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klau|s|ens erspürt diese neue, zu oft eher beunruhigende haltung zum tod und sterben und zum generellen abtreten – www.klausens.com

klau|s|ens, es geht bei diesem thema nun richtig ab.

überall redet man vom selbstbestimmten sterben – alle bedenken werden weggewischt.

es wird propaganda für den selbstbestimmten tod gemacht, wie es lange nicht derart so war.

alles kulminiert.

das kommt, weil wir immer älter werden.

das kommt, weil die pflegeheime voll und übervoll sind.

immer mehr menschen geraten in schlechte und sehr schlechte lebens-nicht-gesund-umstände, die sie sich natürlich jeweils nienicht erwünscht hatten.

und aus aus dieser andauernden veränderung des verlängerten und teils siechen menschseins im eher reichen westen heraus zeigt sich zugleich die andere seite: der tod, der tod, der tod.

der eigene tod als schnelle und beste erlösung.

die natur ist abgemeldet, eine idee von herrgott ist abgemeldet: ich mache mir frühstück, ich kaufe mir elektrogeräte, ich bestimme auch mal so eben meinen tod … und dann gucke ich sportschau und schalte die waschmaschine aus.

und damit werden wir regelrecht zugehämmert, mit dieser idee. tod, tod, tod. selber, allein, frei.

da war jene krebskranke frau in den USA, die sich nun den giftcocktail gab oder geben ließ: brittany maynard.

dann die fast öffentlichen suizide von gunter sachs und udo reiter.

dazu jede menge sterbehelfer, sterbebegleiter, sterbegesellschaften, alle sind „human“ und nur noch „human“. alle reden und schreiben. alle machen propaganda.

und man weiß, das kann nicht „gut“ sein, in seiner gesamtheit.

wenn alle menschen das leben weggeben, sehr schnell weggeben, die gesellschaft den wert des lebens insgesamt nicht mehr hoch achtet … dann leidet sehr bald auch das leben selber.

dann kann und will und soll man sich wohl auch mit leichten weh-weh-chen schon von allem verabschieden.

es ist zumindest ideologisch dann eher möglich: wir alle schwimmen ja in dieser suppe, die wir „gesellschaft“ nennen und lassen uns von dem treiben, was die gesellschaft da gestaltet oder verunstaltet. mit twitter und facebook und youtube und whatsapp und trullala werden alle themen binnen minuten durchgekaut und durchgesaugt, wo man früher jahre und jahrzehnte hätte ins land gehen lassen.

nun aber gehen die jahre in minuten und das leben wird zum erwünschten tod: soll uns das kalt lassen, bevor wir alle kalt werden?

ich denke an alle die, die nicht mehr recht denken können. die abhängigen mit alzheimer oder anderen krankheiten. die von der familie oder freunden oder bekannten „geführt“ und betreut werden.

wie leicht könnte man da denken, dass man diesen menschen „hilft“, auch aus anderen gründen: zugriff, erbe, macht, bestimmen … probleme aus der welt schaffen.

und da haben wir unsere große, große angst. genau das ist es!

deshalb geht uns das selbstbestimmte sich-selber-töten(-lassen) nicht so leicht über die lippen, auch wenn wir diesen oder jene gut verstehen können wollen.

das ist die empathie … und da ist die angst.

eine gesellschaft, die sich selber wegwirft, weil sie das leben wegwirft.

bei den tieren fingen wir an … mit unseren bosheiten … und jetzt sind wir selber dran. (… wieder dran, nachdem die menschenfresser wohl ausgestorben sind.)

wir werfen alles weg und heben es so auch auf. da sitzt ein dicker klumpen in meiner kehle, wenn alle in die welt pilgern, um sich da und dort beim sterben helfen zu lassen.

das thema ist so omnipräsent, dass man sich dem nicht entziehen kann.

und so ist es immer: schleichend löst sich alles in dir auf, auch in deinem kopf.

wenn man genug mit den dingen beschallt wurde, dann weiß man selber auch nicht mehr, was man wirklich weiß oder will.

es ist bei allem so viel unbehagen.

so viele alte leute, die dann frühzeitig enden könnten, weil man das thema „sterben und sterben lassen“ zu schnell und zu dynamisch freigibt. ach ja. (und dann ein paar seltsame pfleger und pflegerinnen, die in dieser „hausse“ auch noch durchdrehen: kissen, spritzen, maschinen. auch das noch. auch das noch. man will nicht daran denken!)

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Die Lakritzschnecken und Paul Riegel und KLAUSENS

klau|s|ens, du kanntest paul riegel?

vom namen.

er ist tot.

ich weiß: nun las man etwas über ihn. und man las davon, dasss er so aktiv und so agil war … und dass er für die technik zuständig war, im hause HARIBO.

er soll u.a. jene maschine konstruiert haben, die lakritzschnecken aufrollt bzw. überhaupt erst produziert.

ja, das liest man. aber bertolt brecht schrieb schon: „in den büchern stehen die namen von königen …“

was meinst du?

man muss immer genau recherchieren: wer erfand, wer half, wer machte? unter wessen namen wurde das patent dann angemeldet? bei den besteigungen des K2 und anderer berge hat man ja früher auch die mitbesteigenden sherpas nie erwähnt. – also: das wäre genau zu klären.

warum bist du so misstrauisch?

bin ich ja gar nicht. ich misstraue eben allgemein der presse, weil sie die dinge gerne vereinfacht. – natürlich auch den pressestellen der konzerne. die sagen auch gerne kleine und große unwahrheiten.

magst du denn lakritzschnecken?

au ja, und ich habe mir nun mal wieder welche gekauft. in erinnerung an paul riegel und alle anderen bauer der lakritzschneckenmaschinen.

was fiel dir auf?

man kann sie gar nicht mehr ab- und auseinanderrollen.

was?

ja, sie zerreißen immer, schon nach ein oder zwei zentimetern geht ein stück ab.

und früher?

früher war das anders: da haben wir erst die ganze rolle abgerollt, und dann hat man diese ja zwei riemen (oder adern oder stränge oder so) auch noch auseinandergemacht. so hatten wir dann zwei einzelne lakritzkabel. wundervoll!

das war früher! mit den heute gekauften schnecken geht das nicht.

ich wundere mich auch darüber. hat man die konsistenz geändert? oder hatte unsere packung in der sonne gelegen? – sicher: ich weiß auch gar nicht, ob alle lakritzschnecken immer von HARIBO kommen, ob man sich das also lizenzieren und patentieren lassen kann. vielleicht gibt es ja mehrere anbieter.

ich weiß es auch nicht. die welt ist voller fragen, die man gar nicht alle beantworten kann.

auf jeden fall sind mir heute morgen die schnecken alle zerrissen. insgesamt wirkte alles mehr klebrig als steif und fest.

meinst, dass paul riegel davon wusste?

ich weiß es nicht. ich sah seine trauerfeier bzw. abschiedsfeier in der kirche des aloisiuskollegs in bonn-bad godesberg.

da warst du dabei?

ja, ich wollte wissen, wie man einen großen und bekannten unternehmer bonns verabschiedet. er ist am 2.8.2009 verstorben. geboren wurde er am 28.9.1926.

und war es groß? dieses verabschieden?

also: es gab an der kirche ein fotografierverbot, und ich vermisste bekannte bonner gesichter … und den bruder hans riegel konnte ich in der kirche übrigens auch nicht entdecken.

aber?

ich sah viele menschen, die wohl mit der firma zusammenhingen. man hört ja die gespräche – und so.

und die familie?

die war natürlich da, einige viele. auch die schützen und der schwimmverein – aber man hätte sich alles doch viel größer vorstellen können, bei so einem wichtigen mann für bonn.

sind die riegels nicht immer dafür bekannt gewesen, eher zurückhaltend gegenüber der „öffentlichkeit“ zu sein, von BUNTE und co. mal abgesehen?

ja, das ist ja auch ein zug, den man wieder toll finden kann: das einfache steht vor dem protzenden. (obschon der hans riegel öfter mit dem hubschrauber nach boppard fliegen soll, oder wohin.)

heute geht es aber um paul riegel.

sicher: ich kann mir kein urteil anmaßen, da ich zu wenig weiß. ich kann immer nur sehen, was ich sehe, und beobachten, was ich beobachte. aber ein buch über paul riegel könnte ich noch nicht schreiben. ich weiß zuwenig.

aber gedichte?

ja, ja, ich habe LIVE-gedichte geschrieben von der trauerfeier, die man abschiedsfeier nannte. du doch auch! wir beide zusammen, zweitklausens.

na also: dann wird dieser paul riegel von HARIBO ja doch gewürdigt … z.b. durch unsere gedichte. auch der pater sprach sehr gut. pater dr. theo schneider. ein jesuit. und einer der geschäftsführer des aloisiuskollegs.

sicher, auf seine art und weise wurde paul riegel schon gewürdigt. es ist alles so relativ. und es bleibt die berühmte brechtfrage: „wer baute das siebentorige theben?“ (aus: FRAGEN EINES LESENDEN ARBEITERS)

unsere gedichte bleiben ja auch, was immer sie besagen:
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