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Angesichts von 20 Toten in Duisburg das Scheitern des vermeintlichen deutschen Perfektionismus sieht KLAUSENS

klau|s|ens, man hat fast den eindruck, es sei alles gesagt, es würde alles gesagt, im kern seien die dinge klar.

das sehe ich auch so. zu viele menschen, zu wenig platz, nur ein zugang, undurchdachte sicherheitskonzepte, ein total unglaubwürdiger panikforscher namens schreckenberg … und ein oberbürgermeister, der schon 10 x abgetreten sein müsste.

alles andere sind details, aber die wahrheit hat sich durch den volksjournalismus schon aufgetan. irgendwie weiß man, das vieles nicht stimmte. man kennt eigentlich die gründe für die schrecklichen tode.

wie peinlich, dass diese 4 männer der pressekonferenz vom sonntag, dieser überaus kläglichen und schlimmen pressekonferenz, immer noch keine verantwortung übernehmen.

zuallererst herr rainer schaller, der veranstalter, und der oberbürgermeister von duisburg, herr adolf sauerland.

schaller kann nicht „zurücktreten“, da er ein privater investor ist, u.a. macher bei McFIT. sauerland aber kann von einem politischen posten zurücktreten. das hätte auch schon an jenem sonntag um 12.00 uhr passieren müssen. es ist mehr als überfällig, heute 1000 mal überfällig.

was gibt es weiter zu sagen?

wir lernen wieder, wie menschen und ämter und politik funktionieren.

ganz schlimm ist auch dieses sache, wie ein CDU-bundestagsabgeordneter den früheren polizeichef von duisburg zum rücktritt bringen wollte, weil der schon ohne konkrete planung vor einer solchen veranstaltung in duisburg warnte. weil der damals schon prinzipielle bedenken hinsichtlich einer loveparade in duisburg hatte.

der grauslichen dinge sind viele. man kann nun dieses und jenes studieren. und hören. und erfahren. aber man darf nicht vergessen: wir haben 20 tote. mittlerweile 20. – unglücke und unglücke sind nicht das gleiche. 20 tote ist eine außerordentliche und besonders unfassliche dimension.

die deutschen können nie mehr durch die welt fahren und auf andere mit fingern zeigen. von wegen: die können nicht organisieren.

nein, das können sie, die deutschen, nämlich selber auch nicht. sie können nicht mehr klagen, dass die flugzeuge aus land A unsicher sind und die busse aus land B immer überfüllt. sie können nicht beim grillen reiseberichte über „unfassbare zustände“ in anderen ländern erzählen ..

… weil diese zustände auch bei uns herrschen.

und wir deutschen gelten als perfektionisten. wir haben dennoch oder deshalb versagt.

trotz oder wegen dieses perfektionismus sind wir in duisburg gescheitert.

es gab konzepte und genehmigungen und pläne … und dennoch … oder deshalb: wir haben die massen nicht im griff.

das deutsche „ordnungstun“ hat versagt … oder es ist nur fiktion.

man kann auch sooooooo ordentlich sein, dass man alle menschen ordentlich über EINE rampe (ja, auch in duisburg gab es die rampe!) ins verderben schickt. (das erinnert uns an adolf eichmann. die „ordnung“ in der organisation des schreckens.)

bei der loveparade in duisburg war der schrecken vorprogrammiert, weil der ablauf jedem vernünftig denkenden glasklar war.

ich denke, die haben immer gedacht: bei der loveparade war man immer so friedlich. das regelt sich dann von allein. das sind die hippietugenden: da regelt es sich von allein.

naiv! dann hat man also in der gedachten ordnung das chaos der „liebe“ als faktor dabei gehabt.

sie haben die zahlen kleingerechnet, kleinrechnen wollen, weil sie dachten: wir wollen das ding schaukeln. sie haben sich selber die dinge verniedlicht. die größe des platzes, die zahl der kommenden. alles verniedlicht.

der rainer schaller hat nachmittags dem thomas bug vom WDR noch so seltsame sätze im fernsehen gesagt: man würde die „floats“ (diese LKWs) nun schön rumfahren lassen, auf dem gelände, dann würde sich die masse auch schön verteilen.

was sind das für „planer“?! und zeitgleich passierte die panik und der horror des todes, weil die menschen nicht mehr weiterkamen und (irgendwie) wege nach oben und aus dem gedränge suchten, um der hölle zu entkommen … und auch, um noch auf das gelände zu gelangen. hauptsache: raus da.

es war das scheitern jeder idee, man könne alles planen und  organisieren. man müsse „das deutsche“ nur machen lassen. deutsche bekämen alles hin.

es gibt keine perfektion, auch nicht in den „industrialisierten“ ländern. vielleicht sollten wir alle in saudiarabien in die fortbildung gehen und lernen, wie die den pilgerzug in mekka abwickeln.

die hatten auch schon ihre todesopfer. die haben aus den opfern dann gelernt.

man muss immer aus den opfern lernen.

und wenn man dann gelernt hat, oder die veranstalter, dann passiert ein neues und anderes unglück …

… wo man auch alles „vorbedacht“ hatte und sich nachher rausstellt, dass vieles nicht so war, wie es hätte sein sollen.

OB sauerland muss gehen.

rainer schaller soll sich öffentlich schämen und ein scheitern total eingestehen. (er schiebt ja derzeit die schuld auf die polzei.)

und dieser sich ständig selbst „freiredende“ professor schreckenberg sollte einige zeit vollständig aus dem öffentlichen und wissenschaftlichen leben in seiner studierbude verschwinden.

… und in sich gehen. (was der alles nun an halbwahrfalschheiten nun erzählt! wie der sich rausschlawinern will! … und: woher der den namen nur hat?!)

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Zur erschreckenden Pressekonferenz (25.7.2010) zum Desaster der Loveparade (24.7.2010) äußert sich KLAUSENS

klau|s|ens, keiner hat schuld. keiner weiß es oder etwas. niemand kann etwas sagen. alles ist nicht klar. – aber das sicherheitskonzept war gut. so guuuuuuuuuuuuuut!

unglaublich! – wenn man sieht, welche leute für uns bisweilen „verantwortlich“ sind, dann fasst man sich an den kopf.

sie haben nichts gesagt.

aber sie haben gesagt: wir wollen jetzt zum ende kommen. nach gut einer stunde wollten sie zum ende der PK kommen … und haben es auch fast in 60 minuten geschafft.

aber sie haben nichts gesagt.

sie haben die fragen der journalisten in der masse umschifft. oder sie haben geschwiegen. eine verhöhnung der medien und ihrer aufgabe in der bundesrepublik.

man wusste eigentlich nur, dass man nichts wusste.

ich denke, dass jeder versucht, KEINE verantwortung zu übernehmen. typisch mensch! also verweist man auf „die untersuchungen“ und hält sich fein raus.

aber es saßen dort die veranstalter!

das stimmt: es saßen dort … von links nach rechts: RABE, VON SCHMELING, SCHALLER, SAUERLAND.

1. REDNER Oberbürgermeister der Stadt Duisburg, Adolf Sauerland

2. REDNER Rainer Schaller, Organisator der Loveparade

3. REDNER Sicherheitsdezernent Stadt Duisburg, Wolfgang Rabe

4. REDNER Kommissarischer Polizeipräsident der Stadt Duisburg, Detlef von Schmeling

… anwesend auch noch, u.a. chef der bundespolizei sankt augustin oder der pressesprecher der LOVEPARADE.

das wort „redner“ passt nicht, für die, die da vorne saßen. sie haben nichts gesagt, eigentlich nichts.

dieser organisator rainer schaller hat seine bestürzung vom blatt abgelesen.

aber die da saßen, die haben verantwortung! VERANTWORTUNG !!!

eben. einer oder zwei oder alle vier haben verantwortung, dass man hunderttausende von menschen wie vieh in den untergang getrieben hat. und dass es zu 19 toten und zu mehreren hundert verletzten kam.

der tunnel (und die massen) kam/kamen von links und kam/kamen von rechts.

und in der mitte öffnete sich der tunnel zu der „rampe“, wo es dann nach oben ging. auf das gelände. ein T-stück würden monteure sagen: tunnel und rampe sind wie ein T-stück. wie in einem horrorfilm.

schreckliches wort: rampe.

ich weiß, aber nun sprechen alle von der rampe. die rampe ist in der deutschen geschichte sowieso ein grausliches wort, vorbelastet und voller schrecken.

niemand wollte etwas sagen.

es stimmt, aber es ist auch gut, wie andere quellen immer wichtiger werden … als die oder eine pressekonferenz.

du meinst „die öffentlichkeit von unten“.

aber ja. all die videos, die im internet zu sehen sind, und die dann auch von den großen medien aufgegriffen und gesendet werden … die sagen mehr als jede pressekonferenz. die entlarven die hohlen worte der vier mitverantwortlichen oder hauptverantwortlichen von gestern.

hinzu kommen andere einträge und bemerkungen und ansichten. twitter. facebook. blogs. etc.

allein schon diese stimme, die jetzt überall zitiert wird, wo einer VOR der parade schon sagte, über 1 million leute durch einen zugang auf diesen platz. das könne doch nicht gutgehen. (aber wer glaubt schon einem menschen aus dem volk? wenn der irgendetwas mit gesundem menschenverstand sagt? in einer ecke des internets? in einem forum? irgendwo?)

die öffentlichkeit der massen ist meiner meinung nach aber dennoch höherrangig als die öffentlichkeit der veranstalter.

so ist es ja oft: die macher mauern, und sie müssen überführt werden. früher war dazu die presse da. heute sind dazu die gesamten medien da, aber eben auch die statements aus den reihen der „einfachen“ menschen, die 1000-fach durch die viuelfalt der medien und der medienmöglichkeiten des internets durcheinandergewirbelt werden, wieder in die „großen“ medien zurückkommen („floaten“ ???) – und so hat man einen unendlichen strom von meinungen und wissen. YOU TUBE und SEVENLOAD und MYVIDEO und CLIPFISH und wie sie alle heißen …. sind auch elemente einer aufklärerischen demokratie.

aber das muss doch sortiert werden.

es stimmt: vielfach ist niemand dazu in der lage. die großen medien können einem nicht einmal ein ordentliches schaubild bringen, wo man den tunnel erkennt, der sich in der mitte hin zu dieser rampe öffnet. auch das ist betrüblich.

aber fast nichts (von den opfern jetzt weggedacht) ist betrüblicher als diese unerträgliche pressekonferenz.

allein von der körpersprache her müsste nach dieser pressekonferenz der OB von duisburg, adolf sauerland, sofort zurücktreten. es war desaströs. es war frech. solche menschen brauchen wir nicht … auch nicht als oberhaupt einer deutschen großstadt. das sind keine führungspersönlichkeiten. wer sich so auf einer pressekonferenz gibt, der …

und welche verhöhnung der opfer.

genau. wenn die verantwortlichen noch nicht einmal nachdenklichkeit zeigen, wenn diese sich nur verschanzen, wenn diese nichts aber auch gar nichts eingestehen, verstehen, verstehen wollen, wenn diese dann noch von einem „stichhaltigen sicherheitskonzept“ sprechen. wenn diese die pressekonferenz auf 1 stunde terminieren (wegen den sitzungen des stabes, wie es hieß! schöne schutzbehauptung!) und wenn der presse nach der pressekonferenz keinerlei einzelinterviews zugestanden werden, dann ist das doch wohl …

19 tote. die verantwortlichen sollen allesamt zur rechenschaft gezogen werden, zum rücktritt gezwungen werden … und sie sollen all das eingestehen. das scheitern muss punkt für punkt aufgeklärt werden.

bei BP kauft man gerade den vorstandschef raus. aus dem scheitern. 14 millionen oder so extra soll er bekommen. fürs scheitern. fürs rausgehen.

ich weiß: die verantwortlichen werden noch belohnt, mit geld, damit sie gehen. so wird es in duisburg hoffentlich nicht sein müssen. das fiasko von duisburg ist traumatisch für alle großveranstaltungen, die es jemals noch geben wird.

dein seriello?

von der traurigen und kaum glaublichen pressekonferenz? http://www.klausens.com/seriello-pressekonferenz-loveparade.htm

fotos können so viel sagen und zeigen. bisweilen sagen die gesichter die wahrheit, die die münder verschweigen.

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Über Oskar Lafontaine nach seinem Rücktritt sinniert KLAUSENS

du, klau|s|ens, er tritt zurück.

oskar? lafontaine?

ja, ja, der!

jammer aber auch: so ein kluger kopf!

klugheit ist nicht alles!

ich weiß, man muss auch geliebt werden. das hat er nur partiell geschafft.

schröder, der ihn so widerwärtig geheimdienstmäßig abservierte (weshalb lafontaine dann die SPD und alles verließ), wurde mehr geliebt als lafontaine, der das opfer war.

lafontaine war aber meist ebenfalls täter, auch im schröderschen sinne. politik ist keine friedensfreude und keine pure liebesfreude.

woran denkst du?

unzählige fälle. u.a. dieser scharping, bei dem wir aber alle froh waren, dass er gehen musste, weil oskar ihn gekippt hatte.

dann sind alle politiker frech und gefuchst und verschlagen und gefährlich?

die großen ja: denn um an der macht zu bleiben, musst du sehr geschickt bestimmte fiese spiele spielen. du musst leute abservieren, ausstechen, wegleiten, hochloben, verleumden, meldungen über die lancieren – alles das. dafür gibt es heute u.a. das handy. das geht dann zick zack. früher machte man das mehr LIVE in den sitzungen und geheimbesprechungen.

lafontaine kann alles das?

er kann noch mehr. aber diese sache um bartsch … wie er den hat aufliegen lassen, nachdem der wiederum oskar abservieren wollte: das war schon klasse! ein meisterstück der politik!

du sprichst wie vom sport.

es ist sport. und spiel. man muss es wollen und mögen. denn bei diesem spiel geht es um menschen. oskar lafontaine hat da sehr gern mitgespielt. er war überaus klug, aber den schröderschen durchbruch, geliebt zu werden, hat er nur im saarland geschafft. in ganz deutschland nicht.

darunter litt er?

aber ja. er ist sehr klug, vielleicht hochbegabt. und überlege mal, mit welchen leuten er sich da rumärgern muss. alleine schon die journalisten. nimm nur die von „bericht aus berlin“ oder „berlin direkt“: alles scheinkluge winselige lachmützen. und mit denen musste sich oskar rumärgern.

wie meinst du?

er ist denen 100 mal gedanklich überlegen, muss diese karikaturen des journalismus aber halbwegs anständig behandeln, um weiterzukommen. man muss die presse instrumentalisieren.

machte das lafontaine denn nicht?

doch, aber er hob es immer wieder auf.

wie meinst du?

er machte dann zynische oder ironische bemerkungen an die journalisten, was diese wiederum verärgerte. aber lafontaine konnte nicht an sich halten.

das war sein problem?

eines! diese übergroße eitelkeit, aber ich glaube eben auch: hochintelligenz, die sich oft langweilte. und da konnte er dann hier und da nicht unterlassen, seine weitreichende klugheit zu demonstrieren. das mögen die leute dann nicht.

aber lafontaine ist doch ein kluger stratege.

sehr klug: wie er die SPD damals mit schröder zum sieg brachte! oder seine ganze zeit im saarland! oder auch zuletzt: der vormarsch der LINKEN. wie er die SPD vor sich hergetrieben hat. wundervoll. nein, nein, ein großer spieler vor dem herrn. (allerdings immer wieder mit aussetzern.)

du bewunderst ihn?

ich bewundere seine qualität zum spielen. seine brillianz. als humanist aber bemitleide ich ihn. ich bedaure ihn für seine abhängigkeit von den erfolgen auf dem feld der politik. er braucht alle diese versager aus den zweiten und dritten reihen, vielfach auch aus den ersten reihen, um seine spiele zu spielen. dann sitzt er im parteivorstand oder in einem kabinett und fragt sich: warum muss ich mit diesen flaschen hier an einem tisch sitzen? das wiederum merken diese anderen. sie spüren den hochmut und die überlegenheit von oskar.

so siehst du ihn?

ich denke, dass man ihn so sehen muss. zugleich möchte ich auf oskars einsatz für die arbeiter und einfachen menschen hinweisen. das verdankt er seiner existenz in dillingen, bäckersfamilie, ab weltkrieg II. vaterlos aufgewachsen, bescheiden. lafontaine hat und wird das nie vergessen. er hat immer etwas von den „roots“ an sich.

und schröder?

schröder hat seine herkunft immer wieder neu verraten. schröder liebt glanz und gloria. auch er ist vaterlos aufgewachsen. auch er aus kleinen verhältnissen. aber nachher dann am „großen“ gerochen und süchtig geworden. lafontaine hat diese prunkwelt minder interessiert. er ist kein mann für galas und allen solchen unsinn.

und dein SERIELLO von dieser historischen abschiedspressekonferenz vom 23.1.2010?

ist hier: http://www.klausens.com/seriello-oskar-lafontaine-und-gregor-gysi.htm

und dein gedicht?

das habe ich aber nicht LIVE zur pressekonferenz geschrieben, sondern erst später: aber dennoch am selben tag.

OSKAR
– Für La Fontaine –

Du warst der Glück-Wild-Auf-Brunnen
Aller Fabeln des uns Unglaublichen
Als das stets Verklärte ehrlichster
Politik im Spiel um Halb-Wahrheit.

Im Rachefeldzug bestelltest du die
Trauerweiden linker Hoffnung mit
Erzählungen von der Käse-Eitelkeit
Dieser Welt … und jener-SPD-linken

Welt (Untergang!) vom Arbeiter-Fuchs,
Der wie Napoleon in die Schlachten
Des Willentlichen gezogen war, bist du der
Intelligenz wolfsarchetypisch zugewandt.

Es lebe der „Kleine Mann“! Und alle seine Raben!

Geschrieben am 23.1.2010, am Tag der Rücktrittspressekonferenz. Copyright © Klau|s|ensĦķΩ7
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Über die übergroße Anteilnahme am Tod von Robert Enke denkt KLAUSENS nach

klau|s|ens, was ist nur los?

man könnte denken, dass ganz deutschland weint.

vor den fernsehkameras in hannover brechen immer wieder neue leute in weinen aus, die den mann robert enke nur aus dem stadion oder aus den medien kannten!

ja, sie weinen dennoch.

das ist doch seltsam.

es liegt nicht an der person robert enke allein.

woran denn noch?

robert enke passt in die gefühle der menschen, zumal im november.

sie nehmen sich robert enke für ihre eigenen gefühle.

genau das: alles an last und sorgen wird in robert enke verlegt. indem ich um robert enke weine, kann ich meine eigenen gefühle über das leben und die welt besser bewältigen.

der november ist eine dunkle und melancholische jahreszeit.

eben – es wird dunkler und dunkler. die nächte werden länger, die tage kürzer. dazu dann diese oft nasskalte atmosphäre. da werden viele menschen trüb.

und dann kommt robert enke.

genau. nun ist der tod dieses redlichen menschen ein ventil für all das aufgestaute an november, an depression, an leid, an problemen und sorgen.

so sind früher heilige entstanden.

das ist zu vermuten: bestimmte personen „sammeln“ alle gefühle, die herumschwirren … und diese person wird dann zum kristallisationspunkt des ganzen.

nur so kannst du dir das erklären?

aber ja. es soll 5% in der bevölkerung geben, die mehr oder minder schwer depressiv sind. also: dann kämest du auf 4 millionen mindestens in deutschland.

und?

alle diese personen haben noch bekannte und verwandte, die um diese depressiven menschen sich wiederum sorgen machen.

so werden es immer mehr?

mehr und mehr. dann nimm alle kranken prinzipiell hinzu. enke wäre auch ein stellvertreter für „die kranken“ oder „das kranke“, welches ja immer auch zusatzbedingung „des gesunden“ ist.

ohne krankheit gäbe es die idee von gesundheit nicht!

siehste! – und dann nimm alle mit schulden oder liebeskummer oder arbeitslosigkeit oder alle, die ein verbrechen begangen haben. alle, die sich schlecht verhalten. alle, die etwas bereuen.

dann komme ich auf viele millionen, vielleicht bald die ganze bundesrepublik.

genau so. so konnte es passieren, dass nun dieser robert enke so sehr betrauert wird. das ist in dieser dimension bislang selten geschehen.

dann noch der selbstmord.

nein, nein, es ist nicht nur der selbstmord, sondern das überraschende daran.

wieso?

es scheint so, dass niemand davon wusste.

niemand?

doch, doch, seine frau teresa und der befreundete psychotherapeut dr. valentin markser.

andere?

das wissen wir nicht. aber die fußballer und der verein und alle, die ihn vom fußball kannten, die waren wohl alle sehr überrascht.

dann geht es also auch um den schock?

der schock besteht darin, dass jemand anders ist, als er erscheint.

inwiefern?

niemand hatte sich auch nur in ansätzen überlegt, dass dieser profi durch und durch depressionen hat.

warum nur?

er hat davon nichts gesagt … und: offenbar auch nichts gezeigt.

das war doch besonders an seinem abschiedsbrief.

kennst du ihn? den brief?

nein, aber indirekt hat gestern der arzt valentin markser daraus vorgetragen. er meinte, robert habe sich bei der familie und den ihn behandelnden dafür entschuldigt, dass er sie getäuscht habe, über seinen wahren zustand, damit er den selbstmord ungestört planen könne.

da ist der kern: dieses streben nach selbstmord. diese große kraft. aber man kann sie nicht recht verstehen.

zumal enke nicht dauerhaft depressiv gewesen sein soll, also nicht klassisch endogen, sondern eher in schüben.

ja, da waren diese schübe, wir wissen nicht, wann und wie oft. aber zumindest zwei große schübe müssen es gewesen sein.

seit 2003.

und dann muss dieser gedanke an selbstmord immer wieder da gewesen sein, allerdings latent.

das wissen wir nicht.

nein, aber latent: davon sprach der arzt.

und dann?

dann muss sich dieser wunsch so stark gemacht haben, dass er sich weigerte in eine stationäre behandlung zu gehen, sogar noch am tag der selbsttötung – oder war es der tag davor? – dann noch einen arzt anruft und sagt, er käme nicht.

und dann hat er gesagt, es wäre besser geworden.

er hat auch da gelogen, mit dem ziel, den selbstmord auszuführen. so scheint es, nach dem brief.

dann hat dieser robert enke gespielt?

er hat allen etwas vorgespielt, gewiss.

und was ist daran falsch?

er musste spielen, um seine karriere nicht zu gefährden, gewiss. denn wäre er jetzt stationär eingeliefert worden, dann wäre er aus der WM 2010 wohl „raus“ gewesen.

das wollte er nicht.

das kann man doch verstehen.

sicher, aber im nachhinein.

so sagte es auch seine frau: ihm war der fußball alles, und er hatte angst, dass man die adoptivtochter verlieren könne, wenn er mit depressionen bekannt würde.

aber das resultat?

das resultat ist sein tod. und seine frau sprach von „wahnsinn“. aber nicht, dass er „wahnsinnig“ war, sondern, dass es wahnsinn ist, so zu denken, man müsse sich verstellen, wenn man dann das resultat sieht: den suicid.

man kann daraus aber auch folgern, dass man einen suicid nicht immer aufhalten kann.

auch das ist richtig: seine frau hat offenbar überaus viel für ihren mann getan, seit jahren. (und beide zusammen hatten ja auch die trauer um die verstorbene tochter zu bewältigen.)

aber auch das konnte nichts an der selbsttötung ändern. all der einsatz, all die liebe. die todessucht hat über alle menschlichen beziehungen triumphiert.

und nun sind wir wieder bei uns allen.

weil wir alle wissen, wie das leben funktioniert?

und weil wir alle von leid wissen, und von tränen, und weil wir alle die depression kennen, zumindest die melancholie, oder die traurigkeit.

oder die novembertage.

ja, ja, und deshalb transportieren wir unsere gefühle in robert enke bzw. in dessen tod.

und dann marschieren 35.000 durch die stadt hannover hin zum stadion.

35.000 – man überlege sich das. so bekannt war enke dann doch auch nicht. aber doch 35.000 menschen! als sei enke ein adenauer.

doch, doch, man kannte ihn: die geschichte vom tod der tochter, die ging wochenlang durch die presse und die fernsehsender einst.

war das so?

ja, deshalb kannte man ihn schon.

aber es ändert nicht darans, dass nun alle brav fragen „WARUM?“, bis man dieses platte fragewort nicht mehr ertragen kann.

am ende gibt es kein „WARUM?“, weil andere menschen in der selben situation wie enke weiterleben und sich nicht vor einen zug werfen.

das ist das sonderbare am leben und sterben.

dann denken wir noch an alle, die robert enke nahe waren.

und an die beiden zugführer, die ihr weiteres leben lang über diesen suicid noch nachdenken werden.

ob es ihnen hilft, einen prominenten überfahren zu haben?

warum?

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Günter Wallraff und KLAUSENS auf der Pressekonferenz

klau|s|ens, du hast endlich einmal günter wallraff LIVE gesehen?

aber ja, zweitklausens, es war mir eine ehre. eine große ehre.

wieso?

ich bewundere, dass dieser mann sich unermüdlich gegen das unrecht der welt einsetzt … und zugleich den entrechteten eine stimme gibt.

wallraff ist ja wieder da!

er hat sich wieder UNDER COVER in die dunklen brühen unserer verlorenen welt begeben. ja. keiner kann es so, wie er. (BUCHTITEL: „Aus der schönen neuen Welt. Expeditionen ins Landesinnere.“)

diesmal war er auch als schwarzer unterwegs.

er hat erzählt, dass ihm die schwarzen das sogar abnahmen, dass er auch einer wie sie sei. das ist schon wunderlich. denn auf den fotos sieht er doch wie ein „geschminkter schwarzer“ aus.

aber er schafft es immer wieder. man erkennt ihn nicht. und er erfährt grausliche wahrheiten über den alltag der armen, kleinen menschen.

sicher: aber die welt ist auch so schlecht, dass sie immer wieder neu angeklagt werden muss. es ist doch mehr als betrüblich, denn wallraff selber ist nun auch schon über dem rentenalter.

was ist denn das rentenalter?

siehst du, auch das ist so ein problem. aber wallraff schrieb einst die „Industriereportagen“, das war vielleicht das erste buch, was ich von ihm las. und damals war die welt der arbeiter (vor ort) schon ein grauen. (wir reden nur von deutschland. von den missständen andernorts können wir da nur schweigen, wenn wir hören, wie es allein schon in deutschland ist.)

und heute?

heute ist die zeit, wo sie wieder alles zurückdrehen wollen, in richtung manchester: keine schutzrechte, keine mindestlöhne, nur die gier des kapitals – das ist heute die devise. (der untergang der SPD ist damit eng verknüpft, weil diese sich anheimelnd dem kapital als „reformer“ zur verfügung stellten. alles nur ein hohn!)

du meinst, die gesellschaft ist fast schlimmer, als zu der zeit, als wallraff mit seinen aktionen begann.

man muss es leider in teilen so sehen. wer gestern abend noch im ZDF (bei „maybritt illner“, dort auch wallraff) sah, wie da dieser anwalt naujoks und dieser ex-unternehmerverbandschef olaf henkel sprachen, der bekamm klamme füße. es gibt menschen, die sind kalt wie eis, aber sie leben meistens gut ernährt und kapitalreich.

das kapital will alle schutzgrenzen entzweireißen … und die menschen benehmen sich mehr und mehr wie tiere.

ich denke, wie steine. es gibt immer mehr menschen, gerne auch in führungspositionen, die sich wie steine benehmen. menschen zählen nicht, menschenschicksale zählen nicht, menschenherzen zählen nicht. moral steht nur noch in der zeitung, oder bei wallraff, oder bei uns, zweitklausens.

aber wallraff bleibt unermüdlich!

wallraff macht ja auch kunst. er ist kein journalist mehr. er ist künstler einer sozialen plastik. jeder ausflug ins reale leben, dabei getarnt, in einer rolle sich befindend, ist ein eigenes kunstwerk.

dafür bewundertest du ihn?

ja, ich bewundere, wie er sich selber und seinen körper gibt, um sich für diese dinge einzusetzen. das hat etwas radikales.

aber er hat gut verdient!

das stimmt – aber da war nie sein antrieb. außerdem macht er mit dem geld auch allerlei gutes. etwas besseres leben sei ihm zudem vergönnt, da er ein sehr anstrengendes leben führt, was sich auch in seinem gesicht abzeichnet.

dann sind da noch die drohbriefe und schmähungen … alles das.

eben: wallraff konnte auch nie ein „normales“ leben führen. er hat sein leben zu großen teilen in den dienst der kunst gestellt, und in den dienst der sozial entrechteten.

man hört wirklich, dass du ihn schätzt.

ja, das tue ich: auch wenn ich nicht automatisch mit jedem seiner sätze übereinstimme. aber der kern unserer kunst (seiner wie meiner) ist das humane. er sucht es mehr im praktischen leben, ich bisweilen im absurden leben.

aber du hast LIVE von der pressekonferenz und auf der pressekonferenz berichtet, also: gedichtet.

ja, ich habe es versucht, den der raum war voll. das kuriose ist ja, dass da so viele kameras sind, samt teams, und samt kabel, dass diese dann alles zu blockieren wissen. wallraff ist immer gut, immer „für etwas presse gut“.

und mehr nicht?

was denn noch mehr? was erwartest du von so einer morgendlichen konferenz? da saßen helge malchow, sein verleger von kiepenheuer & witsch, und christoph amend von der ZEIT, genauer: ZEITMAGAZIN. und letzterer hatte wallraff immer wieder abgedruckt. jetzt ist er sogar mit foto auf einem ZEITMAGAZIN drauf. – drei männer, ein buch. ziel: aufklärung über das ewige unrecht aller zeiten.

dann war alles doch sehr intensiv?

ich finde pressekonferenzen unter solchen beengten bedingungen eher weniger intensiv. es musste ja unbedingt bei der buchmesse sein, im raum „exposé“. aber was soll ich machen?

gedichte schreiben.

ja, wallraff hier meine anerkennung aussprechen, für alles, was er für den humanismus tat, und vielleicht noch tut …. dann meine gedichte absetzen.

was bleibt?

das unaufhörliche anrennen der menschen, die für das gute streiten, und das unaufhörliche zurückschlagen der kräfte des reinsten egoismus. also: die übliche welt! schon seit anno dazumals. es hört ja nie auf. es wird kein paradies jemals kommen.

Siehe LIVE-GEDICHTE: Klausens und Günter Wallraff

UNGLAUBLICHE LERNFÄHIGKEIT

Ganz schlimme
Zustände wurden
Abgestellt wo aber
War ich dabei
Nicht angenehm
Ist sein Schaffen
Stets prozessgefährdet

Copyright Klau|s|ens in allen Schraibwaisen und Schreibweisen, u.a. als Klau/s/ens oder Klau-s-ens oder Klau=s=ens, LIVE geschrieben, am 14.10.2009, Mittwoch, Buchmesse Frankfurt, 3. C, Ost, Raum „Exposé“, gegen 10.15 Uhr. Pressekonferenz von Kiepenheuer & Witsch mit Helge Malchow, Christoph Amend, Günter Wallraff. Es redet Günter Wallraff, der sagt, er hofft sogar verklagt zu werden, für einige Passagen, weil er diese so publiszistisch noch stärker in die Öffentlichkeit bringen kann. Was er schreibt, sei handfest und abgesichert. Er sähe etwaigen Prozessen deshalb optimistisch entgegen.

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SERIELLO von KLAUSENS live zur Pressekonferenz zum AMOKLAUF von Winnenden

siehe:
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