Schlagwort-Archive: sterben

klau|s|ens schreibt gedicht zum sterben und überleben et al. – www.klausens.com

klau|s|ens, weihnachten geht es um die geburt.

im dezember sterben aber auch so einige.

du schriebst ein gedicht?

ja, weil doch ein überlebender von auschwitz verstorben ist, 98-jährig.

kazimierz piechowski, so sein name.

eben, einer der wenigen, die dem horror entfliehen konnten.

und nun ist also ein „überlebender“ gestorben.

das ist das seltsame: du kannst überleben, aber dann ist es eine verzögerung des todes, der ja letztendlich irgendwann dann doch noch kommt.

ausschwitz zu überleben ist eines. aber dann (nach solchem leid, solchen erfahrungen) 98 jahre zu werden, das ist das andere.

unsere existenz bleibt absurd, den einen ergeht es besser, den anderen schlechter.

und früher tod und später tod: wer wollte das irgendwie bewerten? (dazu noch die todesstrafe, von den menschen ja auch noch erfunden.)

DENEN GEWEIHT

Ach, ein langsam Sterbender

Möchte

Endlich den Tod erleben

Und ein Auschwitz-Überlebender

Ist nun

98-jährig verstorben

Nur Jesus ist putzmunter

Wiederauferstanden

Von den Toten

Lebendige wollen Todgeweihte

Exekutieren

Kann man ja alles

Motto: Morgens noch

Abkratzen

Was sich aus dem Schnee nächstens ergab

Copyright KLAUSENS in allen Schraibwaisen und Schreibweisen, u. a. als Klau/s/ens oder Klau*s*ens oder Klau+s+ens, am 16.12.2017 gegen 14:55 Uhr bis 15 Uhr, sowie kleine Korrekturen am 18.12.2017 gegen 11:28 Uhr MEWZ, Königswinter-Oberdollendorf. (Die Zeichnung hierunter entstand am 15.12.2017 und heißt „Überwinterzeit“.)

96-dpi-1000-pix-mit-rand-nun-bild-klausens-zeichnung-ueberwinterzeit-15-12-2017-scan-16-12-2017

HOMEPAGE VON KLAU|S|ENS: http://www.klausens.com

Advertisements

klau|s|ens hat angst vor dem satz “geh doch endlich sterben!” – www.klausens.com

klau|s|ens, heute stimmen sie über die 4 anträge ab. im bundestag.

man hat angst.

welche?

… dass die gesellschaft in einen sterberausch hineinfindet, mehr und mehr.

wie soll der aussehen?

man sagt an jeder ecke, dass sterben die beste lösung aller probleme wäre.

auch morgens im bus?

überall wirst du das hören, überall.

dürfen schwerkranke denn nicht in würde sterben?

doch, sicher, aber die pforten dürfen nicht weit geöffnet werden.

sobald man weit die pforten öffnet, strömen mehr und mehr nach.

so ist es auch bei den himmelspforten, wo die toten ja angeblich hindurch…

kinder lassen sich heute schon „schönheitsoperieren“.

und die kinder werden sagen: „mamma, ich habe eine 6 in der mathearbeit. ich möchte nur noch sterben.“

und die mutter sagt: „kind, denk noch mal drüber nach. aber wir fahren natürlich gerne in die schweiz mit dir.“

es werden mehr menschen und noch mehr menschen sterben wollen. schon bei kleinigkeiten. einer grippe!

sterben wird wie ein freizeitsport.

man fragt: „was machst du am wochenende?“ – antwort: „ich weiß noch nicht, mal sehen. vielleicht gehe ich ja sterben.“

„sterben gehen“ als (freizeit)erfüllung des wochenendes.

und diese atmosphäre des schnellen todes wird tausende verwandtschaften die alte oma umringen lassen: „käthe, hast du nicht mal darüber nachgedacht, sterben zu wollen?! – wir bringen dich auch dahin.“

das ist ja absurd!

denkst du, denkst du! – du musst die dinge immer nur weiterdenken. in der gesellschaft verschiebt sich etwas … aber plötzlich brechen die dämme mehr und mehr und mehr. (das siehst du schon beim tätowieren. da sind millionen körper schon von befallen. und immer mehr machen fast schon ganzkörpertätowierungen, die unwiederbringlich den körper verändert haben.)

der tod ist noch unwiederbringlicher.

der tod ist vor allem kein spielzeug, schon ja nicht für leute, die damit geld verdienen wollen.

wie viele „schönheits-OPs“ endeten als fiasko, weil menschen sich bereichern wollten und unqualifizierte ärzte zu schleuderpreisen ins rennen schickten?!

deshalb sage ich: leute, treibt es nicht zu weit. weder in den gesetzen noch in euren reden!

macht den tod nicht zur „wundervollsten nebensache“ der welt.

nachher werden völkermorde in der rückschau auch noch so beschönigt, weil hier heute die todespforten öffnen: als erlösung, als sterbehilfe, als „begleiteter suizid“ … und vieles andere.

da habe ich einfach angst vor.

… und vor dem satz im bus oder in der straßenbahn oder in der u-bahn oder in der s-bahn oder im regionalzug. diesem einen satz!

ich weiß: schüler auf dem weg zur schule. und A sagt zu B: „geh doch endlich sterben!“

lieber tod, tu uns das nicht an!

klausens-kunstwerk-k-werk-etwas-vom-sterben-6-11-2015

HOMEPAGE VON KLAU|S|ENS: http://www.klausens.com

klau|s|ens sucht die grippeviren und die grippewelle – www.klausens.com

klau|s|ens, alle reden davon: grippe. hattest du schon? bist du genesen? hattest du noch nicht?

man redet über griechenland … und über die grippewelle, gewiss. – über IS, deren grausamkeiten gegen menschen und und die zerstörung von kulturgütern in mossul redet man etwas weniger.

der ex-kulturminister lang aus frankreich hat IS schon mit hitler und den NS-verbrechen verglichen.

das liegt ja nah, wenn so „entfesselt“ gegen das leben und jegliche werte agiert wird. da kommt man immer zur vergleichsgröße nationalsozialismus.

ach ja: griechenland darf weiter schulden anhäufen.

auch das, auch das: es ändert sich nichts, am kern aller probleme, aber es bricht auch nichts morgen zusammen. da in griechenland.

überball baden arme menschen die verbrechen und unfähigkeiten anderer aus.

auch daran werden wir nichts ändern können, diese attitüde zieht sich durch die welt. ich muss immer daran denken, wie man mit kaum verhülltem rassismus millionär wird. (herr sarrazin hat ja bücher geschrieben und hundertausendfach, wenn nicht mehr, verkauft. aber in griechenland bibbert die rentnerin, deren rente so radikal gekürzt wurde … und deren krankenversorgung so radikal beschnitten wurde, dass viele keine medikamente mehr bekommen, derer sie doch bedürfen. so widersprüchlich tickt die welt.)

IS mordet und brandschatzt und quält und vergewaltigt … auch das scheinbar ohne unterlass.

alles das ist: „welt“, mal so, mal so … aber die ungerechtigkeiten bleiben, mal mehr, mal weniger. aufhören tut nichts!

auch der böse antisemitismus ist wieder da, wenngleich auch mit leicht geänderten varianten, weil nun auch viele radikale des islamischen backgrounds juden attackieren. das ist uns in deutschland neu, wenngleich der andere antisemitismus (der aus deutscher normalsicht, vielleicht zumeist „rechter“ sicht) auch noch lebt und lebt und lebt.

so drehen wir uns im kreis, bis dass der tod uns alle findet. so oder so.

die einen werden gequält, die anderen erliegen auf ihrer yacht im mittelmeer einem süßen herzschlag beim cocktail-trinken.

so ungerecht ist das leben, so ungerecht wird es bleiben. da so und dort so.

deshalb suchen wir dieser tage auch den grippevirus und die grippewelle.

aus reiner ablenkung, obwohl manche auch an der grippe mal versterben.

wir zeichneten gestern etwas, was wir „formo“ nannten.

es dürfte sich um den grippevirus handeln, aber genau wissen wir es nicht.

gott sandte uns dieses gebilde in unsere phantasie.

aber wir können es nicht deuten.

nein, denn das sterben geht weiter: so oder so. aber nun hat es bezüglich der grippe ein gesicht.

klausens-zeichnung-k-werk-kunstwerk-formo-27-2-2015-96-dpi-1000-pix

HOMEPAGE VON KLAU|S|ENS: http://www.klausens.com

klau|s|ens erspürt diese neue, zu oft eher beunruhigende haltung zum tod und sterben und zum generellen abtreten – www.klausens.com

klau|s|ens, es geht bei diesem thema nun richtig ab.

überall redet man vom selbstbestimmten sterben – alle bedenken werden weggewischt.

es wird propaganda für den selbstbestimmten tod gemacht, wie es lange nicht derart so war.

alles kulminiert.

das kommt, weil wir immer älter werden.

das kommt, weil die pflegeheime voll und übervoll sind.

immer mehr menschen geraten in schlechte und sehr schlechte lebens-nicht-gesund-umstände, die sie sich natürlich jeweils nienicht erwünscht hatten.

und aus aus dieser andauernden veränderung des verlängerten und teils siechen menschseins im eher reichen westen heraus zeigt sich zugleich die andere seite: der tod, der tod, der tod.

der eigene tod als schnelle und beste erlösung.

die natur ist abgemeldet, eine idee von herrgott ist abgemeldet: ich mache mir frühstück, ich kaufe mir elektrogeräte, ich bestimme auch mal so eben meinen tod … und dann gucke ich sportschau und schalte die waschmaschine aus.

und damit werden wir regelrecht zugehämmert, mit dieser idee. tod, tod, tod. selber, allein, frei.

da war jene krebskranke frau in den USA, die sich nun den giftcocktail gab oder geben ließ: brittany maynard.

dann die fast öffentlichen suizide von gunter sachs und udo reiter.

dazu jede menge sterbehelfer, sterbebegleiter, sterbegesellschaften, alle sind „human“ und nur noch „human“. alle reden und schreiben. alle machen propaganda.

und man weiß, das kann nicht „gut“ sein, in seiner gesamtheit.

wenn alle menschen das leben weggeben, sehr schnell weggeben, die gesellschaft den wert des lebens insgesamt nicht mehr hoch achtet … dann leidet sehr bald auch das leben selber.

dann kann und will und soll man sich wohl auch mit leichten weh-weh-chen schon von allem verabschieden.

es ist zumindest ideologisch dann eher möglich: wir alle schwimmen ja in dieser suppe, die wir „gesellschaft“ nennen und lassen uns von dem treiben, was die gesellschaft da gestaltet oder verunstaltet. mit twitter und facebook und youtube und whatsapp und trullala werden alle themen binnen minuten durchgekaut und durchgesaugt, wo man früher jahre und jahrzehnte hätte ins land gehen lassen.

nun aber gehen die jahre in minuten und das leben wird zum erwünschten tod: soll uns das kalt lassen, bevor wir alle kalt werden?

ich denke an alle die, die nicht mehr recht denken können. die abhängigen mit alzheimer oder anderen krankheiten. die von der familie oder freunden oder bekannten „geführt“ und betreut werden.

wie leicht könnte man da denken, dass man diesen menschen „hilft“, auch aus anderen gründen: zugriff, erbe, macht, bestimmen … probleme aus der welt schaffen.

und da haben wir unsere große, große angst. genau das ist es!

deshalb geht uns das selbstbestimmte sich-selber-töten(-lassen) nicht so leicht über die lippen, auch wenn wir diesen oder jene gut verstehen können wollen.

das ist die empathie … und da ist die angst.

eine gesellschaft, die sich selber wegwirft, weil sie das leben wegwirft.

bei den tieren fingen wir an … mit unseren bosheiten … und jetzt sind wir selber dran. (… wieder dran, nachdem die menschenfresser wohl ausgestorben sind.)

wir werfen alles weg und heben es so auch auf. da sitzt ein dicker klumpen in meiner kehle, wenn alle in die welt pilgern, um sich da und dort beim sterben helfen zu lassen.

das thema ist so omnipräsent, dass man sich dem nicht entziehen kann.

und so ist es immer: schleichend löst sich alles in dir auf, auch in deinem kopf.

wenn man genug mit den dingen beschallt wurde, dann weiß man selber auch nicht mehr, was man wirklich weiß oder will.

es ist bei allem so viel unbehagen.

so viele alte leute, die dann frühzeitig enden könnten, weil man das thema „sterben und sterben lassen“ zu schnell und zu dynamisch freigibt. ach ja. (und dann ein paar seltsame pfleger und pflegerinnen, die in dieser „hausse“ auch noch durchdrehen: kissen, spritzen, maschinen. auch das noch. auch das noch. man will nicht daran denken!)

klausens-kunst-foto-und-collage-gelbblumen-26-10-2014-und-3-11-2014-1000-pix-96-dpi-mit-logo

HOMEPAGE VON KLAU|S|ENS: http://www.klausens.com

klau|s|ens erlebt den tod des joachim fuchsberger als (prinzipiell) zu schnelles vergessen – www.klausens.com

klau|s|ens, wie oft haben wir joachim fuchsberger im fernsehen gesehen?

gefühlte hunderttausende male.

wir wussten scheinbar alles von ihm: seine haltung, sein sehnen, seine werte.

allein, wie oft er bei frau maischberger in der sendung wohl war!

überall war fuchsberger. unser leben bestand zu großen teilen in einer steten auseinandersetzung mit diesem mann.

man konnte nicht anders, er war so präsent und wohl auch so beliebt.

was ich meine ist folgens: nach all der lebenszeit, die wir uns mit dem lebenden herrn fuchsberger befassten oder auch, durch die medien gewollt, befassen mussten, geht es im und nach dem tod dann so verdammt schnell.

ja, gewiss: die meldungen am tage, dann ein paar sondersendungen, berichte in nachrichten und boulevardmagazinen, aber nach 1 tag ebbt es schon ab, nach 2 wird es sehr wenig, nach 3 hören wir kaum davon, bleiben noch die wochenrückblicke … aber die sind ja schon am vierten tag, in dieser woche. (und noch die erwähnung der besten, „unserer besten“, … verstorbenen … bei der bambi-verleihung.)

mir geht es um das unverhältnis, dass wir uns a) viele stunden mit dem lebenden joachim fuchsberger befasst haben, aber b) der verstorbene joachim fuchsberger dann aber so schnell wieder aus unserem leben verschwindet. erst war er gefühlt fast jede woche „da“, dann – nach dem tod – ist er gefühlt kaum jemals vorhanden gewesen.

wir befassen uns also zu 99 % der zeit mit einem lebenden (prominenten) menschen und nur zu 1 % der zeit mit einem verstorbenen.

so scheint es: ein gigantisches missverhältnis. … und dann kommt schon der alltag und andere stars huschen über den apparat. (ist frau jenny elvers nicht nach marbella gezogen? war es nicht so?)

man fragt sich also: was soll das alles? (allein, wie viel wir uns mit dem tragischen tod des sohnes von joachim fuchsberger, thomas fuchsenberger, ja auch beschäftigt haben.)

wieder und wieder gab es dazu berichte und interviews mit joachim fuchsberger. er berichtet von seinem sohn und von dem verlust. (von der sendezeit hunderte stunden wahrscheinlich … allein zu dieser thematik.)

ist aber ein solcher prominenter mensch wie joachim fuchsberger verstorben, dann ist das auch wieder alles schnell vorbei.

dann erscheint einem alle zeit so sinnlos, die man zuvor mit einer medialen person medial verbrachte, wenn diese nachher so schnell wieder verschwindet, aus allem … also: aus den medien.

es wird wiederholungen um wiederholungen geben: edgar-wallace-filme zum millionsten mal. so taucht joachim fuchsberger dann doch wieder auf.

und dann sagt man irgendwann: „zum 50ten todestag von joachim fuchsberger wiederhollen wir heute den film …“

so ist es. man wird schnell vergessen, ist aber dann ja doch noch da, in den vielen wiederholungen.

das missverhältnis zwischen leben und tod aber bleibt, was wir hier beschrieben haben.

sicher: aber der tod dauert nur eine zillitrillionste millisekunde, und herr fuchsberger hat über 87 jahre gelebt. das ist ja auch schon ein missverhältnis.

 klausens-k-werk-kunstfoto-der-im-fernsehen-gemeldete-tod-11-9-2014-1000-pix-mit-logo

HOMEPAGE VON KLAU|S|ENS: http://www.klausens.com

Über die unverhofften Todesmeldungen im Internet schreibt KLAUSENS

klau|s|ens, jetzt ist der johannes heesters doch noch gestorben.

und ein tod am 24.12. wird ewig weiter besungen werden. so ein todestag ist für legenden gut. (als geburtstag am 24.12. natürlich noch mehr. aber ein tod am 24.12. hat auch etwas besonderes.)

dabei sind auch kalender willkürliche benennungen durch den menschen. außerdem gibt es unterschiedliche bewertungen vom 24.12. und vom 25.12., je nach religion. und bei den orthodoxen sind es andere tage, weil es ein anderer kalender auch ist. es ist alles kompliziert.

gewiss, aber irgendwie dreht sich die erde ja doch, ihre 365+nochwas tage.

eben: es bleibt das nochwas. aber wir wollen nicht klagen.

was? es gibt einen tod … und du willst nicht klagen?

in diesem alter hat der tod etwas anderes. 108 jahre.

aber es gibt auch jüngere tode, also: tote.

ja, zu weihnachten passt es nicht recht. das todesthema.

aber heesters ist dennoch gestorben. andere werden auch sterben, trotz aller erzählungen über gott und jesus.

jesus, der zu weihnachten so viel hoffnung verbreitet oder verbreiten soll, starb dann ja selber auch.

da zerstob dann die hoffnung. karfreitag machen sie (die christen) alles wieder kaputt, was sie weihnachten mit ihren geschichten aufbauen wollen.

in dieser religion wird auch der kreuzestod noch zu einer hoffnung für die menschheit. denn er ist ja vorbedingung für die wiederauferstehung, was ja dann der absolute höhepunkt ist. man kann alles so oder so auslegen. in diesen tagen sind die bibelausleger ja wieder sehr aktiv.

da wird jedes wort dreifach gewendet.

man kann sich alles so oder so zusammensuchen.

das macht die sprache. die sprache!

aber der tod kommt über die sprache zu uns hin.

wie meinst du das?

man berichtet von dem tod: im fernsehen, im radio, im internet, in der zeitung. es geschieht via sprache.

sind es nicht meistens die todesanzeigen?

doch, doch, wenn du nicht prominent bist, dann bleibt nur die todesanzeige. oder die persönliche nachricht via gespräch, anruf, mail, SMS … facebook ? (gilt FACEBOOK noch als „persönlich“? sag doch mal, wie muss ich das alles bewerten? wie findest du eigentlich eine todesnachricht per SMS?)

und was hast du herausgefunden?

weil immer mehr todesanzeigen im internet stehen, kann man auch immer mehr tode und tote dort finden.

das internet wird zum virtuellen massengrab.

ist es das nicht schon?

was fiel dir noch auf?

mir fiel auf, dass man nun unverhofft auf tode stößt und dann ganz schlimm erschrecken kann.

im internet?

ja, und am computer, während man im internet surft.

was fandest du denn?

ich will keine namen nennen. aber nimm es so: du suchst einen alten nachbarn, weil du dem damals bälle in den garten warfst.

den suchst du?

der mensch fällt einem ein, man guckt mal so im internet nach …

… und dann …?

… kann es sein, dass man ganz unverhofft auf eine todesanzeige stößt. denn viele todesanzeigen werden von GOOGLE und anderen suchmaschinen gefunden und gespeichert, je nach plattform, und wie diese programmiert ist.

dann taucht also ein mensch, den du kennst, als unverhofft toter auf.

ja, ZACK. da bekommt man einen kleinen schock. das kann immer passieren, wenn man nach einem namen guckt. es kann auch ein mitschüler sein, eine vereinskameradin, der pastor … oder auch der busfahrer, der in deiner nähe wohnte. selbst die lebensmittelhändlerin, selbst die. die friseuse. der mann vom kiosk. der fußballtrainer von der E-jugend. das mädchen von der pommesbude.

guckst du die denn dauernd nach?

nein, aber es gibt immer mal wieder personen, an die man sich erinnert. dann sagt man sich eher spielerisch: „was macht eigentlich …?“ – und schon hat man es eingetippt. und dann kann es sein, dass … tote auftauchen. mausetote. BUMM, BUMM, BUMM. AUS UND VORBEI. so kann es ergehen … in den tagen des internets.

der arme johannes heesters.

wieso?

den geben jetzt leute im internet in die suchmaske ein, und dann ist der tot.

aber bei dem ist es doch genau andersherum: der wird heute in die suchmaschinen eingegeben, weil die leute schon wissen, dass er tot ist.

wie lange wird er wohl tot bleiben?

du glaubst also auch an die wiederauferstehung? dabei tust du so atheistisch, klau|s|ens.

zweitklausens, man weiß ja nie, was man denken soll. am himmel tauchen so komische glitzerdinge mit schweif auf. vielleicht hat die bibel ja doch recht. immerzu kometen!

und wenn der komet nur aus dem all dahinstürzender schrott war? was dann? und überhaupt: was sagen die kometen über jesus aus?

dann hat die bibel eben unrecht. mir soll es egal sein. tot bleibt tot, und geburt bleibt geburt. ich glaube einfach mal an alles.

HOMEPAGE VON KLAU|S|ENS: http://www.klausens.com

Zu den Toden von Walter Giller und Václav Havel und Kim Jong Il denkt KLAUSENS nach

klau|s|ens, drei der öffentlichkeit bekannte personen verstarben.

aus unterschiedlichen metiers.

man könnte havel und kim jeweils der politik zuordnen.

aber havel kam von wo ganz anders in die politik als kim in nordkorea. diametral anders! widerstand und unterdrückung. da kam der eine, da der andere her.

es stimmt. du hast recht. das label „politik“ passt nicht.

am ende möchtest du giller auch noch der politik zuordnen.

darum geht es mir auch gar nicht.

worum denn?

sie sind tot.

das ist das normale ende des lebens.

aber nicht von allen menschen laufen dann diese filmstrecken durch die fernseher.

sie holen alles aus den archiven. (bei giller werden komplett alte spielfilme wiederholt.)

die toten personen stehen wieder auf.

es sind nur bilder. abbilder.

das „ich“ der person ist tot, aber die hüllen sind noch da.

es gibt tausende von hüllen. sie haben etwas von dem menschen, aber nur etwas.

in jeder sekunde wechseln wir unsere hülle.

wahrscheinlich noch schneller.

sobald wir tot sind, kann unsere hülle millionenfach repoduziert werden.

varianten der hülle, ja, in filmen.

und so entsteht ein geist, der mit dem menschen nichts zu tun hat. oder auch: viele geister.

jeder filmausschnitt bewahrt eine art subgeist des menschen. gefroren.

dann sind wir viele geister? du und ich auch? – klau|s|ens, sprich!

wir sind nur unsere hüllen. wenn wir in filmen sind, sind es die hüllen von unserem ich, welches sich jeden tag verkleidet. der körper benennt den jeweiligen status. der auf film gebannte körper ist ein kalendereintrag für die hülle des menschen.

aber wir werden von diesen bildern nun überrollt.

nie kannte ich walter giller und václav havel und kim jong il so gut wie heute.

oder: nie vermeinte ich, diese personen so gut zu kennen, wie wenn …

… sie tot sind. es hat alles nur mit erscheinungen zu tun. nimm filmbilder wie geister des menschen. sie haben eigentlich nichts mehr mit ihm zu tun, aber sie sind dennoch fetzen seiner existenz.

filmbilder sind fetzen.

man sollte in tibet und nepal und wo es sonst noch üblich ist, keine tuchfetzen in die bäume oder eher sträucher hängen (bäume wachsen so hoch ja nicht) …

… sondern fetzen von filmstreifen.

du vergisst die digitalisierung.

also: und noch fetzen von festplatten. alles müsste in die bäume und sträucher geknotet werden.

als erinnerung. wisse: auch erinnerung ist ein geist.

auch die kunst beherbergt geister, die schon längst vergangen sind.

aber wir schreiben. jetzt. hier.

wenn unsere worte dastehen, sind auch sie nur noch geister. unser „ich“ ist dann schon wieder ein anderes. millisekunde um millisekunde.

was ist überhaupt ein „ich“?

HOMEPAGE VON KLAU|S|ENS: http://www.klausens.com