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klau|s|ens wundert sich nach dem prozess um die tötung von trudel ulmen über die fürsprecher der polizei – www.klausens.com

klau|s|ens, das ist doch auffällig.

gewiss, der vorsitzende richter beim urteilsverkünden und dann hernach (am tag danach) der reporter des general-anzeigers … beide nehmen überdeutlich die polizei in schutz.

es scheint fast wie eine liaison zwischen gericht und presse und polizei.

dabei ist der fall doch genau mit jenem dicken und großen versagen der polizei verbunden.

das muss man auch benennen und ansprechen. und wenn die polizei auch noch so sehr aus diesen fehlern von vor 16 jahren (und danach!) lernen will, so kann man diese fehler doch nicht abtun.

das motto „jeder macht mal fehler!“ ist hier vollkommen unpassend. (aber so kommt es rüber. in diesem ton.)

wenn ein chefarzt das falsche bein abnimmt, dann ist es ja auch kein „kann-mal-passieren-fehler“, sondern ein schlimmer und gröblicher fehler, bei dem gehandelt werden muss. (oder herr müller drückt den falschen knopf beim AKW.  und das ding explodiert. stelle dir das vor!)

dennoch war es das, was richter josef janßen beim urteilspruch am 18.12.2012 im bonner landgericht dem publikum und der öffentlichkeit mit auf den weg gab, diese eine botschaft: die fehler der polizei sind geschehen. aber wer ist fehlerfrei? seien/sind wir denn alle fehlerfrei? (dabei hatte er eine sprache, die es noch einen tick anders ausdrückte, als ich es wiedergebe.)

er hätte das volk von mayen und rheinbach mal ermahnen können, der richter, oder die menschheit. aber nein, der einzige inhalt, der den üblichen inhalt der urteilsverkündung verließ, dieses extra … war dieses schlusswort zugunsten der polizei. man wundert sich.

am nächsten tag im general-anzeiger steht dann ein kommentar von wolfgang kaes, jenem mann, dem wir die überführung des täters vor allem (neben der polizei, die dann jahre später zum glück anders agierte) zu verdanken haben, weil er in den dingen bohrte und die eiterblasen des geschehens entscheidend half, endlich aufzustechen.

und dieser mensch, dieser aufklärer und journalist im guten, geht nun in seinem kommentar am 19.12.2012, S. 2, general-anzeiger, auch hin und verteidigt die polizei.

man merkt eben, woher der wind weht: ohne die polizei und ihre informationen ist eine zeitung nichts.

und man hat offenbar nun angst, dass die polizei sich nun durch alles an berichterstattung um den fall der tötung von trudel ulmen zu sehr angegangen fühlt und vielleicht eines tages dem general-anzeiger nichts mehr erzählt.

also nimmt der wolfgang-kaes-kommentar mit fast derselben idee und tendenz die polizei in schutz, wie es vorher schon richter janßen getan hatte, bei der urteilsverkündung.

da wird man doch nachdenklich.

gewiss, denn die polizei hat bestimmt einen schweren job und sie ist bestimmt unterbesetzt, aber bestimmte „fehler“ dürfen einfach nicht passieren. dass trudels ehemann so leicht mit der story vom „anruf der abgehauenen frau“ durchkam und dass man eine gefundene leiche nicht mit dem verschwinden von trudel ulmen ernsthaft in verbindung brachte … das ist doch wohl sehr skandalös.

außerdem gibt es immer wieder diese fälle, wo die polizei dinge tut, die man unterlassen sollte. ich erinnere an den afrikanischen häftling, der in der zelle verstarb. (oury jalloh, tod in einem dessauer polizeirevier. die sache mit dem feuerzeug. urteil aus magedeburg gegen die polizei vor ca. einer woche.) alle diese dinge gehen nicht! der rechtsstaat braucht eine hochanständige und blitzsaubere polizei, die sich bestimmte „fehler“ einfach nicht „leisten“ darf.

aber dennoch haben der vorsitzende richter josef janßen und der große rechercheur wolfgang kaes nach dem urteil im fall der tötung der trudel ulmen ins selbe horn geblasen. bildlich sage ich mal so: „gott, schütze unsere polizei!“

und genau das finde ich vollkommen übertrieben … und, ja, in diesem fall völlig unangemessen. (die polizei möge mir das verzeihen. ich denke nicht nur schlecht über sie.) manchmal ist ein „fehler“ so nicht tolerierbar. und auch nicht wegredbar … wie eine petitesse.

unsere LIVE-gedichte http://www.klausens.com/klausens-und-der-prozess-um-die-toetung-von-trudel-ulmen.htm können leider nur den prozess erfassen. das versagen von vor vielen jahren nicht. da waren wir nicht dabei.

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klau|s|ens wundert sich nach dem prozess um die tötung von trudel ulmen auch über die menschen allgemein – www.klausens.com

klau|s|ens, es wurden 11 jahre.

gewiss, aber als beobachter des prozesses findet man diese strafe angemessen.

totschlag.

ein mord war nicht nachzuweisen. was man nicht nachweisen kann, das darf man auch nicht verurteilen.

damit sind alle dinge richtig.

nichts ist richtig! nichts! es gibt so viele dinge, die einen beschäftigen.

was zum einen?

da ist dieses verschwinden einer frau, die angeblich mit einem anderen mann ins ausland sei.

und?

das leben geht weiter. die menschen akzeptieren das. alle glauben diese story. die, die sie nicht ganz glauben, tun nichts, um radikal alles an wahrem und geschehenem nach vorne zu bringen. niemand bohrt und drängt. alle bleiben eher passiv in ihrem suchen und fragen.

eine frau verschwindet, aber die menschen denken, sie sei einfach in ein anderes land gegangen.

sie sei abgehauen! sie habe den mann schmählichst verlassen! so denken viele! so akzeptieren es viele!

das sind also die menschen? allesglaubende? schwache wesen? manipulierbar?

ja, die zweifeln auch, sicher, manche zweifeln – aber irgendwie denken sie es dann doch. sie lassen sich ihr hirn und ihr herz manipulieren. so schwach ist der mensch: da wird dieses und jenes geplärrt, und schon nehmen sie es für „bare münze“.

dabei war es nur dieser eine angebliche anruf.

gewiss, so fing es an: der mann, der sich nachher als der täter erweisen sollte, nach vielen, vielen jahren – dieser (gestern verurteilte) mann erzählt da was … und alle bis hin zur polizei glaubten ihm. wenn auch nicht 100 %, so doch 95 % und somit auch: de facto. – denn das leben geht einfach weiter. ohne die „verschwundene“.

das geht hin bis zu der dame (eine freundin?), die sich dann kleidung schenken ließ, aus dem „nachlass“ der verschwundenen, die aber ja tot war. alles mehr als verwirrend.

man kann den menschen alles erzählen, glaube mir.

viele haben die tote verraten, indem sie die geschichte des abhauens mit anderem mann geglaubt haben.

ja, das muss man hier mal ganz klar festellen: trudel ulmen wurde von vielen ihr nahestehenden oder bekannten oder befreundeteten menschen „verraten“.

das ist grausam.

es kann jedem von uns ergehen. man kann dieses und jenes erzählen. und da alles möglich und unmöglich ist, werden wir auch alles glauben.

auch wir? wir beide? klau|s|ens und zweitklausens?

ich fürchte: ja, so kritisch wir auch sind, so sind auch wir am ende schwach und dümmlich. (und genau davon oder daran hat der täter so viele jahre profitiert.)

unsere LIVE-gedichte aber werden zumindest einiges aus und um den prozess vom november und dezember 2012 für die menschheit erhalten: http://www.klausens.com/klausens-und-der-prozess-um-die-toetung-von-trudel-ulmen.htm

gewiss, aber kann alles das wissen vom „hernach“ das heilen, was „zuvor“ geschah?

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