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Die Lächerlichkeit von Guido Westerwelle und aller Politik als Theater des Scherzes sieht KLAUSENS

klau|s|ens, du hast die rede verfolgt?

aber ja: die „heiß erwartete“ rede, wo er „um sein überleben kämpft“.

hat er?

alles ist spiel. man fragt sich nur, was spielen sie heute. also: was spielt westerwelle heute? denn der spielt besonders viel, besonders oft, wechselt immer die rolle … und deshalb ist er so besonders gefährdet. er ist eine der vielen witzfigurn, die wir immer wieder sehen, auf der „bühne“ der politik.

gestern waren sie in stuttgart wirklich auf einer bühne. beim dreikönigentreffen oder dreikönigstreffen oder wie es richtig heißt.

eben. aber: was stellte westerwelle nun dar?

was denn?

ich würde sagen, er mimte den starken mann, den weisen politiker, den starken kopf … mit klaren überzeugungen, der seinen weg geht. das war so die grundidee. zugleich wollte er einige inhaltspunkte ansprechen, die die idee anzeigen, die FDP sei keine klientelpartei und habe mehr als nur „steuern runter“ zu bieten.

hat es dich überzeugt?

mich hat herr westerwelle noch nie überzeugt. bei ihm gibt es keine einzige „grundüberzeugung“, außer der: „ich will spielen!“ und zum spielen braucht er die politische macht.

überzeugen dich denn die anderen von der FDP?

die FDP war für mich von allen parteien am stärksten die, wo ich immer dachte: was sind das für menschen? wofür stehen die? nehmen die sich wirklich ernst? das können die doch alles gar nicht so meinen, wie sie es schlecht spielen!

und heute?

es hat sich nichts geändert. westerwelle hatte diese vielen handbewegungen, die man ja heute einstudiert, mit einem coach oder rhetoriktrainer. die linie dabei war: „ich bin ein fester staatsmann. ich habe ein ernstes gesicht. ich kann tanker steuern.“

und was war die zweite linie?

die zweite linie war: „es gibt keine schlechten umfragen. es gibt keine probleme. ich gehe auf diese auch nie ein. ich weiß von nichts.“

das war doch genial! was für ein schachzug! super! einfach nichts wissen oder tun, als wüsste man nichts. also „aussitzen“ auf eine forsche art, beim reden.

das machte die rede aber eben nicht spannend. man erhoffte sich irgendetwas – als theaterzuschauer will man ja auch spaß! … man erhoffte sich etwas aufregendes, etwas neues, aber nichts kam.

warum?

weil er sich dachte: ich schweige, ich schweige, ich schweige. ich tue, als wäre nichts. und dann gucken wir mal auf die nächsten wahlen. ich muss den verein zur ruhe bringen. dann werde ich jetzt mal wieder die FDP als rettung gegen links in spiel bringen. dann habe ich noch eine chance. so holen wir mehr als 5 %. und das wäre dann die halbe miete.

so empfandest du alles das?

aber ja. dann noch diese art mit der erhobenen hand ins volk zu grüßen, was jedoch nur recht kurz klatschte.

echte begeisterung kam nie auf.

nein. irgendwie fehlte etwas. am fernseher kann man es aber schlechter beurteilen. es fiel nur auf, dass frau leutheusser-schnarrenberger und frau pieper sehr wenig beifall bekamen … bei der begrüßung am anfang, die frau homburger vornahm.

die frau justizministerin steht doch für „freiheit“, sie wehrt sich gegen die beschneidung der bürgerrechte. sie ist vielleicht die einzig halbwegs vernünftige im theaterverein FDP.

gewiss, aber die FDP-massen folgen nicht der „linken“ justizministerin. die massen folgen billigen parolen wie „steuersenkung sofort“ und „wir liberalen“ und diese hülsen, die westerwelle ja zu tausenden aufgebaut hat. „unser land“ ist auch eine hülse. von diesen hülsen hat jeder politiker einige. die FDP aber wirkt wie eine reine hülsenpartei.

du glaubst denen nichts?

die FDP hat keinerlei grundüberzeugung, außer der, dass man existieren will. das „liberale“ meint das einträgliche einkommen der mitglieder und der wähler. der rest wird je nach lage geändert.

also auch opportunismus.

politik hat viel mit opportunismus zu tun. menschen mit „grundüberzeugungen“ trifft man kaum noch an. bei der FDP am wenigsten.

und westerwelle?

hat gestern nicht den „großen aufbruch“ geschafft, aber die probleme einfach ein bisschen „weggespielt“. jetzt darf er bis zu den wahlergebnissen „aussitzen“ … und dann werden wir sehen, wie weitergespielt wird.

wie fandest du das schlussbild?

eigentlich am schönsten: wer wie wann klatscht … wie die handbewegungen sind … die gesichtsregungen … diese brüderle und niebel und lindner und homburger … wo war eigentlich die europaabgeordnete, die früher immer gezeigt wurde?

dafür war doch jetzt die gutaussehende frau aus hamburg da, katja suding. die FDP hat so etwas immer im köcher.

bei der FDP kommt man sehr schnell hoch.

ja, ich rate immer allen leuten: wenn ihr in der politik was werden wollt, dann in in die FDP.

es ist eine lächerlichkeit an partei.

aber sie existiert. das ganze poltische theater existiert. immer wieder fragt man sich: diese menschen sind die herren (und damen) von wohl und wehe der bundesrepublik deutschland?

fragst du dich das wirklich?

mir kommt alles immer so unwirklich vor: ein gigantischer scherz. ich kann oft gar nicht glauben, was ich sehe.

und unser seriello?

ach ja: http://www.klausens.com/seriello-guido-westerwelle.htm

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Zu Westerwelles Populismus und Tösen und Sausen und Blenden hat KLAUSENS eine Meinung

klau|s|ens, gestern war wieder ein donner und ein getöse und ein getue und ein lärm und ein theater.

es leben die populisten. ein „hoch!“ auf die populisten!

ist es denn populär, was westerwelle tut?

populär ist das, was ankommt.

kommt es denn an? dieses plakative getue um leistung und mittelstand.

das ist die alte frage. der populist ist sich für nichts zu schade. er hackt auf allen volksgruppen herum, wenn es ihm etwas bringt oder bringen möge.

du meinst, westerwelle sucht das volk?

westerwelle sucht den teil des volkes der zwischen 6 und 15 % der stimmen liegt. dafür verzichtet er auf den teil des volkes, den er sowieso nicht bekommen kann.

ach herrjeh.

ja, so sind sie, so sind sie alle. dann liest und hört man die plakativen sprüche, die zugleich so viel an unheil anrichten.

du hast es dir angeschaut?

nur wenige minuten. nicht mehr. ich wollte es mal wieder sehen, wie der populismus funktioniert. dazu eignen sich die aschermittwochreden sehr gut.

der populismus funktioniert wie die sekten.

wie genau?

sie hämmern und hämmern, bis jeder es nachplappert. irgendwann träumst du von dem ewigen quatsch von „leistung“ und „leistungsträger“ und „mittelstand“ und „leistungsgerechtigkeit“ … und wie es alles heißt.

funktioniert es denn?

FDP-mitglieder, wenn sie dann vor der kamera befragt werden, plappern den unsinn dann brav nach. gehirnwäsche bester machart. es sind nur schlagworte, nur parolen, es steckt keine weisheit dahinter, nur eine eindeutige absicht.

dann sind parteiführer wie sektenführer?

wenn man diese auf dem politischen aschermittwoch erlebt, muss man das offenbar so sehen.

und westerwelle?

er ist derzeit einer der schlimmsten. dafür beleidigt und denunziert er arme arbeitslose, die nichts dafür können, wenn sie dann sehr bald auch in HARTZ IV absinken. diese menschen werden instrumentalisiert, um dem populismus güte zu tun. aber es gibt keine arbeit für sie. man macht gesellschaftliche opfer zu den sündenböcken. es ist so billig, und so primitiv … und es erinnert so sehr an den deutschen ungeist in der zeit 1933 bis 1945 (und davor).

was denkst du über unsere politiker?

ich bin immer wieder erschüttert, wie sie charakterlich ausgestattet sind. es gibt keine grenzen. alles ist „opportun“ – und morgen kann wieder einer auf den ausländern rumhacken, weil es dem populismus dient. sie zünden ständig feuer, bringen die gesellschaft in wallung, machen alle übereinstimmungen kaputt. sie bedrohen den gesellschaftlichen frieden. alles nur, weil sie „erfolg“ brauchen. geert wilders aus den niederlanden lässt grüßen. mir schaudert!

wie schrecklich.

ich erinnere mich an „kinder statt inder“ von rüttgers. ich vergesse das nicht, und wenn er sich 1000-fach nun als freund der kleinen leute aufspielt. und ich sehe auch immer wieder diesen herrn roland koch vor meinem auge, der – ebenso wie rüttgers – auf alles menschliche mit worten einschlägt, wenn es etwas „erbringen“ könnte.

dann können wir von einer verluderung der politischen landschaft sprechen?

gewiss, denn ich sehe eigentlich kein gesicht in der politik, das mir noch glaubwürdig erschiene. die populisten haben das zepter ergriffen und deutschland unter ihrer kontrolle.

die sektenführer also. politiker als sektenführer von und für millionen.

genau die. ich bin voller abscheu und ekel vor diesem typus mensch.

da wird einem ja angst und bange.

nicht nur „einem“, sondern uns allen.

dann hämmer du doch auch?

ich soll jetzt so werden wie die?

ich denke, dass der populismus die welt erobern wird. nein, schon erobert hat.

dann würde ich mal so sagen: „schriftsteller und schreibende sollten von der teilhabe am gesellschaftlichen diskurs ausgeschlossen werden, weil sie sowieso nichtsnützig sind.“

ja, ja, es wird schon langsam. du bekommst es noch hin. übe nur weiter. alles muss knapper daherkommen, schlagwortartig. sätze sind schon zu lang.

wirklich?

ja, ja, es muss noch kräftiger und gemeiner daherkommen. aber der ansatz ist schon ganz gut. vielleicht wird westerwelle deinen spruch von den „nichtsnutzschreibern“ noch aufgreifen. populisten können alles gebrauchen, was nutzen verspricht. und moral ist neben dem anstand für sie nur eine spielwortfigur.

Die randlosen Minister-Brillen(Träger) der neuen Koalition bzw. des neuen Kabinettes sieht KLAUSENS

klau|s|ens, dein kommentar zum neuen kabinett, zur neuen regierung?

ich sage dazu nichts: erstens ist es kein „großer wurf“, zweitens weiß keiner, wie die staatsverschuldung gesenkt werden soll – es passiert das gegenteil … und außerdem geht es gegen die „kleinen leute“.

mehr nicht?

den rest sollen die üblichen kommentatoren erbringen …. und die ereignisse auf der straße.

was sagst du sonst?

ich befasse mich mit den brillen.

wieso?

man kann an so einem kabinett auch einen zeitgeist studieren.

und wie ist der?

es gibt immer mehr randlose brillen.

wieso?

ich habe alle durchgezählt. also:

ilse aigner (eher ohne brille)
rainer brüderle (brille mit rand)
karl-theodor zu guttenberg (brille mit rand)
franz-josef jung (randlose brille)
sabine leutheusser-schnarrenberger (eher ohne brille)
ursula von der leyen (eher ohne brille)
thomas de maizière (eher randlose brille)
angela merkel (eher ohne brille)
dirk niebel (eher ohne brille)
peter ramsauer (eher ohne brille)
ronald pofalla (randlose brille)
philipp rösler (randlose brille)
norbert röttgen (brille mit rand)
annette schavan (fast randlose brille)
wolfgang schäuble (randlose brille)
guido westerwelle (randlose brille)

so, das waren jetzt 16 minister.

eben: 3 von der CSU, 5 von der FDP und 8 von der CDU.

und die brillenfrage? warum schreibst du „eher ohne brille“?

weil die doch ab bestimmtem alter alle noch eine lesebrille haben, die ist dann extra zu erfassen.

dann hast du also die dauerbrille erfasst.

ja, ja, aber das kann sich beständig ändern: pofalla lief immer mit dicker brille rum, und plötzlich kam der randlos daher.

aha.

ja, und nun das resultat:

5 eher ohne brille
3 brille mit rand
8 brille ohne rand
___________________
16 minister/-innen

dann führt also die brille ohne rand, die randlose brille.

ja, wir haben eine regierung der randlosen brille.

das bedeutet?

ich weiß es nicht: können die jetzt besser oder schlechter sehen, als die ohne brille und als die mit einer rand-brille?

ich sehe kaum unterschiede!

brauchst du vielleicht eine neue brille?

klausens-brillentraeger-27-10-2009

 

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