Monatsarchiv: Januar 2015

klau|s|ens gluckst glücklich bei immer mehr COOKIES und fordert dennoch ein COOKIE-verbot – www.klausens.com

klau|s|ens, es wird täglich schöner, mit dem internet, mit den smartphones, mit WiFi, mit FACEBOOK, mit alledem.

ja, ich fühle mich auch pudelwohl.

schön, finde ich die COOKIES, das schreiben die jetzt bei mehr und mehr homepages, dass man die bei uns (ab)setzen muss, um uns zu helfen oder damit alles besser funktioniert. es dient alles nur uns, dem kunden. serviceorientiert. COOKIES COOKIES COOKIES.

und dann fressen sich COOKIES auf unseren webpages ein und gucken, wie wir weitersurfen.

jetzt macht es auch die NORISBANK, zack, nun haben die auch COOKIES. über nacht. alle haben COOKIES.

alle haben COOKIES, alle wollen COOKIES: das ist, als hättest du eine schleifspur an dich dranoperiert … und so eilst du schleifend durchs netz.

ich werde noch verrückt!

musst du nicht, musst du nicht: alle wollen dir doch nur helfen und dir dienen. auch FACEBOOK will dir noch mehr dienen.

wie denn?

sie wollen eben wissen, wo du bist und was du machst. was ist schon dabei?! (weißt du, wie viele leser der taz auch bei FACEBOOK und bei den COOKIES sind? weißt du das?)

wie denn? wie machen die das? wie geht das alles?

du läufst durch mainz, oder durch dinslaken, oder durch emden … mit deinem smartphone, mit deinem FACEBOOK-app-account, und dann wissen die, wo du gerade bist. (GPS-erkennung ist „an“.)

und wenn ich vor einem kaffeegeschäft bin? oder einem café?

dann wird man dir vielleicht eine kaffeemaschine anbieten, im werbeblock, oder direkt der NSA melden, dass du so verdammt oft in und vor cafés bist. (aber es dient doch nur deinem besten, vergiss es nie!)

ich fühle mich dann geborgen? so?

ja, du wirst glücklich sein und geborgen: viele dienste helfen dir … und sie setzen auch COOKIES. (du brauchst keine scientologen und deren kirche mehr, COOKIES sind viel viel viel besser.)

schön, diese COOKIES, sie sind echte freunde, sie sind immer bei mir … und ich bin bei ihnen.

na also: COOKIES und du und das internet und alles gesurfe und die ganzen phones und tablets und alle diese signale und botschaften und statusmeldungen und ortsangaben … das ist eine große familie.

… in der bin ich geborgen, ich weiß, ich weiß.

schön, dann haben wir das geklärt.

ich fordere dennoch ein verbot der COOKIES, sofort, VERBOT ALLER COOKIES.

aber wieso denn: du weißt doch gar nicht, was das wirklich ist … so ein COOKIE.

du denn? – das alles, was wir hier sprachen, reicht doch schon, um diese dinger zu verbieten, von denen ich nichts weiß, außer dass sie da sind. – miniprogramme, die mich ausspionieren, wenn ich mich im netz bewege. im fangnetz.

nun aber mal halblang … so geht es schon gar nicht.

wie geht es denn?

logge dich weiter schön ein, akzeptiere weiter alle AGBs und lasse dich treiben treiben treiben.

ich will aber nicht!

dann geht es dir noch nicht schlecht genug. warte ab, du wirst dich nach der allumfassenden COOKIE-geborgenheit noch sehnen.

und? was noch?

logge dich auch schön morgen bei FACEBOOK ein, vergiss auch das nie nie nie! da gelten dann die neuen und noch besseren AGB. morgen! (man will dir doch nur helfen, sträub dich doch nicht so! und lege mal diesen ollen roman von orwell weg. das lenkt dich alles nur sinnlos ab.)

… und ich shoppe doch so gern.

na also, da haben wir doch mal wieder einen anknüpfungspunkt: wir könnten morgen noch ein paar mehr COOKIES shoppen. das wär doch was. (und FACEBOOK ist einfach so dabei … wie ein guter freund. die NORISBANK auch … und alle anderen, die nun COOKIES setzen und setzen und setzen … GOOGLE ja sowieso.)

… danke für dein COOKIE-verständnis.

bitte, bitte, irgendwovon muss man ja leben.

ZWEITKLAUSENS DENKT NACH: könnte man nicht von einem COOKIE-verbot auch irgendwie ganz gut leben? als COOKIE-VERBOTS-lobbyist vielleicht?

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klau|s|ens freut sich ach-so-sehr auf die neuen FACEBOOK-datenschutzbestimmungen – www.klausens.com

klau|s|ens, es geht jetzt los, bei FACEBOOK: wieder mal.

ich finde es schön, dass es neue datenschutzbestimmungen gibt. oder -richtlinien. ich finde es schön.

auch ich fühle mich bei FACEBOOK so wohl. FACEBOOK ist der lehnstuhl meines lebens … noch mehr als ein freund oder eine partnerin oder eine geliebte oder die familie als solche.

FACEBOOK ist meine heimat, mein ein, mein lebenssinn … und dann auch noch mein alles.

FACEBOOK soll alles von mir wissen.

von mir aber auch: bitte von mir auch! (zweitklausens, nicht nur von dir!)

… und eben nicht nur meine postings samt texten, fotos, videos, bildern kennen … nein, nein, FACEBOOK soll möglichst alles wissen.

erst dann kann FACEBOOK mich „führen“.

FACEBOOK soll mich so führen wie es schon GOOGLE tut. (und die NSA.)

sie sollen mich als kollektiv und auch kollektiv in der praxis führen.

sie sollen alle meine daten erfassen.

auch die, wohin ich surfe, wenn ich meinen stündlichen FACEBOOK-post getan habe.

sie sollen alle internetseiten, die ich besuche, erfassen und auswerten. dauerhaft.

und ich werde es ihnen erlauben! gerne! glückvoll!

dafür ist der datenschutz da: man gibt den schutz auf, erlaubt das … und so pflegt man den datenschutz erst richtig.

ende januar 2015 wird FACEBOOK da mal wieder einen neuen schritt tun.

und alle werden mitmachen, alle user, alle nutzer. (man loggt sich ein und hat so schon mitgemacht. genial!)

alle machen alles von FACEBOOK mit.

wir brauchen keine gebetsbücher mehr.

nein, wir beten die wundervollen DATENSCHUTZBESTIMMUNGEN von FACEBOOK, die zudem immer besser werden, indem sie für uns schlechter werden. (schöner, aber gelungener widerspruch. danke, FACEBOOK!)

dafür lieben wir auch den lieben gott.

und wir preisen FACEBOOK: es lebe die achse FACEBOOK, GOOGLE, NSA und GOTT.

es wird herrlich sein: das datenparadies. (jesus, wer wird dich demnächst ans iPhone nageln? sprich!)

komm, lass uns schnell online schnell mal was shoppen. das wird den herrgott auch noch freuen … aber nur, wenn auch FACEBOOK davon weiß.

klausens-k-werk-ich-und-facebook-28-1-2015

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klau|s|ens hasst die manischen dauerfensteröffner des winters – www.klausens.com

klau|s|ens, die menschen sind seltsam, gerne auch seltsam böse und seltsam egoistisch.

ach ja, in diesen tagen … in diesen kalten tagen.

dann reißen sie die fenster auf, wenn sie das haus verlassen. weil sie frischluft brauchen.

sie gehen durch das treppenhaus, ergreifen jedes fenster am riegel oder griff, welchen sie kriegen … und dann reißen sie es auf, das fenster … oder sie stellen es auf kipp.

danach verlassen sie fröhlich pfeifend das haus. (fenster offen lassend.)

und sie arbeiten und arbeiten, aber sie selber sind aus dem haus hier ja schön weg.

das haus aber ist nicht weg.

auch die offenen fenster sind nicht weg.

nun kühlt das haus aus: stein um stein.

es wird kalt und bitterkalt im haus.

zugleich laufen die heizungen auf hohen touren.

aber das haus kühlt dennoch aus und die heizungen laufen noch mehr und noch schneller.

aber alle energie ist verpufft. sinnlos verpufft. (die ökologie schreit!)

die fensteraufreißer sind derweil außer haus.

die fensteraufreißer fühlen sich ganz toll: frische luft.

denn frische luft muss sein.

sie wählen vielleicht GRÜN, also DIE GRÜNEN / BÜNDNIS 90.

denn frischluftfanatiker und GRÜN … das gehört zusammen.

dabei verplempern sie tausende von kilo-joule-oder-sonstwas-einheiten an energie.

sinnlos.

denn ein ausgekühltes haus braucht noch mehr heizenergie, um es auf eine geeignete temperatur zu bringen.

das aber ist diesen menschen ganz egal.

hauptsache, frischluft. tag für tag. stundenlang.

und so frieren diejenigen, die im haus zurückgeblieben sind … es sei denn, sie eilen zu den fenstern, sofern diese zugänglich sind, und schließen sie wieder.

denn die klugen menschen wissen: lüften muss sein, ja, ja, aber im winter macht man es kurz und heftig.

das nennt man dann stoßlüften.

aber davon haben die manischen fensteraufreißer noch nie gehört.

doch, haben sie: aber sie wollen pfeifend zur arbeit fahren, mit dem herrlichen bewusstsein: jetzt stehen schön die fenster auf. im ganzen haus.

jetzt wird es schön kalt, im ganzen haus.

alles wird frisch und gut.

und ich sitze warm an meinem schreibtisch auf der arbeit, denken sie.

so böse können die menschen sein.

man sperre diese (menschen) bitte auch mal ein! (nicht nur die fenster auf!)

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klau|s|ens sieht die sonne im spiegel des BRENNTAG-hauses – www.klausens.com

klau|s|ens, man dürstet nach sonne … bei all der kälte.

dann will man die sonne sogar einfangen.

bild für bild.

dann will man die bilder nebeneinandersetzen.

… und vergleichen.

man guckt, wie schön der spiegel ist, den ein hochhaus bildet … zum beispiel für die sonne.

dann legt man zwei fotos nebeneinander, die nur sekunden auseinanderliegen.

nun überlegt man, ob man da unterschiede ausmachen kann, zwischen dem linken und dem rechten foto.

ein spiel, man spielt so vor sich hin.

die augen gehen von dem linken bild zu dem rechten: es ist gleich, aber letztendlich ja doch nicht.

dann schaut man auf das datum heute: 23.1.2015.

danach auf das datum der beiden fotos, die man da verglich: 28.11.2014.

dann weiß man: november ist eben nicht januar.

winter nicht winter.

haus nicht haus.

foto nicht foto.

nicht nicht nicht.

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klau|s|ens erlebt michel houellebecq fernseh-LIVE bei seiner lesung in köln – www.klausens.com

klau|s|ens, die lesung gestern war doch schon ewig ausverkauft, in köln-mülheim, schanzenstraße, schauspiel köln, depot … im rahmen der lit.COLOGNE.

die kam aber dann noch LIVE auf koeln.tv. der DUMONT VERLAG bringt houellebecq als buch auf deutsch und Köln.tv gehört ebenfalls zum DuMont-Schauberg-Komplex … da lässt sich so etwas dann machen.

man müsste auch mal seinen eigenen fernsehsender haben.

auf jeden fall war der mann doch sehr verhalten, sehr nachdenklich, sehr gebrechlich … und keiner, den sich irgendeine politische strömung als leitwolf ergreifen kann oder können möge. — er deklarierte sich teils auch als unpolitisch, obschon seine beschreibungen vom hinwegdämmernden frankreich natürlich per se höchst politisch sind.

ein schriftsteller tut, was er denkt, dass er es tun müsse. und das heißt schreiben, was man so sieht und denkt und beobachtet. interpretieren sollen dann andere. houellebecq hat gestern überraschend viel selber erklärt, zu und von seinem roman. ungewöhnlich! (will er so  sein buch aus der islamphobie heraushalten? hat er angst, dass alles in einen völlig falschen hals kommt?)

ich schrieb jedenfalls ein LIVE-gedicht. denn ganz zu anfang gab er eine art statement ab, zu den aktuellen vorfällen in frankreich. (und: ein statement ist immer per se ebenfalls politisch. selbst wenn ich darin sagen würde, dass ich nichts sagen würde.)

VERANTWORTUNG ALS LOS

Die Erklärung der
Freiheit besteht aus

Worten die ein Gefühl
Bedecken

Niemals alles richtig
Macht neue Gedanken

Copyright Klau|s|ens in allen Schraibwaisen und Schreibweisen, u.a. als Klau(s)ens oder KlauFREIsHEITens oder Klau&s&ens, LIVE geschrieben 19:50/51 Uhr MEWZ zur LIVE-Ausstrahlung (durch Köln.tv) der Lesung von Michel Houellebecq in Köln-Mülheim, am 19.1.2015. (Vorbemerkung: Traudl Bünger, lit.COLOGNE, Dolmetscherin: Katja Saur, Moderation / Fragen an den Autor: Nils Minkmar, F.A.Z., Lesung durch den Schauspieler: Robert Dölle.)

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klau|s|ens sieht allüberall den vulkan um den islam – www.klausens.com

klau|s|ens, nun also der islam. in aller munde. in aller schreibe.

die soße ist gekocht. (man wartet geradezu bittend darauf, dass auch mal ein fanatiker einer anderen religion es in die nachrichten schafft, um das alles abzufedern, was in eine richtung federn springt, derzeit.)

nun fürchten sich die menschen vor allerlei orten des öffentlichen raumes. auch in europa, nicht nur in nordnigeria oder im irak oder in afghanistan oder wo.

früher war es immer das flugzeug. aber: vor dem fürchtet man sich jetzt zuerst, weil es einfach so abstürzen kann: unwetter, meer, weg, aus, vorbei. (teils auch ganz auf dem meeresboden verschwunden.)

nun aber rückt alles an „locations“ in das auge der angst.

die züge, die bahnhöfe, die theater, alle straßen, plätze, orte. überall droht das drohende.

aber eigentlich hätte man immer schon da und dort böses tun können. seitens bösartiger attentäter dieses oder jenen glaubens.

gewiss, aber es wird nun wahrscheinlicher. (man fragt sich überhaupt, warum um flugzeuge immer noch so viel aufwand betrieben wird. denn: ein selbstmordattentäter kann schnell mal nach KAUFHOF oder KARSTADT rein. oder in einen vollbesetzten zug oder bus.)

eigentlich „warten“ wir in europa noch auf die klassischen selbstmordattentäter des arabischen raumes, die dann mit allem mitexplodieren.

auch das, auch das. — zugleich wissen wir, auch nach verviers, belgien, dass man nun die polizeiwachen auch überfallen will, das lasen wir zuvor meist aus anderen teilen der welt.

jeder kann alles überfallen.

aber man hat uns auch so verunsichert, dass wir nun auf lange bärte gucken und dann immer überlegen, ob dahinter ein mensch steckt, der uns gutes oder böses will.

aber der katholische kirchenmann anselm grün hat auch einen bart. und der schreibt einen bestseller nach dem anderen.

danke, dass du mich daran erinnerst: auf jeden fall kochen wir im thema islam. jeden tag werden mehr neue islamisten und salafisten an zahl genannt, die böses zu tun gedenken. — da sind hunderte in jedem land europas, die dieses oder jenes aushecken können und könnten und offenbar auch wollen. morgen werden sie uns tausende nennen. alle innenminister und polizeifachmenschen nennen nur noch zahlen und noch mehr zahlen.

und damit wird dann wahr, was aus deren (der fanatiker-terroristen) sicht immer wahr werden sollte.

was?

den krieg zu uns nach europa bringen. im nahen osten wurde jahrzehnte geschossen und gebombt, staaten lösten sich auf oder wurden aufgelöst … und immer wieder fühlte man sich dort (oft auch zu recht!) von den amerikanern, den europäern, von israel, oder auch von anderen groß-staaten nur fast gleichen glaubens (z.B. saudi arabien: wahabiten — iran: schiiten) unterdrückt. eine einzige lange geschichte von kriegen und kriegereien. jetzt aber will man alles zu uns nach europa zurückbringen.

hass as hass can.

alles ist unlogisch in solchen welten. da hört jede einsicht auf. das war schon immer so, und das wird immer so sein.

der papst ruft nun verdammt oft zu frieden und toleranz auf.

nun gut, das war früher anders, in der der geschichte der katholischen kirche, gewiss. auch evangelen rufen in deutschland ja gerne zum frieden auf.

na also!

aber nimm es mal so: hätte es die ganzen religionen nie gegeben, hätte die menschheit den ganzen ärger nicht gehabt.

und es ist wirklich so: (stichwort multikulti) — sobald sich probleme formieren, benutzen diese gerne die religionen, um sich daran entlang zu blöcken des gegensatzes und des hasses aufzubauen. eine multikulturelle gesellschaft hört sich gut und schön an, aber sobald ein kleines problem auftaucht und alles etwas wankt, sind die religionsgruppen schon da … und alles wird nur noch entlang der religion gedacht und getan.

derzeit mit dem islam.

und wir tun es ja auch. wir behandeln dieses omnipräsente thema „islam“.

da sieht man, wie sehr unsere köpfe und herzen für alles und jedes offen sind. auch manipulateure wissen das: der mensch ist anfällig für alles. der mensch ist selten fest. wenn er aber „fest“ ist, dann meint er nur den schrecklichen dogmatismus.

auch PEGIDA-menschen, auch die. die meisten sind wohl auch nur dümmliche dogmatiker.

wir werden an unseren ängsten ersticken. ja, das werden wir! (herr jauch, übernehmen Sie! heute um 21:45 uhr, ARD, geht es bestimmt mit allem weiter.)

klausens-k-werk-figuration-ZWEI-18-1-2015-

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klau|s|ens hält nichts von der geradezu manischen tabu-bruch-bewegung, mohammed abbilden zu müssen – www.klausens.com

klau|s|ens, in diesen tagen wird mohammed abgebildet, fast allüberall.

das kommt schon, wenn zeitungen das titelbild von der neuen ausgabe von „charlie hebdo“ ab- bzw. nachdrucken.

viele muslime aber sind dadurch und davon aufgebracht.

ich denke, es ist eine besonderheit (nicht nur, aber besonders) dieser religion, dass man (gerade auch gott und mohammed) nicht abbildet. (abbildungsverbote kennen aber auch andere religionen: übersieh das nicht!) — erinnert sei: deshalb sind ja auch moscheen voller muster, aber ohne bilder. (eigentlich geht es um alle abbildungen, die da nicht gewünscht sind: menschen, tiere, gegenstände … nichts soll im religiösen zusammenhang abgebildet sein. denn gott ist der schöpfer, nicht der mensch. so denkt man wohl.)

ganz anders als christliche kirchen.

ja, ganz anders: es ist eine besonderheit des islam … auch wenn sie nicht im koran formuliert ist (aha!), sondern aus der religion selber entstanden ist. (aber zeitungen mit bildern und fernseher mit bildern kennt man in diesen ländern ja auch.)

soll man dieses bilderverbot durchbrechen?

im stark religiösen zusammenhang eher nein. denn wenn man von „respekt“ redet, dann gehört das zum respekt dazu, dass jeder jeck anders ist. also lassen wir ihn anders sein, sofern es nicht andere menschen einschränkt. das ist ja auch immer zu begucken.

darf ich keine karikaturen machen?

doch, über den islam ja, du wirst auch bilder und abbildungen einbringen müssen … aber du kannst versuchen, es ohne mohammed-abbilder und gottes-abbilder zu schaffen. das wäre die idee: kritisieren ja, satire ja … und doch auch noch religiöse gefühle beachten, anerkennen, respektieren.

ich erinnere mich an wilde nackttänze von pussy riot, auf dem altar einer christlich-orthodoxen kirche.

auch da gilt: muss nicht sein. zugleich: es gibt immer mal wieder ausnahmesituationen, wo etwas sein kann, was nicht unbedingt muss. (wenn man eine ordentliche rechtssprechung hat, kann man solche sachen dann über die gerichte behandeln.)

und mohammed auf der aktuellen ausgabe von „charlie hebdo“?

in diesem (dramatischen) fall nach einer dramatischen und bösartigen mordattacke kann man es verstehen … und auch anhänger des islam sollten das hier hinnehmen können. wenn ich aber jede woche das abbildungsverbot einer religion durchbreche, dauerprovozierend, dauerprovokoant, und meine: das sei dann revolutionär, dann funktioniert die gesellschaft ja auch nicht richtig.

toleranz und respekt.

eben: es gibt ja bestimmte auslegungen und ideen von blasphemie, was dann sowieso in deutschland verboten ist. paragraf 166 strafgesetzbuch: „Wer (…) den Inhalt des religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnisses anderer in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“

in frankreich?

in frankreich soll es wohl lockerer sein. also: diese dinge sind nie eindeutig. im zweifelsfall sollen gerichte urteilen.

es gibt keine totale freiheit?

nein, denn dann würde ich jeden menschen jeden tag „du arschloch“ nennen dürfen.

dann gibt es also auch in der freihesten gesellschaft etwas wie zensur?

jedes gesetz ist eine einschränkung und damit, wenn du so willst, auch eine „zensur“ unseres lebens. es gibt also nicht DIE FREIE gesellschaft, sondern immer nur eine ZIEMLICH FREIE GESELLSCHAFT.

und was möchtest du?

ich möchte, dass man die religiösen gefühle des islams respektiert … und zugleich dort kritisiert, wo es nötig und notwendig ist. das gilt natürlich dann für alle religionen. (… auch wenn ich gar kein freund von religionen bin.)

und deshalb soll man nicht manisch mohammed abbilden?

genau das. dieser tabubruch muss von den anhängern dieser religion als nichtakzeptanz eine religion verstanden werden … und schon wird neuer hass gesät … wozu? (geht es nicht etwas anders!?!?!?)

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HOMEPAGE VON KLAU|S|ENS: http://www.klausens.com