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Mit einem Nachtrag zu Loriot meldet sich KLAUSENS

klau|s|ens, was wolltest du noch nachtragen? zu loriot?

ich dachte nur, er hat doch so viel beobachtet und es dann umgesetzt: in zeichnungen, in sketche, in beiträge.

gewiss, alles, was er sah (wohl auch an sich selber) hat er dann so umgewandelt, dass wir es für alle zeit anschauen können. wir menschen.

dann sind es doch wir menschen, die da zu sehen sind.

gewiss, wir alle.

und das ist doch das seltsame, was man so oft findet.

was?

die menschen, die dort karikiert wurden, die sind weiterhin so.

wie soll ich das verstehen?

der spießer bleibt der spießer.

dafür ist er doch da!

aber es gibt viele spießer, die sehen einen gag von loriot, über den spießer … und nach dem sehen des gags sind sie immer noch spießer.

da hast du sehr recht. diese spießer lachen über den gag, erzählen auf dem nächsten fest den freunden und bekannten von dem gag, betonenen überall, wie sehr sie loriot schätzen …

… ändern sich aber selber kein stück!

sie haben nämlich gar nicht bemerkt, dass sie selber gemeint sind!

so geht es oft mit der kunst. nimm das theater: da werden die schlimmsten und peinlichsten menschen dargestellt … auf der bühne …

… oder kleine, miese, schleimerische existenzen.

im publikum des theaters sitzen genau solche menschen ...

… die sich aber alle nicht als EGO angesprochen fühlen und dann genauso bleiben. ja, ja, so ist der mensch.

er lacht über sich selber … merkt aber gar nicht, dass er auch selber gemeint ist.

das ist das tragische von loriot.

was?

alle menschen nehmen ihn für sich in beschlag, alle lachen über ihn, alle finden ihn gut …

… aber kein schwein hält es für nötig sich irgendwie zu ändern. kein schwein!

du musst nicht immer so beleidigend werden! ich kann doch nichts dafür, dass loriot auch dich so treffend karikiert hat. so treffend.

ich aber habe heute „tino und tinchen“ erfunden.

wozu?

… um der welt zu zeigen, welche karikaturen es überall gibt. überall auf der welt.

„tino und tinchen“ – aha. du hattest aber nicht den mut, die fiesen fratzen von klau|s|ens und zweitklausens zu zeichnen. (ach so, eine kleine frage: über wie viele sketche von loriot hast du eigentlich gelacht, ohne zu bemerken, dass genau du damit gemeint warst?)

über mehr als du. du kannst ja noch nicht einmal mehr darüber lachen, dass du so bist, wie du bist.

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klau|s|ens weiß: loriot ist tot gleich loriotot – www.klausens.com

klau|s|ens, nun ist es aus.

das ist das seltsame am leben: du kannst schreiben und machen, filmen, dichten, sketche erarbeiten, du kannst tun und lassen …

… und doch bist du dann tot.

danach die nachrufe.

tonnenweise nachrufe und tonnenweise wiederholungen. überall die gleichen wiederholungen. an einem tag millionen wiederholungen.

immer an den ersten tagen nach dem tod. am liebsten am allerersten. sein tod war am 22.8., an die öffentlichkeit kam es am 23.8.

danach ist wieder alles ruhig. sehr ruhig.

im tode und nach dem tode ist dann alles ruhig.

und dafür war man auf der welt.

loriot war genau dafür auif der welt: ein ewiges abarbeiten an der menschheit, an all den verhaltensweisen und auffälligkeiten.

er war ja selber so einer.

was für einer?

ein kurioser mensch. er soll pedantisch gewesen sein. als beispiel.

er hat auch gerne solche leute nachgemacht. pedantische.

gerne die steifen, die verklemmten, die gehemmten – die hat er gerne nachgemacht. er hat viel von den 50ern und 60ern beobachtet, auch noch in den 70ern und 80ern.

immer diese menschen, die angepasst sind, überangepasst, die darunter leiden und die auch die umwelt (also die mitmenschen) darunter leiden lassen.

das hat er alles wunderbar beobachtet und dann umgesetzt.

das war loriot.

unser gedicht?

EHRERBIETUNG FÜR LORIOT

Da Du diese Zeile
Nimmer nicht mehr
Lesen kannst, habe
Ich sie auch nie
Geschrieben. [Ist
Das schon durch
Das Lektorat, Hedi?]

Copyright Klau|s|ens in allen Schraibwaisen und Schreibweisen, u.a. als Klau(s)ens oder Klau!s!ens oder KlauLORIOTsLORIOTens, am 23.8.2011, in Königswinter-Oberdollendorf, gegen 20:40 Uhr (Gestorben ist Loriot schon am 22.8.2011.)

Und die Zeichnung?

Entstand gestern am Nachmittag: „Loriot ist tot gleich Loriotot“ heißt sie.

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