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Zur Auswahl bei der Klavier-Beethoven-Competition Bonn äußert sich KLAUSENS

klau|s|ens, war dir noch etwas aufgefallen, bei dieser beethoven competition in bonn, wo sie die besten nachwuchspianisten und -pianistinnen suchen?

ja, sicher: jeder ist anders.

ach, wie neu!

nein, es ist schon ein unterschied, ob eine frau mit blanken, nackten armen spielt oder ein mann, wo man denkt, dass dessen manschette oder der ärmel vom sakko gleich die tasten streift.

ist das so?

sicher, sicher … man denkt es.  zudem, wenn diese anzüge nicht von einem maßschneider stammen, und deshalb nicht immer optimal sitzen, dann …

so etwas beobachtet man bei einem klavierwettbewerb?

das sind alles elemente die dazugehören.

was denn noch?

das einstellen der richtigen sitzposition. das hat es schon kabarettisten gegeben, die mit diesem element spielen.

was ist das element?

jeder mensch sitzt anders und ist anders groß.

und dann?

dann müssen die sich den stuhl so hochdrehen oder runterdrehen bzw. die kleine bank, bis alles passt.

und das findest du interessant?

aber ja: es sind doch nachwuchspianisten. und dann ist die frage: wie schnell machen sie das? wie hektisch? wie wirkt das auf mich?

alles so etwas beobachtest du bei einem klavierwettbewerb?

sicher, sicher: die augen beobachten doch immer mit.

aber es zählt am ende nur die musik!

ich hoffe. ich hatte den eindruck, dass die 9-köpfige jury (1 frau, 8 männer) gar nicht immer den pianisten oder die pianistin sehen kann. also die hände, wie sie spielen.

wirklich?

ja, es scheint, als ob ein teil beobachten könnte, wie die finger sich auf den tasten bewegen, aber ein anderer teil nicht.

wie kommt das?

es hängt immer davon ab, wie du als zuschauer zu dem klavier sitzt.

und wie sitzen die?

die sitzen von vorne, zu neunt, das klavier aber steht ja immer seitlich, mit etwas von einer schräge, und so kann ein teil der jury die finger beobachten, ein anderer nicht.

vielleicht ist das für die gar nicht wichtig?!

das habe ich ich mir auch schon überlegt, obwohl auch da viel zu viele unterschiede zu sehen sind. die finger sind anders lang, und sie stolzieren so anders über die tasten.

manche steil?

manche steil von oben, andere eher flach, manche eher hart und intensiv, manche eher weich und langatmig. und dann wie die finger also solche wirken: dicklich oder zart. oder mehr wie ein stumpf, ganz kurz, oder mehr wie ein federnkiel. und dann die ganze art, diese finger zu bewegen. also: da gibt es große unterschiede.

und?

ich habe nun einen vorschlag.

welcher wäre das?

ich schlage vor, dass man einen wettbewerb macht, wo es nur um die ästhetik des spielens geht.

wie stellst du dir das vor?

die pianisten sitzen in einem extra raum, und der zuschauer sieht über eine riesige beamleinwand die klaviatur von oben, die klaviatur von der seite und die klaviatur schräg von hinten.

und dann?

dann kommt die musik wohl über die boxen. aus dem nachbarraum. – oder die musik kommt live, aber das klavier ist verhängt, damit man nicht die personen sieht, die klavier spielen. – das wäre meine idee.

und nun?

nun sehen die zuschauer nicht das gesicht und nicht den körper, wenn ich die kamera da richtig einjustiere. sie sehen nur die finger und die klaviatur.

aber sie werden doch erkennen, ob es sich oder mann oder frau handelt?

das lässt sich nicht vermeiden. aber man könnte dann dennoch hingehen, un nur die ästhetik der finger bewerten, nichts anderes als dieses optische bild.

das wäre dann ein ganz eigener wettbewerb.

genau: es wäre eine neuerung, aber auch eine neue komponente des klavierspielens, denn hier wird etwas ganz anderes beurteilt.

du behauptest also, dass diese ästhetik des spielens und das ergebnis etwas miteinander zu tun haben?

das wäre gerade die frage: der laie denkt das, aber vielleicht denkt der laie da ganz falsch. ich würde es gerne wissen wollen.

tolle ideen hast du, klau|s|ens.

aber, zweitklausens, wir sind doch immer eine person. wir haben unsere ideen doch immer zusammen.

ach so!

siehste. auch unsere gedichte sind immer von uns zusammen: http://www.klausens.com/international-telekom-beethoven-competition-bonn.htm

und wer spielte aus bonn?

da war tatsächlich eine künstlerin: die großartige camilla köhnken.

und?

sie kam leider nicht weiter. aber bei 29 kamen ja nur 12 weiter. da darf man nicht traurig sein. – außerdem gibt es ja noch weitere wettbewerbe.

waren die denn traurig?

nein, waren die eher nicht. genauer: sie zeigten es nicht.

wie war das denn?

also: die 29 kamen dann rein, am sonntag gegen 21.00 uhr etwa, und setzen sich vorne links auf die zuschauerplätze.

und dann?

dann hat der sehr nette vorsitzende (präsident) der jury, der herr pavel gililov, einfach die namen vorgelesen, die es geschafft haben.

er hat also 12 namen vorgelesen?

ja, alphabetisch. er fing mit abramski an, der hatte es geschafft. ron abramski.

und die es nicht geschafft hatten?

die wurden nicht vorgelesen. die wurden gedanklich übersprungen.

und dann?

dann hörte man nichts.

wie?

es war nicht wie bei dieter bohlen und RTL. nein, ich hörte keinen jubel, keine verzweiflung. alle wirkten sehr gefasst. das war schon seltsam.

so sind die regeln der klassik, man ist immer gefasst und höflich … bis aufs blut.

vielleicht, aber mir ist es jedenfalls haftengeblieben. nachher, als sie aufstehen durften, da haben sich manche eher verhalten noch umarmt oder auf die schulter gekopft, oder so. aber man merkte nicht wirklich, wer es geschafft hatte … und wer es nicht geschafft hatte.

und wer hat es geschafft?

also: zu den letzten 12 gehören: rona-baramski hinrich-alpers jordi-bitlloch georgy-gromov andreas-hering ho-jeong-lee esther-park pavel-raykerus ishay shaer mimi-jue-wang jingge-yan einav-yarden.

aha – und wer gewinnt?

das klavier-piano! ist doch klar! … und unsere kunstfotomontagen.

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