanwaltschaft teilt mit, dass Boere seine Haft antreten soll und nicht als haftunfähig gilt. Ein Gutachter erklärte den 89-Jährigen für „prinzipiell haftfähig“, wie die „Aachener Nachrichten“ berichteten. – 27. Oktober 2011: dpa berichtet, dass die Haft näher rückt: „Nach Angaben des NRW-Justizministeriums gibt es landesweit 63 Haft-Pflegeplätze. Davon befinden sich 34 im Justizvollzugskrankenhaus Fröndenberg (Kreis Unna) und 29 in der JVA Hövelhof (Kreis Paderborn).“ – 15.12.2011: Laut Presseberichten, die sich auf die Staatsanwaltschaft Aachen berufen, hat Boere am 14.12.2011 in einer Spezialhaftanstalt / einem Justizvollzugs-Krankenhaus Nordrhein-Westfalens seine Haft angetreten.

nun ist heinrich boere // hendrik boere aber schon 90 jahre.

das ändert nichts. man musste befürchten, dass er seine haft nicht würde antreten müssen. es gibt ja immer varianten, die einen haftantritt unmöglich machen. (hier war es u.a. die zwingende suche nach einem freien, speziellen haftplatz für den kranken mann.)

so kam es aber nicht. kein grund, die haft auszusetzen, kam hinzu. die krankheit wurde für boere kein schutz. (obwohl er im prozess sich auf diese krankheit berief bzw. seine anwälte. das machte den prozess ja schon schwierig. schon die kürzere dauer der prozesstage war dadurch bedingt.)

es wurde nun rundert anderthalb jahre nach dem urteil endlich ein haftplatz frei, in einer dieser sonderhaftanstalten für menschen, die pflegebedürftig sind. in NRW.

das ist heinrich boere: pflegebedürftig. körperlich. – psychisch ist es ein extra problem, weil der mann vor gericht nichts und gar nichts zugegeben hat. die übliche tragik vieler NS-täter: die tragik des leugnens und des sich-unschuldig-gebens. (verbrecher wie speer haben sich so, im leugnen, ganz neu erfunden … und es wurde ihnen sogar auch noch von der gesellschaft abgenommen.)

eine humane gesellschaft will nicht rache, sondern strafe. sie bleibt aber bei und um diese strafe selbst human.

warum?

weil die gesellschaft so hofft, auch in die generationen danach einwirken zu können. eine gerechte strafe bei rechtsstaatlichen umständen ist das sauberste und ehrlichste und klügste, was man machen kann.

dennoch gibt es (immer noch) neonazis, gerade im bereich aachen-land. kameradschaften. (die haben auch teilweise dem prozess beigewohnt.) alle diese schlimmen dinge. gewalt und terror sterben nicht aus.

es wäre naiv zu meinen, man könnte „den guten“ menschen nun herbeierziehen, indem man eine rechtsstaatliche gesellschaft fordert und fördert. aber wir können vieler solcher besseren menschen großwachsen sehen, die eine solche gesellschaft noch mehr implantieren und dann auch gegen diejenigen verteidigen, die alles mal schnell für willkürsysteme und -handlungen abschaffen wollen.

heinrich boeres taten aber waren verbrechen.

gewiss, man hat andersdenkende im auftrag und für den nationalsozialismus kalt aus dem wege geräumt. sie abgeholt und sie erschossen. das war eine beseitigung von menschen, die bestimmten herrschenden damals nicht gepasst haben. die niederlande waren ja von deutschen besetzt. aber in den niederlanden selbst gab es genügend menschen, die ebenfalls nazistisch dachten, wobei man boere schon fast als einen deutsch-niederländer eingruppieren könnte.

wir wollen aber eine bessere welt.

das wollte jesus wohl auch schon. (oder nicht? es ist alles so komplex!)

hauptsache: boere ist in haft!

ja, ein kleiner lichtstreif. die tat bleibt nicht folgenlos. das verbrechen wird nach jahrzehnten noch verfolgt. für mord gibt es keine verjährung. aber wie viele andere bösmenschen und schlimmtuer sind gerechten strafen entkommen? insofern ist gerechtigkeit ein wort, dass auch nichts (oder alles) aussagt über den irrsinn menschlicher existenz.

schon morgen kann dich jemand abknallen. es kann ein mörder um des geldes willen sein, ein mörder um der lust willen, ein mörder um des amoklaufens willen (lüttich) und ein mörder um der rechten gesinnung willen. – wir könnten noch mehr aufzählen, lassen das aber.

boere ist in haft. das zählt. es wird den hinterbliebenen der opfer etwas genugtuung verschaffen.

wenn alle täter am ende auch in haft kommen, dann werden es sich die neutäter vielleicht 2 x überlegen.

vielleicht. vielleicht auch nicht. denn aktuell sprechen wir ja über eine sogenannte NSU, die kalt und heimtückisch ausländisch-inländische menschen abräumte. wo ist da deine logik?!

in meinem denken gibt es keine logik. sorry, ich bin eben nur ein mensch. jeder mensch ist per se auch ein möglicher täter.

jeder mensch ist ein prinzipieller täter. deshalb hüte ich mich ja vor dir, zweitklausens.

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Den öffentlichen Sumpf der rechten Gewalt sieht KLAUSENS

klau|s|ens, wann geschehen diese bösen morde, diese abscheulichen taten?

die entstehen immer auch da und dort, wo die gesellschaft die ideologien (er)duldet, aus denen auch diese morde entspringen. (und sie entstehen in einer gesellschaft, die diese ideologien sogar befördert!)

also geschieht nie das eine allein?

auch nicht das andere.

dann sind also alle fälschlich überrascht, heute, über diese bösen morde an türken und griechen, die diese NSU-zelle da verübte?

ich erinnere an die schlimmen schriften des herrn sarrazin, der damit wohl auch noch millionen verdient hat. ich erinnere daran. diese art, mit den dingen umzugehen … sie ist der humus, auf dem alles andere dann umso besser gedeihen kann.

ich erinnere an eine kampagne „kinder statt inder“, die der herr ex-ministerpräsident rüttgers mal in NRW betrieb.

wir könnten hunderte, tausende solcher fälle aufführen.

es sind immer wieder menschen, die aus der suppe der ausländerfeindlichkeit sich terrinen entnehmen, um dann …

alles hat eine geschichte, aber alles bekommt auch eine zukunft.

wenn dann schlimme dinge geschehen, ..

… sind die vorläuferhandlungen jahre vorher schon geschehen. der ganze kleine rassismus des alltages verdichtet sich in gemeinen verbrechen. auf A folgt (fast schon automatisch) B.

einflüsse da und dort.

aber nichts geschieht, scheinbar, …

dennocht koch und braut sich eine sudbrühe zusammen, …

… die sich dann in den köpfen einzelner zu so grausigen taten verdichtete, die ja dann etwas später auch noch ausgeführt werden.

so gibt es immer die grundstimmung in der gesellschaft …

… und die angeblichen einzeltäter, die aber doch in dieser grundstimmung lange schon dahinschwimmen. A und B gehören zusammen.

plötzlich geschieht etwas schlimmes (man denke auch an den täter aus norwegen, 77 tote) … und dann weiß angeblich keiner, woher es kommt.

und genau die politiker und publizisten, die so oft zündeln, mit worten, mit einem schleichenden rassismus … die treten dann erschreckt vor die kameras und suchen nach den ursachen.

vieles liegt weit zurück.

vieles geschieht aber täglich.

das kleine … aber auch die lauten parolen …

alles wird verkocht … scheinbar ist ja alles „harmlos“.

es wird ja auch immer verharmlost.

„keine rechte gefahr!“

und dann ist sie angeblich ganz plötzlich und dann auch noch hyperhyperhochübersteigert da. plötzlich rufen alle lauter als die lautesten kirchturmglocken.

so funktioniert die welt.

so funktionieren die menschen.

… die nächsten verbrechen folgen bestimmt.

und es werden dieselben muster sein, immer wieder dieselben muster.

und dann wird wieder ein naivling mit einem transparent durch die straßen laufen, auf dem steht: „wehret den anfängen!“

dabei ist alles und jedes ein anfang. alles kann ursache von dem anderen sein. jeder „dezente“ rassismus angeblicher „gutmenschen“ erzeugt das haifischbecken, aus dem heraus und in dem drin dann die schlimmsten beißen und morden.

und dann tauchen wieder neue symbole auf … scheinbar ganz harmlos … kleine spielereien nur …

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Der verurteilte NS-Verbrecher Heinrich bzw. Hendrik Boere muss Haft nun antreten, hört KLAUSENS

klau|s|ens, heinrich boere muss nun in den knast.

er ist ein alter mann. man wusste es nicht, ob er als gesund genug angesehen wird, um noch als recht alter mann ins gefängnis zu gehen. – doch in seinem fall gilt: er soll die haft wohl antreten.

wie lange die dinge dauern.

da waren die hinterhältigen morde im jahr 1944. voller gemeinheit, voller heimtücke.

wegen drei morden hat man ihn zuletzt verurteilt: 2009. in aachen. lebenslang.

im oktober 2010 hat der BGH die revision abgelehnt – damit war das urteil auch rechtskräftig.

und nun, im september 2011 entnimmt man einer meldung der „aachener nachrichten“, dass boere in haft soll, weil der oder die gutachter ihn für haftfähig erklärten.

man habe auch eine haftanstalt gefunden.

das soll die staatsanwaltschaft aachen der zeitung mitgeteilt haben.

damit kommt boere (bald?) in haft.  ich erinnere an den prozess: http://www.klausens.com/klausens-beim-boere-ns-kriegsverbrecherprozess-in-aachen.htm

damit hätten wir nicht gerechnet, weil doch die meisten alten täter dann der haft entkommen. meist mit verweis auf die gesundheit. boere müsste 89 jahre jetzt sein. er wird ende september 90.

es ist so seltsam, dass heinrich alias hendrik boere einerseits ein mörder ist, mindestens ein dreifacher mörder … und man natürlich will, dass jeder mörder für seine taten zur rechenschaft gezogen wird …

… es aber andererseits viele mörder gibt, NS-mörder, sehr grausame auch – zumal solche, die nur von oben die befehle erteilten …

… die solch einer strafe nie zugeführt wurden.

so widersinnig und seltsam kommt das leben daher: die einen täter werden auch nach jahren noch der justiz zugeführt, ja, sie müssen sogar auch die haft antreten …

… die anderen täter haben damit nie etwas zu tun gehabt. es gibt immer noch welche, die nach verbrechen der periode 1933 bis 1945 noch munter (?)  leben, irgendwo, versteckt, andere identität, ohne haft, ohne strafverfahren, ohne alles. freie (?) menschen. wahrscheinlich kennen viele dieser täter auch keine schuldgefühle. vielleicht schlafen sie nachts gut durch.

für heinrich boere wird sich letztendlich nicht viel ändern.

warum?

ich denke, dass er in seinem zustand in einem altersheim genauso frei oder unfrei leben wird wie nun bald in einer haftanstalt. er verlässt eh nie das heim in eschweiler, soweit man weiß. er hat auch keine angehörigen.

das zeichnet unsere humane welt ja auch aus: trotz der erwiesenen schuld gehen wir mit den tätern ganz anders um, als sie es jemals mit den opfern taten. der knast ist gefangenschaft. aber diese gefangenschaft ist „anständig“, auf eine gewisse art.

ich weiß. das ist grund zur freude. etwas gerechtigkeit wurde erlangt. ein mörder tritt die haft an. die welt ist nun etwas gerade gerückt.

man hätte aber alle finden wollen, zumal die ganz oben. in libyen wird es nicht anders sein: ein teil entkommt, ein teil wird gefasst. gerechtigkeit ist eine künstlich erdachte dimension des menschen, aber keine des kosmos.

zumal „gerechtigkeit“ immer nur teilweise eintritt. in syrien sind die täter noch beim töten. da sind die dinge noch in der phase des aktiven verbrechens.

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Mit immer weniger Erkenntnissen zum Schrecken in Norwegen bleibt KLAUSENS

klau|s|ens, je mehr man erfährt, desto weniger weiß man.

der anwalt plädiert auf geisteskranheit bei jenem attentäter. es scheint seiner überzeugung nach den ersten gesprächen mit dem mann zu entsprechen.

zugleich aber wissen alle, dass der wahnsinn eines einzeln dennoch mit der gesamtheit des ganzen in verbindung steht.

einer tut das, was in der luft des ganzen liegt. amokläufer und attentäter reagieren vielleicht sehr stark auf schwingungen. aber erklärt wird damit dann eigentlich doch nichts.

man redet jetzt über seine vernetzung im internet und über politische neonazistische plattformen im internet.

gewiss, aber bei den aufständen in den arabischen ländern hat man das internet dafür gelobt, dass es freiheit und demokratie nach vorne gebracht hat. das internet wird aber genauso von kräften der unfreiheit und der diktatur gebraucht werden können. man darf sich keine scheinwelten zimmern.

das böse lauert überall.

„das böse“ ist eine so perfide vereinfachung, dass ich diese nicht mitmachen kann. der wahn wohnt in vielen menschen. auch unbescholtene bürger ticken bisweilen aus und bringen ihre schwester um. es gibt allerlei unerklärliche dinge auf der welt.

die welt ist ein überaus komplexes system, die welt der menschen erst recht.

das macht alles so verdammt schwer. man braucht umgangsfomen, die es allen ermöglich zu leben. das zeichnet eine kultur aus, wenn sie das schafft.

und?

wir in europa scheinen es nicht (mehr?) zu schaffen. denn immer wieder schwappt die soße von gewalt und hass in unsere gesellschaften. beteiligt sind wir letztlich alle.

auch wenn wir nicht fanatisch und rechts und gemein und ausländerfeindlich denken?

man muss es fast befürchten. ja. – man muss befürchten, dass wir alle dazu beitragen, dass es dann diese verformungen bei einzelnen menschen gibt, die dann zu solchem schrecken für alle führen.

menschen sprengen sich ja heutzutage allzuoft selber gleich mit in die luft, um andere dann dabei massenhaft zu töten. der „selbstmordattentäter“ ist fast schon gängig geworden, wenn man die nachrichten verfolgt.

es findet eine entwertung der idee von „leben“ und „am leben sein“ statt. als hätte diese grundkonstante des menschseins jede berechtigung verloren. so hebt sich der mensch dann als mensch selber auf. er hält sich sogar selber für so unwichtig, dass er „draufgehen“ kann.

aber der mann aus norwegen ist nicht „draufgegangen“.

er hatte es aber offenbar eingeplant und einkalkuliert.

er hat aber überlebt.

damit hat er ja eine vorlage an alle terroristen aller lager gegeben: seht, man kann so grausam sein … und dennoch selber überleben.

er gibt so auch radikal-muslimischen attentätern nachhilfe-unterricht in der bestmöglichen form von hinterhältigen anschlägen.

das ist ja das, was wir schon ansprachen: der mann meint, jenes zu bekämpfen, und befördert genau dieses. seine totale unlogik  hat noch ganz viele seltsame zusatzunlogiken in sich. man kann  dieses hirn nicht erfassen, man kann es schon gar nicht kapieren.

aber er ist teil unserer gesellschaft.

ja, aus unserem schoße kommt auch das so grausame ständig neu hervor. auch das ist ein teil vom wesen des menschseins: grausam, widerwärtig, abscheulich, unerklärlich.

deshalb sagen ja terroristen aller farben und dogmen: dann können wir diesen typus menschen ja auslöschen. durch attentate. wenn er so ein komisches wesen ist!

es scheint so. leider, leider. und es wird ewig so weitergehen. ewig.

das sind keine guten aussichten.

aber irgendein gott, an den wir selber nicht glauben, scheint es ja unbedingt zu wollen, dass die welt so bescheuert ist.

vielleicht mag dieser gott einfach nur manche symbole der attentäter. und er möchte diese immer wieder mal sehen, so wie in diesen tagen das tempelritterkreuz, welches der attentäter von norwegen mit seinem tun „besetzte“. es war ja auf blatt eins seines kruden manifestes.

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Mit ein paar Gedanken zum Schrecken in Norwegen äußert sich KLAUSENS

klau|s|ens, was für ein schrecken!

man kann es sich nicht ausmalen, wie hunderte (auch noch sehr junge) menschen um ihr leben laufen und laufen und laufen – und eine stunde lang schießt ein mann alles tot, was ihm unter die waffen kommt. unvorstellbar! aber offenbar passiert!

das geht über einiges hinaus, was man sich sonst so vorstellen muss, wenn man die verbrechensmeldungen der welt liest.

dieser mann will „unsterblich“ werden, indem er so viele andere dahinmordet. es sind immer diese expliziten widersprüche in allem „denken“ solcher leute.

da ist dann die idee der „rettung“ der welt. überall gibt es menschen, die die welt retten wollen.

dann ist es auch seltsam, dass wieder mal das wort „marxismus“ als wort des schreckens auftaucht. der marxismus als angstwort ist in den letzten jahren kaum noch in der öffentlichkeit zu vernehmen gewesen, weil er sich aus den regierungen der welt eher verabschiedet hatte. nun wird der marxismus wieder mal den armen sozialdemokraten zugeordnet.

zugleich ist es seltsam, dass jemand so offen ausländerfeindlich ist, aber den anschlag nicht dezidiert auf eine ausländische gruppe ausübt, sondern offenbar auf eine breit gestreute, breit gemischte gruppe. junge sozialdemokraten.

dann geht es ihm auch darum zu zeigen, was ein mann oder ein mensch „schaffen“ kann. eine ganze regierung mit bomben fast aushebeln und dann noch ein zweites attentat in nahkämpfermanier.  das ist schon unglaublich! ein mann alleine!

damit gibt er eine steilvorlage für alle terroristen dieser welt.

eben: egal, welche fanatiker es geben mag, sie könnten sich alle unter dem „bund der fanatiker“ zusammenschließen, wobei dann christliche oder muslimische oder andere fundamentalisten gedanklich nur noch eine gruppe sind. alle bekämpfen sich angeblich in ihren gedankengebäuden, sind aber letztlich teil EINER gruppierung. (das aber ist ihnen natürlich nicht klar.) auch muslimische attentäter werden von dem norweger „lernen“. es wird alles immer schlimmer und schlimmer. die religion heißt eigentlich bei allen „terror und schrecken und (ohn)macht“.

sie sind dann immer auch extreme fundamentalisten. sie meinen, dieses oder jenes zu schützen, schützen zu müssen, vor jeweils anderen ideologien oder religionen …

… aber sie stehen letztlich gemeinsam unter einem großschirm des wahnsinns, der ihr vermeintlich „weltverbesserndes“ oder sollte man sagen „weltverbesserisches“ tun begleitet.

anders behring breivik, der täter, will bewundert werden und als retter gelten. als retter und ritter. als tempelritter.

auch das ist dann wieder typisch: alles, was in der geschichte war, wird wieder aufgegriffen. immer wieder werden mythen und figuren der geschichte neu beseelt, weil sie den eigenen phantasien dienlich sind. so lebt alles weiter. (das grab von rudolf hess lebte ja auch als real besuchte „idee“ weiter, bis man es in diesen tagen auflöste und den leichnam verbrannte.)

er soll auch computerspiele wie „modern warfare“ gespielt haben, die ihm dann für seine grausige massenattacke zum übungsset wurden.

gewiss, die neuen medien (computer/internet) sind in diesen zusammenhängen die „innovation“ gegenüber den weltkämpfern früherer tage. computerspiele nutzen sie, neben den eher klassischen schusswaffen, oder auch das internet samt FACEBOOK und TWITTER. auch das alles instrumentalisieren sie, um den propagandaeffekt zu verstärken. dann hat er auch das unglaubliche 1500 seiten starke „manifest“ per mail verschickt. elektronisch.

und er hat geschafft, was er schaffen wollte.

auch das ist wahr. man redet über ihn und seine abscheuliche tat. aber: würde es besser werden, wenn man nicht darüber redete? oder schriebe?

wie meinst du?

muss man nicht immer über den humus reden, auf dem solche taten gedeihen?

was wäre der humus?

diese starke rechtspopulistische verschiebung, die wir in fast allen ländern europas beobachten können. die angst vor dem fremdem. die angst vor dem multikulturalimsus. daraus resultierend hassparolen der schlimmsten art, z.b. gegen den islam. auf diesem hass-humus gedeihen solche täter.

sie sind nicht allein?

auch wenn sie allein handeln, so führen sie teilweise das aus, was an stimmungen in der luft liegt.

so siehst du es?

man muss es bedenken: immer wenn sich die gesellschaften im hass und rassismus hochpeitschen, kommt es irgendwann zu solchen anschlägen. immer. – alle, die hass predigen, ob so oder so, tragen dazu bei, dass es zu solchen exzessen kommt. der hass sucht sich dann seine täter.

der täter von norwegen übersteigt in seiner dimension vieles, was wir bislang bei einem einzigen menschen an direkter verbrechenskapazität für möglich hielten. (also nicht das ferne planen am schreibtisch, sondern das aktive selber tun.)

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