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klau|s|ens guckt allzeit LIVE auf die revolutionsplätze der welt, aktuell auf den taksim-platz – www.klausens.com

klau|s|ens, was machst du am tage?

ich? ich schalte den fernseher an und gucke, wo es heute revolution gibt, zumindest aufstände … vielleicht straßenschlachten.

geht das denn?

au ja, wenn etwas passiert, dann passiert es auch LIVE: BBC, CNN, n-tv, N24 … alle haben da kameras oder zugang zu irgendwelchen kameras.

das ist das schöne beim internet!

du kannst auch eine einfache webcam an einem platz irgendwo in der höhe befestigen …

… und die ganze welt guckt nun LIVE zu: platzgucken ist dieser tage angesagt.

genauso ist es: kürzlich schaute ich immer auf den tahrir-platz in kairo und jetzt schaue ich auf den taksim-platz in istanbul.

überall gibt es anlässe, sich zu wehren.

es sind die massen, die sich versammeln aus diesen oder solchen gründen: gerne wegen und für die freiheit.

und der böse staat will dann nicht mitmachen und versucht, alles kleinzukriegen: gerne mit militär oder polizei, immer wieder auch mit tränengas und wasserwerfern.

wir sitzen zeitgleich zuhause und zappen in alle revolutionen oder auch nur rebellionen der welt mal rein.

schade, dass aus peking nichts kommt.

ja, die regierung hätte es wohl auch verdient, dass da an einem platz (tiananmen-platz) etwas passierte.

und wir fühlen uns gut?

sicher, die massen wehren sich – und unser gewissen ist beruhigt: die welt ist schlecht, aber da und dort gibt es immer wieder menschen, die für die freiheit aufstehen.

und dann?

dann machen wir den fernseher wieder aus und loben die demokratie.

bis dann „stuttgart 21“ kommt bzw. kam.

ja, das gucken wir natürlich auch. eigentlich spielt sich die politik derzeit auf den plätzen ab … und im internet. (es ist die kombination.)

man braucht diese plätze, wo etwas „abgeht“, aber man braucht auch webcams und/oder fernsehkameras, die alles einfangen und LIVE senden und nochmals senden.

und dann braucht man neben dem internet noch diese fernsehsender, die diese bilder auch übernehmen. zappen ist nur am fernseher schön.

was sagt uns das alles?

eigentlich nichts. es sind nur beobachtungen des westlichen menschen: wie sehe ich meine welt? was nehme ich wie auf? wie gehe ich mit allem um?

und? was tust du?

ich denke, ich werde gleich mal wieder etwas auf diese plätze zappen. im moment ist taksim ja groß angesagt. die freiheit ist auch ein schöner zeitvertreib … für manche menschen. die freiheit zum zeitvertreib anhand der freiheit. du verstehst?!

man merkt, dass du irgendwo doch ein schlechtes gewissen hast.

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Den Aufruhr in Ägypten erfasst KLAUSENS u.a. mit einem Realgedicht

klau|s|ens, jetzt clashen sie.

gestern war es der fall, ja.

es gab unglaubliche szenen.

pferde und kamele ritten in die menge. provokationen, ganz klar provokationen.

und dann ging es langsam los.

molotow-cocktails, immer wieder. sie werfen molotow-cocktails jeweils in die menschengruppen. dazu: schutzschilde wie zu römers zeiten. pro-mubarak gegen contra-mubarak.

alles LIVE.

auf CNN sehr viel LIVE, ja, ja.

du hast ein REALGEDICHT geschrieben?

wir haben es geschrieben. außerdem werden REALGEDICHTE ja nur von uns erfasst. sie sind eigentlich schon da. wir wählen diese aus, oder wir wählen ausschnitte aus … und erklären diese zu REALGEDICHTEN.

was dieses mal?

wir nahmen gestern den Ticker von SPIEGEL ONLINE, einen teil daraus, also: einen teil von dem LIVE-ticker.

ich kannte es das vom fußball. tor, foul, platzverweis, flanke, schuss: alles im LIVE-ticker.

ja, es nimmt immer mehr zu. reporter schreiben in minutenabständen, was passiert und „tickern“ es ins internet. nun darf man auch revolutionen so erleben. LIVE am internet den ticker, live am fernsehen die aufnahmen von festinstallierten kameras. gestern vom tahrir-platz in kairo.

es war also der LIVE-Ticker von SPIEGEL ONLINE abgerufen gegen 18:19 Uhr, nur die sichtbare Seite 1, Teil 1, von insgesamt 4 Teilen. der SPIEGEL gibt wiederum folgende QUELLEN für seinen LIVE-Ticker an:
flo/kgp/AP/dpa

und das am 02.02.2011. gestern. mittwoch. diesen LIVE-ticker-ausschnitt erklären wir zum LIVE-gedicht.

REALGEDICHT
Ägypten-LIVE-Ticker

Brandbomben fliegen, Schüsse fallen, Menschen werden gejagt. Auf Kairos Straßen findet seit Stunden eine regelrechte Schlacht zwischen Regime-Gegnern und Mubarak-Treuen statt. SPIEGEL-ONLINE-Reporter Matthias Gebauer berichtet von vor Ort. Verfolgen Sie die Ereignisse im Liveticker.

+++ Attacken auf ausländische Journalisten nehmen zu +++

[18.15] Die Angriffe auf ausländische Journalisten scheinen zuzunehmen. Tom Willcox von der BBC teilte via Twitter mit, eine Kamerafrau sei brutal zusammengeschlagen worden. Die schwedische Zeitung Aftonbladet teilte mit, zwei ihrer Reporter seien von einer aggressiven Menschenmenge angegriffen worden. Eine der beiden, Karin Oestman, wurde ins Gesicht gespuckt, zudem wurde sie beschuldigt, für den israelischen Geheimndienst Mossad zu arbeiten.

+++ Plünderer in den Straßen von Kairo +++

[18.10] Plünderer nutzen das Chaos im Zentrum von Kairo. Sie ziehen durch die Straßen, brechen parkende Autos auf und durchsuchen die Wagen, berichtet SPIEGEL-ONLINE-Reporter Matthias Gebauer. Immer wieder fliegen Molotow-Cocktails – von wem sie kommen, ist nicht zu erkennen.

+++ Europäische Union macht Druck auf Mubarak +++

[18.01] Die Europäische Union macht Druck auf die ägyptische Regierung, hält sich mit konkreten Forderungen aber bedeckt. „Wir rufen Herrn Mubarak auf, die Dinge so schnell wie möglich zu erledigen“, sagte die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton in Brüssel. Die Forderung der EU-Außenminister nach Wandel und einem geordnetem Übergang sei durchaus dringend gemeint. Zu Mubaraks Absicht, nicht sofort zurückzutreten, äußerte sich Ashton nicht direkt.

+++ Regimetreue jagen Gegner durch die Straßen +++

[17.59] An der Nil-Seite des Tahrir-Platzes bricht ein Straßenkampf aus. Den ganzen Tag hatten sich Mubarak-Gegner und Oppositionelle hier gegenüber gestanden – nun verfolgen Regimetreuer ihre Gegner durch die engen Straßen. Einige von ihnen werden in Hauseingängen zusammengeschlagen, berichtet SPIEGEL-ONLINE-Reporter Matthias Gebauer. Erst als einer der Panzer seinen Motor anwirft und eine weiße Rauchwolke hinter ihm aufsteigt, beruhigt sich die Situation ein wenig. Verzweifelt versucht eine Frau mit einem Megafon, die aufgebrachten Männer zur Ruhe zu bringen. „Wir sind alle Ägypter“, schreit sie immer wieder. Steine fliegen, die Scheiben der anliegenden Geschäfte gehen zu Bruch.

+++ Spekulationen über Absetzung Mubaraks +++

[17.50] Am Tag nach der Fernsehansprache von Präsident Mubarak gibt es Spekulationen über seine Absetzung. Ein ehemaliger Geheimdienstoffizier sagte dem Sender al-Dschasira, es sei nicht ausgeschlossen, dass das Militär sich zur Absetzung Mubaraks entschließe. Der Präsident hatte zwar erklärt, er verzichte auf eine Wiederwahl. Einen schnellen Rücktritt hatte Mubarak in seiner Ansprache aber abgelehnt.

+++ Armee löscht Brand in Nationalmuseum +++

[17.49] Die Armee versucht, die Brände zu löschen, die im Nationalmuseum in Kairo wüten. AFP meldet, zwei Molotow-Cocktails seien in den Hof des Museums geflogen. Vor dem Museum sei zudem nach der Zündung weiterer mit Benzin gefüllter Bomben ein Baum in Flammen aufgegangen. Das Museum beherbergt Kunstgegenstände von unschätzbarem Wert aus der Geschichte Ägyptens.

+++ ZDF-Journalistin soll verhaftet worden sein +++

[17.35] Bei den Unruhen soll eine ZDF-Journalistin von Soldaten verhaftet worden sein. Das ZDF konnte zunächst keine Angaben darüber machen, ob eine Mitarbeiterin des Senders festgenommen wurde. Ein Sprecher erklärte, dies werde geprüft. Die Teams von ARD-Fernsehen und -Hörfunk räumten am Nachmittag ihre Büros in der Nähe des Gebäudes des ägyptischen Fernsehens, nachdem eine Gruppe von Schlägern versucht hatte, das im gleichen Gebäude befindliche Studio des Nachrichtensenders al-Arabija zu stürmen. Zudem wurde Mohammed Omar, ein Fotograf der European Pressphoto Agency (EPA), während der Auseinandersetzungen attackiert und am Kopf verletzt. Nach Angaben von Kollegen nahmen ihn anschließend Soldaten fest.

+++ Bericht über Feuer im Nationalmuseum +++

[17.20] Die Proteste sollen erneut das Nationalmuseum in Kairo in Mitleidenschaft gezogen haben. Unter Berufung auf einen Journalisten vor Ort meldet der Sender al-Dschasira, dass im Ägyptischen Museum ein Feuer ausgebrochen sei. Demnach unternimmt das Militär Löschversuche. Bereits vor Tagen waren Plünderer in das Museum eingedrungen.

+++ Kampf mit Molotow-Cocktails +++

[17.13] Kurz nach Einbruch der Dunkelheit fliegen erste Molotow-Cocktails nahe dem ägyptischen Museum, offenbar von beiden Seiten. Zudem werfen Menschen von den Häusern am Rand des Platzes Molotow-Cocktails in die Menge. Die Ausgangssperre ist bereits länger in Kraft, die Lage beruhigt sich nicht. An allen Zufahrtsstraßen am Platz stehen sich die beiden verfeindeten Gruppen gegenüber, jeweils ausgerüstet mit Steinen als Wurfgeschosse und bewaffnet mit Eisenstangen.

+++ Hunderte Regierungsgegner in Kairo verletzt +++

[17.03] Der Sender al-Dschasira hat eine Zwischenbilanz der gewaltsamen Auseinandersetzungen in Kairo gezogen. Demnach seien bei den Straßenschlachten rund 500 Menschen verletzt worden. AFP-Reporter schätzen, Hunderte Mubarak-Gegner seien verletzt worden.

+++ Washington verurteilt Gewalt in Ägypten +++

[16.57] Die USA zeigen sich schockiert über die blutigen Auseinandersetzungen in Kairo. Das Weiße Haus verurteile die Gewalt zwischen Anhängern und Gegnern von Präsident Mubarak, sagte ein Sprecher. Die USA seien „zutiefst besorgt“. Aus dem US-Außenministerium hieß es: „Wir fordern alle Seiten auf, sich zurückzuhalten und Gewalt zu vermeiden.“ Der Weg Ägyptens zu einem demokratischen Wandel müsse friedlich sein.

+++ Westerwelle telefoniert mit ElBaradei +++

[16.55] Außenminister Guido Westerwelle hat mit dem ägyptischen Oppositionspolitiker Mohamed ElBaradei telefoniert, hat das Auswärtige Amt mitgeteilt. Westerwelle verurteile die zunehmende Gewalt in Ägypten. Nach dem Telefonat erklärte er: „Ich fordere die Sicherheitsbehörden in Ägypten auf, keine Gewalt gegen Demonstranten anzuwenden. Jede weitere Eskalation der Situation muss unbedingt vermieden, Schlägertrupps muss unverzüglich Einhalt geboten werden.“

+++ Ägyptisches Militär dementiert Attacken auf Demonstranten +++

[16.49] Dementi im Namen der Armee: Das ägyptische Militär hat nach Angaben des Verteidigungsministeriums nicht auf Demonstranten in Kairo gefeuert. „Die Armee widerspricht der Darstellung, sie habe auf Demonstranten geschossen“, zitiert die Agentur Reuters das Ministerium. Zuvor hatten Reporter Schüsse gehört und vermutet, die Armee habe in die Luft gefeuert.

+++ Rating-Agenturen stufen ägyptische Banken herab +++

[16.47] Angesichts der Unruhen in Ägypten hat die Rating-Agentur Moody’s fünf ägyptische Banken herabgestuft, von der Agentur Standard & Poor’s wurde ebenfalls die Kreditwürdigkeit zweier Finanzinstitute des Landes abgewertet. Als Grund wurde in beiden Fällen die Befürchtung angegeben, dass die seit Tagen anhaltenden Proteste sich negativ auf den Zufluss direkter Investitionen aus dem Ausland auswirken und zu Unterbrechungen der wirtschaftlichen Aktivitäten führen könnten. Die betroffenen Geldhäuser stünden weiter unter Beobachtung, weitere Herabstufungen seien möglich.

+++ Belgischer Reporter festgenommen +++

[16.21] Laut Berichten von europäischen Zeitungen ist ein belgischer Reporter in Ägypten festgenommen worden. Serge Dumont sei erst geschlagen und dann festgenommen worden, zitiert die Nachrichtenagentur AP aus Berichten. Er werde der Spionage beschuldigt. Dumont sei während der Berichterstattung über eine Demonstration von Männern in Zivilkleidung abgeführt worden. Der Reporter heißt demnach Maurice Sarfatti, schreibt aber unter dem Namen Serge Dumont für Zeitungen in Brüssel, Frankreich und Genf. Er habe den Redaktionen telefonisch von seiner Festnahme berichtet. Laut diesen Angaben wurde der Mann ins Gesicht geschlagen und als Unterstützer von Oppositionspolitiker Mohamed ElBaradei bezeichnet.

+++ Britischer Regierungschef fordert schnelle Reformen +++

[16.33] Der britische Premierminister David Cameron verurteilt die Gewalt in Kairo – und kritisiert die ägyptische Regierung scharf. „Sollte sich herausstellen, dass das Regime die Gewalt vorangetrieben oder toleriert hat, ist das vollkommen inakzeptabel“, so Cameron. Die Auseinandersetzungen zeigten einmal mehr, dass politische Reformen sehr dringlich seien.

+++ Notdürftige Klinik versorgt Dutzende Verletzte +++

[16.25] In einer kleinen Moschee in einer Seitenstraße haben die Oppositionellen eine provisorische Klinik eingerichtet, berichtet SPIEGEL-ONLINE-Reporter Matthias Gebauer. Auf dem Boden liegen Dutzende Verletzte, die meisten mit Platzwunden am Kopf, die notdürftig versorgt werden. Ein Arzt vor Ort schätzt die Zahl der Verletzten allein in dieser Moschee bisher auf mehrere hundert. „Ich bin mir sicher, dass es auch Tote gab“, sagt der Mediziner, dessen Kleidung mit Blutflecken übersäht ist. In der Straße, die zu der Moschee führt, liegen Dutzende Verletzte mit Verbänden am Kopf, unter ihnen auch westliche Reporter, die Steine abbekommen haben.

+++ USA besorgt über Attacken auf Reporter +++

[16.21] Die US-Regierung hat sich angesichts von Angriffen auf Journalisten in Ägypten besorgt gezeigt. „Wir sind besorgt über Festnahmen von Reportern und über Attacken auf Berichterstatter“, erklärte das US-Außenministerium. „Die Zivilgesellschaft, die in Ägypten aufgebaut werden soll, braucht Pressefreiheit.“

+++ ElBaradei ruft Armee zu Hilfe +++

[16.17] Der Oppositionspolitiker Mohamed ElBaradi hat offenbar die Armee aufgerufen, auf dem Tahrir-Platz zu intervenieren und die blutigen Auseinandersetzungen zu beenden. „Ich appelliere an die Armee einzugreifen, um die Leben von Ägyptern zu schützen“, wird er zitiert. Zugleich zeigte sich ElBaradei zuversichtlich, dass Präsident Mubarak noch vor Freitag das Land verlassen könnte. Für diesen Tag haben Regierungsgegner Proteste unter dem Motto „Freitag der Ausreise“ angekündigt.

© Copyright für das REALGEDICHT: Klau|s|ens in allen Schraibwaisen und Schreibweisen, am 2.2.2011, in Königswinter-Oberdollendorf, am Internet, Quelle für das Gedicht: LIVE-Ticker von SPIEGEL ONLINE abgerufen gegen 18:19 Uhr, nur die sichtbare Seite 1, Teil 1, von insgesamt 4 Teilen. SPIEGEL gibt wiederum folgende QUELLEN für seinen LIVE-Ticker an flo/kgp/AP/dpa 02.02.2011

und das kunstwerk? (siehe es größer auf: Aufruhr in Ägypten)

es verarbeitet szenen vom tahrir-platz, u.a. von gestern, 2.2.2011, sowie eine pyramide, sowie die ägyptische flagge und verwebt alles zu einer folie der veränderlichkeit von scheinbar festen systemen, bis diese dann stürzen oder zu stürzen scheinen, weil keiner weiß, wie es wirklich ausgeht, in diesen machtkämpfen.

ORIGINALVERSION mit Fettdruck und allen Bildern
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