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klau|s|ens erfährt vom in-haft-tod des NS-täters heinrich boere – www.klausens.com

klau|s|ens, der täter-mann boere ist nun tot.

am 1.12.2013 ist er im justizvollzugskrankenhaus fröndenberg (kreis unna) verstorben. (die BILD wusste es als erstes.)

damit ist eines der letzten kapitel der NS-verbrechensaufarbeitung deutscher justiz abgeschlossen. so viele NS-prozesse wird es wegen des alters der noch beschuldigten nicht mehr geben.

eben: er (boere) wurde aber noch verurteilt, schlussendlich, jahrzehnte nach der tat.

er musste die haft antreten. er kam ins krankenhaus, wegen seiner gebrechlichkeit und seines alters.

und er ist im alter von 92 jahren im haftkrankenhaus verstorben.

man spürt eigentlich keine genugtuung, sondern es ist eher wie ein „aha! –so kann es auch gehen!“

viele täter kamen frei, wurden nicht belangt, entkamen. und zu viele lebten in der bundesrepublik dann noch weiter.

zu viele täter entkamen der justiz.

erst spät hat diese deutsche justiz bzw. bestimmte personen in diesem apparat begriffen, dass es anders werden muss. mit der verfolgung von NS-tätern.

der deutsche mief wurde nicht besser, dieser nachkriegsmief.

aber diese verurteilung von heinrich (hendrik) boere, das war sinnvoll und richtig.

sein tod in der haft konsequent: mit 92 jahren.

man hätte in den kopf von boere hineinschauen wollen … und ob heinrich boere sich dann im haftkrankenhaus irgendetwas zu seinem früheren leben und zu seinen verbrechen gedacht haben möge.

das könnten nur wärter und pfleger wissen, wenn überhaupt. (dann müsste er mit denen gesprochen haben.)

boere ist jedenfalls tot. die LIVE-gedichte vom prozess in aachen bleiben.

wie und wo wird so ein mensch dann beerdigt? anonym?

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klau|s|ens erlebt oppenheim-prozess (beginn nr. 2) in köln – www.klausens.com

klau|s|ens, man muss wohl einen langen atem haben: als gericht und als prozessbeobachter. auch als staatsanwaltschaft.

genau das ist es! der oppenheim-prozess soll wohl nie so richtig losgehen.

aber wieso?

… weil man so am besten agiert, wenn man menschen aus der wirtschaft schützen will. es gehört zur klassischen arbeitsweise von wirtschaftsanwälten.

welche wäre das?

lasse den prozess erst möglich spät inhaltlich losgehen, dann hast du alle schon halb zersetzt. spiele im vorfeld die spiele, die das gesetz dir bietet.

welche „spiele“ spielen sie denn so ernsthaft, diese anwälte?

aktuell? im falle sal. oppenheim? – sie hängen sich an der besetzung des gerichtes auf, an der besetzung der schöffen.

so machten sie es auch in prozess 1 zu oppenheim und co.

ja, prozess 1 dauerte nur 2 prozesstage: am ersten kam diese einlassung, und am zweiten kam der gerichtliche beschluss, den prozess abzubrechen und neu aufzurollen.

das „aufrollen“ geschah dann gestern?

nein, vorgestern, am donnerstag, 20. juni. sie haben nun noch die ARCANDOR-sache hinzugenommen, den prozess erweitert. die vom gericht zu köln.

dann haben die also taktisch versucht, daraus auch etwas gutes zu machen. – waren denn wieder alle 5 angeklagte da?

ja, das ist bei diesem prozess zwingend. es ist kein prozess, wo man anwälte schickt und selber zuhause bleibt.

du meinst wie herr middelhoff unlängst bezüglich des prozesstermins vor dem OLG in hamm?

eben! – hier, im falle der bank sal. oppenheim, geht es nämlich um eine strafrechtliche sache, nicht um eine zivilrechtliche.

da geht es also um mögliche strafen, die sogar die freiheit der angeklagten beschneiden könnten?

ja, aber wie gesagt: in der wirtschaft hat man anwälte … und die beackern den prozess und das gericht … und hoffen so, alle kleinzukriegen.

das war war auch am donnerstag so?

gewiss, auch prozess 2 kam nicht in fahrt, denn schon vor dem prozesstermin hatte man ca. eine woche vorher (12.6. und danach) schriftsätze eingereicht, die wieder besetzungsfragen rügten.

noch vor prozessbeginn?

eine neue variante, ja: im „prozess eins“ wandte man ein im prozess selbst, am ersten tag – im „prozess zwei“ sogar noch vor beginn.

und dann?

dann konnte man am donnerstag noch live eine entgegnung der staatsanwaltschaft hören, zudem wurde eine „dienstliche äußerung“ vom präsidenten des landgerichtes verlesen, die er zum 20.6. einreichte, also zum prozesstag, „knapp vor drück“.

die wurde dann verlesen?

eben, die wurde verlesen. so ward der oppenheim-prozess dann ein prozess um verfassungsrechtliche und gerichtsverfassungbezügliche fragen bei der benennung von richtern, ersatzrichtern, schöffen, ersatzschöffen und so weiter. (ich nenne mal das stichwort „turnusprinzip“ – aber wir wollen das nicht genauer ausbreiten.)

aber der kern ist aus deiner sichtt: verzögern, macht zeigen, einschüchtern und das gericht „schön arbeiten lassen“?

ja, so würde ich es sehen.

du aber schriebst gedichte?

ja, du doch auch: http://www.klausens.com/klausens-und-der-oppenheim-prozess.htm

und was würdest du vorschlagen?

für wen?

für solche anwälte, die im namen von wirtschaftsbossen und bankenkapitänen ihr geld verdienen?

sie sollten das alles noch ausweiten: man könnte die länge der raumes beklagen, die zahl der treppenstufen, die luftmasse, die parkplatzlage, ja, man könnte gegen das wetter sich richten, man könnte den staub auflisten, partikel für partikel, man könnte sich um alles und jedes kümmern, bis hin zur bestoffungsart der stühle – gute anwälte finden immer etwas. auch die caféteria könnte man in zweifel ziehen, die wasserdurchlaufmenge der toiletten. man findet immer etwas schönes.

und dann?

dann gibt es immer einen oppenheim-prozess, der aber nie um sal. oppenheim und die vorwürfe gegen die 5 verantwortlichen der bank geht.

und dann?

dann werden aus den ca. 86 jetzt schon mal bis mai 2014 terminierten verhandlungstagen (einer kommenden montag wurde schon wegen dieser einlassungen abgesetzt, ein neuer schon zuterminiert) immer mehr und mehr. aber der eigentliche prozess beginnt de facto nie wirklich.

und dann?

dann muss keiner mehr irgendwohin, schon ja nicht mehr in haft. alles endet ohne wahres urteil. keine schuld ist mehr so richtig feststellbar. die öffentlichkeit will von dem ärgernis bald nur noch erlöst werden.

und dann?

dann kommt es zu einem freispruch, oder zu einem milden urteil, oder zu keinem urteil, oder zu einem deal … aber zu nichts schlimmem mehr.

so funktioniert unser tolles deutschland?

ja, für wirtschaftsanwälte ein paradies. denn dieses eher unnütze und meiner meinung nach nur schein-verfassungs-interessierte gehabe wird ja auch noch gut bezahlt. es lohnt sich also doppelt!

ich gebe dir recht!

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klau|s|ens wundert sich nach dem prozess um die tötung von trudel ulmen über die fürsprecher der polizei – www.klausens.com

klau|s|ens, das ist doch auffällig.

gewiss, der vorsitzende richter beim urteilsverkünden und dann hernach (am tag danach) der reporter des general-anzeigers … beide nehmen überdeutlich die polizei in schutz.

es scheint fast wie eine liaison zwischen gericht und presse und polizei.

dabei ist der fall doch genau mit jenem dicken und großen versagen der polizei verbunden.

das muss man auch benennen und ansprechen. und wenn die polizei auch noch so sehr aus diesen fehlern von vor 16 jahren (und danach!) lernen will, so kann man diese fehler doch nicht abtun.

das motto „jeder macht mal fehler!“ ist hier vollkommen unpassend. (aber so kommt es rüber. in diesem ton.)

wenn ein chefarzt das falsche bein abnimmt, dann ist es ja auch kein „kann-mal-passieren-fehler“, sondern ein schlimmer und gröblicher fehler, bei dem gehandelt werden muss. (oder herr müller drückt den falschen knopf beim AKW.  und das ding explodiert. stelle dir das vor!)

dennoch war es das, was richter josef janßen beim urteilspruch am 18.12.2012 im bonner landgericht dem publikum und der öffentlichkeit mit auf den weg gab, diese eine botschaft: die fehler der polizei sind geschehen. aber wer ist fehlerfrei? seien/sind wir denn alle fehlerfrei? (dabei hatte er eine sprache, die es noch einen tick anders ausdrückte, als ich es wiedergebe.)

er hätte das volk von mayen und rheinbach mal ermahnen können, der richter, oder die menschheit. aber nein, der einzige inhalt, der den üblichen inhalt der urteilsverkündung verließ, dieses extra … war dieses schlusswort zugunsten der polizei. man wundert sich.

am nächsten tag im general-anzeiger steht dann ein kommentar von wolfgang kaes, jenem mann, dem wir die überführung des täters vor allem (neben der polizei, die dann jahre später zum glück anders agierte) zu verdanken haben, weil er in den dingen bohrte und die eiterblasen des geschehens entscheidend half, endlich aufzustechen.

und dieser mensch, dieser aufklärer und journalist im guten, geht nun in seinem kommentar am 19.12.2012, S. 2, general-anzeiger, auch hin und verteidigt die polizei.

man merkt eben, woher der wind weht: ohne die polizei und ihre informationen ist eine zeitung nichts.

und man hat offenbar nun angst, dass die polizei sich nun durch alles an berichterstattung um den fall der tötung von trudel ulmen zu sehr angegangen fühlt und vielleicht eines tages dem general-anzeiger nichts mehr erzählt.

also nimmt der wolfgang-kaes-kommentar mit fast derselben idee und tendenz die polizei in schutz, wie es vorher schon richter janßen getan hatte, bei der urteilsverkündung.

da wird man doch nachdenklich.

gewiss, denn die polizei hat bestimmt einen schweren job und sie ist bestimmt unterbesetzt, aber bestimmte „fehler“ dürfen einfach nicht passieren. dass trudels ehemann so leicht mit der story vom „anruf der abgehauenen frau“ durchkam und dass man eine gefundene leiche nicht mit dem verschwinden von trudel ulmen ernsthaft in verbindung brachte … das ist doch wohl sehr skandalös.

außerdem gibt es immer wieder diese fälle, wo die polizei dinge tut, die man unterlassen sollte. ich erinnere an den afrikanischen häftling, der in der zelle verstarb. (oury jalloh, tod in einem dessauer polizeirevier. die sache mit dem feuerzeug. urteil aus magedeburg gegen die polizei vor ca. einer woche.) alle diese dinge gehen nicht! der rechtsstaat braucht eine hochanständige und blitzsaubere polizei, die sich bestimmte „fehler“ einfach nicht „leisten“ darf.

aber dennoch haben der vorsitzende richter josef janßen und der große rechercheur wolfgang kaes nach dem urteil im fall der tötung der trudel ulmen ins selbe horn geblasen. bildlich sage ich mal so: „gott, schütze unsere polizei!“

und genau das finde ich vollkommen übertrieben … und, ja, in diesem fall völlig unangemessen. (die polizei möge mir das verzeihen. ich denke nicht nur schlecht über sie.) manchmal ist ein „fehler“ so nicht tolerierbar. und auch nicht wegredbar … wie eine petitesse.

unsere LIVE-gedichte http://www.klausens.com/klausens-und-der-prozess-um-die-toetung-von-trudel-ulmen.htm können leider nur den prozess erfassen. das versagen von vor vielen jahren nicht. da waren wir nicht dabei.

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klau|s|ens wundert sich nach dem prozess um die tötung von trudel ulmen auch über die menschen allgemein – www.klausens.com

klau|s|ens, es wurden 11 jahre.

gewiss, aber als beobachter des prozesses findet man diese strafe angemessen.

totschlag.

ein mord war nicht nachzuweisen. was man nicht nachweisen kann, das darf man auch nicht verurteilen.

damit sind alle dinge richtig.

nichts ist richtig! nichts! es gibt so viele dinge, die einen beschäftigen.

was zum einen?

da ist dieses verschwinden einer frau, die angeblich mit einem anderen mann ins ausland sei.

und?

das leben geht weiter. die menschen akzeptieren das. alle glauben diese story. die, die sie nicht ganz glauben, tun nichts, um radikal alles an wahrem und geschehenem nach vorne zu bringen. niemand bohrt und drängt. alle bleiben eher passiv in ihrem suchen und fragen.

eine frau verschwindet, aber die menschen denken, sie sei einfach in ein anderes land gegangen.

sie sei abgehauen! sie habe den mann schmählichst verlassen! so denken viele! so akzeptieren es viele!

das sind also die menschen? allesglaubende? schwache wesen? manipulierbar?

ja, die zweifeln auch, sicher, manche zweifeln – aber irgendwie denken sie es dann doch. sie lassen sich ihr hirn und ihr herz manipulieren. so schwach ist der mensch: da wird dieses und jenes geplärrt, und schon nehmen sie es für „bare münze“.

dabei war es nur dieser eine angebliche anruf.

gewiss, so fing es an: der mann, der sich nachher als der täter erweisen sollte, nach vielen, vielen jahren – dieser (gestern verurteilte) mann erzählt da was … und alle bis hin zur polizei glaubten ihm. wenn auch nicht 100 %, so doch 95 % und somit auch: de facto. – denn das leben geht einfach weiter. ohne die „verschwundene“.

das geht hin bis zu der dame (eine freundin?), die sich dann kleidung schenken ließ, aus dem „nachlass“ der verschwundenen, die aber ja tot war. alles mehr als verwirrend.

man kann den menschen alles erzählen, glaube mir.

viele haben die tote verraten, indem sie die geschichte des abhauens mit anderem mann geglaubt haben.

ja, das muss man hier mal ganz klar festellen: trudel ulmen wurde von vielen ihr nahestehenden oder bekannten oder befreundeteten menschen „verraten“.

das ist grausam.

es kann jedem von uns ergehen. man kann dieses und jenes erzählen. und da alles möglich und unmöglich ist, werden wir auch alles glauben.

auch wir? wir beide? klau|s|ens und zweitklausens?

ich fürchte: ja, so kritisch wir auch sind, so sind auch wir am ende schwach und dümmlich. (und genau davon oder daran hat der täter so viele jahre profitiert.)

unsere LIVE-gedichte aber werden zumindest einiges aus und um den prozess vom november und dezember 2012 für die menschheit erhalten: http://www.klausens.com/klausens-und-der-prozess-um-die-toetung-von-trudel-ulmen.htm

gewiss, aber kann alles das wissen vom „hernach“ das heilen, was „zuvor“ geschah?

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