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dr. eick, telekom-manager, und die kunst und KLAUSENS

ach, klau|s|ens, was hat deine teilnahme am zweiten kölner kulturpolitischen symposium bewirkt?

man weiß es nie, was es nachher dann bewirkt.

und?

es waren einige kulturdezernenten da, auch mitarbeiter von kulturämtern, also viel stadtkulturelle akteure und akteurinnen aus deutschland.

auf dem podium?

u.a. am freitag (tag 1) der dr. karl-gerhard eick, TELEKOM, finanzvorstand.

er sprach?

er sprach einen vortrag beim themengebiet 1 „kultur und wirtschaft“.

aha – schön?

herr dr. eick wirkt überaus kalt. geschliffen und kalt. ich fühlte mich mehr als unwohl. viele teile seiner rede waren worthülsen der üblichsten art.

sagte er sätze?

er machte mich richtig böse: schuld an der bankenkrise seien wir alle, sagte er im freien gespräch. oder: die TELEKOM sei nur ihren aktionären verpflichtet. für deren ziele und interessen müsse er als mitglied im vorstand wirtschaften.

keinen ethischen beitrag zur lage der gesellschaft?

nein, sondern verstecken hinter dem kapital, für das er angeblich arbeiten muss.

skandalös!

aber ja: ein unternehmen, welches als unternehmensphilosophie und ehrenkodex nur die gewinne der aktionäre zu kennen scheint – aber nicht die gesellschaft … was soll das?

du magst die TELEKOM nicht?

wenn man solche manager erlebt, die die soziale marktwirtschaft nicht einmal auf der zunge tragen, dann weiß man, warum es derzeit so ist, wie es ist. in deutschland.

eine gesellschaft ohne moral?

in vielen teilen ging sie profitabel über bord, leider.

und solche leuten sollen nun geld für die kultur geben?

überall prostituieren sich die menschen, um geld zu bekommen. die kunst prostituiert sich besonders gern.

was geschah.

z.b. ging professor hanstein, chef vom kunst- und auktionshaus lempertz, (immer auch ein geldgenerierer in eigener kunstsache, von der er vortrefflich lebt) nach vorne und gab dr. eick informationen über den förderverein der kunsthochschule für medien, in welchem er (hanstein) sitzt: genauer: einen aufnahmeantrag für den förderverein. (Vorstand Beisitzer 1. Vorsitzender: Prof. Henrik R. Hanstein, Stellv. Vorsitzender: Dr. Hans Baedeker, Schriftführer: Prof. Dr. Klaus Katz, Schatzmeister: Klaus Franz, Wilfried W. Fromm, Alfred Neven DuMont, Axel Rodert, Prof. Dr. Norbert Seidel, Claudia Sester-Pirlet, Dieter Weirich.)

also soll die TELEKOM da einsteigen?

aber ja: die hochschule würde es freuen, den verein noch mehr. überall soll das kapital einsteigen und kultur fördern – es ist aber dasselbe kapital (gerade bei der TELEKOM), welches die „kultur“ von umbau, entlassungen, ausgliederungen, neu-positionierung, leiharbeit, billig-callcentern, aktienkurswollsteigerung, datenklau, bespitzelung, etc., besonders extrem und unangenehm befördert. – kultur und kultur sind eben zweierlei.

und der herr dr. eick.

… saß da in seinem striegel-anzug mit dieser hellstahlblauen-sonstwie krawatte und sagte, er sei nur den aktionären verpflichtet.

und mit diesen leuten müssen wir leben?

das ist auch ein beitrag zur kultur: die frustrationstoleranz muss sehr hoch sein … und das anbiederungspotential darf nie den inneren kern von allem besiegen. der künstler darf sich nie an seelenlose manager verkaufen.

aber er (oder sie) tut es dann ja doch.

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