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klau|s|ens nimmt das gerichtlich erlaubte burkaverbot zwiespältiggespalten wahr – www.klausens.com

klau|s|ens, der europäische gerichtshof für menschenrechte hat das burkaverbot in frankreich für rechtens erklärt.

aha, aha, eine einschränkung der freiheit.

die burka ist aber selber ja auch eine einschränkung der freiheit.

dann haben wir zwei einschränkungen von freiheit, die sich bekämpfen.

welche?

a) die burka als totalvermummung als einschränkung der persönlichen freiheit der menschen, die sie tragen müssen … und b) das verbot der burka als einschränkung der freiheit, anzuziehen und zu tragen, was man will.

und wo wohnt die freiheit der demokratie?

irgendwo dazwischen.

was also tun?

ich denke ja auch immer an das „vermummungsverbot“ bei demonstrationen. 

da geht es ja auch um das eine, aber auch um das andere.

dann aber geht es auch um die erlaubte anonymität im internet, auf bewertungsportalen: da war doch gerade auch so ein urteil.

du siehst, dass alle schwimmen, und dass sich vieles widerspricht. mal anonym, mal nicht anonym. internet: ja, burka: nein.

wie denn genau?

im internet darfst du anonym schwachsinn oder lügen oder denunziation verbreiten … es ist erlaubt …

… aber?

… aber du darfst nicht vermummt oder verburkat durch die welt marschieren: mal so, mal so.

die freiheit ist immer auch ein stück unfreiheit.

ja, ja, das fängt ja beim erlaubten rasenmähen oder beim zu bestimmten zeiten nicht erlaubten balkongrillen schon an.

so geht es hin und her … und vor und zurück.

es gibt so viele freiheiten, dass es gar nicht ausbleibt, dass sich diese immer in die quere kommen.

aber man könnte auch ein kostümierungsverbot aussprechen, zum beispiel in den karnevals- und faschingsgegenden.

könnte man, ja, ja, es ist alles relativ.

aber worüber regt sich die welt dann auf, wenn alles relativ ist?

darüber, das am ende keiner weiß, was richtig ist, weil sich „richtig“ immer ändert und von millionen faktoren abhängig ist.

da habe ich mal wieder was gelernt!

eben: ich fordere ja schon ewig ein tätowierverbot. aber ich komme damit bislang nicht durch.

die leute verstecken sich hinter den tattoos, ich weiß.

es ist fast so wie bei der burka. bisweilen ist ja auch das gesicht durch tattoos verdeckt, dann wären die tattoos genauso wie eine dauerburka.

aber das führt jetzt alles zu weit.

ich weiß: manchmal denkt man viel zu viel, die welt ist dann doch einfacher gestrickt.

wer einfluss hat, hat mehr recht, als der, der keinen einfluss hat.

und so ringen tausende von interessensgruppen um einfluss auf den staat, seine gesetze und allerlei urteile.

aber man könnte die burka ja auch aus rein ästhetischen gründen verbieten. das allein schon!

dann würde ich die burka zur kunst erklären. dann sähe schon wieder alles anders aus, auch rechtlich gesprochen.

du immer mit deiner kunst! die löst auch keine weltprobleme!

klausens-kunstwerk-k-werk-es-herrscht-burka-verbot-2-7-2014

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klau|s|ens fordert den fernseh-warn-hinweis “ACHTUNG: MIT TATTOO-PLATZIERUNG” – www.klausens.com

klau|s|ens, was guckst du so grimmig?

ich sehe immer wieder tätowierung um tätowierung. millionenfach.

na und?

es ist so viel geworden: ich kann es nicht mehr ertragen. demnächst werden auch noch hunde und hamster tätowiert, pass mal auf!

es ist der zeitgeist!

der zeitgeist hat ein solches übermaß, dass ich den zeitgeist als belästigung empfinde.

das wusste ich so nicht!

ich ja auch nicht!

was ist es denn heute?

es gibt nun kaum noch eine fernsehsendung, ohne dass man sich eine hässliche tätowierung angucken muss.

du meinst die sängerin von jennifer rostock?

nein, die ist ja „extrem-übertätowiert“, das wäre eine extra thema. ich meine die „normalen“ leute.

aus dem fernsehen?

die normalen leute aus dem fernsehen: statisten, schauspieler, sänger, moderatoren und alle INNEN dazu. auch passanten, die auf der straße befragt werden. darsteller in soaps und dokusoaps und doku-falsch-schein-wahr-soaps, fußballerinnen und fußballer.

also frauen und männer.

ja, eigentlich alle. man wartet noch bei den tagesthemen darauf, dass frau mioska endlich ihr tattoo zeigt.

du findest es unerträglich?

aber ja: millionen von tattoos, meistens hässlich, meistens nur als etwas wie eine verschmutzung am fernseher (und im realen leben) erkennbar.

und deshalb möchtest du nun den warnhinweis?

ja, ich möchte, dass sie schreiben “ ACHTUNG: MIT TATTOO-PLATZIERUNG“.

was wäre dann?

dann bräuChte ich die sendung nichT zu schauen. dann wäre ich gewarnt und geschützt.

ja, das klingt fair.

sie schreiben doch etwas von „FINANZIERT DURCH PRODUKTPLATZIERUNGEN“ oder wie das heißt.

bisweilen, ja.

dann können die doch auch den tattoo-warnspruch anzeigen.

für dich!

für alle, die nicht freunde dieser ewigen tattoos sind, die meistens auch so hässlich sind.

die menschen wollen ihre körper verschandeln: a) durch schönheitsoperationen b) durch tattoos c) durch fastfood.

ach, wie witzig du bist!

was wäre denn, wenn christina stürmer, die sängerin, mit einem langärmeligen shirt aufträte?

dann bräuchte man den hinweis nicht.

und wenn sie in einem kurzärmeligen t-shirt aufträte?

dann, bitte, bitte, unbedingt. damit ich schnell wegzappen kann.

das leben ist so hässlich geworden.

die welt erst recht.

durch die tattoos ist alles noch schlimmer geworden.

nimm allein die dart-weltmeisterschaft aktuell, nimm die: schau dir die arme der werfenden an. da ist so ein warnhinweis doch allemal verständlich erwünscht.

„verständlich erwünscht“???

ja, wer die dart-WM nur kurz anschaut, wird meine forderung sofort verstehen: ACHTUNG: MIT TATTOO-PLATZIERUNG. so müsste es heißen, jeden tag, eigentlich bei fast jeder sendung.

da ist dein tattoo-kunstwerk schon etwas angenehmer.

es ist ja auch nicht auf dem arm, dem hals, der backe, dem rücken, der brust, dem busen, der scham, der … es ist auf einer weißen fläche, die man als bild bezeichnen könnte.

dein bild von der welt, ich weiß.

klausens-kunstwerk-die-taettowierung-als-tattoo-der-kunst-21-12-2013-und-22-12-2013-

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Schnell mal Graffiti fotografiert KLAUSENS in Oberdollendorf bzw. Niederdollendorf

klau|s|ens, du bist nach dem unsrigen gestrigen beitrag über sprayen/sprühen und die tattoos nun rausgegangen, um noch feldforschung zu betreiben?

nein, nein, ich habe einfach beim laufen fotografiert, also: by the way.

wo?

in oberdollendorf bzw. niederdollendorf, wenn man die petersbergstraße nimmt, die dann unter der bahn durchführt, eine mini-unterführung, nah einer schule … da findet man solche graffiti, was wiederum der plural von graffito ist.

was hilft uns das?

es ist ein weiterer blick auf die welt.

welche welt?

eine welt, die voller sinnloser zeichen ist, voller kleiner eruptionen, die nichts und alles sagen.

was sagst du?

ich?

was sagst du zu alledem?

ich denke, dass der mensch in seiner begrenztheit, die er sich (neben der natur) nun selber mehr und mehr erschafft, durch alles das tun und machen, immer mehr druck erzeugt, der dann u.a. durch viele kleine und große schmierereien abgelassen und entladen werden soll.

klappt das?

ich denke: nein. man hat ja den eindruck, dass die sinnlose gewalt auch weiter zunimmt. die entfremdung insgesamt, das unglück, das leiden.

ist es so schlimm?

nein, alles hat ja einen relativen rahmen. aber die graffiti und die tattoos in ihrer derzeitigen inflation zeigen uns doch, dass wir weit von der idylle der heimatfilme der 50er und frühen 60er jahre entfernt sind.

heimatfilme? – meinst du eigentlich, dass bergsteiger nun alle tätowiert sind?

ich weiß es nicht. aber die frage ist berechtigt.

und am mount everest? K2? nanga parbat? ob sie da schon was gesprüht haben? gegen den nackten fels? als aufschrei? als jammern? als abreaktion?

ich weiß es nicht. aber da die ganze welt erschlossen ist, muss sie nun auch weiter verdreckt und beschmiert und beuriniert werden. der mensch selber auch, wofür er dann seine haut hat. aber wichtig ist: zumachen, verkleistern, bekritzeln, irgendetwas machen und sich selber noch vorgaukeln, man sei wenigstens kreativ.

findest du dich selber denn kreativ?

ich weiß es nicht.

nie weißt du etwas.

du denn?

aber gewiss: ich werde jetzt gegen den computermonitor urinieren. ich möchte an dieser massenbewegung des alles bekotens anteil haben.

bekoten durch urin?

eigentlich zitiere ich damit nur unser eigenes kunstwerk.

welches denn? wir haben schon so vieles getan und gemacht … und auch unterlassen, dass ich es nicht mehr weiß.

na, das war doch das urindirektpainting: http.//www.klausens.com/urin_direkt_painting.htm – so viel besser als diese anderen menschen sind wir zwei ja auch nicht.

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Tattoos und das Gespraye im öffentlichen Raum sieht KLAUSENS parallel

klau|s|ens, warum hast du noch kein tattoo?

sie erschließen sich mir nicht.

kein anker, kein drachen, kein schwert, kein mystery-fantasy-zeugs?

ich sehe es mehr als schmutz.

tattoos?

ja, denn sie wirken auf der haut oft nur wie flecken. es sind (meist dunkle) farbkleckser, die sich erst bei gutem licht und aus großer nähe als kunstwerke darzustellen vermögen.

aber aus der ferne?

ist es oft nur farbe, aber kein motiv. etwas dunkles. etwas unförmiges. auch das bunte wirkt dunkelbunt.

dann wollen sich die menschen nun alle einfärben?

vielleicht wollen sie auch eine ständige scheinschmutzspur an sich tragen. es geht auf jeden fall darum, etwas, was schön ist (den menschen), massenhaft und psychotisch eher unschön zu machen. (tattoos kann man ja nicht abwaschen.) und das schon in jüngsten jahren, wo die haut noch so fein und glatt und herrlich ist.

findest du? zerstörung? gewollt?

in den meisten fällen: leider ja.

woran erinnert es dich also?

die tattoos erinnern mich an dieses heftige sprühen und sprayen in städten und dörfern. keine hauswand ist sicher, kein zug, kein pfeiler, kein mäuerlein. auch da wird beschmutzt. autobahnen sind sprayschmutzzonen heftigster art.

es sind jene tags.

gewiss „tags“ findet man bei den tattoos noch selten. aber immer öfter sieht man schriften und inschriften. zeichen und symbole sowieso. tattoos und spayertags nähern sich also tendenziell an. (in früheren blog(g)-beiträgen hatte ich die tags der sprayer mal mit dem urin von hunden verglichen: es wird ein revier markiert. ums markieren geht es beim sprayen. vielleicht auch beim tätowieren.)

dann gibt es also eine nähe von der inflation des sprühens zur inflation der tattoos?

man muss es so deuten. beides verläuft scheinbar parallel.

aber warum nur?

die welt wird immer mehr „entnatürlicht“, immer mehr häuser, immer mehr bauten, immer mehr straßen, zersiedelung, gewerbegebiete, fläche, alles das. die natur verschwindet unter der zerschandelung durch den menschen.

und was macht der mensch in dieser unwelt?

diese unwelt hat der mensch selber geschaffen, aber nun passt er sich dieser verkorksten unwelt an.

wie denn?

das sagten wir doch: das sprühen/sprayen und das tätowieren sind beides wege, den schmutz der welt nun auch noch als bild auf eben diese welt zu übertragen. man möchte das hässliche wieder schön machen, indem man es gewissermaßen noch hässlicher macht.

aber es ist wirkungslos.

wieso wirkungslos? ich störe mich an den meisten tattoos und an den meisten zugesprühten wänden.  das ist doch eine wirkung! – ich suche eine ästhetik, die mich anspricht. doch das ist nur in den wenigsten fällen der fall.

vielleicht sollte man tattoos an die wände sprühen.

vielleicht würde mir das gefallen. vielleicht. sorgen muss man sich aber dennoch.

diese heftige tattoo-entwicklung ist eine zerstörung größten ausmaßes. und zudem unumkehrbar.

der mensch schafft sich selber als mensch ab. oder: er definiert sich neu.

was mögen die aborigines eigentlich denken, wenn sich heute jemand den trainer von borussia dortmund auf seinen rücken machen lässt?

samt meisterschale!


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