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Bei der Premiere von „Frau Höpker bittet zum Gesang“ in Bonn im „Anno Tubac“ war KLAUSENS

klau|s|ens, frau höpker breitet sich aus.

ja, diese frau höpker wird noch die ganze welt erobern. die fischer-chöre haben es vorgemacht … und jetzt kommt sie.

aber wie?

sie ist nun von köln auch noch nach bonn gegangen.

sie singt also nun in zwei städten? regelmäßig? einmal im monat?

sicher, aber sie singt ja mit den menschen. sie ist die vorsängerin, weil sie so gut singen kann, eine musikalische ausbildung hat, und weil sie das piano spielt, und weil sie eben spaß an der sache hat, und … gut ist sie auch. sie hat talent.

also frau höpker singt. und die menschen singen mit. alle singen zusammen. und dann entsteht so etwas wie glück?

so könnte man es beschreiben, sofern man sich in dieser besonderen höpker-soziologischen mischung geborgen fühlt. jede veranstaltungsform erbringt eine soziologische mischung, und frau höpker erzeugt eben die ihre … zumal wenn an einem mittwoch noch ein (lahmes) pokalspiel viele singmögliche männer abwirbt.

und was wird gesungen?

das weißt du doch: quer beet. von rock bis pop bis schlager bis volkslied bis evergreen bis schunkelwalzer bis … alles ist möglich, die „mundorgel“ lässt grüßen, die pfadfinder, die lagerfeuer, die jugend, die disco, das rockfestival … wir wir eben alle gestrickt sind. … die ersten küsse … alles ist ja oft auch mit liedern verbunden: „konnotiert“, um es fachsprachlicher zu sagen.

jetzt möchte ich aber wissen, was in bonn gesungen wurde.

gleich! – die katrin höpker macht ihr programm im prinzip monatlich neu, dann geht sie auch immer auf wünsche aus dem publikum ein, die auf weiße zettel geschrieben werden können und die sie dann studiert, wie lehrerinnen ihre klassenarbeiten.

also ganz „die höpker“.

„die höpker“ wird zu einem konzern. sie breitet sich wie der immer noch emsige fischer über ganz deutschland aus, singt da und dort, man kann sie auch buchen, für den geburtstag oder was immer, sie wird am 7. mai sogar auch schon im polizeipräsidum bonn spielen … also dem allem sind keine grenzen gesetzt. musik ist ja grenzenlos.

und in bonn?

da tritt sie regelmäßig ab jetzt auf, monat für monat, wie sie es auch schon in köln tut. unter dem label „frau höpker bittet zum gesang“. die premiere im „anno tubac“ war sehr gut besucht, zugleich aber konnte man immer noch dastehen, ohne sich wie eine eingedoste sardine zu fühlen. (eintritt war 8 euro.)

und wie findest du oder man oder frau zu dieser frau höpker und ihrem „frau höpker bittet zum gesang“? wie findest du zu hier ihr hin? zu ihren singterminen?

du gehst auf diese homepage … und dann meldest du dich an und dann bekommst du mails und dann weißt du bescheid, was zu tun ist.

ach, wenn doch alle menschen sängen … dann gäbe es weniger krieg und gewalt!

du bist naiv: ich erinnere an fußballschlachtlieder, demonstration-vorne-lieder und streiklieder und militärische lieder und böse lieder (horst-wessel-lied) und punk-musik: also mit liedern ist alles möglich, das gute, aber auch das schlechte. das sanfte und das brutale. so einfach ist die ganze rechnung also nicht. („völker hört die signale“)

aber frau höpker will keinen krieg?

nichts spricht dafür. sie will sogar diejenigen, die nicht recht singen können, dazu animieren, es trotzdem zu tun. denn alle bilden die große masse … und darinnen kann sich der/die einzelne dann verstecken und falsch mitsingen, weil die masse es ja doch dann richtig übertönt.

und die texte kommen vom beamer an die wand? zeile für zeile?

ja, zeile für zeile – also: für analphabeten macht es nur sinn, wenn sie die texte auswendig können. für die, die gerne singen wollen, aber von jedem lied nur eine strophe kennen, für die macht es viel sinn, weil sie alle möglichen lieder kennenlernen … und in ihrer kompletttextigkeit dann auch singen werden.

„kompletttextigkeit“, ein neues wort?

ja, ja, ich gebe es zu. ein neues wort . – man muss auch erwähnen, dass die frau höpker auch freude an der sache hat. sie macht gesten, mimiken, stimmnachäffungen und führt das publikum mit bestimmter, bisweilen erhobener hand, wenn es mal schweigen möge, oder lauter singen möge, oder im kanon zu singen habe. das alles geschieht in einer sphäre der reinsten demokratie der zart tonangebenden katrin höpker … vor einem publikum, von dem niemals auch nur gefährdungen zu vermuten sind. das publikum ist lieb und nett, aber in der masse eben auch „sehr brav“.

was soll man davon halten?

alles und nichts.  es muss ja nicht jeder mensch das mobiliar zerschlagen. die tolerante welt überlässt jedem sein plesierchen, solange niemand dabei zu schaden kommt.

schadet die höpker denn?

ich denke, in vielen fällen wird sie eher nützen oder auch heilen. also ganz der ansatz von gotthilf fischer.

und ihre lieder von gestern?

hier sind sie:

ÜBER DEN WOLKEN – bekannt durch reinhard mey
IT’S BEEN A HARD DAYS NIGHT – bekannt durch die beatles
ALLE VÖGEL SIND SCHON DA – bekannt als volkslied
TULPEN AUS AMSTERDAM – bekannt als evergreen
FROH ZU SEIN – bekannt als kanon
IT’S A REAL GOOD FEELING – bekannt durch peter kent
ENGLISH MAN IN NEW YORK – bekannt durch sting
ER GEHÖRT ZU MIR – bekannt durch marianne rosenberg
CROCODILE ROCK – bekannt durch elton john
DAVE IS ON THE ROAD AGAIN – bekannt durch manfred mann und seine earthband
IM MÄRZEN DER BAUER – bekannt als volkslied
MATERIAL GIRL – bekannt durch madonna
JETZT FAHR’N WIR ÜBER’N SEE – bekannt als volkslied
ICK HEFF MOL IN HAMBURG EEN VEERMASTER SEIN – bekannt als dialektales volkslied oder seemannslied
BEL AMI – bekannt als evergreen
THE LETTER (auch bekannt als GIMME A TICKET FOR AN AEROPLANE) – bekannt durch the box tops
I’M SO EXCITED – bekannt durch die pointer sisters
GAMES PEOPLE PLAY – bekannt durch alan parson’s project
ÜBER SIEBEN BRÜCKEN – bekannt durch karat und peter maffay
BREAKING UP IS HARD TO – bekannt durch die carpenters
SOMETHING STUPID – bekannt durch frank und nancy sinatra
HEUTE HIER, MORGEN DORT – bekannt durch hannes wader
ICH LIEBE DAS LEBEN – bekannt durch vicky leandros
THANK YOU FOR THE MUSIC – bekannt durch abba
THOSE WERE THE DAYS – bekannt durch mary hopkins
WE ARE THE CHAMPIONS – bekannt durch queen
ROCK’N ROLL OVER THE WORLD – bekannt durch status quo
EN UNSER’M VEEDEL – bekannt durch die bläck fööss

das ist aber eine lange liste.

ja, es müssten so in etwa 29 lieder sein. aufgeteilt in „3 runden“, ein begriff, der mir bislang vom boxen, ringen und hallo-ü-wagen erst bekannt war.

wow, wow, wow.

du meinst mal dies, mal das – mal jene stilrichtung, mal diese?

ja, das meine ich.

das ist ein markenzeichen von katrin höpker. sie hat es für sich selber als „DER BRUCH“ nun zu einem markenzeichen mit eigenem markenzeichennamen durchstilisiert.

ich verstehe. dann schreibe ich mal schnell ein gedicht:

DER BRUCH

Wo viele Gaumenschenkel wildens klappern
Und manch‘ gar böse Zungen die Ziegen spiel’n
Wird keine Lippe jemals meckernd wieder sabbern
Sondern stets glücksvoll nur dies-unser Liedgut siegen
(Vorsicht! Sing lauter! – Die ersten Zähne fliegen!)

Copyright Klau|s|ens in allen Schreibweisen und Schraibwaisen, u.a. als Klausens oder Klau/s/ens oder Klau-s-ens, wohlwollend, wenngleich dezent kalauernd, „Frau Höpker“ und „Frau Höpker bittet zum Gesang“ gewidmet … und ihrem sinnreichen Tun. Königswinter-Oberdollendorf, 25.3.2010, einen Tag nach dem Besuch der Premiere der Veranstaltung in Bonn, im „Anno Tubac“, am 24.3.2010

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Erneut war KLAUSENS bei „Frau Höpker bittet zum Gesang“

klau|s|ens, du warst wieder bei frau höpker?

du doch auch, zweitklausens!

aber warum nur?

wir wollten singen. mit anderen menschen, ohne mitglied in einem chor zu sein.

brauchen wir dazu die frau höpker? diese katrin höpker?

aber ja!

wieso denn?

weil sie es toll macht.

inwiefern denn?

sie spielt piano, sie wählt die lieder aus, sie singt die lieder vor, sie animiert uns, sie leitet uns, sie beruhigt uns. sie ermutigt uns. sie lobt uns. sie hat humor. sie ist leicht und beschwingt. sie vertreibt alle sorgen. sie ist wie eine „frau für alle situationen“.

wie macht sie das?

das weißt du doch: sie hat lieder ausgewählt, englische, deutsche, leichte, schwere, von pop bis schlager … bis volkslied oder gar kinderlied. und dann spielt sie (auf dem elektro-piano) und singt diese. mit uns. die texte werden an die wand gebeamt. und wir alle singen mit.

und das ist so toll?

ja, denn endlich hat sie die besten räumlichkeiten bislang gefunden.

welche?

sie war im „brauhaus ohne namen“ in köln-deutz. kurz auch „b.o.n.“.

sie steht dann da mit ihrem piano?

ja, leicht erhöht. dazu ein mikro und boxen. beamer. leinwand bzw. wand. – aber diesmal werden es gut 200 menschen gewesen sein. der raum hatte genau die richtige größe und atmosphäre.

war sie nicht früher im „congstar“?

ja, aber diese gastronomie gibt es nicht mehr.

und im „spielplatz“. in köln? südstadt? ubierring?

da ist sie immer noch. aber da ist es doch deutlich enger und etwas stickiger als im „brauhaus ohne namen“.

dann hat es dir jetzt einfach nur gut gefallen?

ja, das stimmt! frau höpker wird immer lockerer und fröhlicher, von termin zu termin. uns sie hat sowieso eine nette art. dazu hat sie einen prima lebensgefährten, der die ganzen veranstaltungen (offenbar führend) organisiert und dadurch praktisch so etwas wie der manager von allem ist.

frau höpker hat also (zusammen mit ihrem partner) die singbewegung deutschlands entscheidend bereichert?

das kann man so sagen, ja. und sie achtet darauf, dass alles menschlich ist … und dass alle gute laune haben. sie bedankt sich bei den helfern. sie macht derzeit alles genau richtig. ein großes kompliment an sie!

woher kommt die „frau höpker“ denn?

sie ist eine ausgebildete musikerin und sängerin per se. sie macht back-vocals für wichtigste leute wie udo jürgens oder götz alsmann. dazu singt sie ja auch mit …. bei „cologne voices„.

und nun bist du ihr fan?

nicht nur ich, viele andere. und im „brauhaus ohne namen“ waren endlich mal auch viel mehr männer dabei. aber man hatte im vorfeld auch gruppen ermuntert zu kommen. vielleicht haben da einige kleinere betriebe ihre weihnachtsfeier im gesang verbracht. ich weiß es nicht.

ich auch nicht.

es ist ja auch egal. die weltsangeskultur erlebt einen auftrieb aller mitsingbewegungen, und nach den fischer-chören ist „frau höpker bittet zum gesang“ bestimmt eines der herausstechendsten merkmale dieser vokal-bewegung.

ist sie berühmt?

ein bisschen schon. sie durfte jetzt auch beim WDR-fernsehen auf weihnachtsmärkten so ein kollektives mitsingen machen. LIVE im fernsehen. und ihre veranstaltungen darf man sowieso nur nach voranmeldung besuchen.

wirklich?

ja! sie will verhindern, dass nachher leute draußen warten und nicht eingelassen werden. sehr klug! man soll sich anmelden, via homepage und dann da via LOG-IN – und so regelt sie das mit den veranstaltungen.

alles in allem eine runde sache.

eine klingende vor allem. und nach drei sangesdritteln und zwei pausen gehen alle glücklich nach hause. oder sie fahren. da macht dann auch der novemberregen nichts.

dann denkst du, im „brauhaus ohne namen“ ist es eine vollendete sache nun geworden.

ja, das wäre mein eindruck. da passt alles richtig gut zusammen nun. auch vom team der gastronomie her. der höpker-kult lebt! (und andere werden es ihr nachtun bzw. haben es ihr nachgetan. oder auch vorgetan. von „loss mer singe“, dieser kölsch- und karnevalslied-mitsing-bewegung hatten wir ja auch schon berichtet!)

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Ireen Sheer und KLAUSENS

klau|s|ens, was weißt du uns noch zu erzählen, bezüglich ireen sheer?

man kann zu allem und zu jedem und zu jeder endlos erzählen … wenn man nur will. jeder mensch ist quell‘ einer unglaublichen inspiration.

und jeder mensch ist quell unglaublichen lebens!

ja, man nehme jedes lebensschicksal und befasse sich damit, mensch für mensch, und man kommt zu keinem ergebnis, zu keinem schluss … außer eben unglauben und staunen und verwirrung. und so weiter.

und jetzt noch zu ireen?

ach so: sie „besang“ die hymne der frauen, die sich nicht offen feministisch wehren, sondern klein-feministisch.

was ist „klein-feministisch“?

man rebelliert, aber man begehrt nicht offen auf, man schreit nicht herum, man setzt sich nicht direkt durch …

sondern?

man arbeitet mit den „waffen der frauen“, aber das dann auf eine ziemlich direkte weise.

welche ist das?

die frau verweigert sich der sexualität. sie gibt also ihren körper nicht her. aber das macht sie wiederum auf eine demütige weise. sie macht es „hinten rum“.

aber?

durch dieses lied ist diese „waffe“ und diese methodik nun ganz bewusst und überdeutlich in den deutschen kulturschatz übergegangen.

das bedeutet?

aus der kleinen waffe der hinterlist ist nun eine ziemlich brutale art der abweisung des partners geworden.

brutal?

ja, wenn jeder diese methode als bewusste kennt, dann ist es auch ein offensiver angriff.

wenn eine frau migräne hat, ist das offensiv?

nein, sondern wenn sie lautstark ihre migräne einsetzt, als eine scheinbare, aber jeder weiß, was sie wirklich meint – du verstehst es nicht!

offenbar nicht!

dann schau doch mal, wie lautstark und fröhlich-befreit frauen dieses lied mitsingen. man kann nur vermuten, was in deutschen schlafzimmern passiert.

inwiefern?

es scheinen überaus viele männer ihre frauen in einen sexualakt zwingen zu wollen, den diese so in wirklichkeit gar nicht wollen.

und ireen sheer hat nun so durch das singen des liedes in die deutsche kultur eingegriffen?

ja, mit diesem schlager, den sie singt und singt und singt. oder hat sie ihn auch geschrieben?

REFRAIN: Und heut‘ Abend (und heut‘ Abend)
Hab‘ ich Kopfweh (hab‘ ich Kopfweh)
Wenn Du sagst (wenn Du sagst)
Komm doch her (komm doch her)
Ich hab‘ Migräne (ich hab‘ Migräne)
Weil ich mich sehne (weil ich mich sehne)
Ich will geliebt sein (ich will geliebt sein)
Ich will mehr

und an den stammtischen und grillstationen hat der kopfweh-witz einen noch höheren status erhalten. kult!

wenn man das von deinen gedichten auch mal sagen könnte!

http://www.klausens.com/klausens-und-ireen-sheer.htm

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Bei „Frau Höpker bittet zum Gesang“ war KLAUSENS

klau|s|ens, das singen nimmt zu!

ich denke, dass das mitsingen zunimmt, also das kollektive singen, ohne das man einem chor angehört. also das, was die kirchen sonntags machen, und was nun kaum jemand noch erreicht. (es kommen zu wenige, und die kirchenlieder erreichen sinnlich zu wenige. sie sind oft fad, der gesang zudem brüchig. von feuer gibt es nichts zu spüren. in den kirchen. meistens.)

und nun?

die menschen wollen singen, oder zumindest einige – und daraus ist das kollektive singen entstanden. ich berichtete ja einst über „loss mer singe“. und auch über die cologne worship night. bei LINUS TALENTPROBE wird ja auch vom publikum mitgesungen.

ich erinnere mich. da waren wir ja auch schon – und da gibt es noch etwas? zum thema singen?

es wird mehr und mehr davon geben. ich war nun bei der nun auch schon bekannten katrin höpker.

was macht die?

man singt zusammen lieder. und sie spielt am e-piano, sie singt per mikrophon, sie hat alle lieder einstudiert, die sie an dem abend vorträgt – und dann singen die menschen des publikums mit.

was ist das besondere?

alle starren nach vorne, auf die beamer-leinwand, wo die texte gebeamt werden. sie werden auch langsam hochgescrollt.

und dann singen alle zusammen?

ja, so ist die idee. so wie man am lagerfeuer singt, diese lieder aus der „mundorgel“ von boby dylan bis „im frühtau zu berge“ … so singt man nun mit ihr. man singt „das wandern ist des müllers lust“ und „if you leave me now“ von chicago, also alle bandbreite von volkslied bis schlager bis evergreen bis rock-pop. so wie in den vielen verschiedenen mundorgelheften – dazu natürlich noch viele weitere liedvorschläge. das publikum darf „wunschzettel“ ausfüllen, für die nächsten male.

was ergibt das? in gänze?

gesang und lebensfreude.

was ist besonders?

besonders? besonders ist ja immer das ambiente und das soziologische gefühl. dieses „frau höpker bittet zum gesang“ findet im kölner rheinauhafen statt, eine schicke, neue, sehr moderne angelegenheit. der ganze hafen ist ja DAS kölner entwicklungsprojekt samt der auffälligen kranhäuser.

und weiter.

da ist auch das lokal namens „congstar lounge“, was räumlich offenbar zur handybilligbezahlmarke „congstar“ gehört, die auch dort ihren sitz hat, am anna-schneider-steig … und da ist es auch. das singen. im lokal namens „congstar lounge“.

also nicht kölsch, verraucht, spelunke?

nein, eher gepflegt, sauber, fast schon fein, zumindest rein – und somit eine soziologische note besonderer art. es waren auch größtenteils frauen da. mit einem zarten handtäschlein am band quer über den rücken. oft auch clubs von freundinnen.

was sagt dir das?

ich dachte immer schon, dass frauen einen tick lieber und öfter singen als männer. aber frau höpker scheint nun eine ausgehmöglichkeit geschaffen zu haben, für frauen – und die männer dürfen dann zuhause die fußballspiele gucken. ideal organisiert.

also ist die welt doch toll!

sicher, sicher, aber ich muss auch sagen: mir war es einen tick zu brav, einen tick zu rein, die frauen einen tick zu sehr auf: „ich gehe heute mal lieb und schick zugleich aus!“ getrimmt.  es fehlte das wilde. das völlig ausgelassene. es war doch verhalten. also doch etwas evangelisch. – aber es kann ja nicht alles nach pommes und proletariat stinken. die vielfalt der welt ist für mich das schöne.

wie hat es frau höpker gemacht?

wunderbar! genau die richtige mischung aus führen und antreiben, zugleich kann sie sich immer wieder bescheiden auch zurücknehmen. sie hat es wirklich gut gemacht.

dann können wir also hoffen?

wir können immer hoffen, zweitklausens. frau höpker ist fast schon berühmt. sie hat auch eine schwester, die ist moderatorin für den WDR, und so konnte sie schon vor 1000 menschen in aachen singen.

und?

sie war schon auf „frauTV“ vom WDR und in der lokalzeit köln/bonn. sie ist also auch schon ein medienstar und eine lokale bzw. regionale größe des mitsingens. (man muss sich auch per mail anmelden, bei ihr, fürs singen … u.a. damit es nicht zu voll wird.)

das mitsingen ist unaufhaltsam?

es scheint so – genauso wie kochen, tattoos und tierpflegersendungen aus zoos. und castings und ausscheidungswettbewerbe. unaufhaltsam. seuchen der moderne. aber singen ist ja schön. das wusste und weiß schon der herr fischer von den fischer-chören. der konnte aber die neueren 68er-und-danach-generationen nicht so gut erreichen.

du schriebst etwas?

ja, ja, ein live-gedicht:

WANDERFLIEDERMÜLLERSLUST

Wir haben
Alle Strophen
Die es gibt
Gesungen ist
Die Welt noch
Schöner als das
Leben darauf

Copyright Klau|s|ens in allen Schraibwaisen und Schreibweisen, u.a. als Klau(s)ens oder Klau=s=ens oder Klau?s?ens, LIVE geschrieben, am 22.4.2009, Mittwoch, bei „Frau Höpker bittet zum Gesang“, in der „congstar lounge“ in Köln, im Rheinauhafen, Anna-Schneider-Steig 8. Bei dem Lied „Das Wandern ist des Müllers Lust“ und dazu dann der Anfang von „Wenn der weiße Flieder wieder blüht“.

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„Loss Mer Singe“ besucht KLAUSENS

klau|s|ens, was bedeutet „loss mer singe“?

ich denke: lass uns singen! oder so ähnlich.

und was machst du dabei?

ich singe gerne – und ich muss ja die welt immer genau kennen … und neu kennenlernen. ich als schriftsteller und somit ethnologe allen seins.

was hat „loss mer singe“ damit zu tun?

das ist eine karnevalsbewegung, die jahr für jahr mehr um sich greift.

was ist die idee?

wir/sie singen karnevalslieder – und das schon viele tage vor dem beginn des wilden straßenkarnevals.

einfach nur singen?

natürlich geht es hier zuerst um das singen (und auch einsingen) der NEUEN karnevalslieder, und zugleich das abstimmen über die besten.

eine hitparade?

auch das: das gemeine volk versammelt sich in kneipen, wo es voll und eng und schwitzig ist, hört diese lieder und sagt dann: „diese 6 haben uns am besten gefallen.“ vorher hat ein team diese aus 200 oder so ausgewählt. zu dem team gehören z.b. kerstin und helmut frangenberg und georg hinz. ich weiß leider nicht, wer komplett alles zum „team“ gehört.

und das ist jetzt „in“? das gesinge?

ja, es sieht so aus. denn sie ziehen seit 7 jahren abend für abend in eine neue kneipe, und da machen sie es dann. mikrofon, boxen. einer, der dann den DJ und moderator spielt. mehrere, die blaue eimer mit liedtexten und stimmkarten und kulis rumreichen. z.b. gestern im „alcazar“ im belgischen viertel von köln, bismarckstraße / ecke brüsseler straße. motto „eimer in köln“, wobei das eimer eine ironische veränderung von „einmal“ (kölsch „eimol“) ist.

und du hast geschwitzt?

zweitklausens, du warst doch dabei. du bist doch immer dabei.

wir haben also geschwitzt?

oh ja, und wir haben gesungen, und alles das.

war es schön?

es war auf seine art schön, ja. alle stehen und schunkeln. 30% stehen auf den bänken, die tische und stühle hat man entfernt …

aber?

… aber die meisten neuen lieder waren nicht so schön. nicht so doll. nicht so prickelnd.

woran liegt das?

es werden jahr für jahr hunderte neue karnevalslieder geschrieben, und die meisten sind eben normal. fabrikware. massenware.

was heißt normal?

da gibt es verschiedene liedschemata und liedklassen und songmuster und klangtypen, und binnen dieser wird dann was geschrieben.

und?

es gibt samba, irish folk, rock, russische weisen, hymnen, walzer, balladen, märsche, polka, alles eben … und das wird dann so umgeschrieben, dass es irgendwie in den karneval passt. karneval in köln ist immer auch worldmusic und ethnomusic. offen, multikulturell, eklektizistisch: alles kann, nichts muss.

was z.b.?

in köln muss es immer das lob der stadt sein, das lob des domes, das lob des rheines, eben immer das hochbeschwören des herrlichen KÖLN, welches doch eigentlich ästhetisch oft ein trauerspiel ist. aber das hat mit den bombenschäden des II. weltkrieges zu tun.

gibt es wichtige worte?

aber ja: „zick“ = zeit, „rhing“ = rhein, „kölle“ = köln, „wigger“ = weiter, „jonn“ = geh’n, „widder“ = wieder, usw. usf. – ich kann jetzt kein kölsch-wörterbuch hier schreiben. aber manche wörter sind inflationär. „jeck“ natürlich auch.

d.h. sie schreiben lieder und kopieren dabei alle möglichen stilrichtungen?

ja, die bläck fööss haben das bis zum erbrechen schon gemacht, gut gemacht. also „gut erbrochen“. denn das alles ist ja auch kunst. alles und jedes in den karneval zu transponieren … und dann auch noch lieder zu schaffen, die wiederum außerhalb des karnevals noch gesungen werden.

echt?

ja, echt. – und dann gab es ja mal lieder wie z.b. das von der band „höhner“ mit dem „sultan“, der „doosch“ (durst) hat. das war das arabische (musik)thema genial in den karneval inkolportiert.

aber gestern?

gestern gab es kaum lieder, die richtig überzeugten. zahlenmäßig „viele“ lieder scheinen zwar nun
geschaffen und geschrieben, für die session 2008/2009, aber es fehlt zu vielen liedern der pfiff, das besondere, das einmalige, das unverwechselbare, die wirklich gute idee.

und dann haben sie abgestimmt, die menschen in der gaststätte?

ja, es gab diese lieder von diesen bands:

1. Knittler: Fastelovend
2. Wicky Junggeburth: Die Kölsch Lektion
3. Hanak: Langsam
4. Höhner: Överall op dr Welt jitt et Kölsche
5. Zeltinger: Drink e Bier
6. Us em Levve: Un dann denk ich ahn Kölle
7. Björn Heuser: Jede Naach
8. De Wanderer: Himmlisch Jeck
9. Paveier: Mir Kölsche sin prima
10. Marc Metzger: Der doofe Dom
11. Domstürmer: Loss mer levve
12. Rheinländer: Humba Heee
13. Brings: Wenn et einmol läuft
14. Kölsche Bengels: Immer widder do
15. Bläck Fööss: Jommer noh Hus
16. Klüngelköpp: Stääne
17. Hanak: Haifischzahn
18. Die Filue: Wenn in Kölle widder et Trömmelche spillt
19. Röbedeuker: Keiner weiß et vürher
20. Brings: Heimjonn

und gewonnen?

gewonnen hat das auch meiner meinung nach beste lied: „heimjonn“ von brings, eine ballade, die sich um das zumachen der kneipe dreht, wenn man sein letztes bier getrunken hat, und dann irgendwie den schutzraum der gastronomie wieder verlassen muss. eine wirklich gefühlvolle ballade, die auch außerhalb des karnevals nun als rausschmeißer gespielt werden kann.

und „loss mer singe“?

die ziehen weiter und weiter. circa 30 kneipen in wenigsten tagen. hier ist der kneipenplan von 2009, also die termine. http://www.lossmersinge.net/termine.asp?…

und dein LIVE-gedicht?

mein erstes KÖLSCH-gedicht, aus versatzstücken neu zusammengebaut, schnell und spontan:

KOPPLOSSER
Das Mein-Kölsch-Gedicht

Loss mer singe
Kopp von däm
Ahle Mann vür
De Dür is aaf
On zu kumen
Die wigger draan

Copyright Klau|s|ens in allen Schraibwaisen und Schreibweisen, u.a. als Klau(s)ens oder KlauKÖLSCHsKÖLSCHens oder Klau=s=ens am 22.1.2009, LIVE, in der Kneipe „Alcazar“ in Köln, es läuft gerade das erste Lied der Bewertungsliste von LOSS MER SINGE (= LMS), und zwar „Fastelovend“ von Knittler (Die 100%-ige Schreibung des Kölsch als „Reinkölsch“ ist für den zu Krefeld geborenen Autor KLAUSENS teils ungewiss, ihm aber auch nicht wichtig! „aaf“ ist aber extra nicht als „aff“ bzw. „af“ geschrieben worden.)

die schreibung des kölschen stimmt nicht?

extra! – das nimmt da ja auch keiner krumm. multikulti in köln. außerdem ist „aaf“ und „aff“ eigentlich irgendwie gleich. lang oder kurz gesprochen. aber damit spielt ja auch das gedicht. bewusst. wir nichtkölner denken übrigens auch an „affe“, der aber auf kölsch wiederum „aap“ heißt.

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