Monatsarchiv: Dezember 2011

An und unter immerwährenden Online-Updates leidet KLAUSENS

klau|s|ens, er hört nie auf!

zweitklausens, das ist unser neues leben.

wir sitzen vor dem computer. aber der hört nicht auf.

wir sitzen vor dem computer und können diesen nicht benutzen. er lädt! er lädt hoch! er loadet up!

wieder mal ist eine software neu oder anders.

wieder mal ist eine software aktualisiert worden und muss jetzt auch auf unserem gerät aktualisiert werden.

wieder mal muss diese software sich aktualisiert auf den computer überspielen lassen.

wieder mal gibt es das aktualisierte download in der neuesten version mit punkt und punkt und punkt.

wieder mal warten wir.

wir sitzen am computer und warten.

wir warten, dass das oder der download zu ende geht.

danach muss sich diese neue version „entfalten“.

alles dauert seine zeit.

wir müssen warten und starren.

wir starren auf diese magischen grünen balken.

sie werden länger und länger und erreichen 100 %.

dann ist die software in der aktualisierten form auf unserem computer.

dann kann und wird sie sich noch entfalten. auch das dauert.

das alles erleben wir jeden tag.

oft erleben wir es an einem tag mehrere male.

je mehr software(s) man auf seinem computer betreibt oder nur hat, desto öfter muss aktualisiert werden. ganz automatisch geht das. so ist es voreingestellt.

teilweise wird aktualisiert … und man denkt: es ist zwar angeblich eine neue version, andere versionsnummer, die wollen uns aber nur vorgaukeln, sie hätten etwas neu gemacht.

das ist bei der software so, für die wir bezahlen müssen.

immer wird geladen.

das hat alles mit „sicherheit“ zu tun. wir sprachen gestern darüber.

je mehr softwares sich in unserem computer aktualisieren und entladen, desto mehr sicherheit haben wir. scheinbar.

oder eben auch nicht. denn viele softwares haben eine funktion, die scheinbare, und eine zweite, wo wir dann unerkannt bespitzelt werden.

auf jeden fall ist unser leben:
a) software nebst computer
b) warten auf die ewige aktualisierung der software
c) beobachtung der immerwährenden grünen balken
d) darüber schreiben, wie unser leben mit software im jahr 2011 und später aussieht.

es ist ein herrliches leben.

starren und warten und bespitzelt werden. dabei nichts tun.

unsere künstlichen organe werden auch alle upgedated oder geupdated. der softwaremensch wird viele stunden seines lebens an computern hängen, wo die software aufgeladen und erneuert wird.

dann hätten sie auch direkt bei der dialyse bleiben können, finde ich.

was du findest, interessiert jedes update. denke daran!

dein hirn muss wieder erneuert werden. denke daran!

und wenn stromausfall ist?

dann wird die aktualisierte software für die aktuelle version des stroms überspielt werden müssen. denke daran!

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Über die so sicheren Daten im Internet und bei der Vorratsdatenspeicherung äußert sich KLAUSENS

klau|s|ens, die daten sind sicher.

ach ja, wie oft hören wir das.

„Ihre Daten sind bei uns sicher!“ – so heißt es dort und da.

wir haben es nie geglaubt.

immer, wenn daten da sind, dann sind sie auch gefährdet.

das ist wie mit geld oder gold oder schmuck.

alles ist sicher.

alles ist eben nicht sicher. und im internet gibt es noch nicht die hyperdicken wände eines bundesbanktresorbereiches.

„anonymous“, diese gruppe oder tarngruppe oder scheingruppe oder dieser lose zusammenschluss von aktivisten, machte es dieser tage wieder vor: hacker-angriff auf die US-sicherheitsberatung namens „Stratfor“.

renommiert – so sagt man. renommiert. die firma „Stratfor“ ist renommiert.

aber die hacker machen hack, hack, hack … und schon haben sie diese daten. dann überweisen sie damit auch noch spendengelder. robin-hood-modern-art.

es wird nicht immer leicht sein, es wird nicht überall gleich leicht sein … aber daten sind nicht sicher. wer das sagt, also sagt, sie seien sicher – der lügt.

es gibt menschen, die wollen mir geldprogramme nahelegen, bankprogramme, überweisungsprogramme … die sagen dann: total sicher, 1000-fach getestet, mehrfach preise gewonnen.

und was sagst du?

ich sage immer: mag schon sein, aber ich zweifele. ich zweifele immer.

du mit deinen ewigen zweifeln. dafür hasst man dich doch.

ich passe nicht in diese zeit. ich glaube zu wenig. – aber du! dann gib du doch deine daten her!

jede suche im internet, das sind ja auch daten. das sind über die jahre wegstrecken eines menschen. wenn GOOGLE die alle verkaufen würde, dann …

die daten bei GOOGLE können auch nicht sicher sein, wenn die daten im internet per se nicht sicher sind.

das sind alles deine thesen.

dann bist du also für diese speicherung, die alle innenminister so gerne wollen. alle bundeskriminalämter. alle sicherheits-pseudo-berufene. diese vorratsdatenspeicherung, um „nur im falle des falles“ und „nur bei wirklichen verbrechern“ dann loszulegen? diese sprüche! magst du diese sprüche?

ich denke, dass die daten bei der / bei einer regierung noch unsicherer sind. aber diese amerikanische firma hat sowohl konzerne als auch regierungsbehörden mit „sicherheit“ umgeben … diese jetzt von anymous geknackte „sicherheit“. (wo soll man sich und seine daten nur lassen?)

man muss immer wachsam bleiben.

man darf niemandem trauen.

und warum werden dann alle programme dauernd geupdated. warum das? warum leuchten jeden tag die balken, dass in meinem computer dieses und jenes überaltet sei und dringend wieder „ein update“ bräuchte? warum?

… weil wir in dieser heutigen welt nicht mehr wissen, was der überwachung dient und was der sicherheit.

„sicherheit“ und „überwachung“ ist fast schon synonym.

die leute, die unsere „sicherheit“ wollen, die wollen eben auch unsere „überwachung“.

du, unser blog: das ist gewissermaßen ja auch eine „vorratsdatenspeicherung“.

unser blog? – der dient nur zur sicherheit der menschen in aller welt. denn wir warnen ja vor eben dieser sicherheit.


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Den Bundespräsidenten Herrn Wulff in seiner Weihnachtsansprache sah KLAUSENS

klau|s|ens, da war er nun, da sprach er nun.

es war ja tage vorher aufgezeichnet worden.

trotzdem sprach er.

er wollte sich zurückrudern, ins feld der moralischen instanz.

ins feld rudern?

sorry, meine sprache. aber es kommt auch durch diese so steifen und gekünstelten bilder.

wie da diese menschen herumstanden! peinlich! wie einbetoniert. preußisch. gerade. verspannt.

es waren „nickbürger“, die sollten durch ihre gegenwart alles abnicken.

dieser bilder hätte man auch in nordkorea aufzeichnen können.

nicht genauso, mit anderer ästhetik, aber vom prinzip: ja.

das prinzip ist die inszenierung.

und das besondere: alles wirkt so steif und so künstlich, dass selbst grundschüler von 8 jahren das als mummenschanz empfinden müssen.

viele worte, die er (herr wulff) sprach, die waren ja inhaltlich gut.

ja, das stimmt: das nein-sagen zu jeglichem rassismus, das war gut und wichtig. oder sein plädoyer für die „offene gesellschaft“. (ich nenne es jetzt spontan mal das „kölner modell“.)

deshalb muss man die menschen immer differenziert betrachten, auch herrn wulff.

ich glaube, in diesem thema will er sein amtsthema finden, man muss als bundespräsident irgendwie besonders „konnotiert“ sein. man braucht eine typisierung.

aber dann doch nicht mit diesen bildern! welches deutschland soll das sein?

ein verklemmtes deutschland. es kommt mir vor, wie das „fest der volksmusik“ oder wie diese sendungen im fernsehen heißen.

das sind die sendungen, wo nichts stimmt.

das ist jedes wort, jede überraschung, alles spontane immer bis ins kleinste eingeprobt. auch der satz „ich bin jetzt total überrascht!“ wird stundenlang einstudiert.

und man merkt es ab der ersten minute.

oder auch: aber der ersten sekunde.

solche sendungen und „krampfhaltungen“ spiegeln sich in vielen deutschen gottesdiensten. gerade in diesen tagen wieder.

alles ist steif, alles ist verklemmt, und es geht immer um die wahrung des äußerlichen.

im innerlichen ist nichts.

sie reden von „freude“ über christus‘ geburt, aber sie spielen nur die anpassung, nix von freude.

gottesdienste in deutschland, volksmusiksendungen im fernsehen und dieser bundespräsident, das ist alles eine schiene: steif, verkrampft, verklemmt, nahezu emotionslos … nach außen.

das ist eine kultur, ausprägungen einer kultur.

das ist unsere kultur, klau|s|ens!

ja, ich weiß: wir gehören mit dazu. zweitklausens, wir können uns nicht rausstehlen und sagen, wir seien besser.

aber es ist so traurig. deutschland ist so traurig!

diese kultur ist eine traurige kultur: sie ist steif, sie ist falsch, sie ist inszeniert.

aber christian wulff möchte so gerne im amt bleiben.

er macht ja nur nach, was ihm unsere gesellschaft vormacht.

aber genau da würde ich mir einen bundespräsidenten wünschen, der das konterkariert. der da lockerer ist. also: in der tendenz eher locker … als betoniert.

demgemäß willst du gottschalk zum bundespräsidenten?

am ende: ja – aber ein bundespräsident müsste sich, auch wenn er locker ist, von morgens bis abends zusammennehmen. bisweilen auch diktatoren die hand schütteln, ohne außer sich zu sein. nicht leicht! und er muss weise sein. auch nicht leicht.

der job ist keiner, den man haben will.

das sehen andere aber anders.

wir wollen ihn nicht haben, diesen job. – damit man uns nichts als bösartig abtun kann, wollen wir hier eine passage zitieren. eine gute passage aus dem steifen schauspiel aus dem schloss bellevue:

„Alle müssen in unserem Land in Sicherheit leben können. Das gilt für jede und für jeden. Umso stärker hat uns alle schockiert, dass rassistisch verblendete Verbrecher über viele Jahre Menschen ausländischer Herkunft geplant ermordet haben. Das haben wir nie für möglich gehalten.

Ich habe dann die Angehörigen getroffen. Die Gespräche mit ihnen haben mich tief bewegt. Viele haben erzählt, dass sie nicht nur einen geliebten Menschen verloren haben, sondern plötzlich selbst verdächtigt wurden. Sogar Freunde und Verwandte zogen sich teilweise zurück.

In unserem Land gibt es aber keinen Platz für Fremdenhass, Gewalt und politischen Extremismus.

Wir schulden den Angehörigen und Freunden der Ermordeten und den Verletzten Mitgefühl und Respekt.

Wir schulden nicht nur den Opfern die lückenlose Aufklärung dieser Verbrechen und die unnachsichtige Verfolgung der Täter und ihrer gewissenlosen Unterstützer.

Wir schulden uns allen Wachsamkeit und die Bereitschaft, für unsere Demokratie und das Leben und die Freiheit aller Menschen in unserem Land einzustehen.“

in unserem land gibt es keinen platz für fremdenhass.

und nicht für gewalt und nicht für extremismus. das ist alles gut und (hoffentlich) auch dann am ende aller tage richtig.

hat nicht der zentralrat der juden und auch der der muslime, also beide … haben nicht beide das wichtig und gut gefunden. solche worte?

wir ja auch. man muss eben alles differenziert sehen. aber wieso ist herr wulff mit menschen wie herrn maschmeyer befreundet, die ihr vieles geld offenbar nur aus …

du hast den satz nicht zuende gesprochen.

aus würde vor dem amt des bundespräsidenten. nur deshalb. wir wollen das amt nicht beschädigen. nur deshalb.

„Wir können gar nicht früh genug begreifen, wie dumm und schädlich Ausgrenzung oder gedankenlose Vorurteile sind.

Lassen Sie uns gemeinsam an einer offenen Gesellschaft arbeiten. Eine offene Gesellschaft stellt sich auch ihrer Verantwortung für das Wohl der Menschen in anderen Teilen der Welt.“

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Über die unverhofften Todesmeldungen im Internet schreibt KLAUSENS

klau|s|ens, jetzt ist der johannes heesters doch noch gestorben.

und ein tod am 24.12. wird ewig weiter besungen werden. so ein todestag ist für legenden gut. (als geburtstag am 24.12. natürlich noch mehr. aber ein tod am 24.12. hat auch etwas besonderes.)

dabei sind auch kalender willkürliche benennungen durch den menschen. außerdem gibt es unterschiedliche bewertungen vom 24.12. und vom 25.12., je nach religion. und bei den orthodoxen sind es andere tage, weil es ein anderer kalender auch ist. es ist alles kompliziert.

gewiss, aber irgendwie dreht sich die erde ja doch, ihre 365+nochwas tage.

eben: es bleibt das nochwas. aber wir wollen nicht klagen.

was? es gibt einen tod … und du willst nicht klagen?

in diesem alter hat der tod etwas anderes. 108 jahre.

aber es gibt auch jüngere tode, also: tote.

ja, zu weihnachten passt es nicht recht. das todesthema.

aber heesters ist dennoch gestorben. andere werden auch sterben, trotz aller erzählungen über gott und jesus.

jesus, der zu weihnachten so viel hoffnung verbreitet oder verbreiten soll, starb dann ja selber auch.

da zerstob dann die hoffnung. karfreitag machen sie (die christen) alles wieder kaputt, was sie weihnachten mit ihren geschichten aufbauen wollen.

in dieser religion wird auch der kreuzestod noch zu einer hoffnung für die menschheit. denn er ist ja vorbedingung für die wiederauferstehung, was ja dann der absolute höhepunkt ist. man kann alles so oder so auslegen. in diesen tagen sind die bibelausleger ja wieder sehr aktiv.

da wird jedes wort dreifach gewendet.

man kann sich alles so oder so zusammensuchen.

das macht die sprache. die sprache!

aber der tod kommt über die sprache zu uns hin.

wie meinst du das?

man berichtet von dem tod: im fernsehen, im radio, im internet, in der zeitung. es geschieht via sprache.

sind es nicht meistens die todesanzeigen?

doch, doch, wenn du nicht prominent bist, dann bleibt nur die todesanzeige. oder die persönliche nachricht via gespräch, anruf, mail, SMS … facebook ? (gilt FACEBOOK noch als „persönlich“? sag doch mal, wie muss ich das alles bewerten? wie findest du eigentlich eine todesnachricht per SMS?)

und was hast du herausgefunden?

weil immer mehr todesanzeigen im internet stehen, kann man auch immer mehr tode und tote dort finden.

das internet wird zum virtuellen massengrab.

ist es das nicht schon?

was fiel dir noch auf?

mir fiel auf, dass man nun unverhofft auf tode stößt und dann ganz schlimm erschrecken kann.

im internet?

ja, und am computer, während man im internet surft.

was fandest du denn?

ich will keine namen nennen. aber nimm es so: du suchst einen alten nachbarn, weil du dem damals bälle in den garten warfst.

den suchst du?

der mensch fällt einem ein, man guckt mal so im internet nach …

… und dann …?

… kann es sein, dass man ganz unverhofft auf eine todesanzeige stößt. denn viele todesanzeigen werden von GOOGLE und anderen suchmaschinen gefunden und gespeichert, je nach plattform, und wie diese programmiert ist.

dann taucht also ein mensch, den du kennst, als unverhofft toter auf.

ja, ZACK. da bekommt man einen kleinen schock. das kann immer passieren, wenn man nach einem namen guckt. es kann auch ein mitschüler sein, eine vereinskameradin, der pastor … oder auch der busfahrer, der in deiner nähe wohnte. selbst die lebensmittelhändlerin, selbst die. die friseuse. der mann vom kiosk. der fußballtrainer von der E-jugend. das mädchen von der pommesbude.

guckst du die denn dauernd nach?

nein, aber es gibt immer mal wieder personen, an die man sich erinnert. dann sagt man sich eher spielerisch: „was macht eigentlich …?“ – und schon hat man es eingetippt. und dann kann es sein, dass … tote auftauchen. mausetote. BUMM, BUMM, BUMM. AUS UND VORBEI. so kann es ergehen … in den tagen des internets.

der arme johannes heesters.

wieso?

den geben jetzt leute im internet in die suchmaske ein, und dann ist der tot.

aber bei dem ist es doch genau andersherum: der wird heute in die suchmaschinen eingegeben, weil die leute schon wissen, dass er tot ist.

wie lange wird er wohl tot bleiben?

du glaubst also auch an die wiederauferstehung? dabei tust du so atheistisch, klau|s|ens.

zweitklausens, man weiß ja nie, was man denken soll. am himmel tauchen so komische glitzerdinge mit schweif auf. vielleicht hat die bibel ja doch recht. immerzu kometen!

und wenn der komet nur aus dem all dahinstürzender schrott war? was dann? und überhaupt: was sagen die kometen über jesus aus?

dann hat die bibel eben unrecht. mir soll es egal sein. tot bleibt tot, und geburt bleibt geburt. ich glaube einfach mal an alles.

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Kunst und Gedicht zu Weihnachten 2011 von KLAUSENS

klau|s|ens, auch ein gedicht?

aber gern, zweitklausens:

TANNWERDUNG

Im Baum der bunten Schatten
Werden kugelnd Wogen flimmern
Von den grünen, spitzen, matten
Zweigen erste silbernd‘ Glänzungen
Erschimmern wir das frohgemute Mögen
In das Verentstehen einer Zeile wo alle die
Verheißungen nur ganz sachtdezent vergeh’n

Copyright Klau|s|ens in allen Schraib- und Schreibweisen, u.a. als KlauWEIHsNACHTens oder KlauTANNENsBAUMens oder Klau*s*ens, am 24.2.2011, Samstag, der Tag von „Heiligabend“, gegen 9:45 Uhr bis 9:54 Uhr MEWZ.

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Den Titel des „Ade-Bundespräsidenten“ oder „Ade-Kanzlers“ oder „Ade-Ministers“ erfindet KLAUSENS

klau|s|ens, herr wulff will nicht zurücktreten.

ach ja, er will nicht. wer wollte das schon? die vorwürfe sind ja noch eher bescheiden.

aber es geht um anstand.

sicher! aber wenn nirgendwo anstand herrscht, darf sich auch ein präsident im stillen und leise sagen, dass er dann doch auch …

es war in seiner zeit als ministerpäsident.

ach so. – ja, wir haben da so einige kandidaten. mir fallen fielen namen ein, die keinen guten ruf haben. sollen wir allein an franz-josef strauß erinnern? oder die geschäfte des herrn schröder? die kapitalliebe des herrn fischer, immerhin mal außenminister? wir könnten viele namen aufzählen. politiker sind oft keine guten menschen. sie sind wohl charakterlich sogar eher schwache menschen, bisweilen auch ganz schlimme und abgezockte. und ein teil derer macht sogar krumme geschäfte.

sie verdienen eher wenig. also geld.

das könnte auch ein grund sein. ein ackermann verdient ein zigfaches von einem wulff, egal ob als ministerpräsident oder bundespräsident.

nichts ist gerecht.

aber deshalb muss herr wulff trotzdem sauber und ehrlich sein. das fordern wir ein. wir werden es immer einfordern.

das macht uns verletztlich.

das macht auch herrn wulff verletzlich, weil er es ja schon bei herrn rau eingefordert hatte. damals. er sagte z. B. im januar 2000: „Natürlich darf das Amt des Bundespräsidenten durch die aktuelle Diskussion nicht Schaden nehmen. Aber man muss klar sagen dürfen, dass schwarze Reisekassen in Nordrhein-Westfalen ein Verstoß gegen die dortige Landeshaushaltsordnung und die NRW-Verfassung sind. Ich bedauere, dass wir keinen unbefangenen Bundespräsidenten im Amt haben.“

jedes wort, was man sagt, kann einem selber auf die füße fallen. (oder die schuhe?)

diese nähe zwischen politik und kapital, die sich dann in „freundschaften“ ergießt, ist sowieso ein schlimmes thema für die demokratie.

in jedem staat kungeln die mächtigen mit den mächtigen. kapital und politik stecken immer zusammen. ob diktatur, ob demokratie.

das merkt man ja auch, wenn politiker in die freie wirtschaft wechseln. wir erinnern an den von uns gar nicht gemochten herrn koch. (auch er hatte seltsame dinge mit geld. da ging es z. b. auch um die parteifinanzierung der CDU.) oder dieser ex-verkehrsminister wissmann, der jetzt den automobilverband = Verband der Automobilindustrie (VDA) vertritt und nur noch autointeressen nachplappert. (und auch noch gern „pro kernenergie“ spricht.) dazu: in billigster manier. oder unser werter herr wolfgang clement, der sich so oft als fürsprecher von industrieinteressen hervortut. viele sitzen ja in aufsichts- und/oder verwaltungsräten aller art. politik und wirtschaft … da kann man hin und her springen. man gluckt zusammen.

das ist schön für die arbeit der verbandssprecher und berufslobbyisten. sie können von da kommen oder nach dort gehen. (was macht eigentlich wulff-adlatus glaeseker nun? wo er doch gestern gehen musste? wird er bei herrn maschmeyer im umfeld unterkommen?)

das feld ist weit – aber wenn verfehlungen vorliegen, und man kann diese verfehlungen nachweisen … dann müssen alle politiker sofort aus ihren ämtern. da darf es kein pardon geben. egal, ob sie wulff oder wuff heißen.

und bei herrn wulff? nun? aktuell?

da sieht es gewiss schlimm und düster aus. a) er gibt alles nur zu, wenn die medien es ermittelt haben. b) er hat offenbar wirklich sehr enge kontakte zu bestimmten personen, die einen stutzen lassen. – aber zugleich: er will nicht gehen. seine moral ist teilbar. (er will wohl auch sein doch eher bescheidenes neubauhaus nicht hergeben.)

du gehst zu weit. es war nie die rede davon, wulff solle sein haus abgeben.

ich weiß. aber ich möchte dennoch endlich mal politische menschen, überhaupt: menschen, haben, die relativ weiße westen ihr eigen zu nennen pflegen. den perfekten menschen kann ich nicht erwarten, aber den „relativ reinwestigen menschen“.

und du?

ach ja: der mensch. auch ich bin nicht immer gut. auch ich. ich berufe mich dann auf das kohl’sche gewissensproblem: machst du dieses, verfehlst du da. machst du jenes, verfehlst du dort.

ach ja: hätte er den parteispender verraten, hätte er „sein wort gebrochen“. er hat ihn nicht verraten … hat aber genauso knallhart sein wort zu deutschen verfassung gebrochen.

kohl konnte machen, was er wollte, immer war etwas falsch. es gibt diese gewissenskonflikte, auch bei „guten“ menschen. (damit meine ich dann nicht herrn kohl, aber es gibt ja leute, die sich wirklich bemühen, „gut“ zu sein, und sich trotzdem so oder so in etwas unrechtes verstricken.)

was war denn nun mit deinem titel? diesem „ade-sonstwas“?

das ist meine neue idee: man kann personen nach dem amt noch strafen.

nach dem amt?

ja, wenn später herauskommt, was sie vorher alles schlimmes gemacht haben. oder wenn sie nach der amtszeit sich noch schlecht verhalten: betrügerisch, kriminell, korrupt.

was kann man dann machen?

man kann ihnen den titel aberkennen. postamtus. (auch posthum, auch das.)

wie ginge das?

wenn einer bundeskanzler war, dann wäre er nach einem beschluss des parlamentes fortan „bundeskanzler-ade“.

du meinst a.D.?

nein, nein: ich meine „ade“ für „auf wiedersehen“ oder besser: „bye bye“.

was soll es dann bedeuten?

der titel ist „ade“ = futsch! – der mensch ist dann nicht mehr bundeskanzler a. D., sondern ein „bundeskanzler ade“, ein offizieller (aber pejorativer) titel.

und ich dürfte ihn dann so anreden?

ja, das dürftest du. alle bürger dürften das.

das ist eine schöne idee. herr wulff wäre dann „bundespräsident-ade“ oder „ade-bundespräsident“. (zwei varianten! fein!)

genau. die betonung liegt derzeit noch auf „wäre“. und bei unternehmern wie herrn maschmeyer könnte man den sondertitel „mensch-ade“ oder „ade-mensch“ erfinden. wichtig ist, dass alle menschen auf diese weise erfahren, dass da etwas ungutes geschehen ist, unter der ägide solcher menschen.

ich finde deine idee toll, klau|s|ens.

danke, zweitklausens, aber die ideen kommen ja immer von uns gemeinsam. leider.

und nun?

du wolltest doch ein gedicht beisteuern, zur wulff-lage.

ach ja:

EINRÄUMUNG
— Wulff-Gedicht —

Was Sie wissen
Wusste ich auch
Aber ich wollte
Mich erst noch
Vergewissern
Dass Sie es auch
Wussten wovon ich
Ja wusste bevor ich
Der Bewußtwerdung
Eine Stimme gab, ja,
Schloss
Er sein
Anstandsgefühl
In die Weihnachtsklausur

Copyright Klau|s|ens in allen Schraibwaisen und Schreibweisen, u.a. als KlauMORALsMORALens oder KlauGUTsGUTens oder KlauADEsADEens, am 23.12.2011, Freitag, gegen 8:00/8:10 Uhr und gegen 10:22 bis 10:26 Uhr und gegen 10:54 Uhr.

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Online guckt KLAUSENS ein bisschen nach dem Tod

klau|s|ens, der tod im internet, der hat sich aber doch entwickelt.

du meinst: das gedenken.

ich meine alles, auch das geschäft.

man macht geschäfte mit dem tod?

so war es immer schon. warum nicht auch im internet?

die zeitungen bieten mehr und mehr diese plattformen an.

auch die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG ist seit 2011 dauerhaft online, mit ihrer trauerplattform. http://trauer.sueddeutsche.de/

es geht immer um die idee der todesanzeigen, die man im internet nun auch nachlesen kann …. dann aber auch um die idee der kondolenz und des gedenkens. zusätzlich sollst du alles mögliche an bildern hineinstellen. oder videos. das ist je nach plattform und zeitung verschieden.

oft steht aber gar nichts da.

das wird schon noch mehr werden, mehr und mehr. diese todeskultur ist ja „prozess in progress“. – aber du brauchst natürlich auch leute, die etwas hochladen, zu dem toten oder der toten. das machen dann die, die den toten oder die tote wirklich vermissen. (wie viele sind das? wer vermisst wirklich?)

und die anderen?

die anderen? die haben früher immer den kranz bezahlt.

und nun?

nun müssen sie sich überlegen, wie sie mit dem internettrauern umgehen.

in welcher hinsicht?

sie könnten texte über die toten schreiben, liebevolle, nachdenkliche – aber das kostet bekanntlich arbeit.

tote machen arbeit.

und heutzutage ist diese art von „arbeit“ nicht gewünscht. in der spaßgesellschaft ist der tod ballast.

man kann aber auch im internet bezahlen, also geld loswerden. (man muss keinen rellen kranz mehr kaufen, sondern kauft  virtuell anders.)

das wundert mich nicht. man sollte die beerdigung abschaffen, die toten allesamt verbrennen und auch die beerdigungen nur noch via internet austragen. dann wäre diese gesellschaft komfortabel und clean.

oh, du zyniker! es schlägt aber wirklich seltsame blüten. das internettrauern.

zum beispiel?

es gibt u.a. bisweilen den „premiumeintrag“.

aha.

da bezahlt man dann geld … und dann wird der tote oder die tote auf der rechten bildleiste besonders herausgestellt.

premium eben.

außerdem gibt es varianten, dass man dann kostenlos „kerzen“, also internetkerzen, „aufstellen“ darf.

wie großzügig. premium ist großzügig.

die nahen verwandten zahlen, damit die fernen verwandten oder freunde oder bekannten kostenlos kleine bilder ins internet einstellen dürfen.

was für ein gewitztes geschäftsmodell.

ich liebe den „premiumeintrag“.

welche ehre für die toten!

ohne den status „premium“ bekämen sie kaum „kerzen“ auf die todesseite im internet – deshalb! mit premiumbezahlung der einen sind die kerzen für die anderen kostenlos.

ich verstehe diese welt immer besser.

dafür brauchtest du aber viele lebensjahre.

man kann aber auch einen „kostenpflichtigen gruß“ senden.

… wenn der premiumeintrag nicht bezahlt wurde.

ich weiß es nicht. nicht alle plattformen sind gleich. nicht alle. jede hat andere oder abgewandelte regeln. manche bedienen natürlich mehrere zeitungen gleichzeitig. die großen konzerne betreiben dann die plattformen, um alle unterzeitungen bezüglich des todes auf einer plattform abzuwickeln.

ach so, es gibt varianten des geschäftes.

früher hieß es immer: wer das dickste grab auf dem friedhof hat, der hat am meisten geld.

und heute?

vielleicht, wer am meisten und am längsten „premium“ bezahlt und die meisten „kostenpflichtigen lichter“ bekommt, der ist der reichste in der welt.

der tod ist reich an ideen.

so genial ist der mensch: nicht nur im leben, auch im tod hat er viele, viele ideen.

und besonders viele drehen sich ums geld und ums geschäft.

„Dieser Blog-Eintrag wurde von Perteken Mahlwinkler zu einem Premiumeintrag aufgewertet. Diese Aufwertung tritt erst in Kraft, wenn der Eintragende Mahlwinkler sich für tot erklärt und 10.000 EURO an die Internetgedenkseite ‚Trauern nach Maß‘ bezahlt hat.“ (ein gedachtes zitat.)

aber möglich. – „perteken mahlwinkler“ ist wohl ein kunstname, nehme ich an.

aber „premium“ und „kostenpflichtiger gruß“ stimmt.

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