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Das von Schäuble und Co. gewollte Steuer-Schweiz-Abkommen mag KLAUSENS

klau|s|ens, du bist für die schweiz?

ist die schweiz kein schönes land?

aber da gehen doch unsere gelder hin, die deutschen gelder, und damit gehen steuern verloren.

das ist schade gewiss. aber die reichen verdienen zu wenig. sonst würden sie nicht in die schweiz gehen, oder nach luxemburg, oder nach andorra, oder nach panama, oder nach liechtenstein, oder nach sonstwohin.

du meinst, es geht nicht anders?!

offenbar nicht. die welt der reichen ist eine traurige welt, weil sie immer fliehen müssen. mit ihrem kapital.

und wann müssen die nicht fliehen?

wenn man sie lässt! man muss die reichen nur lassen, und die superreichen. dann geht es uns allen besser.

ach so: du meinst unsere mehr-reichtums-theorie.

ja, diese berühmte theorie, die nun die welt komplett von den füßen auf die köpfe stellt. http://www.klausens.com/mehr-reichtums-theorie.htm

und was findest du nun gut, bei dieser schweiz-sache?

herr schäuble möchte doch ein abkommen schließen, wo die reichen fein raus kommen. „Deutschland und die Schweiz haben sich grundsätzlich auf die Versteuerung von Kapitalerträgen ab 2013 geeinigt, die deutsche Bankkunden in der Schweiz erwirtschaften. Das seit Jahrzehnten bei eidgenössischen Banken geparkte Vermögen deutscher Kapitalflüchtlinge soll einmalig zu Pauschalsätzen nachversteuert werden. Steuerbetrüger hätten dann ihr Geld anonym legalisiert.“ (fr-online / dpa 27.8.2011) „Vermögende, die jahrzehntelang in der Schweiz ihr Schwarzgeld für sich arbeiten ließen, sollten mit einer einmaligen Mini-Strafsteuer von 19 bis 34 Prozent davonkommen – je nach Höhe und Dauer der Anlage.“ (reuters, 21.9.2011) – hier beim finanzminister (seite nach unten scrollen) kannst du dir das geplante abkommen von der homepage als PDF runterladen:LINK. das kabinett hat schon „ja“ gesagt.

sicher: sie (die nicht-steuerzahler) werden nicht belangt.

genau: jeder kleine dieb wird für minimalia belangt, aber die großen steuer-nicht-zahler, die großen steuerhinterzieher sollen nun geschont werden. zumindest die, die in die schweiz gelder transportierten. nichts wird zudem öffentlich. man zahlt seine 19 % oder 25 % oder 34 %. (je nach anlage) nach – das war’s.

das findest du gut?

aber ja doch: nur wenn man die reichen und superreichen verschont, kann es uns allen besser gehen!

ich vergesse immer, wie einfach und doch klug unsere theorie ist.

man muss es nur machen.

und die leute, die in zelten schlafen, vor den banken und börsen der welt. diese protestierer?

das sind gewiss nette menschen. sie wollen aufrecht sein. aber sie haben nicht die geistige reife für diese unsere finanzwelt … und die bankenwelt … und die währungswelt. sie verstehen die zusammenhänge nicht.

da braucht man experten!

genau das. herr schäuble ist ein experte, viele kluge wissenschaftler, banker, politiker, journalisten …

… und wir selbst.

so hängt die welt zusammen. wir auch, ja, ja.

und was muss da geschehen?

es muss u. a. das steuerabkommen mit der schweiz unbedingt gesetzlich dingfest abgeschlossen werden (unterzeichnet wurde ja schon), so wie unser minister wolfgang schäuble das will.

wirklich? das ist gut?

aber ja – denn so werden die reichen entschuldet, auch moralisch, entgehen der möglichen strafbarkeit. – so wird das anhäufen von geld zu den besten konditionen vollkommen straffrei gestellt. wunderbar! steuerflucht! herrlich! vollkommen straffrei. das einzige, was einem passieren kann …

… man bezahlt nach!

und zwar weniger, als man bezahlt hätte, wenn man sein geld dummbrav in deutschland gelassen hätte. so wird das geld-wegschieben nachträglich nochmals belohnt. das steuerabkommen mit der schweiz liegt voll auf den richtlinien unserer mehr-reichtums-theorie.

und deshalb soll es gültig werden.

ja, auch wenn diese camper und zelter und protestierer es nicht gerne hören, diese geldwutbürger. sie haben eben noch nicht verstanden, was die welt im innersten zusammenhält.

geld! viel geld.

ja, aber vor allem viel geld in den händen der reichen und superreichen. dann aber wird alles gut! – nur dann!

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Urs Widmer in Bad Kreuznach, den hört KLAUSENS lesen

klau|s|ens, sie haben die bibliothekstage eröffnet, in rheinland-pfalz. die bibliothekstage 2010.

gewiss, man macht dieses und jenes. überall werben menschen um ihre belange, firmen um ihre produkte, instanzen um ihre behuflichkeiten.

behuflichkeiten?

gibt es das wort nicht?

ich weiß es nicht. aber gut. dann warst du also da.

sie haben das buch und das lesen hochgeredet. nein, die bibliotheken. sie haben sich da für die bibliotheken stark gemacht.

man darf „buch“ und „medien“ nie verwechseln.

gewiss. es gibt auch leute, die sich einfach nur landkarten ausleihen, für ihren urlaub. das sind alles „nutzer“ und sie „leihen aus“, aber sagt nichts über das lesen. auch nichts über die zuwendung. es sind dann einfach nur zahlen.

die bibliothekstage sprechen ja auch nicht (allein) vom lesen, sondern von den bibliotheken.

wenn man sich dann aber so eine veranstaltung anguckt …

was war denn?

es war alles nett gemacht und gut organisiert, und viele menschen traten ans pult, redeten … und es gab auch eine ausstellung, und im eintrittspreis war EIN getränk inklusive. man kann sich kaum beschweren.

aber?

es waren eben kaum junge leute da.

vielleicht liegt es an bad kreuznach. der name „bad“ deutet so etwas an: ältere und kranke, die erholung wünschen.

aber es liegt eben auch an solchen veranstaltungen, die eben doch eher das betuliche pflegen … am ende. und auch die klassische form: reden und ansprachen, die lesung, etwas musik, dann getränke.

sie haben aber urs widmer eingeladen. der schweizer autor mit großem namen.

der war auch da und las aus seinem buch „herr adamson“.

na also.

und ich habe dann auch LIVE gedichtet.

dann ist es doch schön. herrlich! wunderball! alles prima!

es gab auch klassische musik von der gitarre.

also doch der festliche touch. ich verstehe.

in gewisser weise ja: festlich, aber nicht zu sehr, und etwas betulich. dazu viel licht, weil die bibliothek in bad kreuznach schön hell ist.

und wenn sie HIP-HOP aufgeboten hätten? zur eröffnung?

dann hätte ich gesagt: „überall spielen sie HIP-HOP, weil das die gedachte jugendkultur darstellen soll. das ist ja inflationär und nicht überzeugend. fällt denen denn gar nichts mehr ein!“

punk?

hätte vielleicht zu anbiedernd gewirkt. außerdem gibt es keine band namens „die toten bücher“. oder doch?

siehst du: es ist schwer, etwas zu machen, und es dann auch richtig zu machen.

vielleicht gibt es gar kein „richtig“. zumal: das e-book kommt. was machen dann die bibliotheken? verleihen sie digitale daten über luftströme? über „streams“? werden sie wie fernsehstationen? oder wie videotheken? oder ein zweit-internet? ich zahle geld und darf dann daten saugen? in meinen e-reader? — darüber wurde gar nicht erst gesprochen.

aber etwas muss es doch geben!

die menschen wälzen sich von termin zu termin, von rede zu rede, von eröffnung zu eröffnung, von jubiläum zu jubiläum, von tagen zu tagen, von einweihung zu einweihung. vieles ist langweilig und unerträglich.

was hoffst du?

man hofft immer, dass es dieses mal irgendwie anders ist.

und was ist dann für dich das schöne?

das ewig gleiche immer wieder anders zu beobachten und zu verarbeiten: http://www.klausens.com/klausens-und-urs-widmer.htm — eigentlich ist nur das noch reizvoll.

ach du meinst dieses mal: die schöne frechgrüne jacke der ansonsten angenehm bescheiden auftretenden ministerin … und die hellbraunen schuhe des schriftstellers?

manchmal sind die kleinigkeiten dann die halbe welt. wie in der literatur.

und der rest?

obsolet.

spontanidee: man müsste für die weihnachtszeit nicht nur oblaten backen, sondern auch „obsoleten“.

dann hätte wenigstens man noch was davon. „obsoleten“ sind gut. kann man die denn auch ausleihen?

>>>>Eröffnungsveranstaltung der Bibliothekstage Rheinland-Pfalz 2010

Der Schweizer Autor Urs Widmer liest bei den Bibliothekstagen.

Literarisch-musikalische Matinee

mit Urs Widmer und dem Gitarrenduo Kluschat & Faus

am Sonntag, 24. Oktober 2010

Beginn: 11.00 Uhr

Ort: Stadtbibliothek Bad Kreuznach, Kreuzstraße 69, 55543 Bad Kreuznach

Eintritt: 10 Euro (inkl. Imbiss und ein Getränk)

Programm

Begrüßung:
Andreas Ludwig, Oberbürgermeister der Stadt Bad Kreuznach
Manfred Geis, Vorsitzender des Landesverbandes Rheinland-Pfalz im Deutschen Bibliotheksverband e.V. (dbv)

Eröffnung der Bibliothekstage:
Doris Ahnen, Staatsministerin im Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Mainz

Grußwort:
Urs Schnider, Konsul, Schweizerisches Generalkonsulat Frankfurt a.M.

Es sprachen auch der Leiter der Bibliothek, Stefan Meisel, sowie die Kulturdezernentin von Bad Kreuznach, Andrea Manz.

Künstlerisches Programm:
Autorenlesung mit dem Schweizer Autor Urs Widmer
Musik mit dem Gitarrenduo Marc Kluschat & Michael Faus, Klassische Gitarre

Im Anschluss: Imbiss und Getränke

Veranstalter: Deutscher Bibliotheksverband – Landesverband Rheinland-Pfalz in Kooperation mit dem Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz

Die Bibliothekstage Rheinland-Pfalz 2010 werden unterstützt von der Kulturstiftung Rheinland-Pfalz.<<<<

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Der Durchbruch und KLAUSENS

klau|s|ens, es geht immer weiter und weiter.

sie brechen immerzu rekorde.

am 13.10.2010 diese rettung der 33 bergleute in chile (am längsten verschüttet!) — und am 15.102010 der „durchbruch“, durchstoß, durchstich im gotthard-massiv.

man denkt immer: da ist ein ende.

dann aber geht es doch weiter.

es soll mal wieder der längste tunnel werden.

der längste der welt.

oder der längste eisenbahntunnel der welt.

aber irgendetwas mit „längste“.

so geht es immer weiter: der längste tunnel, das höchste haus, das schnellste flugzeug, der größte mensch, die dümmsten autoren.

aber irgendwann sind alle berge duchbohrt, was dann?

dann gibt es nur die idee, die erde selber zu durchbohren.

den ganzen globus?

ist das nicht ein alter traum: einmal ganz durch?

wir steigen in hulla-hulla ein und kommen in balla-balla wieder raus?

man könnte wanderungen durch den erdball machen.

es würde wunderschön. heiß … aber schön.

sicher: denn erst gäbe es eine röhre, bald aber mehr und mehr und mehr. tausende röhren durch die erde. millionen.

so ist es auch in unseren städten: erst gab es eine unterführung, und dann mehr und mehr und mehr.

sie haben ganze bundestraßen unter die erde gelegt.

ein großer teil unseres lebens findet unterirdisch statt.

sie bauen sinnlose u-bahnen, damit die menschen nichts mehr sehen können.

sie können nicht mehr aus dem fenster schauen. sie sehen nur noch wände und stein an ihnen vorbeigleiten.

alles wird schneller, deshalb nicht mehr wahrnehmbarer … und hässlicher auch noch.

man fahre mit dem ICE von köln über siegburg nach frankfurt.

man kann nichts mehr sehen.

es geht so schnell.

vieles findet im tunnel statt.

und ist es nicht der tunnel, so sind es diese lärmschallwände.

unser ganzes leben hat diesen „touch“: dunkel, unterirdisch und hässlich.

und genau so soll es jetzt weitergehen.

wie schrecklich.

auch die künstler sollen jetzt sich dieser entwicklung anpassen.

wie?

sie malen nur noch tunnelbilder. die farbe grau wird weiter alles irdische nun dominieren.

bald werden wir alle bäume mit beton ausgießen und einschalen und ummanteln.

warum?

weil sie dann länger halten. BETONBÄUME! aber das wäre ein weiteres thema. in stuttgart hätten sie damit schon anfagen können.

aber da haben sie noch ganz traditionell „bäume gefällt“.

dabei ist die botschaft vom gotthard-durchstich doch ganz klar: macht alles weg! lasst nichts sein! werdet selber zu stein! grau und dunkel sei immerdar nun das leben von uns allen!

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