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Zur Zivilcourage von Dominik B. in München-Solln schreibt KLAUSENS

klau|s|ens, dominik b. ist tot, aber er hat alles „richtig gemacht“.

heilige = märtyrer sind auch tot und haben alles richtig gemacht. meinen sie. meinten sie.

was willst du sagen?

ich will sagen, dass es keine gewissheit gibt, im leben. und das alles „richtig“ und „falsch“, also so oder so ausgehen kann.

hat der mann falsch gehandelt?

oh nein: ich bewundere ihn und werde ihn immer hoch ehren. er soll auch das verdienstkreuz bekommen, posthum.

was ist also?

die menschen, die jetzt noch leben, sagen: „siehste! man muss immer vorsichtig sein!“

und? haben sie damit recht?

aber ja: vorsichtig sein ist weltklug und eine typische menschliche eigenschaft.

dann hat dominik falsch gehandelt?

nein, denn die leute sagen auch: „man muss helfen, wenn menschen hilfe benötigen!“

na also!

nichts, „na also“. beides geht oft nicht. es gibt die berühmten fälle, wo leute in den fluss springen, um andere zu retten.

und dann?

dann sterben sie selber.

die retter sterben?

so etwas gibt es, immer wieder.

dann soll man nicht mehr retten?

oh doch, man soll. aber es gibt keine gewissheit. es gibt keine gewissheit auf ein eigenes überleben.

dann muss man also vorsichtig sein?

man muss immer vorsichtig sein, bei allem was man tut.

und wenn man zu vorsichtig ist?

dann tut man gar nichts mehr … und man lebt in der angst.

dann gibt es keine klarheit?

nein, es gibt keine klarheit im leben. das leben ist nicht gerecht! regel 1! – und das leben wird von zufällen bestimmt, die keiner steuern kann. regel 2!

und regel 3?

man weiß nie, wie es wird!

wie wird es denn?

das weiß man eben nicht. und man folgt dann bestimmten instinkten und antrainierten moralhaltungen – und dann entscheidet man dieses oder jenes.

wieso denn?

weil der mensch so ist. er versteht sich nicht, er versteht seine umwelt nicht, und dennoch handelt er.

hast du ein beispiel?

ein klassisches? „hier liegt herr müller, er hatte vorfahrt!“ dieser spruch beleuchtet einen teil dieser tragik. man befolgt seine regeln bzw. man glaubt, dass diese immer gelten, und dann nimmt einem jemand die vorfahrt, im verkehr, und dann ist man selber tot und auf dem friedhof. der naive regelbeachter und regelgläubige ist selber der dumme.

und der herr dominik b? aus ergoldsbach? in bayern? der in münchen-solln mit den kindern aus der s-bahn ausstieg, die wiederum von bösen schlägern bedroht worden waren?

er folgte seinem charakter, den wir alle vortrefflich finden. er wollte die kinder beschützen.

und?

er wurde im irdischen leben nicht dafür belohnt.

was hat das mit irdischem leben zu tun?

weil es auch damit zu tun hat, wie hoch ich das leben auf erden einschätze. wenn ich das leben nach der erde, also nach dem irdischen tod, höher einschätze, dann wird dominik b. jetzt vielleicht in einer anderen welt sehr glücklich sein.

davon hängt es also auch ab?

sicher, sonst gäbe es ja keine menschen, die sich für „selbstmordattentate“ hergeben. bei allem ist also auch wichtig, wie man die irdische welt sieht … und ob man an eine überirdische welt glaubt.

so kompliziert ist das alles?

aber ja – man kann lange über die dinge nachdenken, und weiß dann noch nicht viel mehr als zuvor.

und dominik b.?

er wird von mir nun auf dieser welt gelobt und verehrt. er wird immer ein vorbild für mich sein. ich werde versuchen, seinen namen nie zu vergessen.

dominik b.?

nun gut: es steht ja überall geschrieben. er heißt dominik brunner. … aber …

was kommt denn jetzt noch mit „aber“?

es ist auch zu bedenken, dass dieser schlimme vorfall und dieser grausliche ausgang der tat für dominik b. nun andere stimmen herbeiruft.

welche denn?

es sind die stimmen des opportunismus.

was sind das für welche?

das sind die leute, sie sich nicht rühren, oder sehr spät. die alles beobachten, immer nur schauen, aber nie handeln.

ist das eine starke bewegung?

eine sehr starke bewegung. sie geht bis in meinen engen freundeskreis. das sind die leute, die immer sagen, man muss „klug“ sein, und „weise“.

und wie geht das?

man schaut und guckt.

und dann?

dann schaut und guckt man immer noch.

und dann?

dann schaut und guckt man, bis alles vorbei ist.

aber?

man tut sich nicht hervor.

wieso?

weil das die lebensklugheit sagt.

und dann?

dann redet man mit frau oder freundin nachher zuhause im stillen über das, was man sah.

nicht öffentlich?

nein, nein! schon gar nicht, wo leute zuhören können. das gilt für alle lebensbereiche.

was ist der vorteil?

man schadet sich nicht. man eckt nicht an.

nein?

nein! denn alle leute sagen: ein sehr netter mensch! (er tut keinem was!)

aha – dann ist opportunismus also die führende lebenshaltung?

ja, in den meisten fällen haben diese leute auch noch erfolg. sie werden dann leiter der stadtwerke oder bundestagsabgeordnete oder geschäftsführer oder so.

dann hat der opportunismus schon lange gesiegt?

in unserer welt leider ja.

und dominik b.?

sein schlimmes schicksal des ermordet-werdens beweist allen anderen wieder mal, dass die klugheit gebietet sich nie zu weit hervorzutun. man schaut, man wartet ab, man guckt – und man lässt geschehen.

das folgerst du aus dem schlimmen geschehen in münchen-solln am s-bahnhof?

leider muss man es befürchten. menschen, die sich mit verbecherischen systemen wie ns-diktatur oder stalinismus und anderen diktaturen befasst haben, die wissen das schon lange: der kluge mensch tut sich nie zu weit hervor.

und dann steigt und steigt er?

eben! und die „unklugen“ menschen wie dominik b., die werden dann zu helden gemacht (wofür sie selber nichts können) oder werden zu wahlkämpfern der CSU (wofür sie selber nichts können) … und sind dennoch tot.

während die opportunisten an diversen geschwüren leiden, weil sie alles verschweigen, aber leben?

so kann man es sagen: „opportunisten leben länger!“ (aber wir wissen nicht, wie!)

dann ist schweigen also gold?

kluge menschen schauen und schweigen – und sprechen hernach mit der frau oder freundin im stillen darüber, aber auch nur, wenn sie dieser person trauen.

und wenn nicht?

dann schweigen sie ihr leben lang. sie sind dann „die kartäuser des täglichen lebens als vermeintlich erfolgreichstes“.

siehst du das alles so?

nein, ich selber sehe alles immer doppelt und dreifach, aus allen richtungen. deshalb bin ich ja weltbeoachter.

und ich?

du, zweitklausens, du bist eine wichtige facette meiner weltbeobachtung, weil du der andere teil von mir bist.

und die kastanien?

die erinnern an das willkürliche des lebens. die rollten mir heute vor die füße: esskastanien und rosskastanien, einfach so. das leben ist willkür. und da konnte auch dominik b. nicht viel dran ändern, so viel auch nach seinem tod bzw. nach seiner ermordung nun aufgewirbelt wird.

aber du schätzt ihn?

ja, sehr. ich habe mehr einen hang zu den bekennenden menschen (sofern sie keine dogmatiker sind!) als zu den schweigern. das ist teil meiner persönlichkeit: sich äußern, denken, die welt gestalten … und am ende dennoch nichts von allem verstehen.

deshalb auch dieser blog(g)-eintrag.

ja, ja, er ist lang geworden. ich weiß. (hoffentlich erfährt dominik b. in seiner anderen welt wenigstens davon, dass die welt sich über ihn gedanken macht und sein tun letztlich hoch anerkennt. so oder so.)

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Das Deutsch-Unverständnis der Justiz und KLAUSENS

klau|s|ens, du beklagst das unrecht der deutschen sprache?

die welt ist mit unrecht gepflastert. das ist das wesen der welt. „kein unrecht“ ist eine fiktion des menschen. das leben kennt die kategorie recht und unrecht nicht. das leben kennt die willkür. und die organisierte willkür.

du redest wieder so unverständlich!

ich bin schriftsteller … und auch philosoph,

das behaupten doch alle. was hast du denn dieses mal?

ich las von einem urteil.

justiz?

amtsgericht münchen. aktenzeichen 264C32516/07.

und? worum ging es?

ich sage es dir! kernthema ist folgendes: ein vertragsabschluss ist auch bei sprachmangel des einen vertragsabschließenden gültig.

bei „sprachmangel“? also für „nixdeutsche“?

du hast wohl auch einen sprachmangeL. „nixdeutsche“! – nun ja, die welt ist komisch. und die worte der welt auch. die der justiz erst recht.

erläutere!

das wird mir zu lang. lies selber das urteil bzw. die presseerklärung des amtsgerichtes, die ich hier weiter unten abdrucke.

was ist denn deine meinung?

ich denke, die deutsche sprache ist schwer genug. aber die deutsche sprache der verträge und der justiz … das ist die schwerste überhaupt. die verstehen bisweilen die juristen selber nicht, akademiker nicht, politiker nicht, schriftsteller nicht. gebildete nicht. studierte nicht. alle nicht.

sie alle verstehen kein deutsch? alle verstehen nur „nixdeutsch“?

bei diesem (nix)deutsch sind solche gruppen oft überfordert, von den normalen leuten gar nicht erst zu reden!!!

dann ist deutsch eine fremdsprache?

als „fachsprache recht und verträge“ ganz bestimmt.

und nun?

nun müssen auch noch arme ausländer büßen, die noch weniger als „bahnhof“ verstehen, als unsereins. und dennoch ist das ganze „recht“.

nicht „recht und billig“?

vielleicht auch das – auf jeden fall: das unrecht schreit in allen gassen!!!

darf man ein amtsgericht denn so vorschnell verurteilen?

1.9.2008

Pressemitteilung

Abgemacht ist abgemacht

Die Vereinbarung eines pauschalierten Schadenersatzes bei Stornierung eines Kaufvertrages in Höhe von 25 Prozent des Kaufpreises stellt keine unangemessene Benachteiligung des Käufers dar. Schließt jemand einen Kaufvertrag, kann er später dem Verkäufer nicht entgegenhalten, er habe mangels Deutschkenntnissen die allgemeinen Geschäftsbedingungen nicht verstanden

Ende Juni 2007 kaufte der spätere Beklagte bei der Klägerin eine Küche zu einem Gesamtpreis von 6800 Euro. Bereits 3 Tage darauf stornierte er den Kaufvertrag, weil sein Vermieter nicht einverstanden war, dass er die alte, sich in der Wohnung befindliche Küche ausbaute und seine eigene einbaute.

Das Möbelhaus nahm die Stornierung an, verlangte aber – wie in den allgemeinen Geschäftsbedingungen vereinbart – 25 Prozent des Kaufpreises als Schadenersatz.

Der Kunde weigerte sich zu bezahlen. Die allgemeinen Geschäftsbedingungen benachteiligten ihn unangemessen und seien daher unwirksam. Er sei sich bei Vertragsabschluss nicht bewusst gewesen, dass er sich einer derartigen verbraucherfeindlichen und sittenwidrigen Knebelung unterwerfen würde. Mangels ausreichender Kenntnisse der deutschen Sprache hätte er den Inhalt des Vertrages und dessen Tragweite nicht wahrgenommen. Hätte er vom Inhalt gewusst, hätte er diesen niemals unterschrieben. Außerdem habe er sich besonders redlich verhalten, weil er bereits nach 3 Tagen storniert habe.

Das Möbelhaus verklagte den Kunden darauf hin vor dem Amtsgericht München auf Zahlung von 1700 Euro und bekam von der zuständigen Richterin Recht:

Die Vereinbarung eines pauschalierten Schadenersatzes in den allgemeinen Geschäftsbedingungen sei grundsätzlich möglich und wirksam, vorausgesetzt, dass dem Käufer – wie hier geschehen – die Möglichkeit des Nachweises eingeräumt wird, dass im Einzelfall ein geringerer Schaden entstanden sei. Diese Vereinbarung benachteilige den Kunden nicht unangemessen. Schließlich habe dieser einen Vertrag geschlossen, an den er sich grundsätzlich auch zu halten habe. Wenn nun überhaupt ein Stornierungsrecht eingeräumt werde, stelle dies bereits ein Entgegenkommen des Möbelhauses dar. Dieses hätte auch auf der Abnahme der Küche bestehen können, was dem Kunden mit Sicherheit nicht Recht gewesen wäre. Bei der Beurteilung der Gesamtumstände sei auch zu berücksichtigen, dass die Klägerin bei jedem Verkauf einer Küche auch Gewinn erzielt. Storniert der Kunde nun aus Gründen, die er zu vertreten habe, den Vertrag, sei es nur billig zur Kompensation des entgangenen Gewinns und sonstiger Unannehmlichkeiten einen pauschalierten Schadenersatz zu vereinbaren. Auch die Höhe von 25 Prozent sei vor diesem Hintergrund nicht zu beanstanden.

Die Behauptung des Kunden, dass er der deutschen Sprache nicht ausreichend mächtig sei und er bei Kenntnis der allgemeinen Geschäftsbedingungen den Vertrag nicht geschlossen hätte, sei unerheblich. Schließlich habe der Beklagte diese unterschrieben. Verstehe er sie nicht und schließe trotzdem den Vertrag, habe er sich das selbst zu zuschreiben und könne dies der Klägerin nicht entgegenhalten.

Das Urteil ist rechtskräftig.

Urteil des AG München vom 14.2.08, AZ 264 C 32516/07 (Verfasserin der Pressemitteilung: Richterin am Amtsgericht als weitere aufsichtführende Richterin Ingrid Kaps – Pressesprecherin -) Amtsgericht München Telefon: (089) 55 97 – 32 81 – Pressesprecherin – Pacellistraße 5, Telefax: (089) 55 97 – 17 00, 80315 München

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