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Den Literaturnobelpreis für einen Lyriker feiert KLAUSENS

klau|s|ens, vergeben!

meinst du „vergebens“?

ich habe „vergeben“ gesagt.

wer denn? was denn?

der literaturnobelpreis, an einen schweden, denn ich nicht kenne oder kannte.

… weil du ungebildet bist.

vielleicht, ja, ja, das wird es sein. aber kann man alles wissen?

man kann aber alles dichten.

auch wir?

auch wir!

werden wir so erfolgreich sein wie dieser tomas tranströmer?

wie meinst du?

ich las, er habe in seinem ganzen leben nur wenig geschrieben. 1997 erschienen „sämtliche gedichte“ auf deutsch bei hanser. da waren es nur 264 seiten.

und jetzt?

jetzt sollen alle (!!!) seine gedichte auf 360 seiten oder so passen.

ist ja wahnsinn. dafür den nobelpreis?

ich denke, da muss jedes gedicht so gut sein, dass man es mit 1000 tonnen platin nicht aufwiegen kann.

und wir schreiben uns die finger wund. unsere gedichte füllen tröge und tanks und altpapiercontainer. sie gehen in die tausende.

wahrscheinlich sind unsere gedichte nicht gut.

wer entscheidet das denn?

der leser oder die leserin oder die leser oder die leserinnen.

und bei tomas tranströmer?

das weiß ja keiner. – aber soll sehr beliebt sein, da in skandinavien.

aha: und wir?

wir sind weniger beliebt und geliebt. aber das kann noch kommen.

mit dem nun folgenden gedicht? meinst du wirklich?

was gefällt dir daran nicht?

der ganze ton. zweitklausens, der ton! und der klang!

VOM AUTOR UNBELIEBT

Meine Worte segeln
Durch die Weltmeere
Des Nichtkennens
In Ermangelung des
Hafens meiner Ödnis
Erschreibe ich nun
Mit bleinassen Augen
Schon mal ein paar
Kleine Seeigelgedichte
Für die Fischbreimäuler
Aller Text-Barsch-Konserven

Copyright Klausens in allen Schraibwaisen und Schreibweisen, am 7.10.2011, Königswinter-Oberdollendorf, Freitag, aus Anlass des Literaturnobelpreises an einen Lyriker (in diesem Fall Tomas Tranströmer).

HOMEPAGE VON KLAU|S|ENS: http://www.klausens.com