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klau|s|ens schreibt eine reflektion für neu-60-jährige – www.klausens.com

klau|s|ens, 60 ist ja auch so ein meilenstein.

sicher, sicher: mir fiel gestern dazu eine kleine KURZPROSA ein.

wie geht die?

so: man könnte sie – theoretisch – allen überreichen, denen man zum 60sten zu gratulieren hat. (aber das tut man ja nicht, bei einem geburtstag. über tote und lebende sprechen.)

ZUM SECHZIGSTEN (UND AUCH SONST)
– NACHDENKE –

Die, die tot sind, sind schon tot.

Die, die leben, sagen, wir hätten die sein können, die tot sind.

Die Toten sagen sich, wir hätten bei denen sein können,
die jetzt (von uns) sagen, wir seien schon tot.

Vielleicht hatten und haben es die Toten ja besser als die Lebenden.

Das würden die Lebenden natürlich gerne mit letztendlicher Sicherheit wissen wollen.

Aber die schon Toten sind verdammt clever: Sie sagen nichts!

Untereinander wahrscheinlich wohl, aber zu uns nix.

Nix! Nix! Nix!

[ Die Lebenden kratzten sich noch mal kräftig am Kopf. ]

Sie warteten auf das Nichts.

Copyright Klau|s|ens in allen Schraib- und Schreibweisen, unter anderem als Klau/s/ens oder KlauTODsTODens oder KlauLEBENsLEBENens, am Freitag, 29.9.2017, in Königswinter-Oberdollendorf, gegen 19:15 Uhr MESZ und kleine Korrekturen am 30.9.2017 gegen 10:23 Uhr bis 10.36 Uhr MESZ.

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klau|s|ens hält nichts von der geradezu manischen tabu-bruch-bewegung, mohammed abbilden zu müssen – www.klausens.com

klau|s|ens, in diesen tagen wird mohammed abgebildet, fast allüberall.

das kommt schon, wenn zeitungen das titelbild von der neuen ausgabe von „charlie hebdo“ ab- bzw. nachdrucken.

viele muslime aber sind dadurch und davon aufgebracht.

ich denke, es ist eine besonderheit (nicht nur, aber besonders) dieser religion, dass man (gerade auch gott und mohammed) nicht abbildet. (abbildungsverbote kennen aber auch andere religionen: übersieh das nicht!) — erinnert sei: deshalb sind ja auch moscheen voller muster, aber ohne bilder. (eigentlich geht es um alle abbildungen, die da nicht gewünscht sind: menschen, tiere, gegenstände … nichts soll im religiösen zusammenhang abgebildet sein. denn gott ist der schöpfer, nicht der mensch. so denkt man wohl.)

ganz anders als christliche kirchen.

ja, ganz anders: es ist eine besonderheit des islam … auch wenn sie nicht im koran formuliert ist (aha!), sondern aus der religion selber entstanden ist. (aber zeitungen mit bildern und fernseher mit bildern kennt man in diesen ländern ja auch.)

soll man dieses bilderverbot durchbrechen?

im stark religiösen zusammenhang eher nein. denn wenn man von „respekt“ redet, dann gehört das zum respekt dazu, dass jeder jeck anders ist. also lassen wir ihn anders sein, sofern es nicht andere menschen einschränkt. das ist ja auch immer zu begucken.

darf ich keine karikaturen machen?

doch, über den islam ja, du wirst auch bilder und abbildungen einbringen müssen … aber du kannst versuchen, es ohne mohammed-abbilder und gottes-abbilder zu schaffen. das wäre die idee: kritisieren ja, satire ja … und doch auch noch religiöse gefühle beachten, anerkennen, respektieren.

ich erinnere mich an wilde nackttänze von pussy riot, auf dem altar einer christlich-orthodoxen kirche.

auch da gilt: muss nicht sein. zugleich: es gibt immer mal wieder ausnahmesituationen, wo etwas sein kann, was nicht unbedingt muss. (wenn man eine ordentliche rechtssprechung hat, kann man solche sachen dann über die gerichte behandeln.)

und mohammed auf der aktuellen ausgabe von „charlie hebdo“?

in diesem (dramatischen) fall nach einer dramatischen und bösartigen mordattacke kann man es verstehen … und auch anhänger des islam sollten das hier hinnehmen können. wenn ich aber jede woche das abbildungsverbot einer religion durchbreche, dauerprovozierend, dauerprovokoant, und meine: das sei dann revolutionär, dann funktioniert die gesellschaft ja auch nicht richtig.

toleranz und respekt.

eben: es gibt ja bestimmte auslegungen und ideen von blasphemie, was dann sowieso in deutschland verboten ist. paragraf 166 strafgesetzbuch: „Wer (…) den Inhalt des religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnisses anderer in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“

in frankreich?

in frankreich soll es wohl lockerer sein. also: diese dinge sind nie eindeutig. im zweifelsfall sollen gerichte urteilen.

es gibt keine totale freiheit?

nein, denn dann würde ich jeden menschen jeden tag „du arschloch“ nennen dürfen.

dann gibt es also auch in der freihesten gesellschaft etwas wie zensur?

jedes gesetz ist eine einschränkung und damit, wenn du so willst, auch eine „zensur“ unseres lebens. es gibt also nicht DIE FREIE gesellschaft, sondern immer nur eine ZIEMLICH FREIE GESELLSCHAFT.

und was möchtest du?

ich möchte, dass man die religiösen gefühle des islams respektiert … und zugleich dort kritisiert, wo es nötig und notwendig ist. das gilt natürlich dann für alle religionen. (… auch wenn ich gar kein freund von religionen bin.)

und deshalb soll man nicht manisch mohammed abbilden?

genau das. dieser tabubruch muss von den anhängern dieser religion als nichtakzeptanz eine religion verstanden werden … und schon wird neuer hass gesät … wozu? (geht es nicht etwas anders!?!?!?)

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klau|s|ens denkt in 11 punkten über den islam und die aktuelle lage nach – www.klausens.com

klau|s|ens, es gäbe so viel zu sagen und zu denken.

eben: man muss die aufgewälzten dinge dennoch ruhig betrachten, dann sachlich und besonnen diskutieren … und nachdenklich und umsichtig alles weitere auch angehen.

was fällt dir so ein?

1. man sollte nachdenken: bei vielen anhängern und gläubigen des islam scheint ein gigantischer minderwertigkeitskomplex aufgestaut worden zu sein, der sich nach dem gefühl jahrhunderterlanger unterlegenheit gegen über dem westlich-christlichen system und seiner armeen nun ins gegenteil umkehrt. bedingungslose radikalität entstand bei einigen als ausdruck von wut und ohnmacht. das wird aber alles vergessen: der gesamte kontext, die geschichte, der nahe osten, die gesamte gefühlslage, die da in jahrhunderten herangekocht ist. (und warum das geschah und geschehen konnte.)

2. man sollte von allen anhängern des islam erbitten oder auch fordern, dass eine innere diskussion im islam einsetzt, die aber auch nach außen kommuniziert wird, wie es kommen kann und konnte, dass es scheinbar und offenbar derzeit auf dem globus so viele sich auf den islam berufenden gruppen und gruppierungen gibt, von nigeria bis afghanistan, die in schlimmster radikalität und brutalität vorgehen und so ein zerrbild des islamischen glaubens verbreiten, das wiederum dem islam insgesamt schadet. an dieser diskussion des islam im islam geht kein weg vorbei.

3. man sollte alle staaten befragen, die in ländern wie irak oder syrien oder libanon oder sonstwo agieren, kriege führen, bewaffnet sind, welchen sinn und welche folgen dieses tun haben wird und haben kann. (der irak ist nachweislich nicht „besser“ oder „befriedeter“ geworden. afghanistan auch nicht. der westen macht nichts besser als der osten, wenn er mit seinen teuren waffen aufläuft und dann letztlich ebenso mordet, wie diejenigen, die wir so gern in diesen tagen kritisieren.)

4. man sollte den islam befragen, ob und inwiefern sein religionskonzept vielleicht noch mehr als bei anderen religionen (vom christentum haben wir ja den belehrungsbrutalismus auch schon zur genüge erlebt) dazu geeignet ist, begriffe wie „ausschließlichkeit“ und „rache“ und „kampf“ zu befördern und nach vorne zu stellen. jede religion muss davon wegkommen, von „einzig“ und „einzigste“ zu sprechen. jede religion sollte den zutritt und den abtritt vom glauben erlauben, ohne dass dieses irgendwelche folgen für den einzelnen haben wird.

5. man sollte klar sagen: die multikulturelle gesellschaft ist kein paradies, sondern etwas ganz schwieriges und ganz komplexes. sobald unterschiedliche gruppeirungen und religionen beieinander leben und aufeinandertreffen, ist dauernd die gefahr gegeben, dass sich alles in „gegenseitige bekriegungen“ umwandeln lässt, gerne auch von gewissenlosen führern. insofern sind alle ängste vor solchen multikulturellen überforderungen zu verstehen und zu diskutieren. das gebot der meinungsfreiheit einer demokratie sieht das ausdrücklich für alle vor … und insofern können das auch vielfältigste gruppen (stichwort: PEGIDA-demonstrierende) für sich in anspruch nehmen, derart äußerungen zu treffen und ängste zu äußern. solange nicht rassismus und hass propagiert werden, müssen viele fragen und nachfragen erlaubt sein. von eher rechtsorientierten und auch von eher linksorientierten menschen … und von allen menschen aus der mitte der gesellschaft natürlich auch.

6. wer menschen zu gruppen verdichtet, die nach nationen und religionen „geordnet“ chaotisch in ghettos, vororte und banlieues abgeschoben werden, der darf sich über nichts und gar nichts beklagen, was nachher dann dort herangebrütet wird und sich im hass des abgeschobenseins dann wiederum gegen diese mehrheitsgesellschaft (der scheinbar erfolgreichen) wendet. es ist naiv, immer dieses und jenes als ideal heraufzuphantasieren, zugleich aber dauernd verhältnisse zu schaffen, die all dem realiter total zuwiderlaufen. das ist doppelt- und dreifachmoral und am ende zu gar nichts nütze. wenn man sich nicht mit den wohn-, arbeits- und lebensverhältnissen (und dauerhaften problemen) der multikulturellen gesellschaft ernsthaft befasst, kann man sich auch nicht darüber beklagen, wie verwahrlost und gewalttätig viele verlorene menschen dann aus dieser in diese gesellschaft zurückagieren. (bis hin zu gemeinsten überfällen und attentaten.)

7. es wird kein weg dran vorbeigehen, dass man die lage des palästinensischen volkes existentiell verbessert, diesem einen eigenen staat gibt, der leben kann und wirtschaftlich erfolgreich werden möge, und israel sich mehr und mehr (unter der garantie einer friedlichen und gesicherten existenz) abrüstet. leider liegt auch in dieser frage der religiöse untrrschied wie eine bleijacke über dem gesamten konflikt, sodass sich das religiöse auch dauernd in gewalt entlädt und entladen muss. zugleich wirkt dieser konflikt in die gesamte welt hinein und beinflusst auch terroristische minderheiten.

8. alle religiösen führer (egal ob weltweit, landesweit, regional, lokal agierend) sollten auf dem gesamten erdball dazu gezwungen werden, sich von jeglicher gewalt und von jeglichem „alleinstellungsanspruch“ ihrer religion bezogen auf einen oder auch die götter zu verabschieden … und sie sollten gezwungen werden, jene kleingruppen und guerillatruppen zu ächten, die nicht gewillt sind, sich solchen gedanken von „friedlicher koexistenz“ aller religionen zu beugen.

9. die idee der missionierung, selbst wenn diese expressiv verbis nicht formuliert werden sollte … schon die idee … sollte für jede religion abgeschafft werden. auch etwas wie „missionswerke“ und „missionaree“ sollte es nicht mehr geben. in keiner religion, selbst wenn diese das wort als solches gar nicht kannte und benutzte.

10. wir brauchen den gr0ßen dialog aller religionen … und noch mehr aktionen wie die heute geplanten mahnwachen, wo sich demonstrativ muslimische verbände und vereinigungen öffentlich von jeglicher gewalt und von den jüngst geschehenen anschlägen in paris distanzieren. in dieser hinsicht sollte man die sprecher (auch sprecherinnen?) aller muslime noch viel mehr zu solchen statements drängen. schweigen hilft auf allen seiten nicht weiter, hetzen aber auch nicht. nur dialog, und eben auch viel an öffentlichem dialog. aber gesagt sei auch: ein paardies auf erden wird nie und nimmer kommen, weder mit viel einwanderung … noch ohne viel einwanderung.

11. männer und frauen sind gleich. per recht. per status. auch daran darf niemand rütteln. keine religion hat das recht, die rechte der frauen mit verweis auf welche religiösen schriften auch immer zu begrenzen oder diese zu unterdrücken.

klau|sens, das ist schon viel stoff.

ich könnte noch etwas mehr und länger schreiben. aber diese gedanken hier sind schon schwer genug — auch nur in kleinsten prozentanteilen — umzusetzen. der islam dominiert in der wahrnehmung im westen derzeit alles. man müsste in andere länder der welt sich begegeben, ob es da auch so ist. in sri lanka? in südafrika? in mexiko? und sonstwo …?  auch vom buddhismus weiß man ja, dass es radikale kräfte gibt, auch von den hindus.klausens-foto-rahmen-collage-mit-2-mal-je-suis-charlie-auf-arte-k-werk-13-1-2015-

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