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Zur erschreckenden Pressekonferenz (25.7.2010) zum Desaster der Loveparade (24.7.2010) äußert sich KLAUSENS

klau|s|ens, keiner hat schuld. keiner weiß es oder etwas. niemand kann etwas sagen. alles ist nicht klar. – aber das sicherheitskonzept war gut. so guuuuuuuuuuuuuut!

unglaublich! – wenn man sieht, welche leute für uns bisweilen „verantwortlich“ sind, dann fasst man sich an den kopf.

sie haben nichts gesagt.

aber sie haben gesagt: wir wollen jetzt zum ende kommen. nach gut einer stunde wollten sie zum ende der PK kommen … und haben es auch fast in 60 minuten geschafft.

aber sie haben nichts gesagt.

sie haben die fragen der journalisten in der masse umschifft. oder sie haben geschwiegen. eine verhöhnung der medien und ihrer aufgabe in der bundesrepublik.

man wusste eigentlich nur, dass man nichts wusste.

ich denke, dass jeder versucht, KEINE verantwortung zu übernehmen. typisch mensch! also verweist man auf „die untersuchungen“ und hält sich fein raus.

aber es saßen dort die veranstalter!

das stimmt: es saßen dort … von links nach rechts: RABE, VON SCHMELING, SCHALLER, SAUERLAND.

1. REDNER Oberbürgermeister der Stadt Duisburg, Adolf Sauerland

2. REDNER Rainer Schaller, Organisator der Loveparade

3. REDNER Sicherheitsdezernent Stadt Duisburg, Wolfgang Rabe

4. REDNER Kommissarischer Polizeipräsident der Stadt Duisburg, Detlef von Schmeling

… anwesend auch noch, u.a. chef der bundespolizei sankt augustin oder der pressesprecher der LOVEPARADE.

das wort „redner“ passt nicht, für die, die da vorne saßen. sie haben nichts gesagt, eigentlich nichts.

dieser organisator rainer schaller hat seine bestürzung vom blatt abgelesen.

aber die da saßen, die haben verantwortung! VERANTWORTUNG !!!

eben. einer oder zwei oder alle vier haben verantwortung, dass man hunderttausende von menschen wie vieh in den untergang getrieben hat. und dass es zu 19 toten und zu mehreren hundert verletzten kam.

der tunnel (und die massen) kam/kamen von links und kam/kamen von rechts.

und in der mitte öffnete sich der tunnel zu der „rampe“, wo es dann nach oben ging. auf das gelände. ein T-stück würden monteure sagen: tunnel und rampe sind wie ein T-stück. wie in einem horrorfilm.

schreckliches wort: rampe.

ich weiß, aber nun sprechen alle von der rampe. die rampe ist in der deutschen geschichte sowieso ein grausliches wort, vorbelastet und voller schrecken.

niemand wollte etwas sagen.

es stimmt, aber es ist auch gut, wie andere quellen immer wichtiger werden … als die oder eine pressekonferenz.

du meinst „die öffentlichkeit von unten“.

aber ja. all die videos, die im internet zu sehen sind, und die dann auch von den großen medien aufgegriffen und gesendet werden … die sagen mehr als jede pressekonferenz. die entlarven die hohlen worte der vier mitverantwortlichen oder hauptverantwortlichen von gestern.

hinzu kommen andere einträge und bemerkungen und ansichten. twitter. facebook. blogs. etc.

allein schon diese stimme, die jetzt überall zitiert wird, wo einer VOR der parade schon sagte, über 1 million leute durch einen zugang auf diesen platz. das könne doch nicht gutgehen. (aber wer glaubt schon einem menschen aus dem volk? wenn der irgendetwas mit gesundem menschenverstand sagt? in einer ecke des internets? in einem forum? irgendwo?)

die öffentlichkeit der massen ist meiner meinung nach aber dennoch höherrangig als die öffentlichkeit der veranstalter.

so ist es ja oft: die macher mauern, und sie müssen überführt werden. früher war dazu die presse da. heute sind dazu die gesamten medien da, aber eben auch die statements aus den reihen der „einfachen“ menschen, die 1000-fach durch die viuelfalt der medien und der medienmöglichkeiten des internets durcheinandergewirbelt werden, wieder in die „großen“ medien zurückkommen („floaten“ ???) – und so hat man einen unendlichen strom von meinungen und wissen. YOU TUBE und SEVENLOAD und MYVIDEO und CLIPFISH und wie sie alle heißen …. sind auch elemente einer aufklärerischen demokratie.

aber das muss doch sortiert werden.

es stimmt: vielfach ist niemand dazu in der lage. die großen medien können einem nicht einmal ein ordentliches schaubild bringen, wo man den tunnel erkennt, der sich in der mitte hin zu dieser rampe öffnet. auch das ist betrüblich.

aber fast nichts (von den opfern jetzt weggedacht) ist betrüblicher als diese unerträgliche pressekonferenz.

allein von der körpersprache her müsste nach dieser pressekonferenz der OB von duisburg, adolf sauerland, sofort zurücktreten. es war desaströs. es war frech. solche menschen brauchen wir nicht … auch nicht als oberhaupt einer deutschen großstadt. das sind keine führungspersönlichkeiten. wer sich so auf einer pressekonferenz gibt, der …

und welche verhöhnung der opfer.

genau. wenn die verantwortlichen noch nicht einmal nachdenklichkeit zeigen, wenn diese sich nur verschanzen, wenn diese nichts aber auch gar nichts eingestehen, verstehen, verstehen wollen, wenn diese dann noch von einem „stichhaltigen sicherheitskonzept“ sprechen. wenn diese die pressekonferenz auf 1 stunde terminieren (wegen den sitzungen des stabes, wie es hieß! schöne schutzbehauptung!) und wenn der presse nach der pressekonferenz keinerlei einzelinterviews zugestanden werden, dann ist das doch wohl …

19 tote. die verantwortlichen sollen allesamt zur rechenschaft gezogen werden, zum rücktritt gezwungen werden … und sie sollen all das eingestehen. das scheitern muss punkt für punkt aufgeklärt werden.

bei BP kauft man gerade den vorstandschef raus. aus dem scheitern. 14 millionen oder so extra soll er bekommen. fürs scheitern. fürs rausgehen.

ich weiß: die verantwortlichen werden noch belohnt, mit geld, damit sie gehen. so wird es in duisburg hoffentlich nicht sein müssen. das fiasko von duisburg ist traumatisch für alle großveranstaltungen, die es jemals noch geben wird.

dein seriello?

von der traurigen und kaum glaublichen pressekonferenz? http://www.klausens.com/seriello-pressekonferenz-loveparade.htm

fotos können so viel sagen und zeigen. bisweilen sagen die gesichter die wahrheit, die die münder verschweigen.

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Zum Tod im Schrecken der Rekorde von Massen in Duisburg (Loveparade) und anderswo schreibt KLAUSENS

klau|s|ens, viel zu viele menschen!

unter 1 million geht gar nichts mehr.

das ist doch schrecklich.

19 tote (bislang) – das ist ganz furchtbar schrecklich: ja.

aber wieso hat denn keiner …?

sie haben (bis zu) eine millionen menschen auf einen platz gepfercht oder pferchen wollen, der ringsum zu war. das konnte nicht gut gehen. oder sie dachten: so viele werden es schon nicht. das konnte erst recht nicht gut gehen.

aber die hatten ein team samt professor in der vorbereitung.

das team hat versagt, und der professor für panikforschung auch.

wieso nur?

du kannst menschen nicht immer kontrollieren: je größer die masse, desto schwerer das kontrollieren. sie brauchen gassen und lücken, sie brauchen platz und luft und licht, sie wollen weg, sie wollen raus – sobald man das vergisst, vergisst man alles.

der platz war voll.

dann haben sie ihn zugemacht. das war richtig.

so machen sie es auch immer in berlin.

ach ja: berlin. das große vorbild. da müssen immer 1 million silvester feiern, ums brandenburger tor. berlin! berlin! massen! millionen! dicht an dicht! chaos! risiko! enge! angst! bescheuerte welt!

irgendwo müssen die millionen doch herkommen.

soll die ganze welt „berlin“ spielen? wirklich? es ist leider so: die massen sehnen sich nach massen.

in der masse kann ich wegtauchen. ich werde ein „ohne-ich“. das ist angenehm.

ja, ja, das „ohne-ich“. ein neues wort von dir. – aber die masse kennt kein pardon.

wenn die masse sich einmal wie eine viehherde in bewegung setzt, dann …

aber so war es nicht.

was?

gestern, in duisburg. es war anders.

wie denn?

der tunnel war voll, ja, ja, aber da waren menschen, die wollten anders aufs gelände. das ging nur über, also durch den tunnel … oder …

eben: das gelände war voll, und nun hieß es: es kommt keiner mehr rein.

nix loveparade?

für viele wohl nicht. die sind aber extra deshalb angereist.

und dann?

dann wollen sie dennoch rein … „kluge“ denken: ich steige über die zäune, gehe über die brücke, die den tunnel erst zum tunnel macht, klettere also auf das gelände, und dann bin ich da. die klettern dann wild enge treppen hoch, oder leitern, oder direkt an der wand, um nach oben zu kommen, auf den tunnel drauf … und stürzen ab. wummmmsss. die panik ist da. im tunnel, am tunnel, vor dem tunnel. egal: nichts geht mehr. leichen liegen auf einmal da.

und die menschen sind oft so dumm „klug“. die „klugheit“ paart sich mit dem besoffensein. ich habe die loveparade 2007 in essen erlebt.

und?

es war grauenvoll so viele total betrunkene und vor allem sehr junge betrunkene menschen zu sehen. das war nix von „love“ und „peace“. da war nur alkohol und sich vergessen. dazu urin, kot, kotze, alle fiesigkeit des überfüllten lebens.

und so war es auch in duisburg?

was ich im fernsehen sah, waren unendlich viele betrunkene jugendliche. gewiss.

und die wollten nun aufs gelände.

sie sind betrunken … und fangen an zu klettern. sie überwinden diese aufgestellten zäune, die man auch von baustellen kennt.

das war doch klar. keiner will draußen bleiben. wofür ist man denn angereist?

ja, wenn man etwas nachdenkt, dann weiß man: das war doch klar. ab einer bestimmten masse ist alles klar.

da sind doch solche zäune kein halten.

eben: aber sie (die macher) waren sich ja sicher, sie würden alles beherrschen.

wie naiv!

wie fatal! – in bochum haben sie es abgesagt, letztes jahr, 2009. der wichtigste grund war: wir können die massen nicht händeln. es werden zu viele sein, und bochum ist zu klein. allein schon der bahnhof. kluge leute in bochum! saukluge leute! die in bochum verdienten einen preis für besonnenheit!

aber in duisburg sah man das anders. ruhm !!! immer wieder: ruhm in aller welt !!! bilder über duisburg in aller welt !!!

sicher: kulturhauptstadt ruhr 2010, dann in duisburg die loveparade: die beste werbung der welt.

und nun?

nun ist das ganze „konzept“ im massentod zusammengebrochen. wie kann man menschen auf einem umzäunten gelände einpferchen? gleise, autobahn, zäune, straße: nirgendwo ist space. wer denkt sich so etwas aus? zehntausend vielleicht, auch 50000 wie bei einem fußballspiel, aber doch nicht 1 million oder 1,2 millionen oder 1,4 millionen menschen.

die waren ja nicht alle auf dem platz am güterbahnhof in duisburg, der unweit vom hauptbahnhof ist.

ist doch egal: die wollten dahin, die wollten darauf …. und dann kamen sie nicht weiter, und dann muss nur etwas passieren und alles stockt. und bald hast du panik, so oder so.

es waren diese menschen, die da hoch geklettert sind.

es ist egal, wer es war. es wird bei alkohol und so vielen menschen immer vorfälle geben. jedes sicherheitskonzept muss alle solchen vorfälle mitdenken. ich betone: ALLE!

haben sie aber nicht.

eben! sie haben überlegt, was passiert, wenn/falls eine bombe explodiert, in diesem tunnel, aber sie haben nicht überlegt, was passiert, wenn die menschen wild über die zäune steigen und dann auf die tunneldecken/-dächer selber …. und damit dann auf das gelände der loveparade klettern werden.

was denkst du?

schrecklich. sie sollen aufhören mit diesen massen, diesen millionen. wir brauchen keine massen, wir brauchen keine millionen: die kann man gar nicht wegbekommen, von diesen events, und das hinbekommen ist auch ein unding.

aber sie suchen die massen. die massen suchen auch massen. alle welt sucht massen. die medien suchen massen.

eben: je mehr massen, desto mehr medienhype, das ist wohl die erwägung. eine erwägung des untergangs. der WDR war gestern LIVE drauf, wegen der massen. toll!!! ich will keine massen mehr! ich hasse die massen.

die massen brauchen sich selber, um sich als menschen zu spüren.

anders: die massen brauchen sich, um ihr menschsein in der massenhaftigkeit zu vergessen.

dein kunstwerk? zu diesem schrecken?

es heißt: „duisburg 24.7.2010 tunnel und menschen und schrecken“ und stammt von heute, 25.7.2010. man will verarbeiten, was nicht zu verarbeiten ist. schon ja nicht für die angehörigen und freunde der opfer. auf der homepage der loveparade lese ich soeben:

„Unser Anliegen, ein fröhliches Miteinander von Menschen durchzuführen, ist von den tragischen Unglücksfällen am 24.Juli 2010 überschattet worden. Daher beenden wir den Livestream zur Loveparade. Unser aufrichtiges Beileid gilt allen Angehörigen und unsere Gedanken sind bei denjenigen, die derzeit noch versorgt werden müssen.

Die Stadt Duisburg hat eine Hotline eingerichtet, unter der sich besorgte Angehörige informieren können: 0203-94000.

Our wish to arrange a happy togetherness was overshadowed by the tragic accidents on 24th July 2010. Therefore we are ending the live stream of the Loveparade. Our sincere condolences to all the relatives and our thoughts are with all of those who are currently being taken care of.

The city of Duisburg has set up a hotline at which concerned relatives can get further information: ++49 – (0) 203-94000.“

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